John Wittorf
John Friedrich Heinrich Wittorf (* 5. September 1894 in Stellingen; † 19. Juni 1981 in Hamburg) war ein kommunistischer Politiker und Fraktionsvorsitzender der KPD in der Hamburgischen Bürgerschaft. Er war eine der Hauptpersonen der nach ihm benannten Wittorf-Affäre innerhalb der KPD.
Leben
Der Hilfs- und spätere Hafenarbeiter Wittorf trat 1917 der USPD bei und gehörte dort zum linken Flügel der Partei. Ende 1920 schloss sich dieser mit der KPD zur VKPD zusammen.
Er heiratete im Oktober 1919 Blandina Lewerenz (1895–1983). Der enge Freund Ernst Thälmanns war trotz damals anders lautender Gerüchte mit Thälmann nicht verschwägert.
Wittorf war seit 1925 hauptamtlicher KPD-Funktionär, Mitglied der Bezirksleitung Wasserkante und von 1927 bis 1928 politischer Leiter im Parteibezirk Wasserkante. Der Bezirk umfasste neben der Stadt Hamburg die damalige Provinz Schleswig-Holstein und die nördlichen Teile der Provinz Hannover. Nach der Bürgerschaftswahl in Hamburg 1927 folgte er zusätzlich Thälmann als Vorsitzender der KPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft nach.
In dieser Funktion nahm Wittorf zusammen mit Thälmann und Albert Norden an den Verhandlungen zwischen Hamburger KPD, SPD und ADGB teil, um die Möglichkeit einer sozialdemokratischen Minderheitsregierung mit Tolerierung durch die Kommunisten auszuloten. Wittorf war Mitglied des Zentralkomitees der KPD und kandidierte für seine Partei erfolglos zur Reichstagswahl 1928.
1928 verdichteten sich in der Hamburger KPD die Hinweise auf Unterschlagung von Parteigeldern (nach unterschiedlichen Angaben zwischen 1800 und 3000 Reichsmark) durch Wittorf, der sich durch diese einen Lebensstil über seine Verhältnisse finanziert haben soll. Zunächst wurde Wittorf von Thälmann und anderen führenden Hamburger Funktionären geschützt und der (an den Unterschlagungen unbeteiligte) Kassierer der Bezirksleitung Hugo Dehmel belangt. Nachdem die der innerparteilichen Oppositionsgruppe der „Versöhnler“ angehörenden ZK-Mitglieder Hugo Eberlein und Gerhart Eisler mit Ermittlungen begonnen hatten, wurde Wittorf im September 1928 aus der KPD ausgeschlossen.
Die Enthüllungen um die Unterschlagungen Wittorfs und deren Vertuschung lösten die „Wittorf-Affäre“ aus, welche Ende September 1928 dazu führte, dass der damalige KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann seine Funktion bis zur endgültigen Klärung des Falles ruhen ließ.<ref name="ND" />
Wittorf selbst zog sich nach der Affäre vollständig aus der Politik zurück. Er verstarb 86-jährig in Hamburg und wurde auf dem dortigen Friedhof Ohlsdorf östlich von Kapelle 11 beigesetzt.
Literatur
- Ronald Friedmann: Was wusste Thälmann? Unbekannte Dokumente zur Wittorf-Affäre, Karl Dietz Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-320-02374-4.
- Ronald Friedmann: »Wenn Moskau das so will...« – Eine Ernst Thälmann Biographie, trafo Verlag, Berlin 2025, ISBN 978-3-86464-278-4.
- Wittorf, John Friedrich. In: Hermann Weber, Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Dietz, Berlin 2008, ISBN 978-3-320-02130-6.
Einzelnachweise
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- Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft
- USPD-Mitglied
- Mitglied des Zentralkomitees der KPD
- Betroffener eines Parteiausschlussverfahrens (KPD)
- Deutscher
- Geboren 1894
- Gestorben 1981
- Mann