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Julia Dingwort-Nusseck

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Datei:Nusseck.jpg
Julia Dingwort-Nusseck (undatiert)

Julia Dingwort-Nusseck, geborene Nusseck (* 6. Oktober 1921 in Altona; † 7. Juni 2025 in Hamburg<ref>Bundesbank trauert um Julia Dingwort-Nusseck. Deutsche Bundesbank, 11. Juni 2025, abgerufen am 13. Juni 2025.</ref><ref>Traueranzeigen von Julia Dingwort-Nusseck. In: hamburgertrauer.de. 7. Juni 2025, abgerufen am 11. Oktober 2025.</ref>), war eine deutsche Wirtschaftsjournalistin. Sie war von 1976 bis 1988 erste Präsidentin der Landeszentralbank Niedersachsen. In dieser Eigenschaft war sie auch die erste Frau im Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank. Parteipolitisch engagierte sie sich für die CDU.<ref>Voll auseinandernehmen. In: Der Spiegel. Nr. 32, 1975 (online4. August 1975).</ref>

Leben

Während des Zweiten Weltkrieges machte Julia Nusseck 1940 das Notabitur am Gymnasium Allee in Hamburg-Altona und studierte Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Hamburg und Tübingen und schloss das Studium 1943 als Diplom-Volkswirtin ab. Nach der Promotion zum Dr. rer. pol. 1944 wurde sie Vorstandssekretärin bei der Neuen Sparcasse von 1864 in Hamburg.<ref name="munzinger">Julia Dingwort-Nusseck Internationales Biographisches Archiv 23/1989 vom 29. Mai 1989, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 18. November 2012 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> 1946 wurde sie Wirtschaftsredakteurin beim Radio Hamburg in der britischen Besatzungszone. Die Leitung des Ressorts Wirtschaft übernahm sie 1947, als ihre Vorgesetzten ausschieden, nachdem deren NS-Vergangenheit bekannt geworden war.<ref name="ftd20121113">Jarka Kubsova: Die erste Frau der Bundesbank. In: Financial Times Deutschland. 13. November 2012, ISSN 1615-4118, S. 19.</ref>

Stellvertretende Chefredakteurin Fernsehen des Westdeutschen Rundfunks wurde sie 1969 und am 1. November 1973 Chefredakteurin.<ref>Chronik der ARD. 1973. ARD, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Oktober 2013; abgerufen am 18. November 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/web.ard.de</ref> Diese Position hatte sie bis zum 30. September 1976 inne.<ref>Chronik der ARD. 1976. ARD, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Oktober 2013; abgerufen am 18. November 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/web.ard.de</ref>

Der niedersächsische Finanzminister Walther Leisler Kiep nominierte Julia Dingwort-Nusseck im Juni 1976 mit Unterstützung durch Ministerpräsident Ernst Albrecht<ref>Bernhard Blohm: Und ewig lockt das Geld. In: Die Zeit. 9. Oktober 1987 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online (Memento vom 7. März 2016 im Internet Archive) [abgerufen am 13. Juni 2025]).</ref> als niedersächsische Landeszentralbankpräsidentin.<ref>Warum ausgerechnet die? In: Der Spiegel. Nr. 30, 1976 (online19. Juli 1976).</ref> Der Zentralbankrat der Bundesbank lehnte sie mit zehn zu sechs Stimmen ab.<ref name="ds19760621">Karriere-Knick. In: Der Spiegel. Nr. 26, 1976 (online21. Juni 1976).</ref> Da der Zentralbankrat in dieser Sache nur ein Anhörungsrecht hatte,<ref name="ds19760621" /> wurde sie am 1. Oktober 1976 niedersächsische Landeszentralbankpräsidentin und in dieser Funktion Mitglied des Zentralbankrates.<ref name="iF">Dr. Julia Dingwort-Nusseck. iF Industrie Forum Design, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Oktober 2013; abgerufen am 18. November 2012.</ref> Wegen ihres neuen Amtes musste sie ihr Aufsichtsratsmandat bei der Horten AG niederlegen.<ref>Manager und Märkte. Bankpfründe für Politiker Horten sucht Dame Jumbo für Hapag-Lloyd? In: Die Zeit. 17. Dezember 1976 (HTML [abgerufen am 18. November 2012]).</ref> Später erhielt sie von den Mitgliedern des Zentralbankrats für ihre zweite Amtszeit eine einstimmige Nominierung.<ref name="skz">Schönheit und Hässlichkeit lenken von der Kompetenz ab. In: Deutscher Sparkassen- und Giroverband (Hrsg.): SparkassenZeitung. 6. Mai 2011 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online (Memento vom 23. Oktober 2013 im Internet Archive) [abgerufen am 13. Juni 2025]).</ref> Sie schied 1988 aus dem Gremium aus.<ref name="skz" />

