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Isofluran

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Isofluran ist ein volatiles Anästhetikum aus der Gruppe der Flurane. Es ist ein Strukturisomer des Enfluran und wird in Deutschland seit 1984 für Narkosen verwendet. Isofluran hat eine gute hypnotische und muskelrelaxierende Wirkung, wirkt jedoch nur schwach analgetisch. Es steht auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation. Verabreicht wird Isofluran über einen Verdampfer.

Pharmakologie

Die Metabolisierungsrate von Isofluran ist sehr niedrig (0,2 %), weshalb das Narkotikum auch bei Patienten mit Leberschädigung eingesetzt werden kann. Der Blut-Gas-Verteilungskoeffizient von Isofluran ist 1,46, bei einer Konzentration von 1 Vol.-% in den Lungenbläschen beträgt die Konzentration im Blut also 1,46 Vol.-%.

Chemie

Isofluran ist chiral, es wird als Racemat [1:1-Gemisch aus (S)-Isofluran und (R)-Isofluran] eingesetzt. Es handelt sich um eine farblose Flüssigkeit, die bei Normaldruck bei 49,3 °C siedet. Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend ln(P) = A−(B/(T+C)) (P in kPa, T in K) mit A = 14.09217, B = 2539.154 und C = −54,400 im Temperaturbereich von 280,05 bis 343,97 K.<ref name="Ambrose" /> Die molare Verdampfungsenthalpie beträgt 31,9 kJ·mol−1.<ref>R. M. Stephenson, S. Malanowski: Handbook of the Thermodynamics of Organic Compounds. Springer 1987, ISBN 94-010-7923-4; doi:10.1007/978-94-009-3173-2.</ref> Die kritische Temperatur liegt bei 194,6 °C, der kritische Druck bei 30,46 bar.<ref name="Ambrose">D. Ambrose, N.B. Ghiassee: Vapour pressures, critical temperatures, and critical pressures of 2-chloro-1,1,2-trifluoroethyl difluoromethyl ether (enflurane) and of 1-chloro-2,2,2-trifluoroethyl difluoromethyl ether (isoflurane). In: J. Chem. Thermodyn. 20, 1988, S. 765–766.</ref> Die Synthese von Isofluran erfolgt in einer vierstufigen Synthese. Ausgehend von 2,2,2-Trifluorethanol und Dimethylsulfat wird im ersten Schritt der 2,2,2-Trifluorethylmethylether erhalten. Dieser wird in einem Chlorierungsschritt mit Chlor zum 2,2,2-Trifluorethyldichlormethylether umgesetzt. Ein Halogenaustausch mittels Fluorwasserstoff in Gegenwart von Antimonpentachlorid ergibt im dritten Schritt 2,2,2-Trifluorethyldifluormethylether. Die Zielverbindung wird dann in einer zweiten Chlorierungsreaktion erhalten. Aus der Synthesesequenz resultiert das Racemat.<ref name="A. Kleemann">Axel Kleemann, Jürgen Engel, Bernd Kutscher, Dietmar Reichert: Pharmaceutical Substances. Syntheses, Patents, Applications. 2 Bände. 4. Auflage. Thieme, Stuttgart u. a. 2001, ISBN 1-58890-031-2; seit 2003 online mit halbjährlichen Ergänzungen und Aktualisierungen.</ref>

Synthese von Isofluran
Synthese von Isofluran

Nebenwirkungen

Isofluran bewirkt eine Gefäßerweiterung (Vasodilatation) und führt dosisabhängig zum Abfall des arteriellen Blutdrucks und zum Anstieg der Herzfrequenz. Es vermindert die Durchblutung des Herzens und dosisabhängig<ref>Reinhard Larsen: Anästhesie und Intensivmedizin in Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. 1. Auflage. 1986. 5. Auflage: Springer, Berlin / Heidelberg / New York u. a. 1999, ISBN 3-540-65024-5, S. 8–10.</ref> das Herzminutenvolumen. Auch die Durchblutung der Nieren wird verringert, die glomeruläre Filtrationsrate und die Urinproduktion werden herabgesetzt. Außerdem verringert der Wirkstoff die Atmungsaktivität, wirkt also atemdepressiv, unterscheidet sich aber hinsichtlich seines Einflusses auf die Atemmechanik<ref>Th. Pasch u. a.: Der Einfluß von Isofluran auf die Atemmechanik. In: Anästhesie Intensivtherapie Notfallmedizin, Band 21, Heft 1, 1986, S. 1–4.</ref> nicht von Halothan oder Enfluran. Isofluran ist schleimhautreizend und eignet sich damit nur bedingt zur Narkoseeinleitung.

Umwelt

Die atmosphärische Lebensdauer beträgt 3,2 Jahre, das Treibhauspotential 510 und die Emissionen liegen bei (geschätzt) 880 Tonnen weltweit pro Jahr.<ref name="vollmer">Vorlage:Literatur</ref> In der Atmosphäre wandelt sich Isofluran mit einer Bildungsrate von 95 % in Trifluoressigsäure (TFA) um und gelangt mit dem Niederschlag in Böden und Gewässer.<ref>Chemikalieneintrag in Gewässervermindern – Trifluoracetat (TFA) als persistente und mobile Substanz mit vielen Quellen</ref>

Handelsnamen

Monopräparate: Forane (A), Forene (D, CH), diverse Generika (D, A, CH)

Literatur

  • Michaele Alef, Gerhard Oechtering: Praxis der Inhalationsanästhesie. Enke-Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-8304-1015-8.

Einzelnachweise

<references />

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