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Interstitium (Anatomie)

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Als Interstitium (lateinisch-anatomisch für „Zwischenraum“) oder Stroma (griechisch-anatomisch) wird in der Histologie das die parenchymatösen Organe durchziehende (stützende) und untergliedernde Zwischengewebe bezeichnet. Es handelt sich zumeist um Binde- und Stützgewebe, seltener auch um Epithelgewebe oder Muskelzellen. Gelegentlich wird der Begriff ‚Interstitium‘ auch für den Zellzwischenraum verwendet.<ref name="Bringezu">Günther Bringezu: Lehrbuch der Entstauungstherapie. Springer-Verlag, 2014, ISBN 978-3-642-54922-9, S. 19.</ref>

Eigenschaften

Das Interstitium von Organen, die höherer Bewegung ausgesetzt sind (z. B. die Submucosa des Verdauungstrakts, die Blase, die Haut, die peri-bronchialen und peri-arteriellen Bindegewebe), ist mit vergleichsweise dicken Bündeln von Kollagenfasern durchzogen, wodurch es gegen mechanische Belastung in Form von Dehnung, Scherung und Kompression stabilisiert wird.<ref name="Benias">Petros C. Benias, Rebecca G. Wells, Bridget Sackey-Aboagye, Heather Klavan, Jason Reidy, Darren Buonocore, Markus Miranda, Susan Kornacki, Michael Wayne, David L. Carr-Locke, Neil D. Theise: Structure and Distribution of an Unrecognized Interstitium in Human Tissues. In: Scientific Reports. 8, 2018, doi:10.1038/s41598-018-23062-6.</ref> Die Kollagenfasern sind auf einer Seite mit Fibroblasten-artigen Zellen bedeckt, auf der anderen Seite von der Gewebsflüssigkeit umgeben.<ref name="Benias" />

Im Interstitium verlaufen die Versorgungsbahnen (Blutgefäße, Nerven) des Organs. Es untergliedert das entsprechende Organ in Lappen (lat. Lobi), Läppchen (lat. Lobuli) oder Komplexe. Die Zellen des Interstitiums sind nicht für das Organ spezifisch. Die Zellzwischenräume werden von der extrazellulären Matrix und Gewebsflüssigkeit ausgefüllt.

Für eine Untersuchung der flüssigkeitsgefüllten Zwischenräume per konfokaler Laserendomikroskopie werden die umgebenden Gewebe mit der Flüssigkeit vor einer Fixierung eingefroren, da ansonsten die Flüssigkeit ausläuft, der Zellzwischenraum kollabiert und die Gewebe aneinander haften.<ref name="Benias" />

Literatur

  • Horst Erich König, Hans-Georg Liebich: Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. Schattauer Verlag, 2012, ISBN 978-3-7945-2832-5, S. 6.

Weblinks

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Einzelnachweise

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