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Horst (Heinsberg)

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Horst
Stadt Heinsberg
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(461)&title=Horst 51° 2′ N, 6° 11′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(461) 51° 1′ 41″ N, 6° 10′ 39″ O
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Höhe: 51 m ü. NN
Einwohner: 461 (1. Jan. 2019)<ref name="EinwohnerHeinsberg" />
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Eingemeindet nach: Oberbruch-Dremmen
Postleitzahl: 52525
Vorwahl: 02453
Horst (Nordrhein-Westfalen)
Horst (Nordrhein-Westfalen)
Lage von Horst in Nordrhein-Westfalen
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Horst ist ein Stadtteil von Heinsberg im Kreis Heinsberg im westlichen Nordrhein-Westfalen. Der Ort liegt im Wurmtal. Das Dorf bildet zusammen mit dem angrenzenden Dorf Porselen einen Stadtbezirk der Stadt Heinsberg. Der Stadtbezirk wird durch den gewählten Ortsvorsteher im Stadtrat von Heinsberg vertreten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hauptsatzung §7 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. Januar 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.heinsberg.de</ref>

Geschichte

Horst, am Rande einer Terrasse zum Wurmtal gelegen, ist eine der letzten Ortschaften der Stadt Heinsberg nach Osten hin. Der Name Horst bedeutet „ein Gelände mit Gestrüpp“. Er taucht erstmals in einer Urkunde von 1223 auf. Dort heißt es in lateinischer Sprache „citra Randenrode qui Hurst nuncupat“ („diesseits von Randerath“), was sich Horst nennt.<ref>Landesarchiv NRW/Duisburg. Bestand Heinsberg, Norbertiner Stift, Urkunde Nr. 16</ref>

Die Urkunde beschreibt die umgebende Landschaft als „loco palustri et nemoroso“, d. h. als sumpfige und bewaldete Gegend.

Für die ursprüngliche Entstehung von Horst wird, ausgehend von den grundherrlichen Strukturen, das 9./10. Jahrhundert angenommen.<ref>Leo Gillessen: Rückblick auf ein Jahrtausend. Hrsg.: Verein der Heimatfreunde Dremmen e. V. Dremmen 2002, S. 36.</ref>

Der örtliche Fronhof war Heinsberger Lehen. Er erschien erstmals im 14. Jahrhundert im Lehensregister und war zu dieser Zeit in der Hand des Golin von Bracht.<ref>Mk. Heinsberg 165, fol. 10v</ref>

In einer Urkunde von 1372 findet der Verkauf des Hofes an Heinrich Bluven Erwähnung.<ref>Urkunde 74. In: Landesarchiv NRW/Duisburg (Hrsg.): Bestand Heinsberg. Gangolfus-Stift, Urkunde Nr. 74.</ref> Dessen Sohn, ebenfalls mit Namen Heinrich Bluven, gehörte als Kanoniker und Kantor dem Gangolfusstift Heinsberg an. 1394 schenkte er den Hof dem Gangolfusstift; dies geschah vor dem Lehnsherrn Johann (II.) von Loin-Heinsberg.<ref>H. Heinsberg, Urkunde 88</ref> Obwohl Geistlicher, hatte Heinrich Bluven Kinder mit einer Frau namens Hilken Kertzgens – ein zu jener Zeit nicht ganz unübliches Verhältnis. Diesen Nachkommen wurde der Hof noch 1437 bis zu ihrem Tod zur Nutzung überlassen, weil sie die Gebäude nach einem Brand wieder aufgebaut hatten.<ref>Gangolfus RuH 1, S. 34.</ref>

Seit der Übertragung auf das Gangolfusstift wurde der Hof zu Horst lange Zeit als „Kapitels-Hof“ bezeichnet. 1492 wurden die Ländereien des Hofes schließlich an fünf Parteien zur Erbpacht ausgegeben.<ref>Mk. Heinsberg 179, fol. 44–46v.</ref>

Die Lage des Hofes lässt sich aus den Quellen nicht ermitteln. Nach der mündlichen Überlieferung soll er oberhalb der Mühle gelegen haben, was nach heutiger Deutung der Lage des Hofes Sausen-Krings entspricht.<ref>Elisabeth Nobis-Hilgers: Der Hof zu Horst. In: Heimatkalender 1953. S. 33 ff.</ref>

