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Hochzeitsstein

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Datei:Eppingen-syna1.jpg
Hochzeitsstein der Alten Synagoge in Eppingen mit abgekürztem Zitat aus Jeremia 7,34

Der Hochzeitsstein (auch Traustein oder Chuppastein) ist ein an Synagogen befindlicher Stein zum rituellen Zerschmettern von Gläsern bei jüdischen Hochzeiten.

Brauchtum

Das rituelle Zerbrechen eines Glases bei jüdischen Hochzeiten ist ein heute noch allgemein gelebter Brauch zur Erinnerung an den zu Jerusalem verwüsteten Tempel. Die Hochzeitsgesellschaft ruft „Masel tov“, was übertragen „viel Glück“, wörtlich jedoch „guter Stern“ bedeutet. Hochzeitssteine zeigen daher üblicherweise einen Stern (Magen David), häufig im Zentrum die Buchstaben MT für Masel Tov ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} für {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}). Weitere übliche (z. T. abgekürzte) Beschriftungen stammen aus Vorlage:Bibel/Link ({{#switch: OT | NA =OT | OT | BHS =OT | LXX =OT | VUL =OT | #default =OT}}) und 33{{#if:11|,11}} {{#switch: LUT | NA =LUT | OT | BHS =LUT | LXX =LUT | VUL =LUT | #default =LUT}} ({{#switch: OT | NA =OT | OT | BHS =OT | LXX =OT | VUL =OT | #default =OT}}): Stimme des Jubels und Stimme der Freude, Stimme des Bräutigams und Stimme der Braut ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).

Historische Hochzeitssteine

17. Jahrhundert

Hochzeitssteine haben sich an vielen Orten erhalten. In Höchberg im Landkreis Würzburg befindet sich ein Hochzeitsstein von 1660/1661.

18. Jahrhundert

Datei:Heinsheim-synagoge-2015-006.JPG
Hochzeitsstein der Synagoge in Heinsheim
Datei:Altenkunstadt Synagoge.jpg
Hochzeitsstein der Synagoge in Altenkunstadt mit ausgeschriebenem Zitat aus Jeremia 7,34 und zwei Sternen (Nachbildung, 1988)

Ein Hochzeitsstein befindet sich auch über dem Portal der in der Pogromnacht 1938 verschonten, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichteten Weisenauer Synagoge in Mainz-Weisenau, die zugleich das älteste noch erhaltene Gebäude der Stadt ist. Ein weiterer an der Synagoge von Altenkunstadt im Landkreis Lichtenfels, Oberfranken trägt das Datum „1726“. Ein Traustein in Wilhermsdorf stammt von 1736. Ein an der ehemaligen Synagoge in Dittigheim im Main-Tauber-Kreis existierender Traustein stammt aus dem Jahr 1769.

Einer der größten und am besten erhaltenen Hochzeitssteine in Südwestdeutschland befindet sich an der 1772 errichteten Alten Synagoge in Eppingen. Der farbig gefasste Stein mit Achtstern und aufgesetzter Rosette an der Fassade des Gebäudes entging seiner Zerstörung, weil ihn der Gebäudebesitzer zur Zeit des Nationalsozialismus mit einem Fensterladen abgedeckt hatte. Der Hochzeitsstein der Synagoge Heinsheim (in einem Ortsteil von Bad Rappenau im Landkreis Heilbronn) datiert von 1796. In seiner Mitte ist ein Davidsstern mit den üblichen hebräischen Buchstaben eingemeißelt.

19. Jahrhundert

Der Hochzeitsstein von Aufhausen ist mit 1824 datiert.

Literatur

  • Alfred Grotte: Hochzeitsstein. In: Jüdisches Lexikon. Ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden. Band 2: D–H. Jüdischer Verlag, Berlin 1928, Sp. 1641 f., {{#invoke:Vorlage:URN|f|errHide=1|errNS=0|errClasses=error editoronly|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:URN}}{{#if: | Vorlage:URN – Parameter 3= wird nicht mehr unterstützt; bitte verwende resolver=}} (Scan in der Freimann-Sammlung [abgerufen am 7. März 2019]).
  • Nathanael Riemer: Steine des Anstoßes – Warum Hochzeitssteine aus dem deutschjüdischen Brauchtum entfernt wurden. Akten der Tagung 12. und 13. April 2021 als Online-Konferenz. In: Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland. Aktuelle Fragen und Positionen (= MiQua. Band 1). Hrsg. von Laura Cohen, Thomas Otten, Christiane Twiehaus. Oppenheim am Rhein 2021, ISBN 978-3-96176-172-2, S. 64–75.

Weblinks

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