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Ingenuus

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Ingenuus († 260) war in der Mitte des 3. Jahrhunderts wahrscheinlich römischer Statthalter in der Provinz Unterpannonien und Usurpator gegen Kaiser Gallienus.

Ursprünglich war Ingenuus mit der militärischen Erziehung von Valerianus Caesar beauftragt, dem Sohn des Mitkaisers Gallienus. Nach dem plötzlichen Tod des Jungen (258) geriet er in eine zunehmend kritische Lage. Nachdem Ingenuus 260 von der Gefangennahme des Kaisers Valerian im Sassanidenreich gehört hatte, ließ er sich in Sirmium zum römischen Kaiser ausrufen. Schon bald hatte er auch die Provinz Mösien hinter sich.<ref name="Christ2005_670">Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Augustus bis zu Konstantin. 5., durchgesehene Auflage, München 2005, S. 670.</ref>

Gallienus handelte sofort, ließ seinen jüngeren Sohn Saloninus in Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) zurück<ref name="Halfmann2005_230">Helmut Halfmann: Gallienus 253–268. In: Manfred Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. Beck, München 2005, ISBN 3-406-47288-5, S. 229–235, hier: S. 230.</ref> und machte sich mit Truppen der Rheinarmee, Obergermaniens und Raetiens zügig nach Pannonien auf.<ref>Egon Schallmayer: Der Limes. Geschichte einer Grenze. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-48018-8. S. 64.</ref> Doch noch vor seinem Eintreffen hatte der aus Oberitalien heranmarschierte Dakier Aureolus, ein Befehlshaber der Kavallerie, Ingenuus im Spätsommer oder Frühherbst 260 bereits am Unterlauf der Drau bei Mursa besiegt.<ref name="Halfmann2005_230" /> An diesen Kämpfen war auch der spätere Kaiser Claudius Gothicus beteiligt. Die Armee des Usurpators wurde vernichtend geschlagen, Ingenuus selbst wurde nach der Niederlage von seiner Leibgarde erschlagen.<ref>Ulrich Huttner, Andreas Goltz, Udo Hartmann, Andreas Lutter, Klaus-Peter Johne, Gerald Kreucher: Die Ereignisse der Reichsgeschichte. In: Klaus-Peter Johne (Hrsg.): Die Zeit der Soldatenkaiser. Krise und Transformation des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert n. Chr. (235–284). Akademie Verlag, Berlin 2008, ISBN 3-05-004529-9, S. 159–424, hier: S. 263.</ref>

Das Strafgericht, das Gallienus im Anschluss an diesen Sieg angeblich über die Angehörigen der aufständischen Truppen eröffnete, soll die Meuterer zu Regalianus gezogen haben, der anschließend selber in Carnuntum zum Gegenkaiser ernannt wurde.<ref>Christian Körner: Philippus Arabs. de Gruyter, Berlin 2001, ISBN 3-11-017205-4. S. 303.</ref> und Münzen für sich und seine Frau Dryantilla prägen ließ.<ref name="Christ2005_670" /> Münzen mit dem Namen des Ingenuus sind nicht bekannt.

Quellen

Literatur

  • Jenő Fitz: Ingenuus et Régalien (= Collection Latomus. Band LXXXI). Latomus, Brüssel 1966 (nicht ausgewertet).

Anmerkungen

<references />

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