Hebdomade
Der athenische Dichter und Staatsmann Solon (640 v. Chr.–559 v. Chr.) teilte ein Menschenleben in zehn Hebdomaden (altgriechisch ἑβδομάς<ref>Pape</ref> (hebdomas): „die Siebenzahl“)<ref>von ἑπτά (hepta): „sieben“; daraus lateinisch hebdomada, „Woche“, „Zahl von sieben“</ref> von je sieben Jahren ein.
Er beschrieb diese zehn Lebensalter in seiner berühmten Elegie Παῖς μὲν ἄνηβος:<ref>Deutsch von Wolfgang Schadewaldt in: Lebenszeit und Greisenalter im frühen Griechentum. Die Antike. Zeitschrift für Kunst und Kultur des klassischen Altertums. Band 9 (1933), Seite 282. Siehe auch Baltrusch. Griechisches Original bei Philon von Alexandria: Περί της κατά Μωυσέα κοσμοποιίας, el.wikisource (XXXV) 103 (S. 36 f. archive.org), sowie bei Gotthilf Heinrich von Schubert: Die Geschichte der Seele. 3. Auflage 1839, Seite 353 books.google</ref> <poem lang="de" style="margin-left:2em; float:left;">Knabe zuerst ist der Mensch, unreif: da wirft er der Zähne
- Hag, der dem Kinde entspross, von sich im siebenten Jahr.
Wenn zum anderen Mal Gott schloß die Sieben der Jahre,
- Zeichen der Mannheit dann keimen, der nahenden, auf.
Während der dritten umkraust sein Kinn – noch wachsen die Glieder –
- Wolliger Flaum, da der Haut Blüte im Wandel verwich.
Nun in den vierten empor zu hohem vollem Gedeihen
- Reift die Stärke, in ihr zeigt was tauge der Mann.
Mit den fünften gedeiht ihm die Zeit, der Freite zu denken
- Und dass in Söhnen ersteh fürderhin währender Stamm.
Während der sechsten da breitet der Geist allseits sich ins Rechte,
- Nimmer zu unnützem Tun treibt ihn hinfort noch der Mut.
Sieben Siebenerjahre und acht: im vollen Gedeihen
- Stehen Zunge und Geist: vierzehn an Jahren zusamt.
Noch in den neunten ist tauglich der Mann, doch lässiger zeigen
- Gegen das volle Gedeihn Zunge fortan sich und Witz.
Wer in die zehnten gelangte, die zehnten nach Maßen vollendend,
- Kaum zur Unzeit wärs, träf ihn die Neige des Tods.</poem>
<poem lang="grc" style="margin-left:2em; float:left;"> Παῖς μὲν ἄνηβος ἐὼν ἔτι νήπιος ἕρκος ὀδόντων
- φύσας ἐκβάλλει πρῶτον ἐν ἕπτ’ ἔτεσιν·
τοὺς δ’ ἑτέρους ὅτε δὴ τελέσῃ θεὸς ἕπτ’ ἐνιαυτούς,
- ἥβης ἐκφαίνει σήματα γιγνομένης·
τῇ τριτάτῃ δὲ γένειον ἀεξομένων ἔτι γυίων
- λαχνοῦται, χροιῆς ἄνθος ἀμειβομένης·
τῇ δὲ τετάρτῃ πᾶς τις ἐν ἑβδομάδ’ ἐστὶν ἄριστος
- ἰσχύν, ἥν τ’ ἄνδρες σήματ’ ἔχουσ’ ἀρετῆς·
πέμπτῃ δ’ ὥριον ἄνδρα γάμου μεμνημένον εἶναι
- καὶ παίδων ζητεῖν ἐξοπίσω γενεήν·
τῇ δ’ ἕκτῃ περὶ πάντα καταρτύεται νόος ἀνδρός,
- οὐδ’ ἕρδειν ἔθ’ ὁμῶς ἔργ’ ἀπάλαμνα θέλει·
ἑπτὰ δὲ νοῦν καὶ γλῶσσαν ἐν ἑβδομάσιν μέγ’ ἄριστος
- ὀκτώ τ’, ἀμφοτέρων τέσσαρα καὶ δέκ’ ἔτη·
τῇ δ’ ἐνάτῃ ἔτι μὴν δύναται, μαλακώτερα δ’ αὐτοῦ
- πρὸς μεγάλην ἀρετὴν γλῶσσά τε καὶ σοφίη·
τὴν δεκάτην δ’ εἴ τις τελέσας κατὰ μέτρον ἵκοιτο,
- οὐκ ἂν ἄωρος ἐὼν μοῖραν ἔχοι θανάτου.</poem>
Auch die Anthroposophie geht von einem Sieben-Jahres-Zyklus bei der Entwicklung des Menschen aus. In der Organisation der Waldorfschule spielen diese Zeiträume noch heute eine große Rolle.
Siehe auch
Fußnoten
<references />