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Hubbrücke Magdeburg

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Hubbrücke Magdeburg
Hubbrücke Magdeburg
Hubbrücke Magdeburg
Hubbrücke in Magdeburg
Überführt Bahnstrecke Biederitz–Magdeburg-Buckau
Unterführt Elbe, km 325,47<ref name="ELWIS_2014">Datentabellen – Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Binnenwasserstraßen der Bundesrepublik Deutschland. (Memento vom 7. Februar 2015 im Internet Archive). In: Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GWDS), Außenstelle Ost (Ast. OST), 2014, (PDF-Datei; 183 kB).</ref>
Ort Magdeburg
Konstruktion Hubbrücke
Gesamtlänge 220 m
Längste Stützweite 90 m
Lichte Höhe 5,05 m über HSW<ref name="ELWIS_2014" />
Eröffnung 19. August 1848
Schliessung 28. Februar 1998
Lage
Koordinaten 52° 7′ 13″ N, 11° 38′ 11″ OKoordinaten: 52° 7′ 13″ N, 11° 38′ 11″ O
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Die Hubbrücke Magdeburg ist eine Hubbrücke, die in Magdeburg bei Stromkilometer 325,47 die Elbe überspannt. Sie wurde 1848 als eingleisige Eisenbahnbrücke gebaut und ist heute als Fußgängerbrücke nutzbar. Sie ist eine der ältesten und größten Hubbrücken Deutschlands und steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Die Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaft baute in den Jahren 1846/47 die Eisenbahnstrecke Potsdam–Magdeburg. Die Hubbrücke über die Elbe war jedoch nicht fertiggestellt, so dass die Züge in den ersten Jahren im Bahnhof Magdeburg-Friedrichstadt (später Brückfeld) endeten. Einen durchgehenden Zugverkehr gab es auf der Brücke erst ab dem 19. August 1848. Die 220 m lange Brücke, auch Buckauer Eisenbahnbrücke genannt, überspannt 200 m südlich des Domfelsens in einem Winkel von 62° die Stromelbe.

Datei:Hubbrücke (Magdeburg).West-Ost.3.ajb.jpg
Aufstieg zum höher gelegenen Hauptteil mit gravierten Holzbohlen als Boden

Anfangs hatte das Bauwerk neun Öffnungen mit jeweils rund 25 m Länge, die durch eiserne Fachwerküberbauten mit untenliegender Fahrbahn überspannt wurden. Auf dem dritten Pfeiler war eine Drehbrücke für die Schifffahrt eingebaut worden. Da die Brücke für die wachsende Elbschifffahrt immer mehr ein Hindernis darstellte, erfuhr die Konstruktion in den folgenden Jahrzehnten einen starken Wandel.

Nach der Inbetriebnahme des Magdeburger Hauptbahnhofs im Jahr 1873 wurde der Verkehr nach Berlin über die 1875 eröffnete Herrenkrug-Eisenbahnbrücke vier Kilometer stromabwärts verlegt. Die alte Bahnstrecke über die Hubbrücke diente als Teil der Bahnstrecke Biederitz–Magdeburg-Buckau nur noch als Güterverbindungsbahn und Umgehungsstrecke des Magdeburger Hauptbahnhofs.

Umbauten ab 1876

Datei:(27357) Magdeburg, Dom und Elbe (cropped).jpg
Hubbrücke 1929
Datei:Strombrücke Magdeburg.jpg
Hubbrücke Magdeburg, Nachtaufnahme

Der erste Brückenumbau erfolgte 1876. Der erste westliche Strompfeiler wurde entfernt und ein neuer Überbau mit doppelter Stützweite links neben der Drehbrücke eingebaut. 1884 folgte auch rechts neben der Drehbrücke der Einbau eines doppelt so langen Überbaus und der Abbruch eines weiteren Pfeilers. 1895 wurde die Drehbrücke durch eine Hubbrücke, die 1,7 m gehoben werden konnte, ersetzt. Als Teil der Hydraulik diente der westlich der Brücke stehende Wasserturm der Hubbrücke Magdeburg. 1912 wurden die drei östlichen Überbauten aus dem Jahr 1847 ausgetauscht, 1914 folgte der westliche Überbau aus dem Jahr 1876. Damit wies das Bauwerk vor dem letzten großen Umbau noch fünf Pfeiler auf und bestand, an der westlichen Seite beginnend, aus einem längeren Überbau, einer Hubbrücke mit einer Durchfahrtsöffnung von 33 m<ref name="Goedecke" />, einem weiteren längeren Überbau sowie östlich drei kürzeren Überbauten.

