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Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik

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Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik
colspan="2" class="notheme" style="background-color:#Vorlage:Standardfarbe; padding: 1em 0; text-align: center;" | Datei:Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Logo.svg
Motto Bildung für Alle – damit Partizipation am gesellschaftlichen Leben für alle Realität wird
Gründung 1924
Trägerschaft 12 Schweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein
Ort Zürich
Kanton Kanton Zürich
Land Schweiz
Rektorin Barbara Fäh
Studierende ca. 2000<ref name=":1" />
Mitarbeiter 250<ref name="Leitung und Organisation" />
Website www.hfh.ch

Die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) ist eine Pädagogische Hochschule in Zürich.<ref name=":0">Sebastian Brändli: Bildung für alle: 100 Jahre Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik. Chronos, Zürich 2024, ISBN 978-3-0340-1731-2.</ref> Sie erfüllt den vierfachen Leistungsauftrag in den Bereichen Ausbildung, Weiterbildung, Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungen auf dem Gebiet der Heil- und Sonderpädagogik.<ref name=":0" details="S. 9." />

Die HfH ist Nachfolgerin des Heilpädagogischen Seminars (HPS) in Zürich und feierte 2024 ihr 100-Jahr-Jubiläum.<ref name=":0" details="S. 3, 11." />

Geschichte

Datei:Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Treppenhaus.jpg
Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik

Die Anfänge der Hochschule gehen auf das Jahr 1924 zurück, als in Zürich das Heilpädagogische Seminar (HPS) gegründet wurde.<ref name=":0" details="S. 25–27." />

Die Initiative dazu ging von Pädagogen und Sozialreformern wie Heinrich Hanselmann, Johannes Hepp, Karl Jauch, Paul Beglinger und Moritz Tramer aus, die eine Ausbildungsstätte für Lehrpersonen schaffen wollten, die mit Kindern mit besonderen Bildungsbedürfnissen arbeiten.<ref name=":0" details="S. 14–18, 25–27." /> Das Seminar nahm im April 1924 den Betrieb mit acht Studierenden auf; erster Leiter war Heinrich Hanselmann (1885–1960), der zugleich an der Universität Zürich lehrte.<ref name=":0" details="S. 22–23." /><ref name=":2">Urs Hafner: Die dunklen Anfänge der Heilpädagogik. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. November 2024, S. 13.</ref> An der Universität Zürich wurde 1931 die erste Professur für Heilpädagogik in Europa eingerichtet.<ref name=":2" />

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Seminar unter der Leitung von Paul Moor (1899–1977) zu einer der bedeutendsten Einrichtungen für heilpädagogische Ausbildung in der Schweiz.<ref name=":0" details="S. 159–163." /> Das HPS wurde schrittweise ausgebaut und erhielt eine überregionale Bedeutung. Das Ausbildungsangebot wurde um Fachrichtungen wie Logopädie, Gebärdensprachdolmetschen<ref name=":0" details="S. 159–163." /> und Psychomotoriktherapie ergänzt.<ref name=":0" details="S. 96." />

Ab den 1970er-Jahren nahmen vermehrt Studierende aus anderen Kantonen ein Studium am HPS auf, was 1986 zur Einführung einer interkantonalen Trägerschaft führte. Damit wurde die rechtliche Grundlage für den späteren Hochschulstatus geschaffen.<ref name=":0" details="S. 125." /><ref name=":3">Heilpädagogik als Feld für Generalisten. Seminar für Heilpädagogik will eine Hochschule werden. In: Neue Zürcher Zeitung. 9. April 1999, S. 49.</ref>

Am 1. September 2001 nahm die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) als Nachfolgeinstitution des HPS offiziell den Betrieb auf.<ref name=":0" details="S. 147–149." /><ref name=":2" /> Sie wurde Teil der neu entstandenen Pädagogischen Hochschullandschaft der Schweiz und ist auf Heil- und Sonderpädagogik ausgerichtet.<ref name=":0" details="S. 147–149." /> In den folgenden Jahren wurde die Infrastruktur schrittweise ausgebaut. Räume für Lehre und Verwaltung wurden in der Überbauung City Bernina in Zürich eingerichtet.<ref name=":0" details="S. 148, 149, 165." />

2017 wurde die Organisationsstruktur der Hochschule angepasst. Der Hochschulrat beschloss die Etablierung von fünf thematisch ausgerichteten Instituten: Das Institut für Lernen unter erschwerten Bedingungen, das Institut für Verhalten, sozioemotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung, das Institut für Behinderung und Partizipation, das Institut für Sprache und Kommunikation sowie das Institut für Professionalisierung und Systementwicklung.<ref name=":0" details="S. 180–182." />

