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Ischl (Traun)

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Vorlage:Infobox Fluss

Die Ischl oder Ischler Ache, am Oberlauf auch Ache<ref>Amtlich heißt das Gewässer direkt am Seeende des Wolfgangsees Ischler Ache, HZB 2-122-090-033, oder nur Ache (Österreichische Karte), und ab dann Ischl HZB 2-122-090-035 ff.</ref> und vereinzelt Ischlfluss genannt,<ref>Zur Unterscheidung zum Marktort Ischl, der im Jahr 1906 den Namenszusatz Bad bekam. Diese Benennungen waren bis in das 19. Jahrhundert allgemein üblich, bis hin zu Donaufluss, und haben sich besonders bei gleichnamigem Ort bis heute im amtlichen Werk gehalten.</ref> ist ein Fluss im Salzkammergut. Sie entwässert den Wolfgangsee bei Strobl und mündet nach rund 12 km bei Bad Ischl in die Traun.

Lauf

Die Ischl verlässt den Wolfgangsee an seinem östlichen Ende bei Strobl und fließt relativ geradlinig von West nach Ost. Auf den ersten 5 Kilometern bildet sie die Gemeindegrenze zwischen St. Wolfgang im Norden und Strobl im Süden und damit die Landesgrenze zwischen Oberösterreich und Salzburg. Anschließend fließt sie auf dem Gemeindegebiet von Bad Ischl zur Gänze in Oberösterreich. Sie durchbricht die Talschwelle zum Ischler Becken zwischen Jainzenberg und Kalvarienberg und mündet nördlich des Stadtzentrums von Bad Ischl in die Traun.

Die Ischl fließt in einem relativ breiten Tal, das Wolfgang-/Ischltal genannt wird. Ihr mittleres Gefälle beträgt 5,4 ‰. Die Talung wurde durch den Wolfgangseegletscher des Traungletschers in den letzten Eiszeiten geformt. Dabei trennt sie die Osterhorngruppe südlich von der Schafberggruppe (Schafberg–Leonsberg-Zug) nördlich.

Weitgehend parallel zum Fluss verläuft die B158 Wolfgangseestraße. 1890–1957 verlief hier die Ischlerbahn (Salzkammergut-Lokalbahn, SKLB).

Zuflüsse

Größere Zuflüsse mit Einzugsgebieten von mehr als 10 km² sind der Weißenbach von der Postalmregion (Einzugsgebiet: 45,6 km²) und der Schöffaubach (11,7 km²) von rechts, sowie der Schwarzenbach vom Schwarzensee (12 km²) und der Rußbach (21 km²) von links.<ref name =gefahrenzonenplan />

Name

Datei:Ernst Welker Motiv aus Bad Ischl.jpg
Die Ischl in Bad Ischl mit dem Kalvarienberg und rechts dem Fuß des Jainzenbergs (Aquarell von Ernst Welker, 1857)

Der Name des Flusses taucht erstmals im Jahr 829 als Iscula auf. Ein römischer Inschriftstein aus Bad Ischl erwähnt eine römische Zollstation Esc, was als Abkürzung von statio Escensis und latinisierte Form eines vorrömischen Namens gedeutet und ebenfalls mit dem Namen Ischl in Verbindung gebracht wird. Für den Namen gibt es zahlreiche Deutungen, so wird er auf das keltische Wort esk (Wasser) oder isk (Fisch) zurückgeführt, oder als Ableitung der indogermanischen Wurzel ei (gehen, laufen, rennen) angesehen. Andere Interpretationen leiten den Namen vom lateinischen esca (Speise, Lockspeise, Köder, Aas) oder dem romanischen iscla (Au) ab.<ref>Stadtamt Bad Ischl: Der Name Ischl</ref>

Wirtschaftliche Nutzung

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird die Ischl mit ihrer reichen Wasserführung zur Energieerzeugung genutzt. Das Laufkraftwerk Weinbach liefert ein Regelarbeitsvermögen von 2,37 GWh pro Jahr,<ref>Energie AG: Laufkraftwerk Weinbach</ref> an einer weiteren Ausleitungsstrecke befinden sich die Kraftwerke Schönburg-Hartenstein I und II.

Verbauung und Umwelt

Die Ischl ist in langen Abschnitten durch Längsverbauungen reguliert und in ihrem natürlichen Verlauf beeinträchtigt. An mehreren Stellen finden sich jedoch noch Augebiete. Die Pfandler Au im Gemeindegebiet von Bad Ischl ist ein großflächiger Auwald, der mit Kiefern bestanden ist. Die Strauchschicht wird insbesondere aus Wacholder gebildet, im Unterwuchs finden sich viele Orchideen. Die Pfandler Au ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen,<ref>Land Oberösterreich, Naturschutzdatenbank: Pfandler Au</ref> eine solche Kiefernau findet sich in Oberösterreich sonst nur noch an der Alm. Die Gewässergüteklasse der Ischl beträgt I-II.<ref>Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Saprobiologische Gewässergüte der Fließgewässer Österreichs. Stand 2005. (Vorlage:Webarchiv)</ref>

Literatur

  • Amt der Oö. Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.): Natur und Landschaft – Leitbilder für Oberösterreich. Band 31: Raumeinheit Salzkammergut-Talungen. Überarb. Fassung, Linz 2007 (Vorlage:ZOBODAT)

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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