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Johanna Wokalek

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:MJK 08168 Johanna Wokalek (Berlinale 2018).jpg
Johanna Wokalek, 2018

Johanna Wokalek (* 3. März 1975 in Freiburg im Breisgau) ist eine deutsche Schauspielerin. Ihren Durchbruch hatte sie 2003 als Lene in dem Heimatfilm Hierankl.

Leben und Karriere

Datei:Oliver Mark - Johanna Wokalek, Vienna 2008.jpg
Johanna Wokalek fotografiert von Oliver Mark, Wien 2008

Frühe Jahre und Ausbildung

Johanna Wokalek entstammt einer Familie siebenbürgischer Ärzte und Apotheker. Sie wurde als zweites von vier Kindern des Hautarztes Heinrich-Franz Wokalek und seiner Frau Angelika, geb. Bettermann, in Freiburg geboren und wuchs in den Freiburger Stadtteilen Neuburg und Wiehre auf.<ref>Johanna Wokalek im Munzinger-Archiv, abgerufen am 21. Februar 2023 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref><ref>Stichwort »Johanna Wokalek«. In: Siebenbürgische Zeitung. Abgerufen am 1. März 2022.</ref> Während ihrer Schulzeit am Friedrich-Gymnasium Freiburg entdeckte Wokalek ihre Liebe zum Theaterspielen. Nach dem Abitur wurde sie am Max-Reinhardt-Seminar in Wien aufgenommen.<ref>Johanna Wokalek. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 13. Februar 2022.

</ref> Noch während ihres Studiums (1994 bis 1998) war sie in dem Film Aimée & Jaguar neben Maria Schrader und Juliane Köhler als Ilse zu sehen.

Theater

1996 gab Wokalek unter der Regie von Paulus Manker ihr Debüt bei den Wiener Festwochen in dem Stück Alma – A Show Biz ans Ende, das 1999 mit ihr für das Fernsehen verfilmt wurde. Nach dem Studium folgte ein Dreijahresengagement am Theater Bonn. Wokalek spielte dort unter der Regie von Valentin Jeker unter anderem die Titelrolle der Rose Bernd von Gerhart Hauptmann. Für ihre Interpretation erhielt sie 1999 den Alfred-Kerr-Darstellerpreis. Seitdem war sie am Wiener Burgtheater engagiert, wo sie unter anderem die Titelrollen in Kleists Das Käthchen von Heilbronn und Lessings Emilia Galotti spielte. 2015 verließ sie das Burgtheater.<ref>Evelyn Finger: Das war meine Rettung: "Ich hatte Angst, draußen im Leben etwas zu verpassen". In: ZEITMagazin. 5. Juli 2017, abgerufen am 19. August 2020.</ref>

Im Sommer 2014 übernahm Wokalek bei den Salzburger Festspielen die Rolle der Charlotte Salomon in der Uraufführung der gleichnamigen Oper von Marc-André Dalbavie. Es inszenierte Luc Bondy, es dirigierte der Komponist.

2019 kehrte Johanna Wokalek für Die Ratten in der Inszenierung von Andrea Breth an das Wiener Burgtheater zurück. In dem Jahr war sie an der Seite von Maik Solbach erstmals im Tanztheater von Pina Bausch Er nimmt sie an die Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen in Wuppertal zu erleben. 2020 setzte sie dort die Zusammenarbeit mit den Sieben Todsünden. Teil II: Fürchtet euch nicht fort. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie festes Ensemblemitglied am Volkstheater Wien.<ref>Johanna Wokalek beim Volkstheater Wien, abgerufen am 15. März 2026</ref>

Film und Fernsehen

2003 spielte Wokalek die Rolle der Lene im kritischen Heimatfilm Hierankl, wofür sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. 2004 wurde sie mit der weiblichen Hauptrolle Leila in Til Schweigers Film Barfuss besetzt und spielte die Hauptrolle der jüdischen Bankierstochter Ruth Goldfisch in dem Dreiteiler Die Kirschenkönigin. 2008 verkörperte sie in Bernd Eichingers Der Baader Meinhof Komplex die Rolle der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin. Im selben Jahr spielte Wokalek in Philipp Stölzls Bergsteigerdrama Nordwand an der Seite von Benno Fürmann und Florian Lukas die Fotoreporterin Luise Fellner. 2009 übernahm sie anstelle von Franka Potente die Hauptrolle in Sönke Wortmanns Literaturverfilmung Die Päpstin.<ref>vgl. Peter Zander: Erst Gudrun Ensslin, jetzt die Päpstin. In: Berliner Morgenpost. 15. Mai 2008, S. 21, abgerufen am 6. Juli 2024.</ref>

