Johann Christoph Storer
Johann Christoph Storer (oder Storrer; in Italien: Giovanni Cristoforo Storer; * 1620 in Konstanz (Taufdatum: 21. Juli 1620); † 1671) war ein deutscher, lange Zeit in Oberitalien tätiger Maler und Freskant, Radierer und Zeichner für den Kupferstich des 17. Jahrhunderts.
Storers Wirken fiel in die Blütezeit barocker Sakralkunst nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges.
Leben
Johann Christoph Storer wurde als Sohn des Konstanzer Malers Bartholomäus geboren. Er erhielt eine jesuitische Schulausbildung und absolvierte vermutlich eine Lehre in Augsburg. Nach dem Tod seines Vaters hielt er sich für kurze Zeit in Konstanz auf, übersiedelte aber nach Mailand, um sich dort zum Maler ausbilden zu lassen; er traf auf eine infolge des Todes von Federico Borromeo brachliegende Mailänder Kunstszene. Kurze Zeit arbeitete er mit Ercole Procaccini d. J. zusammen, machte sich aber schnell selbständig. Viele Aufträge als Maler erhielt er über seine Kontakte zu jesuitischen Lehrern, hauptsächlich in den Niederlassungen des Ordens in der oberdeutschen Provinz. 1652 kehrte er nach Konstanz zurück.<ref name="Appuhn">Sibylle Appuhn-Radtke: Visuelle Medien im Dienst der Gesellschaft Jesu. Johann Christoph Storer (1620–1671) als Maler der katholischen Reform. Regensburg: Schnell & Steiner 2000. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rezension Gabriele Wimböck ( des Vorlage:IconExternal vom 5. Juni 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref>
Bekanntheit erlangte er durch Entwürfe für Festdekorationen des spanischen Herrschaftshauses (z. B. Triumpharchitektur für Maria Anna von Österreich), die teilweise in Reproduktionsstichen verbreitet wurden. Dekorationen für Privatpaläste (z. B. Palazzo Terzi/Bergamo) bzw. sakrale Ausstattungen (z. B. Certosa di Pavia, Rosenkranzkapelle) folgten rasch.<ref name="Appuhn" />
Werke
- Quis sicut dominus Deus noster?, 1650, zusammen mit Mathäus Küsel (1629–1681)<ref>Nachgewiesen in: „An Analytic Bibliography of On-Line Neo-Latin Texts“ by Dana F. Sutton.</ref>
- Altartafel in der Karmelitenkirche St. Joseph und St. Maria Magdalena (Würzburg), verbrannt durch den Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945.<ref>Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. 2004, S. 626.</ref>
- Um 1654, Altargemälde für Alt Birnau heute in der Kirche des Klosters Rottenmünster bzw. im Vinzenz-von-Paul-Hospital.
Literatur
- Sibylle Appuhn-Radtke: Storer, Johann Christoph. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 25. Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-11206-7, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
- Sibylle Appuhn-Radtke: Visuelle Medien im Dienst der Gesellschaft Jesu. Johann Christoph Storer (1620–1671) als Maler der katholischen Reform, Schnell & Steiner Regensburg 2000 (Jesuitica; 3), ISBN 3-7954-1283-8 (Habilitationsschrift).
- Hubert Hosch: Johann Christoph Storer (1620–1671). Ein vergessener Konstanzer Maler des Barock. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. Heft 140 (2022), S. 37–88.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Storer, Johann Christoph |
| ALTERNATIVNAMEN | Storrer, Johann Christoph |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler |
| GEBURTSDATUM | um 1620 |
| GEBURTSORT | Konstanz |
| STERBEDATUM | 1671 |