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Hikmat Al-Sabty

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Datei:20130619 Hikmat Al-Sabty 0016.JPG
Hikmat Al-Sabty (2013)
Datei:Al-Sabty, Dr. Hikmat (de).webm
Selbstvorstellung Hikmat Al-Sabty, 2013

Hikmat Al-Sabty (* 1. Juli 1954 in Nasiriya, Irak) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (Die Linke). Er war von 2011 bis 2016 Abgeordneter im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern.

Werdegang

Al-Sabtys Eltern waren Goldschmiede. Seine analphabethischen Eltern ließen ihn erst einige Wochen nach seiner Geburt bei den irakischen Behörden registrieren. Das war an seinem Geburtsort gängige Praxis. Der Geburtstag wurde dann von den Standesbeamten auf den 1. Januar oder 1. Juli festgelegt. In Al-Sabtys Fall war es der 1. Juli.<ref name=":0">Hikmat Al-Sabty: Zur Person. In: www.al-sabty.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. April 2016; abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref> Al-Sabty schloss sich einer verbotenen sozialistischen Schülerorganisation an.<ref name=":0" /> Er studierte Agrarwissenschaften an der Universität Sulaimaniya.<ref>Dr. Hikmat Al-Sabty - Arabisch-Deutsch-Arabisch. In: arabisch-deutsch.net. Abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref>

Al-Sabty befand sich 1980 im Urlaub in der Türkei, als am 22. September der Erste Golfkrieg zwischen Irak und Iran ausbrach. Da es zwischen dem Irak und der DDR keine Visumpflicht gab, flog er im November desselben Jahres über Berlin-Schönefeld nach Deutschland und bat in West-Berlin um Asyl. Zunächst wohnte er in Monschau. Al-Sabty setzte 1981–1987 sein Studium der Agrarwissenschaften an der Universität Göttingen fort und schloss mit einem Diplom ab.<ref name=":1">Landesverband Mecklenburg-Vorpommern: Dr. Hikmat Al-Sabty. In: www.originalsozial.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. November 2010; abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref> Von 1987 bis 1989 promovierte er an der Universität Bonn. Er arbeitete unter anderem als Pharmareferent und Musiker.<ref>DNB 115831495</ref> Von 1989 bis 1992 lebte er in Osnabrück. Im September 1992 zog Al-Sabty mit seiner Frau und ihrem neugeborenen Sohn zuerst nach Güstrow und ein Jahr später nach Rostock-Lichtenhagen.<ref name=":0" />

Al-Sabty trat 2007 der Partei Die Linke bei.<ref name=":1" /> Er gehörte von 2009<ref name=":1" /> bis 2016 dem Landesvorstand Mecklenburg-Vorpommern der Partei Die Linke an. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2011 wurde er erstmals in den Landtag gewählt. Er hatte Platz 14 auf der Landesliste.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Landesliste zur Landtagswahl am 4. September 2016 (Memento vom 30. Mai 2016 im Internet Archive)</ref> Bei der Wahl 2016 kam er nicht zum Zug.<ref>Frank Pubantz: Gägelow - Die Linke wählt Holter — und die Jugend. In: ostsee-zeitung.de. 11. Januar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Dezember 2019; abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref>

Al-Sabty war Mitglied im Sprecherrat des MIGRANET-MV (Landesnetzwerk der MSO aus MV)<ref>Sprecherrat. In: www.migranet-mv.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Juli 2011; abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref> und Mitglied des Migrantenrates der Hansestadt Rostock.

Im Sommer 2011 beteiligte er sich an der Aktion „Willkommen in Palästina“,<ref>Dutzende Palästina-Aktivisten in Israel festgesetzt. In: www.tagesschau.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2011; abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref> bei der zahlreiche Aktivisten über den israelischen Flughafen Ben Gurion in die Palästinensischen Autonomiegebiete einreisen wollten.<ref>Kompakt: Ausland Kompakt II - WELT. In: welt.de. Abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref><ref>"Willkommen in Palästina": Israel nutzt Facebook für Einreiseverbote - Golem.de. In: golem.de. Abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref><ref>E. Hausen: "Willkommen in Palästina": Flughäfen verweigern Ausreise nach Israel. In: israelnetz.com. Abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref> Die Einreiseaktion wurde unter anderem vom Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, als Provokation gegenüber Israel bewertet.<ref>PRESSEMITTEILUNG. „Überflüssige und unsinnige Provokation.“ DIG-Präsident Reinhold Robbe kritisiert geplante Masseneinreise von „Palästina-Aktivisten“ nach Israel. In: www.deutsch-israelische-gesellschaft.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. August 2011; abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref>

Im März 2014 reiste er als Wahlbeobachter des von den UN für ungültig erklärten Referendums über den Status der Krim, wofür er auch von Parteifreunden heftig kritisiert wurde.<ref>Mathias Meisner: Deutschland - Ukraine: Linke, die Krim und ein ausgeladener Gysi - Politik - Tagesspiegel. In: tagesspiegel.de. 17. März 2014, abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref> Von der Ukraine wurde er daraufhin mit einem dreijährigen Einreiseverbot belegt.<ref>Kitiltották a jobbikos Kovács Bélát Ukrajnából. In: origo.hu. 29. August 2014, abgerufen am 20. Dezember 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2019 wurde bekannt, dass Al-Sabty zusammen mit 1.200 Personen auf sogenannten „Feindeslisten“ der rechtsextremen Gruppe Nordkreuz gestanden hatte.<ref>Alexa Hennings: Nordkreuz-Gruppe - Rechtsextreme "Feindeslisten" bleiben das Geheimnis des BKA. In: deutschlandfunkkultur.de. 21. August 2019, abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref><ref>Jan Greve: 15.07.2019: »Warum wurde ich nicht früher informiert?« (Tageszeitung junge Welt). In: jungewelt.de. 15. Juli 2019, abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref>

Al-Sabty ist als Übersetzer und Dolmetscher tätig und lebt in Rostock.

Schriften

  • Untersuchungen zum Lysinbedarf bei Regenbogenforellen unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen mit Tryptophan, Arginin und Threonin. Bonn, Univ., Diss., 1989
  • Leben zwischen Orient und Okzident : Ein Iraker erzählt. Rostock: Verlag BS 2008 ISBN 978-3-86785-032-2

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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