Letzter Umbau 1933/34

Da sich die Schifffahrtsöffnung unter der alten Hubbrücke als nicht mehr ausreichend erwies, folgte ab dem 1. Juli 1933 der Umbau zur heutigen Form, der am 1. Mai 1934 abgeschlossen war. Die Baukosten betrugen 450.000 Reichsmark.<ref name="Sorger" /> Die alte Hubbrücke und der benachbarte östliche Überbau wurden demontiert sowie der gemeinsame Strompfeiler abgebrochen. Dafür wurde ein neuer 90 m weit spannender Überbau, der 2,87 m gehoben werden konnte, eingebaut. Dies ermöglicht eine Schifffahrtsöffnung von 86 m Breite. Die Brücke sollte nur bei Hochwasser täglich viermal gehoben und gesenkt werden, wobei die Schifffahrt Vorfahrtsrecht hatte.<ref name="Goedecke" />

Sprengung 1945 und Wiederherstellung

Am 16. April 1945 wurde die Hubbrücke bei Buckau von deutschen Truppen gesprengt<ref name="Buchholz">Ingelore Buchholz, Jürgen Buchholz: Magdeburger Elbbrücken. In: Dokumentation 40/05, Stadtplanungsamt Magdeburg, S. 116</ref><ref>Hubbrücke Magdeburg am Rotehornpark - Luftaufnahme 1945 auf https://www.trolley-mission.de/, aufgerufen am 6. Februar 2026.</ref>, zwei Tage später war auch die Herrenkrug-Eisenbahnbrücke zerstört.

1946 war die Hubbrücke wieder benutzbar.<ref name="Buchholz" /> Nachdem die Sternbrücke nach ihrer Sprengung 1945 nicht wiederhergestellt worden war, besaß die Hubbrücke neben dem Bahnverkehr als nun südlichste Magdeburger Elbbrücke eine große Bedeutung als Fußgängerzugang zum Rotehornpark und ist eines der prägenden Bauwerke in Magdeburg.

Streckenstilllegung 1998

Aufgrund der defekten Hubvorrichtung wurde das Bauwerk im Juni 2001 in angehobenem Zustand arretiert. Die Streckenstilllegung war zuvor schon am 28. Februar 1998<ref>Excel-Tabelle: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Liste der stillgelegten Strecken in Sachsen-Anhalt (seit 01.01.1994). (Memento vom 19. Januar 2016 im Internet Archive). In: Eisenbahn-Bundesamt (EBA), Februar 2013.</ref> durchgeführt worden. 2002 wurden provisorische Treppen eingebaut, die Fußgängern die Nutzung der Brücke ermöglichten. Nach der Wiedererrichtung und Einweihung der benachbarten Sternbrücke im Mai 2005 wurden die Treppen entfernt und das Bauwerk gesperrt. Zusammen mit einem 45.000 m² großen Grundstück erwarb im Jahr 2009 ein Investor das technische Baudenkmal.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brückenschlag über die Elbe – Die marode Hubbrücke ist in privaten Besitz übergegangen. (Memento vom 7. Februar 2015 im Internet Archive). In: elbe kurier, 7. März 2009, (PDF-Datei; 3,7 MB).</ref>