Unabhängig vom Hof zu Horst und der gleichnamigen Örtlichkeit war etwa zeitgleich die Siedlung „zum Holz“ mit einem eigenständigen Fronhof entstanden.<ref>Leo Gillissen: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. In: Stadt Heinsberg (Hrsg.): Heimatkalender. Heinsberg 1960.</ref> Die Lage der Siedlung entspricht dem unteren Verlauf der heutigen Weidenstraße. Nachdem der Hof „zum Holz“ frühzeitig seine Bedeutung verlor, verschmolz die gleichnamige Siedlung mit der Ortslage Horst. Bis 1652 bzw. 1658 wurden in den Dremmener Kirchenbüchern Einwohner aus „Holz“ oder „Holt“ erwähnt.<ref>Landesarchiv NRW/Duisburg (Hrsg.): Kirchenbücher Dremmen.</ref>

Bausubstanz aus dieser Zeit bzw. der Siedlung Holz hatte sich mit dem Vorgängerbau des späteren Hauses Schaffrath bis 1936 erhalten. Zu bemerken ist, dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts zwischen der Häuserzeile an der „Holzer Straße“ und dem eigentlichen Ortskern von Horst noch eine, wenn auch kleine Siedlungslücke bestand.<ref>Urkatasterkarte 1824.</ref> Weiterhin hat sich bis heute die Flurbezeichnung „Holzer Feld“ erhalten.

Datei:217 Horster Mühle 1.jpg
Horster Mühle

Die Horster Wassermühle, angetrieben vom Mühlenbach, findet erstmals 1492 urkundliche Erwähnung,<ref>Jülicher Mannkammerlehen (JMKL) Heinsberg Nr. 161 III, fol. 44</ref> war aber wohl um einiges älter. Ein ursprünglicher Zusammenhang mit dem Horster Fronhof und der lokalen Grundherrschaft darf als sicher angesehen werden.<ref>Severin Corsten: Das Domanialgut im Amt Heinsberg von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. (= Rheinisches Archiv. Band 43). Bonn 1953, S. 35.</ref>

Der Kappbusch wurde mehr und mehr gerodet, und es entstanden stattliche Gehöfte, zu denen viel Weideland gehörte. Der Zins, den man auch weiterhin in Form von Hafer in Heinsberg an das dortige Rentamt abliefern musste, wurde schließlich abgelöst, und das Land wurde freibäuerlicher Besitz.

Lange Zeit gehörte zur Gemarkung Horst die Hölkerather Flur zwischen Horst und Herb. Hier befand sich, so heißt es, eine Burg, von der aus Raubritter die umliegenden Dörfer überfielen. Nach der Überlieferung haben sich die Horster Bauern zusammengeschlossen und mit Sensen und Dreschflegeln die Hölkerather Siedlung angegriffen, in Brand gesteckt und vernichtet. Kurz nach der Französischen Revolution bekam auch Horst deren Auswirkungen zu spüren, denn es wurde besetzt und blieb lange Zeit unter französischer Verwaltung. Die französische Besatzung hat ihre Spuren in der Umgangssprache der Bevölkerung hinterlassen, einige Begriffe aus der französischen Sprache sind heute noch gebräuchlich. Im 19. Jahrhundert blühte in Horst das Handwerk der Samtweberei. Den Samt brachte man nach Krefeld. Als dort aber mechanische Webstühle aufgestellt wurden, gerieten alle Einwohner, die nicht viel Land besaßen, in Not. Sie wandten sich der Korbmacherei und dem Holzschuhmachen zu.

Um die Jahrhundertwende gab es für Horst und seine Umgebung bedeutende Veränderungen. Der Bau der Eisenbahnstrecke Lindern – Heinsberg wurde in Angriff genommen. Auf dem „Köresberg“ wurde der Grundstein für die Horster Pfarrkirche St. Josef gelegt. 1913 wurde die Kirche eingeweiht, und Horst wurde selbständige Pfarre. Mancher Horster Bürger fand bald Arbeit in den neu erbauten Vereinigten Glanzstoff-Fabriken AG in Oberbruch oder in dem neu erschlossenen Steinkohlebergwerk Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde eine neue Schule erbaut. Während des Zweiten Weltkriegs räumten die Bewohner ihr Dorf und flohen. Nach ihrer Heimkehr bauten sie ihre Kirche wieder auf, die schwer unter Beschuss gestanden hatte.

Im Jahr 1969 wurde die Schule aufgelöst, und seitdem werden die Räumlichkeiten als Kindergarten genutzt.

Mit der kommunalen Neugliederung wurde Horst ein Ortsteil der Stadt Heinsberg.

Bauwerke

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Pfarrkirche St. Josef

Datei:Horst St. Josef Kirche Seitenansicht.jpg
Kirche St. Josef in Horst


Die Pfarrkirche „St. Josef“ wurde als einschiffige neugotische Backsteinkirche im Jahre 1894 erbaut.

