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Jochblattgewächse

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Jochblattgewächse
Datei:Guaiacum officinale - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-069.jpg

Guajak-Baum (Guajacum officinale), Illustration

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Jochblattartige (Zygophyllales)
Familie: Jochblattgewächse
Wissenschaftlicher Name
Zygophyllaceae
R.Br.

Jochblattgewächse (Zygophyllaceae) sind eine Familie in der Ordnung der Jochblattartigen (Zygophyllales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Es sind meistens Bäume, Sträucher oder Halbsträucher, selten einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Einigen Arten sind Xerophyten. Die Nodien (Knoten) sind oft verdickt. Die selten wechselständig oder meist gegenständig angeordneten Laubblätter sind meist gestielt, einfach oder (meist paarig) gefiedert, oft sind sie fleischig. Die Nebenblätter bleiben oft lange erhalten und oft sind sie in Dornen umgewandelt.

Generative Merkmale

Die traubigen oder zymösen Blütenstände stehen einzeln, end- oder achselständig. Die meist zwittrigen Blüten sind fünfzählig, manchmal vierzählig; sie sind radiärsymmetrisch oder selten zygomorph. Nur die Neoluederitzia sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Sie haben freie oder höchstens an ihrer Basis verwachsene Kron- und Kelchblätter. Es sind ein bis zwei Kreise mit vier bis fünf freie Staubblättern vorhanden, die meist an ihrer Basis Schuppen besitzen. Selten zwei bis drei, meist vier bis fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. In jeder Fruchtknotenkammer befinden sich eine bis einige hängende Samenanlagen. Meist ist nur ein dünner Griffel vorhanden, der in einer kopfigen bis leicht vier- bis fünflappigen Narbe endet.

Sie bilden meist Kapselfrüchte, selten Steinfrüchte (Balanites) oder Spaltfrüchte. Die Samen enthalten einen chlorophyllhaltigen, geraden bis leicht gekrümmten Embryo.

Datei:Bulnesia-retama-20080330.JPG
Unterfamilie Larreoideae: Blüte von Bulnesia retama
Datei:Starr 070727-7629 Guaiacum officinale.jpg
Unterfamilie Larreoideae: Guajak-Baum (Guaiacum officinale)
Datei:Larrea cuneifolia.jpg
Unterfamilie Larreoideae: Habitus von Larrea cuneifolia
Datei:Larrea tridentata 2.jpg
Unterfamilie Larreoideae: Kreosotbusch (Larrea tridentata)
Datei:Balanites roxburghii.JPG
Unterfamilie Tribuloideae: Habitus von Balanites roxburghii
Datei:Kallstroemia-grandiflora-20071001.jpg
Unterfamilie Tribuloideae: Fünfzählige Blüte von Kallstroemia grandiflora
Datei:Sossusvlei Tribulus.jpg
Unterfamilie Tribuloideae: Tribulus zeyheri
Datei:Fagonialaevis.jpg
Unterfamilie Zygophylloideae: Fagonia laevis
Datei:Tinajo La Santa - Diseminado la Sta Sport - El Rio - Zygophyllum fontanesii 01 ies.jpg
Unterfamilie Zygophylloideae: Zygophyllum fontanesii

Systematik und Verbreitung

Die Zygophyllaceae sind eine variable Gruppe, die in mehr oder weniger ariden und salinen (halophilen) Gebieten in vielen Teilen der Welt gedeiht. Die meisten Arten haben eine tropische oder subtropische Verbreitung, selten sind sie auch in warm gemäßigten Gebieten anzutreffen.

Die Familie wurde 1814 von Robert Brown unter dem Namen „Zygophylleae“ in A Voyage to Terra Australis, 2, S. 545 erstveröffentlicht. Typusgattung ist Zygophyllum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. Synonyme sind für Zygophyllaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br. sind Balanitaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Roem. und Tribulaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Trautv.<ref name="GRIN"/> Seit den Überblicksarbeiten von Engler 1931 und Scholz 1964 über Zygophyllaceae war sie in sieben Unterfamilien und eine Reihe von Tribus und Subtribus gegliedert. Dies blieb lange Zeit im Wesentlichen unverändert bis zwei der Unterfamilien zu den Sapindales heute in die Familie der Nitrariaceae (Peganum, Malacocarpus, Tetradiclis und Nitraria) von Gadek et al. 1996 und Sheahan & Chase 1996 ausgegliedert wurden. Die Gattung Krameria <templatestyles src="Person/styles.css" />L. bildet eine eigene Familie Krameriaceae <templatestyles src="Person/styles.css" />Dum. Die beiden Familien Zygophyllaceae und Krameriaceae sind die einzigen Familien der Ordnung der Zygophyllales (schon bei APG 1998).

