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Judenteich (Hannover)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Judenteich vor Hannover war ursprünglich ein alter Kolk der Leine.<ref name="Hauptmeyer 1642">Carl-Hans Hauptmeyer: 1642. In: Hannover Chronik, S. 48f.</ref> Der später zugeschüttete Teich lag unter dem (heutigen) Neustädter Marktplatz zwischen der Neustädter Kirche und der Calenberger Straße im Stadtteil Calenberger Neustadt.<ref name="SLH">Waldemar R. Röhrbein: Judenteich (siehe Literatur)</ref>

Geschichte

Der Judenteich als Teil des Altwassers der Leine gehörte ursprünglich zu den Verteidigungsanlagen der Burg Lauenrode, die 1371 von den Bürgern der Stadt Hannover zerstört wurde. Der volkstümliche Name „Judenteich“ entstand vermutlich erst Anfang des 17. Jahrhunderts und nahm wahrscheinlich Bezug auf die auf dem Lauenroder Burgberg gelegenen Wohnungen von Juden sowie deren dortige Synagoge.<ref name="SLH"/>

Nachdem mitten im Dreißigjährigen Krieg Herzog Georg von Calenberg die Stadt Hannover 1636 zu seiner Residenz bestimmt hatte,<ref>Klaus Mlynek: Residenzrezess(vertrag). In: Stadtlexikon Hannover, S. 521</ref> entwickelte sich die der Stadt Hannover vorgelagerte Calenberger Neustadt, die dann in die Stadtbefestigung Hannovers einbezogen wurde, zum Standort der Behörden des Landesherrn, seinen Bediensteten und Soldaten.<ref>Klaus Mlynek: Calenberger Neustadt. In: Stadtlexikon Hannover, S. 105f.</ref> Zuständig für den Ausbau der Calenberger Neustadt war anfangs der vom Herzog eingesetzte Vogt Friedrich Molinus. Unter dessen Verwaltung<ref>Helmut Zimmermann: MOLINUS, Friedrich. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 259</ref> wurde der Judenteich „behuf der Hofhaltung im Jahre 1642“<ref name="Patje">Christian Ludwig Albrecht Patje: Der Judenteich (siehe Literatur)</ref> erst zum Karpfenteich umgestaltet, trotz Protestes der Bürger Hannovers,<ref name="Hauptmeyer 1642"/> dann 1661<ref>Carl-Hans Hauptmeyer: 1661. In: Hannover Chronik, S. 54f.</ref> zugeschüttet, um hier erst den Neustädter Fleischscharren einzurichten.<ref name="Patje"/> 1666 bis 1670 wurde der ehemalige Judenteich teilweise mit der Neustädter Kirche überbaut,<ref name="SLH"/> während der Fleischscharren dann in die Neue Straße an die Leine verlegt wurde.<ref name="Patje"/>

Brunnenbauten

Über dem zugeschütteten Judenteich entstanden im Lauf der Jahrhunderte immer wieder neue Brunnen:

  • 1670er Jahre bis 1802: der Parnass-Brunnen;<ref>Rainer Ertel: Parnass-Brunnen. In: Stadtlexikon Hannover, S. 495</ref>
  • 1829 bis 1914: der Schlossbrunnen;<ref>Rainer Ertel: Schlossbrunnen. In: Stadtlexikon Hannover, S. 544</ref>
  • ab 1916: der Duve-Brunnen;<ref>Rainer Ertel: Duve-Brunnen. In: Stadtlexikon Hannover, S. 42</ref>
  • und schließlich der heutige, 1973/74 aufgestellte Tischbrunnen von Max Sauk<ref>Rainer Ertel, Ernst-Friedrich Roesener: Calenberger Neustadt. In: Brunnen in Hannover. Wasserspiele und Brunnen in ihren Stadtteilen, Hannover: Cartoon Conecept Agentur und Verlag GmbH, 1998, ISBN 3-932401-03-4, S. 18ff.</ref>

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 22′ 14,5″ N, 9° 43′ 43,6″ O

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