2017 wurde die HfH vom Schweizerischen Akkreditierungsrat institutionell als Pädagogische Hochschule akkreditiert.<ref>Institutionelle Akkreditierung Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) Zürich. In: HfH. Abgerufen am 15. April 2026.</ref> 2023 wurde die HfH ohne Auflagen reakkreditiert. Die Reakkreditierung erfolgte gestützt auf das Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz (HFKG) und gilt für sieben Jahre bis zum Dezember 2030.<ref>Institutionelle Akkreditierung der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH). In: Akkreditierungsrat. 8. Dezember 2023, abgerufen am 15. April 2026.</ref>

Im Jahr 2025 kam es zu Diskussionen über die zukünftige Trägerschaft der Hochschule. Laut einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung prüft der Kanton Zürich eine Neuorganisation der heil- und sonderpädagogischen Ausbildung. Dem Bericht zufolge will der Regierungsrat abklären lassen, in welcher Form der Kanton Zürich die Ausbildung künftig eigenständig organisieren kann. Fachleute warnen, dass eine kantonale Neuausrichtung zu einer Zersplitterung der heilpädagogischen Ausbildung und Forschung in der Schweiz führen könnte.<ref name=":1">René Donzé, Stefanie Pauli: Unfreundliche Übernahme. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. September 2025, S. 14.</ref>

Trägerschaft

Die HfH ist eine interkantonale öffentlich-rechtliche Institution, getragen von zwölf Schweizer Kantonen<ref name=":4">Christoph Suter: Ausbildungskonzept in der Heilpädagogik. In: Neue Zürcher Zeitung. 11. Juli 2025, S. 18.</ref> (Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Thurgau und Zürich) und dem Fürstentum Liechtenstein.<ref name=":1" /> Die Vertreter der Träger bilden gemeinsam den Hochschulrat, der die strategische Leitung der Hochschule wahrnimmt und deren Entwicklung bestimmt.<ref name=":0" details="S. 153." /> Die operative Leitung liegt bei der Hochschulleitung.<ref name=":0" details="S. 153–154." /> Dorothea Christ präsidiert den Hochschulrat,<ref name="Leitung und Organisation">Leitung und Organisation. In: HfH. Abgerufen am 12. November 2025.</ref> Barbara Fäh besetzt die Position der Rektorin.<ref>Für Kinder mit Handicap – Integrativer Unterricht als Erfolgsmodell. In: SRF. 23. Oktober 2018, abgerufen am 12. November 2025.</ref>

Lehre

Die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) vermittelt Fachwissen und praktische Kompetenzen für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen mit unterschiedlichen Lern- und Entwicklungsbedürfnissen.<ref name=":5">Barbara Fäh: Genügend Fachexpertise ist der Schlüssel für schulische Inklusion. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. Juli 2024, S. 19.</ref> Die Ausbildung berücksichtigt unterschiedliche Strukturen in den Kantonen; sie umfasst Frühförderung,<ref>Dorothee Vögeli: Frühförderung bereits ab Geburt. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. September 2011, abgerufen am 1. April 2026.</ref> integrative Regelklassen, Schulinseln, Klein- und Förderklassen sowie Sonderklassen und Sonderschulen mit spezifischen Ausrichtungen sowie den Erwachsenenbereich.<ref>Hochschule für Heilpädagogik (HfH). In: Berufsberatung. Abgerufen am 1. April 2026.</ref> Der Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit herausforderndem Verhalten ist Bestandteil aller Studiengänge.<ref name=":4" />

Die HfH bietet dazu Bachelor- und Masterstudiengänge in den Bereichen Heil- und Sonderpädagogik an. Die Ausbildung verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praxisorientierten Lernformen und qualifiziert für Tätigkeiten in Unterricht, Förderung und Therapie.<ref name=":0" details="S. 159." /><ref>Othmar Bertolosi: Mehr Fachkräfte für die Heilpädagogik. In: Bildung Schweiz. 16. Mai 2024, abgerufen am 12. November 2025.</ref>

Seit dem Studienjahr 2023 ist die Kontingentierung der Studienplätze für die Trägerkantone aufgehoben, wodurch sich die Zahl der verfügbaren Studienplätze erhöhte.<ref>Jahresbericht 2024. In: HfH. Abgerufen am 3. März 2026.</ref> Stand 2025 studieren über 2000 Studierende an der HfH.<ref name=":1" /> Folgende Studiengänge können an der HfH absolviert werden:<ref>Heil- und Sonderpädagogik studieren. In: HfH. Abgerufen am 12. November 2025.</ref>

  • Bachelor Logopädie
  • Bachelor Psychomotoriktherapie
  • Bachelor Gebärdensprachdolmetschen
  • Master Logopädie
  • Master Psychomotoriktherapie
  • Master Gebärdensprachdolmetschen (ab Frühling 2027)
  • Master Schulische Heilpädagogik
  • Master Heilpädagogische Früherziehung
  • Lehrgang Gebärdensprachlehrer