Die Familie der Jochblattgewächse (Zygophyllaceae) wird heute in fünf Unterfamilien gegliedert, mit 25 bis 27 Gattungen<ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> und etwa 240 bis 285 Arten:

  • Unterfamilie Larreoideae <templatestyles src="Person/styles.css" />Sheahan & Chase: Die etwa fünf bis sieben Gattungen und etwa 30 Arten sind in der Neotropis von den südwestlichen USA über Mexiko bis Südamerika weitverbreitet:
    • Bulnesia <templatestyles src="Person/styles.css" />Gay (inklusive Gonoptera <templatestyles src="Person/styles.css" />Turcz.): Die etwa acht Arten gedeihen in trockenen Gebieten Südamerikas, beispielsweise im Gran Chaco (Argentinien), darunter:
      • Bulnesia arborea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Engl.
      • Bulnesia retama <templatestyles src="Person/styles.css" />(Gillies ex Hook. & Arn.) Griseb.: Sie kommt in Peru und im nördlichen Argentinien vor.<ref name="POWO" />
    • Guajak (Guaiacum <templatestyles src="Person/styles.css" />L., orth. cons.; Guajacum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. orth. var.): Die sechs bis acht Arten sind in tropischen und wärmeren Gebieten der Neuen Welt verbreitet, beispielsweise:
    • Larrea <templatestyles src="Person/styles.css" />Cav. (inklusive Covillea <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Vail, Neoschroetera <templatestyles src="Person/styles.css" />Briq., Schroeterella <templatestyles src="Person/styles.css" />Briq.): Die etwa fünf Arten sind in Peru, Bolivien, Chile und Argentinien verbreitet und eine Art (Larrea tridentata) gedeiht in trockenen Wüsten der USA beispielsweise in der Mohave:
      • Kreosotbusch (Larrea tridentata <templatestyles src="Person/styles.css" />(DC.) Coville)
      • Larrea ameghinoi <templatestyles src="Person/styles.css" />Speg.: Sie kommt im südlichen Argentinien vor.<ref name="POWO" />
      • Larrea cuneifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Cav.: Sie ist in Argentinien weitverbreitet.<ref name="GRIN2" />
      • Larrea divaricata <templatestyles src="Person/styles.css" />Cav.: Sie kommt in Bolivien, Peru, Argentinien und Chile vor.<ref name="GRIN2" />
      • Larrea nitida <templatestyles src="Person/styles.css" />Cav.: Sie kommt in Chile und in Argentinien vor.<ref name="POWO" />
    • Metharme <templatestyles src="Person/styles.css" />Phil. ex Engl.: Sie enthält nur eine Art:
    • Pintoa <templatestyles src="Person/styles.css" />Gay: Sie enthält nur eine Art:
    • Plectrocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />Gillies ex Hook. & Arn.: mit zwei bis drei Arten im nordwestlichen Argentinien.
    • Porlieria <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruiz & Pav.: mit fünf Arten in Südamerika und einer Art vom nördlichen Mexiko bis Texas.
  • Unterfamilie Morkillioideae <templatestyles src="Person/styles.css" />Rose & J.H.Painter: mit drei Gattungen und nur vier Arten in Mexiko und Niederkalifornien (Baja California):
    • Morkillia <templatestyles src="Person/styles.css" />Rose & J.H.Painter (inklusive Chitonia <templatestyles src="Person/styles.css" />Moç. & Sessé): mit nur zwei Arten in Mexiko.
    • Sericodes <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Gray: Sie enthält nur eine Art:
      • Sericodes greggii <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Gray: Sie kommt in Nordmexiko vor.
    • Viscainoa <templatestyles src="Person/styles.css" />Greene: Sie enthält nur eine Art:
      • Viscainoa geniculata <templatestyles src="Person/styles.css" />Greene: Sie wächst in Mexiko hauptsächlich in Niederkalifornien (Baja California).
  • Unterfamilie Seetzenioideae <templatestyles src="Person/styles.css" />M.C.Sheahan & M.W.Chase: nur eine monotypische Gattung:
    • Seetzenia <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br. ex Decne.: Sie enthält nur zwei Arten:
      • Seetzenia lanata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Bullock: Sie kommt nur in Südafrika vor.<ref name="POWO" />
      • Seetzenia orientalis <templatestyles src="Person/styles.css" />Decne.: Sie kommt von der Sahara bis Somalia und Indien vor.<ref name="POWO" />
  • Unterfamilie Tribuloideae <templatestyles src="Person/styles.css" />D.H.Porter: weltweit mit etwa sechs Gattungen und etwa 63 Arten:
    • Balanites <templatestyles src="Person/styles.css" />Delile: mit etwa neun Arten in Afrika und Asien; beispielsweise:
      • Wüstendattel (Balanites aegyptiaca <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Delile)
    • Kallstroemia <templatestyles src="Person/styles.css" />Scop. (inklusive Ehrenbergia <templatestyles src="Person/styles.css" />Mart.): mit etwa 17 Arten, die ursprünglich in der Neotropis und in Nordamerika vorkommen.<ref name="POWO" />
    • Kelleronia <templatestyles src="Person/styles.css" />Schinz: Sie enthält etwa drei Arten, die in Äthiopien, Somalia und Oman vorkommen.<ref name="POWO" />
    • Neoluederitzia <templatestyles src="Person/styles.css" />Schinz: Sie enthält nur eine Art:
    • Sisyndite <templatestyles src="Person/styles.css" />E.Mey. ex Sond.: Sie enthält nur eine Art:
      • Sisyndite spartea <templatestyles src="Person/styles.css" />E.Mey. ex Sond.: Sie kommt in Südafrika und in Namibia vor.<ref name="POWO" />
    • Tribulopis <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br. (Syn.: Tribulopsis <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br. orth. var.): mit sechs bis zehn Arten in Australien.
    • Burzeldorne (Tribulus <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): mit etwa 15 bis 25 Arten in Eurasien, Afrika und Australien. Als einzige Gattung der Familie haben sie Fruchtknoten mit falschen Scheidewänden, die Ausbreitung erfolgt epizoochor durch bestachelte Kapselfrüchte.
  • Unterfamilie Zygophylloideae: Sie gedeihen meist in trockenen Gebieten in der Alten Welt, aber auch in den südwestlichen USA und in Chile. Mit vier bis sechs Gattungen und etwa 137 Arten:
    • Augea <templatestyles src="Person/styles.css" />Thunb.: Sie enthält nur eine Art:
      • Augea capensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Thunb.: Sie gedeiht in Südafrika und Namibia. Sie wird nach Christenhusz und Byng (2018) als Zygophyllum augea in die Gattung Zygophyllum gestellt.<ref name="POWO" />
    • Fagonia <templatestyles src="Person/styles.css" />L.: mit etwa 34 (bis 45) Arten im Mittelmeergebiet und Südwestasien bis Indien, in Südwestafrika und im südwestlichen Nordamerika
    • Melocarpum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Engl.) Beier & Thulin: mit nur zwei Arten in der Capensis.
    • Roepera <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Juss.: mit etwa 60 Arten, die aber von manchen Autoren auch zu Zygophyllum gestellt werden. Sie kommen von Angola bis Südafrika und in Australien vor.<ref name="POWO" />
    • Tetraena <templatestyles src="Person/styles.css" />Maxim.: Sie enthält nur eine Art:
    • Jochblatt (Zygophyllum <templatestyles src="Person/styles.css" />L.; inklusive Halimiphyllum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Engl.) Boriss., Miltianthus <templatestyles src="Person/styles.css" />Bunge, Sarcozygium <templatestyles src="Person/styles.css" />Bunge): mit etwa 36 bis 120 Arten, beispielsweise:
      • Zygophyllum album <templatestyles src="Person/styles.css" />L. f.: Sie kommt von Spanien und dem Mittelmeergebiet bis zur Arabischen Halbinsel und Somalia vor.<ref name="POWO" />
      • Bohnenähnliches Jochblatt (Zygophyllum fabago <templatestyles src="Person/styles.css" />L.).