2010 stellte Wokalek in Die kommenden Tage die in den Terrorismus abgleitende Cecilia Kuper dar. 2012 spielte sie die Hauptrolle der Tiffany Blechschmid in Sherry Hormanns Film Anleitung zum Unglücklichsein. 2013 war sie Hauptdarstellerin im Musikvideo zu dem Song Halo der britischen Popgruppe Depeche Mode, die das Video für die Bühnenshow ihrer Delta-Machine-Tour 2013/14 benutzte. In der daraufhin erscheinenden Live-DVD Depeche Mode Live in Berlin hatte sie zusätzlich einen Cameo-Auftritt als Hure bei der Akustik-Session im Berliner Bordell Bel Ami.<ref>Depeche Mode Geheimauftritt in Berliner Puff. In: Berliner Kurier. 17. November 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. November 2014; abgerufen am 6. Juli 2024.</ref>

2017 spielte Wokalek die Claire Kornitzer in Matthias Glasners ZDF-Zweiteiler Landgericht – Geschichte einer Familie<ref>Landgericht – Geschichte einer Familie. Abgerufen am 31. Januar 2019 (Zweiteiliger Film im ZDF).</ref> sowie die Nora in dem Kinofilm Freiheit von Jan Speckenbach, der im Wettbewerb des Locarno Festivals lief. Landgericht – Geschichte einer Familie wurde 2018 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

2019 war Wokalek als Ditte Nansen in Christian Schwochows Neuverfilmung Deutschstunde des gleichnamigen Romans von Siegfried Lenz zu sehen. Im selben Jahr spielte sie die Linda in Jonas Alexander Arnbys Drama Suicide Tourist – Es gibt kein Entkommen.

Seit 2023 spielt sie die Rolle der Kriminalhauptkommissarin Cris Blohm in der ARD-Krimireihe Polizeiruf 110.<ref>Johanna Wokalek wird neue Ermittlerin im »Polizeiruf 110«. In: Der Spiegel. 17. Juli 2022, abgerufen am 17. Juli 2022.</ref>

Privates

Johanna Wokalek lebt in Paris<ref>Johanna Wokalek, Was ist eine Schweigeminute?, In: FAZ vom 4. November 2020</ref> und ist mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock verheiratet. Das Paar hat einen Sohn. Der Diplomat und ehemalige Chef des Protokolls im deutschen Auswärtigen Amt Karl Wokalek ist ihr Onkel.

Bühnenstücke (Auswahl)

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Filmografie

Datei:Johanna Wokalek (Berlin Film Festival 2011).jpg
Wokalek auf der Berlinale 2011

Kino

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Fernsehen

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Hörbücher und Hörspiele

Musikvideos

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 2000: Birgit Minichmayr | 2001: Georg Staudacher und Mareike Sedl | 2002: Johanna Wokalek | 2003: Gertrud Drassl | 2004: Xaver Hutter | 2005: Stefano Bernardin | 2006: Nuran David Calis | 2007: Katharina Straßer | 2008: Sebastian Wendelin | 2009: Gerrit Jansen | 2010: Sarah Viktoria Frick | 2011: Franziska Hackl | 2012: Miloš Lolić | 2013: Stefan Rosenthal | 2014: Raphaela Möst | 2015: Stefanie Reinsperger und Benedikt Paulun | 2016: Julia Gräfner und Luka Dimic | 2017: Maresi Riegner und Felix Hafner | 2018: Lara Sienczak und Peter Fasching | 2019: Anna Rieser und Moritz Beichl | 2020: Bérénice Hebenstreit und Mathias Spaan | 2021: Paula Nocker und Gregor Schulz | 2022: Rieke Süßkow und Felix Kammerer | 2023: Tommy Fischnaller-Wachtler und Selma Kay Matter | 2024: Irem Gökçen und Leonie Lorena Wyss | 2025: Pauline Großmann und Lena Riemer Vorlage:Klappleiste/Ende

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