Der Hausruck ist ein seichtes Hügelland, teils von dicht mit Fichtenforsten bewaldetem Mittelgebirgscharakter, durchwegs Wirtschaftswald, vereinzelt auch mit naturnahen Eichen-Hainbuchenwäldern, in den Bachläufen und hügeligen Randzonen aufsteigend Kulturland. Im Zentrum des Bergzugs liegt der Waldanteil bei etwa 90 %, im Siedlungsraum bei ca. 35 %. Der Hausruckwald gehört zusammen mit dem Kobernaußerwald zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Europas.<ref name="nala-vertiefend">Vorlage:Internetquelle</ref> Im Siedlungsraum sind die Landschaftselemente kleinstrukturiert, die Besiedelung gering. Das Grünland sind nährstoffreiche Wiesen, verbreitet aber auch vermoorte Waldwiesen und andere Magerwiesentypen. Naturnahe Vegetationsgruppen sind dort selten.
Nach der Gebirgsgruppengliederung nach Trimmel wird der Hausruck als Nr. 1577 geführt (unter 1570 Flyschgebiet und Alpenvorland zwischen Salzach und Traun und der südlich anschließenden Großgruppe 1500 Östliche Salzkammergutalpen beigestellt). Die orographisch ausgelegte Gliederung umgrenzt den Hausruck folgendermaßen (im Uhrzeigersinn):
Dabei wird die Westgrenze zum Kobernaußerwald, die sich in der Landschaft kaum abzeichnet, weil der Höhenrücken gleichmäßig weiterläuft, in der Literatur durchaus auch anders gesehen. Es finden sich etwa:
die wenige Kilometer östlich parallel zur Trimmel-Linie verlaufende Wasserscheide Ager/Traun (Donau unterhalb Jochenstein) zu Salzach/Inn (Donau oberhalb J.) über Florianikapelle (691 m), Kalteis (734 m) und Hamberg, die dort dann aber östlich um Eberschwang abschwenkt (Antiesen zum Inn)
derFornacher Redlbach, mit Fortsetzung zur Waldzeller Ache,<ref name="grenze3">vergl. etwa Beschriftung der ÖK 500/200</ref> sodass das Meisterholz (711 m) oberhalb Pöndorf noch zum Kobernaußerwald gehört
Datei:Ackersberg bei Sonnenuntergang.jpgSonnenuntergang in Ackersberg in Neukirchen an der Vöckla und sogar – beinahe quer zu vorgenannten Linien – von Frankenburg den Kamm entlang über den Hamberg westwärts bis Steiglberg (767 m, Kobernaußerwaldwarte) und dann nordwärts,<ref name="grenze5">vergl. etwa Beschriftung des Blatt 28/29 Oberösterreich–Salzburg. In: Österreichischer Atlas für Höhere Schulen (Konzenn-Atlas). 101. Auflage, Ed. Hölzel, Wien 1975</ref> womit auch der Hobelsberg (Ries’n, 777 m) zwischen Fornach und Frankenburg in den Kobernaußerwald fiele, und dann auch als dessen höchste Erhebung genannt wird.
Jedenfalls zählen sich am Nordhang die Gemeinden Lohnsburg (namentlich)<ref name="lohnsburg-kob/haus">etwa Vorlage:" In: Vorlage:Internetquelle</ref> und Waldzell<ref name="waldzell-kob/haus">Vorlage:" DVD Unser Leben am Kobernaußerwald, KBW Waldzell (waldzell.ooe.gv.at)</ref> konsequent zum Kobernaußerwald, Schildorn zu beiden<ref name="schildorn-kob/haus">Vorlage:"Vorlage:Internetquelle</ref> und erst Pramet zum Hausruck,<ref name="pramet-kob/haus">Vorlage:"Vorlage:Internetquelle</ref> im Süden Pöndorf zum Kobernaußerwald, Fornach<ref name="fornach-kob/haus">Vorlage:"Vorlage:Internetquelle</ref> und Redleiten zu beiden, und Frankenburg (namentlich)<ref name="frankenburg -kob/haus">Vorlage:"Vorlage:Internetquelle</ref> zum Hausruck, sodass diesbezüglich grob die Linie Vöcklamarkt – Redleiten – Schildorn (knapp westlich der Frankenburger Straße L 509, von Ried i.I. recht genau südwärts) angesetzt werden könnte.