Nutzung

Der Guajak-Baum (Guaiacum officinale) liefert das „Lignum vitae“ genannte Holz mit extrem hoher Dichte und Härte. Einige Guaiacum-, Zygophyllum-, Tribulus- und Larrea-Arten werden in warmen Gebieten als Zierpflanzen verwendet.

Von Larrea tridentata werden die Blütenknospen als Kapernersatz eingelegt; aus Rinde und Blättern wird ein Tee gebrüht. Von dieser Art wurden die medizinischen Wirkungen untersucht.<ref name="Pfaf-Larrea" />

Von Tribulus terrestris werden die Blätter und junge Austriebe gegart gegessen. Die Früchte werden gegart gegessen oder es wird ein Mehl daraus hergestellt. Von dieser Art wurden die medizinischen Wirkungen untersucht.<ref name="Pfaf-Tribulus" />

Von Bulnesia retama wird Retamowachs (Ceramimbiwachs) gewonnen.<ref>Heinz A. Hoppe: Drogenkunde. Band 1 Angiospermen, 8. Auflage, De Gruyter, 1975, ISBN 3-11-003849-8, S. 189.</ref>

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Pfaf-Larrea">Larrea tridentata bei Plants For A Future</ref> <ref name="Pfaf-Tribulus">Tribulus terrestris bei Plants For A Future</ref> <ref name="GRIN2"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Zygophyllaceae bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>

Weblinks