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Herbert H. Schultes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Herbert H. Schultes (* 31. Oktober 1938; † 2020) war ein deutscher Designer.<ref>Gedenkseite von Herbert H. Schultes. Abgerufen am 20. April 2020.</ref>

Wirken

Schultes prägte als Chefdesigner der Siemens AG maßgeblich Erscheinungsbild und Produkte des Unternehmens. Neben seiner Aufgabe als Designmanager hat er stets eigene Entwürfe für kleinere Unternehmen entwickelt. In zahlreichen Institutionen setzte er sich für die Belange des deutschen Designs ein. 1996 stellte er sein Konzept des „Design light“ vor: „Es reicht nicht aus, die Produkte nur ökoeffizient, sprich in ökologischer Hinsicht befriedigend zu gestalten; sie müssen auch in Zukunft qualitativ hochwertig, verlässlich, sicher und attraktiv sein, und zwar in dem Maße, dass es trendy, in oder gar chic ist, diese Produkte zu besitzen und zu benutzen.“<ref>Herbert H. Schultes: Design light. In: Design Report. November 1996, S. 38–40.</ref>

Nach dem Ingenieur- und Designstudium in München, das er als Stipendiat des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie absolvierte, arbeitete er von 1961 bis 1967 als Designer bei der Siemens AG und war Assistent des Chefdesigners Edwin A. Schricker (1921–2008).

1967 gründete er zusammen mit Norbert Schlagheck in München Schlagheck Schultes Design (heute: Schlagheck Design).

1985 wurde Herbert H. Schultes Chefdesigner der Siemens AG. Unter der Leitung von Schultes wurde die Designabteilung 1997 durch Zusammenschluss mit der Messebauabteilung des Konzerns ausgegliedert und firmierte zunächst als Siemens Design & Messe GmbH, ab 1999 als designafairs GmbH. 1997 bis 2000 war Schultes Geschäftsführer des Unternehmens.

Als Vorsitzender des Auftrittes der Bundesrepublik Deutschland war er maßgeblich an der Vorbereitung und Ausführung der International Design Conference Aspen (IDCA) beteiligt, die 1996 unter dem Motto „Gestaltung: Visions of German Design“ stattfand. Es ist die bis heute umfassendste und bedeutendste internationale Präsentation deutschen Designs.

Schultes war am Aufbau des Studienganges Industriedesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München beteiligt, danach lehrte er Industriedesign an den Kölner Werkschulen. Er war berufenes Mitglied der Freien Akademie der Künste Mannheim, Kulturforschung und -vermittlung. Produkte, die er oder Design-Teams unter seiner Leitung entwarfen, sind im Museum of Modern Art, New York und Chicago Athenaeum Museum of Architecture and Design zu sehen.

Bis zu seinem Lebensende arbeitete Herbert Schultes in seinem Studio am Ammersee in der Nähe von München.<ref>Eva-Maria Graw: Purismus, der unter die Haut geht. In: Die Welt. 22. August 2001 (welt.de [abgerufen am 20. April 2020]).</ref><ref>Remembering Herbert H. Schultes. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Dezember 2020; abgerufen am 20. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ifworlddesignguide.com</ref>

Entwürfe (Auswahl)

  • Schmalfimkameras Movex S/SV für Agfa-Geveart, 1967
  • makro pocket für Agfa-Geveart, 1978
  • Kleinbildkamera Optima 1035 für Agfa-Geveart, 1978
  • Stuhl duktus für Bulthaup, 1996
  • Kinder-Regenstiefel für Elefanten, 1981
  • Stehleuchten Athene (2005), Orion, Numa (1996), Ops und Pilos für ClassiCon, München
  • Tisch- und Stehleuchte Orbis für ClassiCon, 1994
  • Halogenstrahler für Osram und Siemens, 1984
  • Mobile Küche system 20 für Bulthaup, 1997
  • Küchensystem b3 für Bulthaup, 2004
  • Mirrorwall für Duravit

Ehrungen

Literatur

  • Siemens Industrial Design – 100 Jahre Kontinuität im Wandel (deutsch, englisch), Hrsg.: Hans Hermann Wetcke, Design Zentrum München, Ostfildern, 2006, ISBN 3-7757-9181-7.
  • Szenenwechsel – German Design Goes Rocky Mountain High (deutsch, englisch), Hrsg.: Design Zentrum München, Hans Hermann Wetcke, Frankfurt 1997, ISBN 3-931317-37-4.
  • Wie viel Design verträgt das Klima? – How much design can the climate take? – Starnberger Gespräche (deutsch, englisch), Hrsg.: iF International Forum Design, Hannover 2008, ISBN 978-3-00-025908-1.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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