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Hilde Eiserhardt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Hilde Eiserhardt, geborene Stahl (* 24. Februar 1888 in Esch (Waldems); † 6. April 1955 in Frankfurt am Main) war eine deutsche Juristin in führender Funktion beim Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge.

Biografie

Den Familiennamen ließ sich Stahl 1917 unvererblich in „Eiserhardt“ ändern.<ref name="HStAM1888">Geburtseintrag von Hildegard Stahl im Hessischen Staatsarchiv Marburg (HStAM). Als Nachtrag ist dort am 28. Februar 1917 dokumentiert: Nach Mitteilung des Großherzoglichen Hauses der Justiz und des Auswärtigen zu Karlsruhe vom 8. Februar 1917 ist der Familienname der Hildegard Stahl unvererblich in "Eiserhardt" geändert. Weiter ist ihr die Führung der Bezeichnung "Frau" gestattet.</ref>

Eiserhardt promovierte nach einem Studium der Rechtswissenschaft 1918 zum Dr. jur. Beim Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge (DV) war Eiserhardt ab 1919 Referentin und anschließend von 1922 bis 1936 stellvertretende Geschäftsführerin des DV unter Wilhelm Polligkeit. Eiserhardt, die 1937 in den Ruhestand versetzt wurde, gehörte dem Deutschen Berufsverband der Sozialbeamtinnen an.<ref name="DV-Ausstellung">Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge – Ausstellung (PDF; 14,8 MB)</ref> Sie galt als vehemente Befürworterin eines nie erlassenen Bewahrungsgesetzes, das die rechtliche Grundlage für eine zwangsweise Unterbringung von so genannten „Asozialen“ und „Minderwertigen“ regeln sollte.<ref name="Willing98">Matthias Willing: Das Bewahrungsgesetz (1918–1967). Eine rechtshistorische Studie zur Geschichte der deutschen Fürsorge. Mohr Siebeck, Tübingen 2003, S. 98</ref> Zur Zeit des Nationalsozialismus war sie für den Bayrischen Landesverband für Wander- und Heimatdienst tätig und gab mit Alarich Seidler und Wilhelm Polligkeit die 1938 erschienene Publikation Der nichtseßhafte Mensch heraus, in welcher die Prämissen der bayrischen Wanderfürsorge als Grundlage für eine „Reichslösung der Asozialenfrage“ propagiert wurden.<ref name="Willing176">Matthias Willing: Das Bewahrungsgesetz (1918–1967). Eine rechtshistorische Studie zur Geschichte der deutschen Fürsorge. Mohr Siebeck, Tübingen 2003, S. 176</ref> Des Weiteren war sie für das Soziographische Institut in Frankfurt a. M. tätig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie beim Wohlfahrtsamt der Stadt Frankfurt am Main tätig. Von 1946 bis 1950 nahm sie wieder ihre Funktion als stellvertretende Geschäftsführerin des DV auf, gehörte von 1947 bis 1950 dem DV-Vorstand an und von 1947 bis 1955 dem Hauptausschuss des DV an.<ref name="DV-Ausstellung" />

Sie heiratete 1950 Wilhelm Polligkeit.<ref name="Willing98" />

Literatur

  • Matthias Willing: Hilde Eiserhardt (1888–1955). Leben und Werk einer deutschen Fürsorgejuristin NDV 83, Heft 8 und 9, 2002.
  • Marion Röwekamp: Die ersten deutschen Juristinnen. Eine Geschichte ihrer Professionalisierung und Emanzipartion (1900–1945). Böhlau, Köln u. a. 2011 (zahlreiche Nachweise), ISBN 978-3-412-20532-4
  • Marion Röwekamp u. a.: Juristinnen. Lexikon zu Leben und Werk. Hg. v. Deutschen Juristinnenbund, 2. Aufl., Nomos, Baden-Baden 2024, S. 148–150, ISBN 978-3-7560-1437-8.

Weblinks

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Einzelnachweise

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