Ausgewählte Pflicht- und Wahlpflichtmodule im Masterstudiengang Schulische Heilpädagogik können auch an den Pädagogischen Hochschulen St. Gallen (PHSG, Standort Rorschach),<ref>Schulische Heilpädagog:innen in Rorschach diplomiert. In: Rorschacher Echo. 2. April 2026, abgerufen am 17. April 2026.</ref> Graubünden (PHGR, Standort Chur),<ref>Arno Ulber: Schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen als zentrale Ressourcen für den Umgang mit Vielfalt. In: PHGR. Abgerufen am 17. April 2026.</ref> Schaffhausen (PHSH, Standort Schaffhausen)<ref>Studienangebot an der PHSH. In: HfH. Abgerufen am 17. April 2026.</ref> und Wallis (PHVS, Standort Brig) absolviert werden.<ref>Gregory Feger: Die PH Wallis will näher an den Bedürfnissen sein und lanciert einen neuen Studiengang. In: Pomona. 16. Januar 2025, abgerufen am 17. April 2026.</ref> Seit September 2022 bietet die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Luzern (PHLU) erstmals einen Bachelorstudiengang Logopädie in der Zentralschweiz an.<ref>Martin Messmer: Online Ausbildung an der PH Luzern soll den Fachkräftemangel in der Logopädie beseitigen. In: Luzerner Zeitung. 30. Oktober 2021.</ref>

Weiterbildung

Neben den Studiengängen bietet die Hochschule auch ein Weiterbildungsangebot an,<ref name=":3" /> das Kurse, Tagungen und Zertifikatslehrgänge umfasst. Neben der Weiterentwicklung dienen diese auch zur Vernetzung von Fachpersonen.<ref name=":0" details="S. 186." /><ref>Weiterbildung. In: HfH. Abgerufen am 12. November 2025.</ref> Die HfH bietet dabei verschiedene berufsbegleitende Certificate of Advanced Studies (CAS) an, die sich mit Themen der schulischen und heilpädagogischen Förderung befassen. Ein Beispiel ist die Weiterbildung Einführung in die Integrative Förderung (CAS EIF), die gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Schwyz (PHSZ) durchgeführt wird<ref>PHSZ lehrt integrative Förderung. In: Punkt4. 30. Januar 2025, abgerufen am 12. November 2025.</ref> oder der CAS Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum.<ref>CAS Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum – Erkennen, Verstehen, Fördern. In: Eduwo. Abgerufen am 15. April 2026.</ref><ref>Weiterbildung: Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum an Regelschulen. In: Autismus Ost. Abgerufen am 15. April 2026.</ref>

Forschung und Entwicklung

In Forschungs- und Entwicklungsprojekten befasst sich die HfH mit Fragen der Praxis und Profession der Heil- und Sonderpädagogik. Untersucht werden die Entwicklungs- und Lebensbedingungen von Menschen mit besonderem Bildungsbedarf sowie deren Umwelt im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen. Dazu zählen Studien zu Organisationsformen von Unterricht und Förderung, zur Wirksamkeit integrativer und separativer Bildungsmodelle, zum sozial-emotionalen Lernen sowie zur Prävention schulischer Ausgrenzung. Ziel dieser Arbeiten ist es, Ansätze zu entwickeln, die den Bildungserfolg und die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern mit besonderen Bedürfnissen unterstützen.<ref name=":4" /><ref name=":5" /> Ein zentrales Forschungsprojekt ist Zeppelin. Es wird vom Schweizerischen Nationalfonds sowie von Stiftungen und dem Sitz- und Trägerkanton Zürich finanziell unterstützt. Im Rahmen einer Langzeitstudie untersucht das Projekt Aspekte der frühen Förderung, insbesondere die Wirksamkeit des Programms Parents as Teachers (PAT) in psychosozial belasteten Familien.<ref name=":0" details="S. 164." />

Dienstleistungen

Im Rahmen ihres Leistungsauftrags erbringt die HfH Dienstleistungen für Praxis, Schulen, Institutionen und Behörden. Dazu gehören Beratungen, Weiterbildungen<ref>W. Bernet: Schulversuch mit Echo. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. Januar 2013, Nr. 22, S. 11.</ref> und Fachangebote, die zur Entwicklung und Qualitätssicherung in heilpädagogischen Praxisfeldern beitragen.<ref name=":0" details="S. 189, 192." /><ref>Dienstleistungen. In: HfH. Abgerufen am 12. November 2025.</ref>

Einzelnachweise

<references> </references>

Weblinks

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Universitäre Hochschulen
Fachhochschulen

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gemäss EHB-Gesetz

Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung

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gemäss SpoFöG, Art. 14

Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen

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Koordinaten: 47° 24′ 11,5″ N, 8° 32′ 49,7″ O; CH1903: 683673 / 250856

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