Hochstift Worms
Das Hochstift Worms war der weltliche Herrschaftsbereich der Wormser Bischöfe und ein Reichsstand des Heiligen Römischen Reiches.
Geschichte des Hochstifts Worms
Die Vogtei des Bistums Worms, verbunden mit dem Amt des Burggrafen, lag bis 1156 bei den Grafen von Saarbrücken und gelangte dann an die Pfalzgrafen bei Rhein. Obwohl der Bischof im Verlauf der Stauferzeit eine große Bedeutung hatte, gelang ihm auf Dauer nur der Erwerb eines kleinen Herrschaftsgebietes, dessen Residenz 1400 Ladenburg wurde. Als Fürstbischof war der Bischof von Worms mit einer Virilstimme im Reichsfürstenrat vertreten. Das nach und nach immer mehr verkleinerte und nur aus Exklaven bestehende Staatsgebiet umfasste ab dem 18. Jahrhundert lediglich noch 15 linksrheinische und 3 rechtsrheinische Dörfer im Umkreis von Worms. Im Jahr 1798 fielen die linksrheinischen Güter, zuletzt mit acht Quadratmeilen und 20.000 Einwohnern, die etwa 8.500 Gulden an Jahreseinkommen umfassten, an Frankreich. Die rechtsrheinischen Gebiete gelangten 1803 an Baden und Hessen-Darmstadt.
Besitz im Mittellahngebiet (Mittelhessen)
Fernab von Worms war dem Hochstift in Mittelhessen (siehe Abschnitt Geschichte) im ehemaligen Lahngau umfangreicher Besitz von den Kaisern zugeteilt worden. So übertrug 993 die Vormundschaftsregierung des minderjährigen Königs Otto III. das Stift Weilburg mit dem zugehörigen Besitz und den Rechten an den Wormser Bischof Hildibald, den Leiter der königlichen Kanzlei, quasi als Entschädigung dafür, dass das Bistum Worms in der Umgebung von Worms und im Pfälzer Wald gegenüber dem Salierherzog Otto hatte zurücktreten müssen. Damit wurde das Bistum Worms zu einem politischen Faktor im Mittellahngebiet. Bis zum Jahr 1002 kam fast der gesamte Besitz des Stiftes Weilburg einschließlich der Siedlung Weilburg an das Bistum Worms. Weiterer Besitz konzentrierte sich um Frankenberg (Eder), Marburg, Gladenbach, Haiger und Nassau.
Dazu schreibt Karl Ernst Demandt in Geschichte des Landes Hessen:<ref>Karl Ernst Demandt: Geschichte des Landes Hessen. 2. Auflage. Bärenreiter Verlag, Kassel/Basel 1972, ISBN 3-7618-0404-0.</ref>
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König Konrad schenkte z. B. 914 das große Gebiet der ‚Haigerer Kirche‘ an das Walpurgis-Stift in Weilburg. Kaiser Otto III. gab 993 sogar den gesamten Konradinerbesitz an das Domstift Worms. }}
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Die Vögte des Stiftes Weilburg, die Grafen von Nassau, drängten jedoch den Einfluss des Bistums im Mittellahngebiet und im mittelhessischen Raum immer mehr zurück, dehnten damit ihren Herrschaftsbereich aus und festigten ihn.
Im Jahr 1294 erwarb Adolf von Nassau, seit 1292 deutscher König, das Weilburger Vogteigebiet mit dem Walpurgisstift durch Kauf zu Eigentum. Das Kirchenpatronat verblieb allerdings beim Bischof von Worms.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20120413233143
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Landeseinteilung
Im 18. Jahrhundert war das Land in die vier Ämter unterteilt, auch als Amtskellereien bezeichnet: Lampertheim, Horchheim, Dirmstein und Neuleiningen, zu denen noch die Amtsschaffnerei Neuhausen hinzukam.<ref>Anton Friedrich Büsching: Neue Erdbeschreibung, 5. Auflage, 3. Teil, Band 1, S. 1143–1147, Hamburg, 1771; (Digitalscan)</ref><ref>Carl Wolff: Die unmittelbaren Theile des ehemaligen römisch-deutschen Kaiserreiches nach ihrer früheren und gegenwärtigen Verbindung, Berlin, 1873, S. 232; (Digitalscan)</ref>
Lampertheim
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Horchheim
Zur Kellerei Horchheim zählten die Dörfer:
Dirmstein
Die Kellerei Dirmstein war beim Bischöflichen Schloss zu Dirmstein ansässig (das Amtshaus ist noch erhalten). Für die bischöfliche Kellerei Dirmstein ist 1774 folgender Personalstand an Verwaltungsbeamten nachgewiesen, der auch in den anderen Bezirken ähnlich gewesen sein dürfte: „1 Amtskeller (Amtmann), 1 Amtsschreiber, 1 Oberschultheiß, 2 Gerichtsschreiber und 2 Amtsdiener.“<ref>Michael Frey: Beschreibung des königlich bayerischen Rheinkreises, Band 2, Speyer, 1836, S. 336; (Digitalscan)</ref> Das Amt Dirmstein umfasste die Gemeinden:
Neuleiningen
Die Kellerei Neuleiningen residierte in der Bischöflichen Kellerei Neuleiningen und verwaltete die Dörfer:
Neuhausen
Die Amtsschaffnerei Neuhausen war für die drei im 18. Jahrhundert von der Kurpfalz an das Hochstift abgetretenen Orte zuständig:
Neckarsteinach
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Das Amt Neckarsteinach war Kondominat des Hochstifts Worms und des Hochstifts Speyer.