Die 2008 vom italienischen Lichtkünstler Maurizio Nannucci angebrachten in rot und blau leuchtenden Schriftzüge „Von soweit her bis hierhin“ und „Von hier aus noch viel weiter“ wurden 2012 Opfer von Vandalismus.<ref>Vandalismusanschlag auf die Lichtschriftzüge an der Hubbrücke 2012. Verein sammelt für Leuchtschrift an der Hubbrücke Magdeburg. In: Volksstimme, 18. Juli 2012.</ref> Durch das Zusammenfinden diverser Vereine und Künstlergruppen konnten Spenden in Höhe von rund 10.000 Euro gesammelt werden, die das Kunstwerk knapp ein Jahr später wieder in vollem Umfang erstrahlen ließen.<ref>Erneuerte Lichtinstallation. Hubbrücke soll ab 12. Juli wieder leuchten. In: Volksstimme, 4. Juli 2013.</ref>

Ebenfalls mit der Unterstützung der Bevölkerung, die u. a. Geld für Holzbohlen mit individueller Gravur spendete, wurden Sanierungen vorgenommen. Am 31. August 2013 konnte so die Brücke für Fußgänger wieder geöffnet werden.<ref>Rainer Schweingel: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spendenaktion führt zum Erfolg: Magdeburger erhalten am 31. August ihre Hubbrücke zurück. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.volksstimme.de In: Volksstimme, 20. April 2013.</ref> Während des Hochwassers in Mitteleuropa 2013 im Juni wurden die Gleise und Bodenbeplankung der unbeweglichen Abschnitte überflutet.

Konstruktion der Hubbrücke

Der stählerne Fachwerküberbau der Hubbrücke hat beidseitig im Abstand von 5,2 m Hauptträger, die als Halbparabelträger mit gekrümmtem Obergurt ausgebildet sind. In der Brückenmitte beträgt die Systemhöhe 11 m bei einer Stützweite von 90 m.<ref name="Goedecke">Goedecke, Sorger: Die neue Eisenbahn-Hubbrücke in Magdeburg. In: Der Bauingenieur, 26. Oktober 1934, Heft 43/44, S. 419–422, (6 Abb.), Volltext online, (PDF; 3,3 MB).</ref> Auf den Flusspfeilern sind die Hubportale errichtet, sie stehen in einem Winkel von 62° zum Überbau. Die Hubportale sind 12,85 m hoch und 2,1 m breit. Der Brückenüberbau weist einschließlich Oberbau und Abdeckung eine Gesamtmasse von 450 t auf, die zur Verminderung der Pfeilerlasten nur zur Hälfte durch Gegengewichte ausgeglichen ist. Die vier Beton­gegengewichte sind an je zwei Gelenkzahnstangen aufgehängt. Spindeln heben und senken den Brückenüberbau um 2,87 m mit elektrischem Antrieb innerhalb von fünf Minuten, ein Antrieb per Hand ist im Notfall auch möglich.<ref name="Sorger">Goedecke, Sorger: Die neue Eisenbahn-Hubbrücke in Magdeburg. In: Der Bauingenieur, 9. November 1934, Heft 45/46, S. 450–454, (10 Abb.), Volltext online, (PDF; 2,1 MB).</ref>

Beim höchsten schiffbaren Wasserstand hat die Brücke nach heutigen Anforderungen eine zu geringe Durchfahrtshöhe.<ref>Drucksache 16/6897: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten ... → Anlage 2. In: Deutscher Bundestag, 31. Oktober 2007, (PDF-Datei; 207 kB).</ref>

Literatur

  • Michael Braun: Historische Eisenbahnhubbrücken in Deutschland. In: Bautechnik, 93. Jahrgang, Februar 2016, Nr. 2, S. 122–129, doi:10.1002/bate.201500103, Artikelanfang.
  • Ingelore Buchholz, Jürgen Buchholz: Magdeburger Elbbrücken. In: Dokumentation 40/05, Stadtplanungsamt Magdeburg, S. 111–117
  • Sorger Goedecke: Die neue Eisenbahn-Hubbrücke in Magdeburg. In: Der Bauingenieur, 15. Jahrgang, 1934, S. 419–422, S. 450–454.

Weblinks

Commons: Hubbrücke Magdeburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

flussaufwärtsBrücken über die Elbeflussabwärts
Sternbrücke MagdeburgHubbrücke MagdeburgNeue Strombrücke Magdeburg