Die Oberösterreichische Raumordnungsgliederung (NaLa – Natur und Landschaft) zeichnet den Hausruck nicht eigenständig in der Raumeinheit Hausruck und Kobernaußerwald (HKW) heraus, außerdem setzt sie das Gebiet in wesentlich engeren Grenzen, die in weiten Bereichen grob der 600-Meter-Höhenlinie entsprechen.
Benachbart (im Uhrzeigersinn) liegen folgende Regionen:
Das Klima ist niederschlagsreich und weist bis zu 1200 mm Niederschlag pro Jahr auf, die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 7,6 und 7,8 °C. Der Hausruck-Kobernaußerwald-Zug liegt im Zentralraum des trichterförmigen Bereichs des Mitteleuropäischen Übergangsklimas. Etwa 65 % der Jahresniederschläge fallen im Sommerhalbjahr, das Niederschlagsmaximum fällt mit dem Temperaturmaximum im Juli zusammen. Im Februar kommt es hin und wieder zu Schneebrüchen. Die Niederschlagsmenge nimmt nach Osten ab, die Temperatur zu, sodass am Westhang das Klima am rauesten ist.<ref name="klima">Vorlage:Literatur</ref>
Die mittlere Windgeschwindigkeit ist relativ hoch und liegt bei 2–3 m/s, Windwürfe treten bei Frühjahrs- und Herbststürmen regelmäßig auf,<ref name="klima" /> der Hausruck ist deswegen aber auch Standort der ersten Windkraftwerke Österreichs.
Vorlage:Klimatabelle
Geologie und Bodenschätze
Der Hausruck setzt sich vornehmlich aus Schlier und Schottern zusammen. Es gibt dort Vorkommen an Braunkohle, deren Abbau jedoch eingestellt wurde. Daneben gibt es auch kleinere Erdöl- und Erdgasvorkommen, u. a. bei Puchkirchen. Im Gebiet liegen verstreut kleine Schottergruben, auch Ziegelei ist zu finden.
Der Hausruck – wie auch der Kobernaußerwald – bildet sich aus neogenenSedimenten, verfestigter tertiärerVorlandmolasse. Der Grund, warum gerade dieser Bergzug charakteristisch frei steht, ist unklar, Tektonik und postsedimentäre Aufwölbung sind auszuschließen.<ref name="genese">Lit.Vorlage:Literatur</ref> Jedenfalls ist, zur Zeit der Bildung des Kobernaußerwalds im Badenium, der Hausruck Festland gewesen, der Schliersockel ist wellig erodiert. Auch das Profil der jüngeren Schichten unterhalb des Hauptkammschotters ist erosiv überformt. Ob der Hausruck – bzw. die gesamte Vorlandkohle – Waldbestand waren oder als Schwenngut aus den Alpen eingetragen wurden, ist noch unklar.<ref name="genese-kohle">Vorlage:Literatur</ref>
Innviertler Serie – tonig-mergelige und sandige Formationen des Ottnangium (um 18 mya, radiometrisch lokal auf 22–23 mya datiert), in einem seichtmarinen Milieu (Paratethys) abgelagert
Vöcklaschichten – Schliere im Südosten entlang der Vöckla
Atzbacher Sande – Vöcklabruck bis Lambach, 60 bis 80 m mächtig; fein- bis mittel körnige quarzreiche Sande, glimmerführend, hellgrau bis grünlichgrau, im Aufschluss oft bräunlich verwittert
Ottnanger Schlier – im Süden und Osten des Hausruckkammes; grauer, grüngrauer oder graublauer Tonmergel, dünnblättrig geschichtet mit glimmerreiche Feinsandlagen
Rieder Schichten – nördlich des Hausrucks; graublaue bis grünlichgraue, glimmerführende, schwach feinsandige Tonmergel, dünnbankig geschichtet mit Lagen und Linsen von Feinsand