Personen
- Johann Franz von Riffel († 1813), Kanzler des Hochstifts Worms
Siehe auch
- Bistum Worms
- Liste der Bischöfe von Worms
- Liste der Wormser Domprediger
- Liste der ehemaligen katholischen Diözesen
Literatur
- Hans Ulrich Berendes: Die Bischöfe von Worms und ihr Hochstift im 12. Jahrhundert. Diss., Universität Köln 1984.
- Friedhelm Jürgensmeier (Hrsg.): Das Bistum Worms. Von der Römerzeit bis zur Auflösung 1801. (= Beiträge zur Mainzer Kirchengeschichte. Bd. 5). Echter-Verlag, Würzburg 1997, ISBN 3-429-01876-5.
- Bernhard Löbbert: Über den schriftlichen Nachlass des Lorenz Truchsess von Pommersfelden (1473–1543), in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 60 (2008), S. 111–132.
- Ders.: Johannes Gamans (1605–1684) und die Wormser Memorialliteratur, in: Archiv für hessische Geschichte 69 (2011), S. 265–273.
- Ders.: Geschichtliche Quellen zur Stadt und zum Bistum Worms. Handschriften aus dem Hessischen Staatsarchiv Darmstadt, in: Archiv für hessische Geschichte 62 (2004), S. 293–300.
Einzelnachweise
<references />
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Bank der weltlichen Fürsten: Fürstentum Pfalz-Lautern | Fürstentum Pfalz-Simmern | Fürstentum Pfalz-Veldenz | Fürstentum Pfalz-Zweibrücken | Landgrafschaft Hessen-Darmstadt | Landgrafschaft Hessen-Kassel | Herzogtum Savoyen | Fürstentum Hersfeld (ab 1648) | Markgrafschaft Nomeny | gefürstete Grafschaft Sponheim | gefürstete Grafschaft Waldeck | gefürstete Grafschaft Salm (Wild- und Rheingrafen) | gefürstete Grafschaft Salm-Kyrburg (Wild- und Rheingrafen) | gefürstete Grafschaft Nassau-Usingen | gefürstete Grafschaft Nassau-Saarbrücken | gefürstete Grafschaft Nassau-Weilburg | gefürstete Grafschaft Solms-Braunfels | gefürstete Grafschaft Isenburg-Birstein | Frühere Mitglieder: Herzogtum Lothringen | Herzogtum Savoyen
Rheinische Prälaten: Kloster und Ritterstift Odenheim | Frühere Mitglieder: Kloster Kaufungen
Bank der Grafen und Herren: Grafschaft Hanau-Münzenberg | Grafschaft Solms-Hohensolms | Grafschaft Solms-Lich | Grafschaft Solms-Laubach | Grafschaft Solms-Rödelheim | Grafschaft Königstein | Grafschaft Ysenburg-Büdingen-Büdingen | Grafschaft Ysenburg-Büdingen-Meerholz | Grafschaft Ysenburg-Büdingen-Wächtersbach | Grafschaft Salm-Grumbach (Wild- und Rheingrafen) | Grafschaft Salm-Stein-Grehweiler (Wild- und Rheingrafen) | Grafschaft Leiningen-Hardenburg | Grafschaft Leiningen-Westerburg | Grafschaft Sayn-Wittgenstein-Wittgenstein | Grafschaft Sayn-Wittgenstein-Berleburg | Grafschaft Kriechingen | Grafschaft Hanau-Lichtenberg | Grafschaft Salm-Dhaun (Wild- und Rheingrafen) | Grafschaft Falkenstein | Herrschaft Reipoltskirchen | Grafschaft Wartenberg | Herrschaft Bretzenheim | Herrschaft Dagstuhl | Herrschaft Olbrück | Schloss und Dorf Mensfelden | Burggrafschaft Friedberg
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