Joseph Anton Kleinbrodt
Joseph Anton Kleinbrodt (* 5. Juni 1668 in Öhningen; † 28. Februar 1718 in Regensburg) war ein deutscher Jesuit, Philosoph, Theologe und Privatlehrer.
Leben
Sein Vater hieß Johannes Leonhard von Kleinbrodt († 1681 in Freiburg i. Br.) war ein bischöflicher Amtmann für Konstanz in Freiburg im Breisgau, ab 1657 bischöflicher Obervogt in Öhningen. Seine Mutter war Eva Elisabeth, geborene Pflaumern (* 1632; † 1696 in Freiburg i. Br.).<ref name="BioLmuBoehm">Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München, Teil 1: Ingolstadt-Landshut 1472–1826; Berlin 1998, S. 214–215</ref>
1682 legte Joseph Anton den Baccalaureus ab und 1686 promovierte er zum Magister in Philosophie. Im selben Jahr trat er dem Jesuitenorden bei. Er unterrichtete 1688 bis 1693 in Freiburg in der Schweiz. 1693 bis 1697 hörte er in Ingolstadt Theologie ohne Immatrikulation, 1697/98 begann der Rhetorik an der Universität Freiburg, Schweiz zu unterrichten. Er wechselte an die Universität in Freiburg in Breisgau von 1698 bis 1701, um Philosophie zu lehren. Dort war er 1699 bis 1700 außerdem Präfekt des Gymnasiums. 1701 hatte er seine Primiz. Ab 1701 war er drei Jahre lang an der Universität Ingolstadt in einen philosophischen Kurs als Professor. Um 1704 war Kleinbrodt Lehrer in Dillingen an der Donau, wo er Mathematik, Ethik und Hebräisch unterrichtete. 1704 bis 1706 unterrichtete der scholastische Theologie in Amberg.<ref name="BioLmuBoehm"/>
1706 wurde er Rektor und Novizenmeister in Landsberg am Lech. 1713 wurde er Socius des Provinzialis, der oberdeutschen Provinz der Jesuiten.<ref name="BioLmuBoehm"/>
Werk (Auswahl)
Seinerzeit umfasste die Philosophie physikalische Themen und er bahnte den Atomismus in der Physik an. Er beeinflusst damit die Arbeiten von Berthold Hauser, Joseph Mangold und Adam Morasch die diese Idee aufgriffen. Adam Morasch verfasste hierüber später das Werk „Philosophia atomistica“ in zwei Bänden.<ref name="BioLmuBoehm"/>
Schriften (Auswahl)
- Mundi categoriae, Freiburg i. Br. 1701
- Mundus elementaris disputationi publicae subiectus, Ingolstadt 1704,<ref>Bosl (1983), S. 421</ref> als dreibändiges Werk
Literatur
- Winfried Müller: Kleinbrod(t), Anton. In: Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie. Pustet, Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0792-2, S. 421 (Digitalisat).
- Siegfried Hofmann: Kleinbrodt, Joseph Anton. In: Laetitia Boehm et al. (Hrsg.): Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München, Teil 1: Ingolstadt-Landshut 1472–1826; Duncker & Humblot, Berlin 1998, ISBN 3-428-09267-8, S. 214–215
- Hans-Michael Körner (Hrsg.): Große Bayerische Biographische Enzyklopädie. De Gruyter Saur, Berlin/New York 2005, Reprint 2010, S. 1028–1029
Weblinks
- Werke von und über Joseph Anton Kleinbrodt in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Joseph Anton Kleinbrodt Eintrag im historischen Lexikon Bayerns
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kleinbrodt, Joseph Anton |
| ALTERNATIVNAMEN | Kleinbrodt, Anton |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jesuit |
| GEBURTSDATUM | 5. Juni 1668 |
| GEBURTSORT | Öhningen |
| STERBEDATUM | 28. Februar 1718 |
| STERBEORT | Regensburg |