Kohleführende Süßwasserschichten – Pelite (vorherrschend), Kiese und Sande des Badenium bis Unterpannon (Slavonium, 11–7 mya), limnisch-fluviatilen Sedimente, diskordant bis mäßig geschichtet; stückige Weichbraunkohle/Mattkohle, fast schwefelfrei, aus Sequoien und Angiospermen, auch Kiefernzapfen, außerhalb der Kohle aber fossilfrei (auch ohne Mikrofossilien)<ref name="fossil kohle">Häufigstes Pflanzenfossil Taxodioxylon sequoianum, die Stammform der Sequoia sempervirens der Coast Ranges. Vorlage:Literatur Detaillierte Fossilliste in Vorlage:Literatur Zit. n. Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>
Hausruckschotter – bis 170 m mächtige Deckschicht des Hauptkamms, oberer Unter-Pannon, gegen Osten ansteigend und verdickend (am Kölblberg etwa 140 m, Oberkante der Kohlenserie bei 660–680 m); Gerölle (Quarz, verschiedene Gneise, schwarze Kieselschiefer, rote, graue und weiße Kalke, Mergel und Sandsteine), Maximum der Korngröße Kies bis Mittelschotter, grobe Sandlagen, häufig Schräg- und Kreuzschichtung, Konglomerat- und Sandsteinbänke, Fossilien (Holze, Dorcatherium, Hipparion, Dicerorhinus, Mastodon)<ref name="hausruckschotter">im Speziellen: Dorcatherium nani KAUP, Hipparion gracile KAUP, Dicerorhinus cf. schleiermacheri KAUP, Mastodon grandincisivus SCHL., Mastodon longirostris arvernensis. * Vorlage:Literatur * Vorlage:Literatur * Vorlage:Literatur</ref>
überdeckt sind diese Schichtungen von quartären Sedimenten, Deckschotter im Norden, Moränen und Alluviale der Gräben im Süden, wo sich auch Lösse finden
Vom Kobernaußerwald unterscheidet sich der Hausruck geologisch primär dadurch, dass die Sande im Süden, beim Kobernaußerwald am Nordhang zutage treten, und dort die kohleführenden Süßwasserschichten großräumiger, aber mit der viel ausgedehnteren Schotterdeckschicht verbunden sind, und daher auch an der Südabdachung gut vertreten sind. Dabei sind die Schlierschichten landwirtschaftlich genutzt, die Schotter bewaldet. Die obere Süßwassermolasse setzt sich noch bis an die oberösterreichisch-bayerische Grenze fort, zu der auch der östlich nach dem Mattigtal liegende Siedelberg und die Kohlegebiete um Trimmelkam gehören.
Grundwasserstauer sind die kohleführenden Süßwasserschichten, die das niederschlagsreiche Gebiet in zahlreichen lokaltypischen Haus- und Ortsbrunnen erschließen, die Gießerquelle (Versorgung Wolfsegg, Ottnang und Zell a.P.) etwa schüttet bis zu 9 Sekundenliter. Trotzdem sind heute die meisten Zentralbrunnen der Gemeinden und zunehmend auch Hausbrunnen Tiefbrunnen in den Schlier.<ref name="wasser">Lit. Groiss 1996 und Groiss 1989, 4. Hydrogeologie der Hausruckschotter. S. 176 f.</ref>
Österreichische Karte 1:50.000, Blätter 47 Ried im Innkreis, 48 Vöcklabruck (sowie 46 Mattighofen, 65 Mondsee).
Geologische Karte der Republik Österreich 1:50.000 Blatt 47 Ried im Innkreis (Horst Brüggemann, Stjepan Coric, Dirk Van Husen, Hans-Georg Krenmayr, Reinhard Roetzel, Christian Rupp, Hans Sperl, 2008; Vorlage:LiteraturVorlage:Literatur) Sowie benachbarte Kartenschnitte wie ÖK: 48 Vöcklabruck; vergriffen: Geologischen Spezialkarte 1:75.000 Bl. 4751 Ried-Vöcklabruck, 4752 Wels und Kremsmünster (O. Abel, 1913); Digitale Karten n.p.