Vom 28. April 1981<ref>Chronik der ARD. 28.04.1981. ARD, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Oktober 2013; abgerufen am 18. November 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/web.ard.de</ref> bis zum 12. März 1984 war Julia Dingwort-Nusseck Vorsitzende des Verwaltungsrats des Norddeutschen Rundfunks (NDR),<ref>Vorsitzende des Verwaltungsrates seit 1955. NDR, abgerufen am 18. November 2012.</ref> danach übernahm sie den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden.<ref>Chronik der ARD. 12.03.1984. ARD, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Oktober 2013; abgerufen am 18. November 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/web.ard.de</ref> Vom 24. April 1991<ref>Chronik der ARD. 26.04.1991. ARD, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Oktober 2013; abgerufen am 18. November 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/web.ard.de</ref> bis zum 29. Oktober 1993<ref>Chronik der ARD. 29.10.1993. ARD, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Oktober 2013; abgerufen am 18. November 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/web.ard.de</ref> war Julia Dingwort-Nusseck erneut Vorsitzende des Verwaltungsrates des NDR.

Von 1990 bis 1999 war Julia Dingwort-Nusseck die 2. Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Stiftungen<ref>Dingwort-Nusseck, Julia. Bundesarchiv, abgerufen am 13. Juni 2025.</ref> und war seit 1999 dessen Ehrenmitglied.<ref>Ehrenmitglieder. Bundesverband Deutscher Stiftungen, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Dezember 2012; abgerufen am 18. November 2012.</ref> Dingwort-Nusseck war Mitglied bei Zonta International, einige Jahre Präsidentin des Zonta-Clubs Hamburg und zuletzt Ehrenmitglied.<ref>Hamburger Abendblatt - Hamburg: Zonta-Club - ein Netzwerk für berufstätige Frauen. 8. März 2013, abgerufen am 26. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Glückwünsche zum 100. Geburtstag.</ref>

Privates

Julia Dingwort-Nusseck war von 1951 bis zu seinem Tod 2011 mit dem Verleger Carl-Wolfgang Dingwort<ref>Verlag Dingwort</ref> verheiratet.<ref name="iF" /> Aus der Ehe stammen ein Sohn und zwei Töchter.<ref name="ftd20121113" />

Sendungen

Auszeichnungen

Literatur

  • Jarka Kubsova: Die erste Frau der Bundesbank. In: Financial Times Deutschland. 13. November 2012, ISSN 1615-4118, S. 19.
  • N.N.: Die erste Frau im Zentralbankrat wird 100. In: Deutsche Bundesbank. 6. Oktober 2021 (bundesbank.de [abgerufen am 13. Juni 2025]).
  • Rainer Hank: Entschlossen für die Marktwirtschaft. Julia Dingwort-Nusseck (* 1921) und Fides Krause-Brewer (1919–2018). In: ders.: Die Pionierinnen. Wie Journalistinnen nach 1945 unseren Blick auf die Welt veränderten. Penguin, München 2023, ISBN 978-3-328-60305-4, S. 211–232.

Filmportrait

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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