Wassermühle

Bereits um das Jahr 800 n. Chr. wurde zwischen Nirm und Randerath ein Mühlbach abgezweigt, den man „Jonge Worm“ („junge Wurm“) nannte. Dieser Bach führte über Randerath, Horst, Porselen, Dremmen weiter nach Heinsberg und diente auch als Antrieb für die Horster Wassermühle.

1957 wurde die Horster Wassermühle stillgelegt, und die „Junge Wurm“, ein Mühlenkanal der Wurm, zugeschüttet.<ref>Hubert Berens in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg 1981. Eigenverlag des Kreises Heinsberg, Heinsberg 1981, S. 43.</ref>

Bürgerhaus

Der damalige Ortsvorsteher Hermann Wählen stellte 2000 den Antrag beim Bürgermeister der Stadt Heinsberg, Herrn Offergeld, Horst geeignete Räume für die Vereine und Feierlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Diese Räumlichkeiten fehlten bei Altentagen, Bazaren, Ausstellungen und auch den Vereinen für die Ausrichtung ihrer Veranstaltungen. Besonders dem Musikverein Horst fehlte ein Proberaum, mit der Möglichkeit seine Musikinstrumente dort auch unterzustellen.

2003 beschloss die Stadt Heinsberg den Bau einer Halle. 2004 erfolgte der Spatenstich durch den Bürgermeister Offergeld. Das Richtfest erfolgte im gleichen Jahr.<ref>Website des Bürgerhaus</ref>

Verkehr

Durch Horst verläuft die Buslinie 493, welche wochentags auf unterschiedlichen Linienführungen zwischen der Heinsberger Kernstadt und dem Bahnhof Lindern eine Verbindung herstellt. Zusätzlich verkehrt an Schultagen eine Fahrt der Linie 492. Abends und am Wochenende kann der MultiBus angefordert werden.<ref name="MultiBus" />

Linie Verlauf
492 (Oberbruch –) Dremmen Bf – Uetterath – Randerath Bf – Himmerich – Hilfarth
493 Heinsberg Busbf – (Heinsberg Kreishaus –) Schafhausen – Eschweiler – Grebben – Oberbruch – Hülhoven – Dremmen – (Dremmen Bf –) Porselen – Horst – Randerath – (Lindern Linnicher Str. ←) Lindern Bf – Linnich-SIG Combibloc

Die 1890 eröffnete und 1980 stillgelegte Bahnstrecke von Lindern nach Heinsberg wurde am 15. Dezember 2013 wieder reaktiviert.

Linie Zuglauf Taktfrequenz
RB 33 Rhein-Niers-Bahn:
Heinsberg (Rheinl) – Heinsberg Kreishaus – Heinsberg-Oberbruch – Heinsberg-Dremmen – Heinsberg-Porselen – Heinsberg-Horst – Heinsberg-Randerath – Lindern – Geilenkirchen – Übach-Palenberg – Herzogenrath – Kohlscheid – Aachen West – Aachen Schanz – Aachen Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Juni 2022
60 min

Vereine

Das Horster Dorfleben zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben aus, dazu gehören u. a.:

Infrastruktur

  • Freiwillige Feuerwehr, Löschgruppe Heinsberg Horst.

Persönlichkeiten

In diesem Abschnitt sind in Horst geborene Personen oder Personen, deren Namen eng mit Horst verknüpft sind, aufgelistet.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="EinwohnerHeinsberg"> Einzelhandels-und Zentrenkonzept der Stadt Heinsberg. (PDF; 8,7 MB) Aktualisierung 2019 - Entwurf -. BBE Handelsberatung GmbH, September 2019, S. 11, abgerufen am 5. März 2021 (Abbildung 3: Einwohner der Stadt Heinsberg nach Stadtteilen; Quelle: Stadt Heinsberg, Stand: 01.01.2019). </ref> <ref name="MultiBus"> MultiBus. In: west-verkehr.de. WestVerkehr GmbH, abgerufen am 10. Februar 2021. </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Aphoven mit Laffeld | Dremmen | Heinsberg | Karken | Kempen mit Eicken, Hochbrück und Theberath | Kirchhoven mit Vinn | Lieck | Oberbruch mit Eschweiler, Grebben und Hülhoven | Porselen mit Horst | Randerath mit Baumen, Himmerich und Uetterath | Schafhausen mit Schleiden | Unterbruch | Waldenrath mit Erpen, Pütt, Scheifendahl und Straeten

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein