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Bhutan

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(Weitergeleitet von Königreich Bhutan)

Das Königreich Bhutan ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈbʰuːtaːn]; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), gesprochen etwa „Dru Ü“) ist ein Binnenstaat in Südasien. Der Großteil des Landes liegt in großer Höhe im Himalaya. Der Buddhismus ist offizielle Staatsreligion und prägend für die Politik Bhutans. Im Vergleich zu anderen Staaten legt die Regierung wenig Wert auf Wirtschaftswachstum und Produktivität und achtet stattdessen beispielsweise mehr auf Naturschutz und Glück. Bhutan gehört zu den wenigen Staaten weltweit, die als klimaneutral gelten.

Geografie

Bhutan liegt in Südasien und grenzt im Süden an die indischen Bundesstaaten Sikkim, Westbengalen, Assam und Arunachal Pradesh (von Westen nach Osten) sowie im Norden an Tibet (China). Die Oberflächengestalt Bhutans ist vom Himalaya geprägt. Über 80 Prozent des Landes liegen in über 2000 m Höhe. Das Land hat mit 38.394 km² etwa die Größe der Schweiz. Mehr als zwei Drittel des Königreiches Bhutan sind bewaldet.

Das Land gliedert sich in drei Landschaften: Im Süden, an der indischen Grenze, verläuft die Ebene von Duar, eine schmale Niederung, die zu den Ausläufern des Ganges-Brahmaputra-Tieflandes gehört. Nördlich davon steigt das Land steil an. Die 2000 bis 3000 m hohen Berge des Vorhimalaya sind das Hauptsiedlungsgebiet. An der Grenze zu Tibet liegt die Hochgebirgsregion Lunana. Höchster Berg des Landes ist der 7570 m hohe Gangkhar Puensum, welcher der weltweit höchste Berg ist, der noch nie von einem Menschen bestiegen wurde. Der zweithöchste Berg ist der Kula Kangri. Der niedrigste Punkt des Staatsgebiets befindet sich an der Querung der indischen Grenze durch den Fluss Manas auf ca. 98 m.

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Klima

Bhutan liegt am Rand der Tropen. Das Klima des gesamten Landes ist als Gebirgsklima einzustufen und aufgrund der unterschiedlichen Höhenstufen sehr unterschiedlich. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation herrscht in den Tälern ein monsunbeeinflusstes Regenklima (Cwa) mit heißen und schwülen Sommern, der wärmste Monat liegt im Mittel über 22 °C. An den Berghängen geht dies in Cwb über: Die vier wärmsten Monate liegen über dem 10 °C-Mittel, der wärmste Monat bleibt hingegen unter der 22 °C-Marke. Der kälteste Monat liegt im Mittel über dem Gefrierpunkt. In großen Höhen herrscht Tundrenklima (ET) mit strengen Wintern und kühlen Sommern: Der wärmste Monat liegt im Mittel zwischen 0 und 10 °C. Besonders in den südlichen Gebieten des Landes kommt es während der Regenzeit häufig zu Überschwemmungen.

Fauna

Die zum großen Teil unberührten Wälder Bhutans beherbergen eine große Zahl geschützter und seltener Tier- und Pflanzenarten. So wurden beispielsweise Tiger in Bhutan in einer Höhenlage von über 4000 Meter gesichtet.<ref>Matt Walker: Lost tiger population discovered in Bhutan mountains. In: BBC Earth News. BBC, 20. September 2010, abgerufen am 14. März 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Tigerpopulation wurde im Jahr 2015 auf etwa 100 Exemplare geschätzt.<ref>103 wild tigers in Bhutan – A Roaring Success. In: RAOnline. 29. Juli 2015, abgerufen am 14. März 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Royal Bengal Tiger. In: wwfbhutan.org.bt. WWF, 2015, abgerufen am 14. März 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch der Leopard, der Schneeleopard, der Nebelparder und der Kragenbär leben als weitere Fleischfresser in der Region.<ref>Wildlife. In: wwfbhutan.org.bt. WWF, abgerufen am 14. März 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Serau, das Gelbbauch-Moschustier, das Blauschaf, Hirsch-Arten und Waran-Arten sind die wichtigen Beutetiere der Raubtiere.<ref name="Tierwelt">Andreas von Heßberg: Bhutan: Unterwegs im Himalaya-Königreich. 1. Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-89794-350-6, S. 41 ff.</ref> Auch einige Herden des Asiatischen Elefanten sind in den Wäldern Bhutans zu finden.<ref>Hintergrundinformation: Asiatischer Elefant. (PDF DOC) In: wwf.de. WWF, März 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juli 2016; abgerufen am 14. März 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wwf.de</ref> Da jede Klimazone über eine eigene Flora und Fauna verfügt, findet man in Bhutan auf kleinstem Raum eine enorme Artenvielfalt, da die verschiedenen Höhenstufen unterschiedliche Artenspektren aufweisen.<ref>Edward O. Wilson: 15 «Best Places» der Biosphäre. Verlag C. H. Beck, München 2016, S. 147–168, doi:10.17104/9783406697869-147.</ref> Es finden sich tropische Arten in den Tälern (z. B. Elefant), Arten der gemäßigten Zone (beispielsweise Hirsch-Arten, Wolf) in den mittleren Höhen wie auch Hochgebirgsarten (beispielsweise der Schneeleopard, das Wildschaf) in den Bergen bis in Höhenlagen von über 5000 Meter. Die Herpetofauna (Amphibien und Reptilien) ist ebenso vielfältig – Krokodilmolche (Tylotriton) finden sich ebenso wie die Königskobra, die Bambusottern (Trimeresurus) und Waran-Arten.<ref name="Tierwelt" /> Die Himalaya-Zone ist für Vogelkundler interessant durch eine Vielzahl von Fasan-Arten, Kranich-Arten und Geier-Arten.<ref name="Tierwelt" /> Im Vorhimalaya ist der im englischen Sprachgebrauch als Bhutan Glory (Bhutans Glanz) bezeichnete und zu den Ritterfaltern zählende farbenprächtige Tagschmetterling Bhutanitis lidderdalii beheimatet.

Bhutan hat große Flächen als Nationalparks ausgewiesen: Im Phibsoo Wildlife Sanctuary gibt es den Tiger, den Nebelparder, den Goldlangur (eine Affenart), den Gaur (das größte Wildrind der Erde), den Asiatischen Elefanten und Nashornvogel-Arten. Der Jigme-Dorji-Nationalpark beherbergt das Blauschaf, den Schneeleoparden, den Takin, den Serau, den Kleinen Panda, den Tiger und den Kragenbären. Der Jigme-Singye-Wangchuck-Nationalpark ist die Heimat von Serau, Kleinen Panda, Tiger, Kragenbär, Nebelparder, Goldlangur, Schwarzhalskranich, Satyrtragopan und Nashornvogel-Arten. Der grenzüberschreitende Royal-Manas-Nationalpark liegt teilweise in Indien. In ihm gibt es noch eine stabile Population des Panzernashorns. Man findet dort auch den Tiger, den Kragenbären, den Nebelparder, den Goldlangur, den Gaur, den Asiatischen Elefanten sowie verschiedene Arten von Nashornvögeln. Der Thrumshingla-Nationalpark ist bekannt für Serau, Kleinen Panda, Tiger, Kragenbär, Kappenlangur, Satyrtragopan und Nashornvogel-Arten. Das Bumdeling Wildlife Sanctuary beherbergt das Blauschaf, den Schneeleoparden, den Serau, den Kleinen Panda, den Tiger, den Kragenbären, den Kappenlangur, den Schwarzhalskranich, den Satyrtragopan und Nashornvogel-Arten. Zu den genannten kommt noch der weitverbreitete Indische Leopard.<ref>Andreas von Heßberg: Bhutan: Unterwegs im Himalaya-Königreich. 1. Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-89794-350-6, S. 105 ff.</ref>

Klima- und Umweltschutz

Bhutan ist Stand 2023 der einzige Staat der Erde, der mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnimmt, als er in sie ausstößt.<ref>Lennard Simmons: Bundeskanzler: Olaf Scholz „fasziniert“ von Glück als Wohlstandsindikator. In: Zeit Online. 13. März 2023, abgerufen am 3. April 2023.</ref><ref>Weitere fremdsprachige Belege:

  1. Harvard International Review
  2. CNN
  3. Climate Council
  4. Nikkei
  5. National Geographic</ref>

In seiner Verfassung hat Bhutan den Umweltschutz festgeschrieben. Bhutan verfügt über einen einmaligen Naturreichtum. Bereits in den Schulen wird bei den Kindern das Umweltbewusstsein gefördert. Wegen der relativ geringen Bevölkerungsdichte und der zerklüfteten Berglandschaft wird im Vergleich zu anderen Ländern der Region nur ein kleiner Teil der Fläche für die Landwirtschaft genutzt. Etwa zwei Drittel des Landes sind bewaldet. Die Wälder werden ökologisch nachhaltig genutzt, Brandrodung ist verboten und wird bestraft. Als Nationalparks und Tierreservate sind 26 Prozent des Landes geschützt.<ref>Länderinformation Bhutan. In: Österreichische Forschungsstiftung für internationale Entwicklung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Januar 2009; abgerufen am 2. Mai 2016.</ref><ref>BHUTAN – Wirtschaft, Wolfgang-Peter Zingel, Südasien-Institut der Universität Heidelberg</ref> Bhutan hat sich dazu verpflichtet, dauerhaft CO2-neutral zu bleiben. Im Jahr 2013 wies es sogar eine CO2-negative Bilanz auf.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ein Königreich wird grün (Memento vom 31. März 2022 im Internet Archive) in Handelsblatt vom 3. August 2013, abgerufen am 19. Juli 2019.</ref> Bhutan nutzt 6,5 Prozent seines Wasserkraftpotentials, das auf 24.000 Megawatt geschätzt wird. Der Export von grünem Strom aus Wasserkraft ist eine wichtige Einnahmequelle für Bhutan.<ref>Michael Marek und Anja Steinbuch: Ein Himmelreich für saubere Energie. faz.net vom 12. September 2020.</ref>

Bhutan hat ein Umweltproblem mit Plastikmüll. So ist das Abfallvolumen durch veränderte Konsumgewohnheiten erheblich gestiegen.<ref>Bhutan sagt Plastikmüll den Kampf an. 31. August 2018, abgerufen am 14. Juli 2024.</ref> Seit 2019 sind zwar Kunststofftüten verboten, doch ist die landesweite Durchsetzung und Kontrolle noch ein Problem.<ref>Bhutan’s struggle against plastic waste. 3. Juni 2023, abgerufen am 14. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Abfallwirtschaft

Königin Jetsun Pema engagiert sich für einen hochwertigen Umweltschutz und eine gute Abfallwirtschaft in Bhutan. Die Mülldeponien in Bhutan sind überlastet, und die Abfallwiederverwertung kann nur dürftig durchgeführt werden. Am 23. Januar 2020 wurde deshalb das Zero Waste Bhutan-Programm gestartet. Bis 2030 soll ein abfallfreies Bhutan verwirklicht werden. In der Umsetzung plant man eine effektive Trennung von Müll, eine maximale Materialrückgewinnung (Recycling), so dass der absolute Abfallanteil nur noch bei einem Fünftel liegen soll. Dazu bedarf es nicht nur einer besseren Aufklärung und einer Sensibilisierung der Bevölkerung, sondern auch erheblicher Investitionen, die das Land nicht alleine stemmen kann.<ref>bhutan environmental problem garbage – Zero Waste Bhutan. 14. Juli 2024, abgerufen am 14. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 23. April 2022 stellten die japanische Regierung und das japanische Volk vier Mülldeponien, 28 Müllverdichter, drei Muldenkipper, zwei Baggerlader, einen Bagger und eine Planierraupe sowie 24 Container im Wert von rund 3,9 Millionen US-Dollar zur Verfügung.<ref>Improving Solid Waste Management with more Waste Collection Vehicles and Equipments. 23. April 2022, abgerufen am 14. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 25. April 2023 erhielt die königliche Regierung von Bhutan zur Unterstützung drei neue Müllverdichter-LKW von der Regierung der Republik Korea gespendet.<ref>The Royal Government of Bhutan Receives Three Garbage Compactor Trucks from the Government of the Republic of Korea. 25. April 2023, abgerufen am 14. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zur Unterstützung des Programms wurde am 13. Dezember 2022 die Mobile App Zero Waste Bhutan APP eingeführt. Die App dient als Plattform zur Verbreitung von Informationen zu abfallbezogenen Einrichtungen und Dienstleistungen. Weiterhin dient die App zur Verfolgung von Abfallvergehen. Jeder Einzelne, auch die breite Öffentlichkeit, kann sich registrieren und eine bürgernahe Polizeirolle bei der Bekämpfung der immer größer werdenden Abfallprobleme übernehmen und gleichzeitig 30 % des Bußgeldbetrags als Anreiz für die Meldung authentischer Verstöße erhalten. Zu diesem Zweck verfügt die App über eine Schnittstelle zur Zahlung von Bußgeldern.<ref>Launch ofZW Bhutan App. 13. Dezember 2022, abgerufen am 14. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Städte

Im Jahr 2023 lebten 44 Prozent der Einwohner Bhutans in Städten.<ref name="BevStadt">Urban population (% of total population). Weltbank, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die größten Städte sind (Stand 30. Mai 2017):

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Bevölkerung

Demografie

Datei:Bevölkerungspyramide Bhutan 2016.png
Bevölkerungspyramide Bhutan 2016

Bhutan hatte 2022 782.000 Einwohner.<ref>Population, total. In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2023, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 0,6 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 12,3 pro 1000 Einwohner<ref>Birth rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> vs. Sterbeziffer: 6,4 pro 1000 Einwohner<ref>Death rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,4, die der Region Süd-Asien betrug 2,2.<ref>Fertility rate, total (births per woman). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 28,2 Jahren.<ref>World Population Prospects 2022 – Population Dynamics -Download Files. Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen, 2021, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2023 waren 21,5 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre,<ref>Population ages 0-14 (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> während der Anteil der über 64-Jährigen 6,4 Prozent der Bevölkerung betrug.<ref>Population ages 65 and above (% of total population). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bevölkerungsentwicklung<ref name="esa.un.org">World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 8. Mai 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl
1950 176.000 2000 573.000
1960 223.000 2010 686.000
1970 298.000 2020 773.000
1980 409.000 2021 756.129
1990 537.000 2022 782.000<ref>World Bank Open Data. Abgerufen am 5. Januar 2024.</ref>

Bevölkerungsstruktur

Datei:Thimphu.jpg
Kinder vor dem königlichen Palast von Thimphu
Datei:Bhutan 10.jpg
Tänzer

Die Bevölkerung Bhutans setzt sich aus drei Gruppen zusammen: den im westlichen Hochland lebenden, im Mittelalter aus Tibet eingewanderten Ngalongs, einer Schicht, der auch das Königshaus angehört, und den im östlichen Bergland lebenden, ethnisch den Bergstämmen Nord-Ost-Indiens nahestehenden Sarchops, wobei beide Gruppen durch ihre Zugehörigkeit zum Buddhismus verbunden sind, sowie als dritte Gruppe den im Tiefland an der indischen Grenze überwiegenden Süd-Bhutanern (nepalische Bhutaner oder Lhotshampas). Etwa drei Viertel der Bevölkerung gehören zum tibetischen Völkerkreis.

Die Nepalis hatten sich bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts im Süden Bhutans angesiedelt und zwar zunächst mit Einwilligung der Regierung, die auf zusätzliche Arbeitskräfte angewiesen war. Im Jahre 1958 wurden die Grenzen geschlossen. Ein Staatsbürgerschaftsgesetz aus demselben Jahr eröffnete den in Südbhutan ständig lebenden ethnischen Nepalis die Möglichkeit, die Staatsangehörigkeit Bhutans zu erwerben. Auch nach 1958 sind gleichwohl weitere Nepalis in den Süden Bhutans eingewandert. Der Bevölkerungszufluss, insbesondere aus dem dichtbesiedelten Nepal, aber auch aus Indien, war nicht zu kontrollieren.

Eine Volkszählung im Jahr 1980 ergab ein Anwachsen des nepalischen Bevölkerungsanteils auf über 50 Prozent. Dies löste in der herrschenden Schicht Bhutans die Befürchtung aus, dass die traditionelle tibeto-buddhistische Kultur des Landes überfremdet und die Monarchie durch eine von der nepalischen Bevölkerungsgruppe getragene Demokratie gefährdet werde.

Im Jahre 1985 wurde ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz erlassen, das die Anerkennung als bhutanische Staatsangehörige vom erneuten Nachweis des ständigen Wohnsitzes vor dem 31. Dezember 1958 abhängig machte. Auch materiell-rechtlich nahm das Gesetz von 1985 einen rückwirkenden, belastenden Eingriff in die Staatsbürgerstellung vor. Dadurch wurde eine große Anzahl der nepalischen Volkszugehörigen in plötzliche Beweisnot gebracht; für sie bestand die Gefahr, zu Ausländern und illegalen Einwanderern erklärt zu werden.

Seit 1988 betreibt die Regierung eine Politik der kulturellen Assimilierung. Diese auch als „Bhutanisierung“ bezeichnete Politik bestand in einer verstärkten Betonung des Staatsgrundsatzes von tsa wa sum (Einheit der drei Elemente: König, Regierung und Königreich oder Land) und der Auferlegung kultureller Assimilationspflicht an die Ngalong-Traditionen in Gestalt eines Gebots, den herkömmlichen Verhaltenskodex der herrschenden Gruppe zu befolgen, die nationale Kleidung der ethnischen Bhutaner zu tragen und die Sprache der Ngalongs als alleinige Amtssprache zu benutzen.

In der folgenden Zeit kam es zu erheblichen Unruhen in Südbhutan, denen die Regierung mit einem verstärkten Einsatz von Armee und Polizei begegnete. Seit Mitte 1991 begann eine Kampagne der Einschüchterung und Vertreibung, entweder aufgrund fehlender oder nicht nachweisbarer Staatsangehörigkeit oder unter Abnötigung „freiwilliger“ Auswanderungserklärungen. Eine große Anzahl der nepalischen Volkszugehörigen – insgesamt etwa 100.000 – flüchteten nach Nepal, wo sie in Flüchtlingslagern leben.

Die im Exil lebenden Bhutaner nepalischer Volkszugehörigkeit gründeten 1990 die Bhutan Peoples Party (B.P.P.), die die Interessen der Südbhutaner vertritt. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung in Südbhutan in den Jahren 1990 bis 1992 wurde Mitgliedern und Sympathisanten der B.P.P. ein sogenanntes „NOC“ (No Objection Certificate), das für den Zugang zu Schulen, höherer Bildung und Berufen des öffentlichen Dienstes erforderlich ist, verweigert. Im Februar 1992 wurde diese Praxis wieder aufgegeben. Mitglieder und Anhänger der B.P.P. wurden inhaftiert und auch misshandelt. In einigen hundert Fällen konfiszierten Regierungstruppen den Grundbesitz von Personen, die als Staatsfeinde eingestuft wurden, brannten ihre Häuser nieder oder verwüsteten sie.

Religion

Datei:Paro Taktsang, Bhutan (edited).jpg
Kloster Taktsang, auch bekannt als „Nest des Tigers“

Die Staatsreligion, der etwa 72 % der Bevölkerung anhängen, ist die tantrische Form des Mahayana-Buddhismus, verteilt auf die Drugpa-Kagyü und die Nyingma. Bhutan ist das einzige Land, das den Mahayana-Buddhismus als Staatsreligion praktiziert. Es handelt sich um eine Form, die auch dem tibetischen (Vajrayana) nahesteht. Daneben hat sich, vor allem durch indische und nepalische Immigranten, auch der Hinduismus (27 %) in Bhutan etabliert. Es gibt ferner auch Minderheiten von Muslimen (1 %) und Christen in Bhutan (mit den zehn Gemeinden, die zur Diözese Osthimalaya der Church of North India gehören, als der größten Gemeinschaft,<ref>Hugh P. Kemp: Bhutan. In: Mark A. Lamport: Encyclopedia of Christianity in the Global South. Band 2. Rowman & Littlefield, Lanham 2018, S. 84.</ref> sowie der Römisch-katholischen Kirche in Bhutan).

Die Staatsgründung Bhutans im 17. Jahrhundert durch Shabdrung Ngawang Namgyel (zhab-drung ngag-dbang rnam-rgyal 1616–1651), den Abt eines Drukpa-Kagyü-Klosterordens in Tibet, ist eng mit dem Buddhismus verbunden. Der Bau der Klosterburgen (Dzongs) in Bhutan diente der militärischen Verteidigung gegen den rivalisierenden Gelugpa-Klosterorden, der wiederholt versuchte, seinen machtpolitischen Einfluss auf Bhutan auszudehnen. Unter König Jigme Dorje Wangchuck verloren die Drukpa-Klöster ihren Grundbesitz, den die Regierung an landlose Bauern verteilte. Finanzielle Zuwendungen aus dem Staatshaushalt stellen die Existenz der Klöster sicher. In der Nationalversammlung sind ferner 15 Sitze für Vertreter des Klerus reserviert, die von einem buddhistischen Gremium bestimmt werden. Das spirituelle Oberhaupt des Drukpa-Klosterordens ist der Je Khenpo; er genießt neben dem König eine hohe Stellung im politischen System Bhutans. Neben den Drukpa sind auch die Nyingma-Tradition nach Pema Lingpa und die Drigung-Kagyü-Schule in Bhutan vertreten. Die Königsfamilie von Bhutan stammt von Pema Lingpa ab.

Bildungssystem

Bis zur großen Bildungsreform in den 1960er Jahren waren die buddhistischen Tempel die maßgeblichen Bildungseinrichtungen. Erste höhere staatliche Bildungseinrichtung war das 1968 gegründete Teacher Training Institute zur Ausbildung von Lehrkräften, dem heutigen Samtse College of Education.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Samtse College of Education (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. August 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sce.edu.bt Webseite, abgerufen am 19. November 2019.</ref> In den folgenden Jahren folgten noch acht weitere Institute, die 2003 in der dezentral organisierten Royal University of Bhutan zusammengefasst wurden.<ref></ref>

Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 3,85 % des Bruttoinlandsprodukts.<ref>Current health expenditure (% of GDP). In: World Bank Open Data. Weltbank, 15. April 2024, abgerufen am 2. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2022 praktizierten in Bhutan 5,5 Ärzte je 10.000 Einwohner.<ref>Global Health Workforce statistics database. In: The Global Health Observatory. Weltgesundheitsorganisation, 20. Mai 2024, abgerufen am 26. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Sterblichkeit bei unter 5-jährigen betrug 2021 24 pro 1000 Lebendgeburten.<ref>Mortality rate, under-5 (per 1,000 live births). In: World Bank Open Data. Weltbank, abgerufen am 26. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Lebenserwartung der Einwohner Bhutans ab der Geburt lag 2022 bei 72,2 Jahren<ref name="LebErw">Life expectancy at birth, total (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (Frauen: 74,2<ref>Life expectancy at birth, female (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, Männer: 70,6<ref>Life expectancy at birth, male (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 18. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>).

Geschichte

Über die Geschichte der ursprünglichen Bewohner des Landes, die Thepu, liegen keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. Belegt ist, dass im 8. Jahrhundert n. Chr. indische Missionare den Buddhismus in das damals hinduistische Feudalfürstentum brachten, das im folgenden Jahrhundert unter tibetische Herrschaft geriet. Die indisch-hinduistischen Einflüsse wurden gewaltsam beseitigt und der Buddhismus in Gestalt des tibetischen Lamaismus im 12. Jahrhundert zur Staatsreligion erklärt. Damals entstanden viele Klöster, die zu Stützen der feudalen Gesellschaft wurden. Aus der Mischung von Thepu und Tibetern entwickelte sich das Volk der Bhotija.

Datei:TrongsaDzong.jpg
Dzong (Festung) von Trongsa

Shabdrung Ngawang Namgyel, der nach Bhutan flüchten musste, da seine Anerkennung als Wiedergeburt des Pema Karpo (pad-ma dkar-po) von dem Tsang Desi abgelehnt wurde, gelang während seiner Herrschaft ab 1616 die Einigung der bis dahin unabhängigen Fürstentümer des Landes zu einem theokratischen Reich. Der in Tibet geborene religiöse Würdenträger wird als der Gründer des Staates und als Stifter bhutanischer Identität angesehen. Mit seinen kulturellen Errungenschaften – er gliederte alle Regionen des Landes in ein schriftlich verwaltetes Reich – legte er den Grundstein zur heutigen bhutanischen Gesellschaft. Der Staat erhielt den bis heute gültigen Namen Druk Yul (Land der Drachen). 1627 kamen die Portugiesen João Cabral und Estêvão Cacella als erste Europäer nach Bhutan und waren vermutlich die ersten Ausländer, mit denen Shabdrung Ngawang Namgyel zusammentraf. Ihre Berichte sind die einzigen westlichen Dokumente über ihn.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Shabdrung Ngawang Namgyal and the visit of the Portuguese Jesuit Patres Father Estevão Cacella and Father João Cabral in 1627 (Memento vom 28. März 2022 im Internet Archive) (PDF-Abruf, engl.), fünfseitiger Artikel auf der Website des Pro Bhutan e. V., abgerufen am 9. September 2022.</ref> Nach seinem Tod 1651 geriet das Land in Anarchie, wehrte sich jedoch erfolgreich 1710 und 1730 gegen Angriffe durch die verbundenen tibetisch-mongolischen Truppen. Die Staatsgewalt wurde formell zwischen einem geistlichen Oberhaupt (rgyal-tshab; von britisch-indischen Autoren als Dharma Raja bezeichnet) und einem weltlichen Oberhaupt (sde srid phyag-mdzod, von britisch-indischen Autoren als Deb Raja bezeichnet) geteilt, praktisch lag sie aber in den Händen der Priester (Lamas). Diese stellten die Statthalter (Pönlop), die die Steuern und Abgaben von den Bauern eintrieben und die Gerichtsbarkeit ausübten. Zwischen den feudalen Machtgruppen kam es immer wieder zu Kämpfen, in die sich von Tibet aus sowohl der Dalai Lama als auch der Penchen Lama einmischten.

1772 begann der fast hundertjährige Grenzkonflikt mit der britischen Ostindien-Kompanie und Großbritannien. Nach der Eroberung Assams im Jahre 1826 erstrebte die britische Kolonialmacht die direkte Kontrolle der Grenzpässe. Im Bhutankrieg okkupierte sie 1864 und 1865 (Vertrag von Sinchula) den Bezirk Dewangiri und andere Gebiete Bhutans. Mit britischer Unterstützung riss 1895 der Statthalter Ugyen Wangchuk die Herrschaft an sich. 1907 wurde er in Punakha zum König gewählt und führte die erbliche Maharadschawürde ein (Wangchuk-Dynastie). Im Vertrag von 1910 erkannte Großbritannien formell die Unabhängigkeit Bhutans an, behielt sich aber die Kontrolle der Außenpolitik vor.

Am 8. August 1949 schloss Bhutan mit Indien einen Freundschaftsvertrag, demzufolge Indien die außenpolitischen Beziehungen Bhutans wahrnimmt und Wirtschaftshilfe (Bau von Straßen und Kraftwerken) leistet. Ein indischer politischer Resident hatte seinen Sitz in Gangtok (Sikkim). Gegen die gemäßigten Reformen des Königs Jigme Dorje Wangchuck (Regierungszeit 1952–1972) und dessen Anlehnung an Indien richtete sich eine von Offizieren und Beamten geführte Verschwörung (5. April 1964 Ermordung des Ministerpräsidenten Jigme Dorji; 1. August 1965 fehlgeschlagenes Attentat auf den König).

Im November 1964 übernahm der König die gesamte Staatsgewalt. Das 1953 geschaffene Parlament (Tsongdu) erhielt 1968, als Bhutan konstitutionelle Monarchie wurde, gewisse Gesetzgebungsrechte. Der königliche Rat und der Ministerrat bilden die Exekutive. Politische Parteien blieben bis 2007 verboten. Unter König Jigme Dorje Wangchuk wurden die Privilegien der Lamas eingeschränkt und Maßnahmen zum Abbau der feudalen Verhältnisse eingeleitet (Abschaffung der Leibeigenschaft, Vorbereitung einer Landreform zur Beschränkung des Großgrundbesitzes auf 120 Hektar, Beginn staatlicher Fünfjahrespläne, Entwicklung des Bildungswesens, Verleihung des Bürgerrechts an den nepalesischen Bevölkerungsteil). Am 21. September 1971 erlangte Bhutan die völkerrechtliche Anerkennung (Aufnahme in die Vereinten Nationen) der de facto schon zuvor bestehenden Eigenstaatlichkeit.<ref>2751 (XXVI).Admission of Bhutan to membership in the United Nations. 21. September 1971, abgerufen am 13. Juni 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach dem Tode Jigme Dorje Wangchuks 1972 wurde Kronprinz Jigme Singye Wangchuck zum neuen König ausgerufen, seine offizielle Krönung erfolgte erst am 2. Juni 1974.

1981 erfolgte die Ausweisung tibetischer Flüchtlinge, die eine Annahme der bhutanischen Staatsbürgerschaft ablehnten.

Politischer Widerstand gegen ein im Jahre 1985 eingeführtes Staatsbürgerschaftsgesetz war 1990 der Grund für die Unruhen und die Vertreibung von mehr als 100.000 nepalesischen Bhutanern (Lhotshampas) aus Südbhutan nach Nepal. Im August 1998 beschränkte König Jigme Singye Wangchuck gegen den Willen des Parlaments seine eigene Macht und unterstellte sich der Autorität des Parlaments.

Für 2008 verkündete der König die Einführung einer Verfassung, mit dem Ziel, Bhutan zu einer demokratisch-konstitutionellen Monarchie zu machen. Seitdem sollten sich im Land politische Parteien konstituieren dürfen und das Land von gewählten Volksvertretern regiert werden. Der König selbst hatte angekündigt, mit Einführung der Verfassung zurückzutreten. Überraschend dankte König Jigme Singye Wangchuk, der das Land seit der Unabhängigkeit autokratisch regiert hatte, jedoch schon am 14. Dezember 2006 im Alter von 51 Jahren zugunsten seines Sohnes Jigme Khesar Namgyel Wangchuck ab. Gründe für den ursprünglich erst für 2008 vorgesehenen Wechsel wurden nicht bekannt. In seiner ersten Ansprache erklärte der 26-jährige König, die demokratische Entwicklung des Landes voranbringen zu wollen. Die erste Auslandsreise des neuen Königs führte im Februar 2007 nach Indien, wo ein revidierter Freundschaftsvertrag abgeschlossen wurde, wodurch Bhutan nun außenpolitisch und rüstungswirtschaftlich voll souverän wurde. Am 6. November 2008 wurde Jigme Khesar Namgyel Wangchuk zum 5. Drachenkönig gekrönt.<ref name="SPON-588827">Roman Büttner: Hoffnung in Bhutan: Der Drachenkönig ist gekrönt. In: Spiegel Online. 6. November 2008, abgerufen am 9. Juni 2018.</ref> Zukünftig sollen alle Könige an ihrem 65. Geburtstag die Krone an den Thronfolger abgeben.

Politik

Seit der Unterzeichnung der Verfassung durch den König am 18. Juli 2008 ist Bhutan auch formal eine konstitutionelle Monarchie.<ref>The Telegraph, India: Bhutan Constitution, 19. Juli 2008.</ref> Das politische System Bhutans entspricht seit den Wahlen zum Oberhaus 2007 und Unterhaus 2008 erstmals westlichen Vorstellungen einer Demokratie. Bhutan orientierte sich stark am Westminster-System und am Beispiel des Parlamentsmodells des Vereinigten Königreichs. Daher gibt es in Bhutan ebenfalls ein Zwei-Kammer-System, mit dem Nationalrat als Oberhaus und der Nationalversammlung als Unterhaus.<ref name="epd53894">Evangelischer Pressedienst: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bhutaner wählen zum ersten Mal ein Parlament (Memento vom 26. August 2009 im Internet Archive), 17. Januar 2008.</ref>

Legislative (Parlament)

Die Geschichte der Legislative beginnt mit der Nationalversammlung (Tshogdu), welche erstmals 1953 auf Initiative von König Jigme Dorje Wangchuck geschaffen wurde. Sie bestand aus 150 Mitgliedern, die jedoch nicht direkt von der Bevölkerung gewählt wurden, sondern 105 Mitglieder wurden von Dorfvorstehern gewählt (die Kandidaten werden von einflussreichen Familien der Dörfer vorgeschlagen), 35 wurden vom König ernannt sowie 10 vom buddhistischen Klerus entsandt. Die Abgeordneten (Chimis) wurden für drei Jahre gewählt. Die Nationalversammlung erfüllte weitgehend eine Akklamationsfunktion. Eine Opposition existierte nicht.

1953 erhielten Frauen ein eingeschränktes aktives Wahlrecht auf nationaler Ebene: Es gab nur eine Stimme pro Haushalt. Erst neue gesetzliche Regelungen (Royal Decree vom 30. Juni 2007, Election Act of the Kingdom of Bhutan 2008, Public Election Fund Act of the Kingdom of Bhutan 2008, eine neue Verfassung, die vom Parlament am 21. Juli 2008 angenommen wurde) garantierten ein allgemeines Wahlrecht.<ref>– New Parline: the IPU’s Open Data Platform (beta). In: data.ipu.org. 21. Juli 2008, abgerufen am 30. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Inter-Parliamentary Union: IPU PARLINE database: BHUTAN (Tshogdu), Electoral system. In: archive.ipu.org. 30. Juni 2007, abgerufen am 25. September 2018.</ref> Auf lokaler Ebene ist nur eine Stimme pro Familie erlaubt (Stand 2007), was zur Folge hat, dass Frauen in der Praxis oft von der Wahl ausgeschlossen sind.<ref name="Paxton62">Pamela Paxton, Melanie M. Hughes, Jennifer Green: The International Women|s Movement and Women’s Political Representation, 1893–2003. In: American Sociological Review, Band 71, 2006, S. 898–920, zitiert nach Pamela Paxton, Melanie M. Hughes: Women, Politics and Power. A Global Perspective. Pine Forge Press Los Angeles, London 2007, S. 62.</ref>

Am 24. Dezember 2008 wurde eine neue Nationalversammlung gewählt, die die Rolle der Legislative übernommen hat und sich anders zusammensetzte als in den Jahren zuvor: Sie bestand nunmehr aus 47 gewählten Volksvertretern, die keiner Kontrolle durch ein anderes Verfassungsorgan unterworfen und kaum durch verfassungsrechtliche Regelungen eingeschränkt waren. In der Nationalversammlung saßen Abgeordnete aus zwei Parteien. Die Parlamentsabgeordneten werden in einem Wahlgang unter verschiedenen Parteien ermittelt. Die Legislaturperiode beträgt 5 Jahre, die Abgeordneten werden nach Mehrheitswahlrecht in Wahlkreisen gewählt.<ref>Sekretariat der Nationalversammlung Bhutans (Hrsg.): Informationsbroschüre der Nationalversammlung. (gov.bt [PDF]).</ref><ref name=":1">BHUTAN Tshogdu (National Assembly), ELECTORAL SYSTEM. In: INTER-PARLIAMENTARY UNION. Abgerufen am 14. August 2018.</ref>

Die andere Kammer des Parlaments, der Nationalrat bzw. Gyelyong Tshogde, hat 25 Mitglieder, davon 5 durch den König ernannt. Die Mitglieder im Nationalrat dürfen jedoch keiner Partei angehören. Der Nationalrat besitzt in der Gesetzgebung lediglich ein aufschiebendes Veto; er ist jedoch am Gesetzgebungsprozess beteiligt. Zur Erarbeitung von politischen Konzepten und Gesetzgebungsprozessen sind daher in beiden Kammern Ausschüsse und Arbeitsgruppen vorhanden.

Bisherige Ergebnisse der Parlamentswahlen in Sitzen
Wahltermin Partei für Frieden und Wohlstand (DPT) Volksdemokratische Partei (PDP) Druk Nyamrup Tshogpa Bhutan Tendrel Party
24. März 2008 45 02
31. Mai und 13. Juli 2013<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 15. Juli 2013 im Internet Archive)</ref> 15 32
15. September und 18. Oktober 2018 17 0 30
30. November 2023 und 9. Januar 2024 0 30 0 17

Exekutive (Regierung)

Die Regierung Bhutans setzte sich 2003 bis 2008 aus zehn Ministern zusammen, die von der Nationalversammlung gewählt werden. Der Premierminister wurde gemäß einem Rotationsverfahren unter den Ministern ernannt. Die Amtszeit der Regierung betrug fünf Jahre.

Nach der Wahl im Jahre 2013 löste Tshering Tobgay (PDP) Jigme Thinley (DPT) als Ministerpräsident ab.<ref>The New York Times 4. Oktober 2013: Index of Happiness? Bhutan’s New Leader Prefers More Concrete Goals</ref> 2018 wurde Lotay Tshering (DNT) Ministerpräsident.

Staatsoberhaupt

Staatsoberhaupt ist der König (Druk Gyalpo) Jigme Khesar Namgyel Wangchuck. Er ist seit der Abdankung seines Vaters Jigme Singye Wangchuck im Jahr 2006 Amtsinhaber und wurde im Jahr 2008 von seinem Vater zum „Drachenkönig“ gekrönt.<ref name="tagesschau20081106">tagesschau.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Neuer König im „Land des Donnerdrachens“ (Memento vom 9. November 2008 im Internet Archive), 6. November 2008 09:50 Uhr</ref>

Die Nationalversammlung kann dem König mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit das Misstrauen aussprechen und diesen zum Rücktritt (zugunsten seines Thronfolgers) zwingen.

Politische Parteien

Parteien waren bis zum Jahr 2007 in Bhutan verboten. Oppositionsgruppen hatten sich in Nepal und Indien gebildet. Die Forderungen der Exil-Opposition konzentrieren sich auf die Gleichberechtigung aller ethnischen Gruppen, die Einführung eines demokratischen Mehrparteiensystems und eine Revidierung des Staatsbürgergesetzes von 1985.

2003 wurde ein neues Wahlgesetz verabschiedet, das allen bhutanischen Staatsbürgern ab 21 Jahren das Wahlrecht zugestand. Der im März 2005 vorgelegte Verfassungsentwurf sah eine Zulassung politischer Parteien vor, eine Änderung des kontroversen Staatsbürgergesetzes sollte hingegen nicht erfolgen. 2007 wurden erstmals Wahlen für das Oberhaus, den Nationalrat, abgehalten und im März 2008 wurde erstmals das Unterhaus, die Nationalversammlung, gewählt. Dabei erhielt die Bhutanische Partei für Frieden und Wohlstand (Druk Phuensum Tshogpa, DPT) 45 der 47 vergebenen Parlamentssitze. Mit der Wahl war die vom neuen König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck fortgesetzte Demokratisierung abgeschlossen und Bhutan zu einer konstitutionellen Monarchie geworden.<ref>tagesschau.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verordnete Demokratie setzt auf „Bruttosozialglück“ (Memento vom 10. November 2008 im Internet Archive), 24. März 2008.</ref>

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 64,5 von 120 98 von 179 Stabilität des Landes: Warnung
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2024<ref>Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2024, abgerufen am 21. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Demokratieindex 5,65 von 10 79 von 167 Hybridregime
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2024<ref>The Economist Intelligence Unit’s Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, 2024, abgerufen am 21. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Freedom in the World Index 68 von 100 Freiheitsstatus: frei
0 = unfrei / 100 = frei
2024<ref>Countries and Territories. Freedom House, 2025, abgerufen am 21. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rangliste der Pressefreiheit 32,6 von 100 152 von 180 Sehr ernste Lage für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2025<ref name="RangPres">Rangliste der Pressefreiheit. Reporter ohne Grenzen, 2025, abgerufen am 21. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 72 von 100 18 von 181 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2024<ref>CPI 2024: Tabellarische Rangliste. Transparency International Deutschland e. V., 2025, abgerufen am 21. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Innenpolitik

Der von König Jigme Dorje Wangchuck (Regierungszeit: 1952–1972) eingeleitete innenpolitische Reformprozess (Einberufung einer Nationalversammlung, Aufhebung der Leibeigenschaft, Aufnahme Bhutans in die Vereinten Nationen) war eine Reaktion auf politische Ereignisse und Veränderungen im regionalen Umfeld Bhutans. Mit der politischen Unabhängigkeit Indiens (1947), der Gründung der Volksrepublik China (1949), der Besetzung von Tibet (1951), der Flucht des Dalai Lama (1959) und dem indisch-chinesischen Grenzkrieg (1962) wurde deutlich, dass die Phase der jahrhundertelangen (selbstgewählten) Isolation Bhutans beendet werden musste.

Der Sturz des Fürsten von Sikkim (1973), politische Unruhen/Forderungen von Nepalis im benachbarten indischen Bundesstaat Westbengalen nach Schaffung eines autonomen Gurkhalandes (1988) sowie der Zusammenbruch der absoluten Monarchie in Nepal (1990/91) verlangten auch in Bhutan weitere (innen-)politische Veränderungen. Der von König Jigme Singye Wangchuck (Regierungszeit: 1972–2006) forciert betriebene Öffnungsprozess hat dabei in den letzten Jahrzehnten zur Herausbildung neuer gesellschaftlicher Interessengruppen geführt. Ihre Einbindung in das politische System Bhutans ist der Hintergrund für den im März 2005 vorgelegten Verfassungsentwurf.

Der König verkündete am 17. Dezember 2005, dass er 2008 zurücktreten werde. Sein Sohn, der Kronprinz Jigme Khesar Namgyel Wangchuck werde 2008 als fünfter König des Landes inthronisiert. Überraschend übernahm der Prinz jedoch bereits am 14. Dezember 2006 die Amtsgeschäfte.

Die bhutanische Rechtsprechung basiert auf dem indischen und dem britischen Common Law.

Bis zur Aufhebung des Verbots im Februar 1999 durch die Nationalversammlung war in Bhutan das Fernsehen verboten gewesen, laut offiziellen Aussagen, um damit die Verwässerung der eigenen Kultur zu verhindern.

Bhutan ist bislang das einzige Land, in welchem ein Anspruch auf das Bruttonationalglück erhoben wird. Im Jahr 2008 wurde erstmals mittels Fragebogen das sogenannte Gross National Happiness (GNH) von staatlicher Seite ermittelt. Dieses wird in unregelmäßigen Abständen alle paar Jahre wiederholt.<ref>Centre for Bhutan Studies & GNH. In: grossnationalhappiness.com. Centre for Bhutan Studies & GNH, abgerufen am 21. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Siehe dazu auch Bruttonationalglückerhebung.

Da Bhutan seit dem 17. Dezember 2004 ein nikotinfreies Land werden soll, wurde der Handel mit Tabak ab diesem Datum mit hohen Geldstrafen (umgerechnet 175 Euro) belegt und das Rauchen auf öffentlichen Plätzen verboten. Begründet wurde die Maßnahme mit religiösen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen. Das Rauchen von Tabak ist zwar im privaten Umfeld (im eigenen Haus, im Hotelzimmer) noch immer erlaubt, aber es gibt für das eine Prozent Raucher in Bhutan nur noch wenige Möglichkeiten, legal an Tabak zu gelangen. Für den Eigenverbrauch dürfen Tabakwaren in kleinen Mengen aus dem Ausland mitgebracht werden, auf die man allerdings einen Zollzuschlag von 100 Prozent zahlen muss. Während der COVID-19-Pandemie erlaubt Bhutan 2020 vorübergehend wieder den Verkauf von Zigaretten in Duty-free-Shops, damit kein Schmuggel aus dem stark vom Coronavirus betroffenen Indien stattfindet.<ref>Phuntsho Wangdi, Nidup Gyeltshen: Bhutan lifts tobacco ban to block COVID spillover from India. In: Nikkei Asia. 25. August 2020, abgerufen am 21. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Außenpolitik

Seine geographische Lage als Pufferstaat zwischen der Volksrepublik China im Norden und Indien im Süden setzen dem außenpolitischen Handlungsspielraum Bhutans enge Grenzen.

Die Beziehungen zu Indien waren in der Vergangenheit nicht ohne Spannungen. Der Bau strategischer Straßen im Lande in den 1960er Jahren erfolgte auf Drängen Indiens. Militärisch besteht eine enge Zusammenarbeit (u. a. Waffenlieferungen, Ausbildungshilfe). Wirtschaftlich sind beide Länder eng miteinander verflochten: die Währungen Indiens und Bhutans sind im Verhältnis 1:1 aneinander gekoppelt. Der Beitritt Bhutans zu internationalen Organisationen (UNO, Bewegung der Blockfreien Staaten, IMF, Weltbank, FAO) erfolgte auch vor dem Hintergrund des Versuches, sich vom Einfluss Indiens außenpolitisch zu emanzipieren. Die Beziehungen zu Indien verbesserten sich im Zuge des Grenzdisputes auf dem Doklam-Plateau 2017 mit China.<ref name="Guar060717">Michael Safi: „Chinese and Indian troops face off in Bhutan border dispute“ The Guardian vom 6. Juli 2017.</ref>

Die Beziehungen zur Volksrepublik China waren trotz einer ungeregelten Grenzziehung zwischen beiden Ländern relativ unbelastet. Die Grenze zu China wurde 1959 von Bhutan geschlossen. China baute jedoch Straßen auf Territorium, das von Bhutan beansprucht wird, was schon des Öfteren zu kleinen Spannungen geführt hat. Von China angebotene Entwicklungshilfe wurde von Bhutan bislang aus Rücksicht auf Indien abgelehnt. Bhutan und China haben keine formellen diplomatischen Beziehungen, was sie aber nicht an einem regen diplomatischen Austausch hindert. Bhutan ist das einzige Mitgliedsland der Vereinten Nationen, das weder zur Volksrepublik noch zur Republik China (Taiwan) diplomatische Beziehungen unterhält. Bei UNO-Abstimmungen unterstützte Bhutan regelmäßig die Volksrepublik China (u. a. Wiederherstellung des Sitzes Chinas in der UNO 1971, Chinas Aufnahme in den Menschenrechtsausschuss). Im Sommer 2017 kam es zu Spannungen, nachdem China mit dem Bau einer Straße in das Gebiet Bhutans auf dem Doklam-Plateau begonnen hatte. Zudem besiedelt China die Grenze gezielt mit neuen Dörfern.<ref>Tanguy Struye de Swielande: Le dragon et l’éléphant : Chine-Inde, les deux géants du XXIe siècle. CNRS Éditions (Centre national de la recherche scientifique), Paris 2025, ISBN 978-2-271-15811-6, S. 63 f.</ref> Auf Bitte Bhutans wurden indische Soldaten entsandt. Diese wurden von China aufgefordert, chinesisches Gebiet zu verlassen, obwohl sie sich nach Einschätzung Bhutans und Indiens in Bhutan befanden. China und Indien hatten schließlich zusammen rund 3000 Soldaten zusammengezogen.<ref>Jayadeva Ranade: China's New Assertiveness: The Doka La Face-off. In: www.indrastra.com. IndraStra Global, 17. Juli 2017, abgerufen am 27. Januar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Beziehungen zu Nepal sind seit der Ausweisung und Flucht (1990) von mehr als 100.000 Südbhutanern nepalischer Abstammung erheblich belastet. Die im Südosten Nepals lebenden Flüchtlinge werden durch UNHCR-Hilfslieferungen versorgt. Bilaterale Gespräche zwischen Thimphu und Kathmandu über eine zumindest teilweise Rückführung der Flüchtlinge verliefen bislang ohne Ergebnis.

Das Land ist Gründungsmitglied der Südasiatischen Vereinigung für regionale Kooperation (SAARC).

Das Königreich Bhutan unterhält diplomatische Beziehungen zu 52 Staaten.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): Deutschland nimmt diplomatische Beziehungen zu Bhutan auf. In: DW. 25. November 2020, abgerufen am 25. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 25. November 2020 wurden die diplomatischen Beziehungen zu der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen.<ref>Auswärtiges Amt: Auswärtiges Amts zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Bhutan. Abgerufen am 25. November 2020.</ref>

Die Zusammenarbeit mit Österreich und der Schweiz ist unter allen Ländern Europas, die Entwicklungshilfe an Bhutan leisten, besonders hervorzuheben. Beide Länder stehen für eine beispielhafte Entwicklungskooperation, da sie vor dem Hintergrund ähnlicher topographischer Verhältnisse prädestiniert sind, optimale Lösungen für Bhutans Probleme zu entwickeln. Am 26. April 1989 wurden die diplomatischen Beziehungen zur Republik Österreich aufgenommen.

Die Entwicklungszusammenarbeit Österreichs OEZA engagiert sich in folgenden Sektoren:

Die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz, die von Helvetas Swiss Intercooperation abgewickelt wird, konzentriert sich in folgenden Sektoren:

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Militär

Nach dem Einmarsch Chinas in Tibet 1950 entschloss sich das Land, eigene Streitkräfte aufzubauen. Bhutan ist allerdings aufgrund der geringen Personalstärke auf die militärische Unterstützung Indiens angewiesen.

Verwaltungsgliederung

Bhutan gliedert sich in 20 Distrikte (Dzongkhag), deren Gruppierung nach vier Zonen (Dzongdey) nicht mehr offiziell ist. Die Distrikte sind in der Mehrzahl nach ihren Hauptstädten benannt worden. Einige große dzongkhags werden zudem weiter in Bezirken oder Kreisen ähnlichen Verwaltungseinheiten (Dungkhag) gegliedert. Auf der untersten Ebene werden die Distrikte in Gruppen von Dörfern, sogenannte Gewogs eingeteilt. <imagemap> Bild:Bhutan (-claims), administrative divisions - de - colored.svg|right|400px


poly 4 100 4 1 870 0 868 166 824 189 810 210 761 208 727 194 720 165 714 134 678 132 652 110 608 109 600 135 558 120 460 115 485 76 454 51 408 38 371 33 305 44 287 69 269 80 255 83 216 105 199 130 181 166 153 179 144 201 132 232 100 239 91 261 84 287 93 313 91 327 70 315 42 293 45 251 84 189 63 147 28 94 Volksrepublik China poly 733 200 712 221 707 246 716 256 734 266 772 270 811 274 819 281 820 307 834 324 838 345 825 353 820 365 820 379 831 398 840 429 834 445 819 455 782 449 776 442 752 451 721 460 669 467 648 466 623 473 582 472 517 468 477 471 451 454 413 438 401 449 385 469 372 481 344 486 290 493 257 494 237 486 234 470 204 453 179 453 156 464 135 470 109 456 95 443 67 430 50 419 35 393 35 386 25 358 46 339 62 323 53 289 25 252 52 216 68 174 60 118 24 108 2 99 3 555 82 567 101 567 869 565 869 168 818 209 Indien


poly 90 251 90 278 135 253 120 235 Haa (de-facto China?) poly 303 48 291 75 324 90 350 94 363 85 385 96 410 104 423 119 444 115 453 93 463 80 473 69 459 62 441 50 424 52 412 54 403 57 397 51 394 40 382 37 363 40 Gasa (de-facto China?)



poly 681 137 646 174 644 244 676 306 712 305 746 279 706 251 721 195 714 161 Trashiyangtse (Distrikt) poly 671 294 676 313 676 328 652 356 683 364 693 391 693 406 757 384 772 362 786 364 789 336 802 358 816 356 818 331 827 322 819 291 802 282 776 279 759 279 746 290 725 301 696 306 Trashigang (Distrikt) poly 661 449 680 396 762 384 775 358 787 338 800 357 813 365 830 411 831 444 812 458 785 436 775 435 757 447 742 464 711 468 687 464 Samdrup Jongkhar (Distrikt) poly 569 471 574 436 604 437 610 412 626 389 647 383 653 352 680 360 690 388 696 403 671 413 662 449 654 464 628 471 609 465 Pemagatshel (Distrikt) poly 561 305 563 344 571 380 603 419 620 382 646 383 660 349 683 320 672 304 674 274 650 242 638 280 633 292 616 299 606 290 Mongar (Distrikt) poly 517 124 524 161 539 188 563 231 562 295 579 307 586 288 612 297 635 282 635 258 655 238 655 187 664 157 688 137 657 125 630 114 611 137 600 145 582 137 Lhuntse (Distrikt) poly 446 125 448 195 459 208 464 261 479 291 506 308 518 302 532 314 554 304 568 288 558 244 560 214 548 200 539 183 513 158 510 147 525 127 476 112 Bumthang poly 282 69 209 107 201 133 221 149 228 163 220 181 222 201 254 200 258 207 280 208 296 171 319 172 336 186 344 178 360 171 370 145 388 139 400 155 413 162 424 156 422 133 435 128 433 119 415 112 394 90 369 93 352 100 333 95 318 85 Gasa (Distrikt) poly 249 203 246 245 266 274 274 283 296 272 326 251 343 233 335 214 329 214 341 197 337 184 313 169 297 178 284 202 Punakha (Distrikt) poly 131 246 129 236 144 204 163 209 180 205 191 232 212 259 212 272 221 302 226 323 221 350 209 358 185 353 174 350 176 331 194 322 175 297 152 255 Paro (Distrikt) poly 442 194 437 223 411 221 408 243 426 267 413 275 392 287 415 322 420 340 427 363 456 376 470 362 492 364 484 349 507 336 507 308 482 281 467 277 460 216 459 197 Trongsa (Distrikt) poly 415 347 406 361 408 370 395 396 385 418 361 441 339 465 347 482 386 469 384 452 397 452 420 436 461 449 484 470 526 471 574 472 553 447 527 452 491 451 482 441 492 420 490 388 466 388 454 373 Sarpang (Distrikt) poly 470 362 456 384 479 387 490 392 488 421 482 439 501 451 529 452 557 452 557 458 566 461 570 449 579 439 597 438 604 430 600 416 584 398 567 358 566 322 552 304 539 318 539 318 531 316 518 301 504 310 503 326 492 338 481 344 486 358 Zhemgang (Distrikt) poly 351 455 335 454 333 430 342 416 346 384 347 355 361 360 372 362 389 360 413 361 403 374 391 390 387 407 383 422 371 439 Tsirang (Distrikt) poly 45 375 32 362 55 340 85 337 98 364 107 385 126 399 138 397 150 396 161 394 162 406 159 419 176 429 182 439 183 445 167 456 148 462 127 460 99 436 96 422 81 422 74 409 69 413 61 416 60 396 58 381 Samtse (Distrikt) poly 288 338 257 348 250 366 256 385 270 398 277 418 291 444 281 460 272 483 276 494 306 492 352 492 341 461 334 443 330 432 342 410 342 388 344 373 316 363 310 354 293 333 265 338 Dagana (Distrikt) poly 191 454 155 417 168 398 168 377 177 350 202 358 210 353 223 323 234 341 227 373 247 381 258 394 268 402 287 421 285 448 277 473 275 492 248 492 223 476 201 459 Chukha poly 85 276 101 315 89 324 73 312 69 332 85 349 94 375 122 401 132 408 159 407 171 394 172 365 179 337 175 321 183 314 147 269 148 248 135 248 120 265 Haa (Distrikt) poly 166 211 146 199 157 176 175 162 192 134 211 135 228 154 219 182 219 204 232 200 248 212 253 247 276 278 279 298 268 315 268 329 267 344 246 366 231 366 231 347 239 337 224 327 217 308 206 293 217 271 215 254 197 235 188 218 187 204 165 205 Thimphu (Distrikt) poly 353 377 308 366 297 340 274 334 263 338 252 301 276 276 311 272 332 242 348 222 329 217 336 203 341 166 360 171 378 130 403 151 416 160 424 150 422 129 443 113 460 145 450 182 447 202 440 224 416 220 405 228 409 247 417 262 419 265 409 267 398 275 399 296 409 311 419 332 421 346 411 358 397 365 382 367 373 359 362 358 360 360 357 356 346 355 345 361 345 374 Wangdue Phodrang



</imagemap>

Distrikt Hauptstadt Fläche in km² Einwohner (2017)<ref name=":0">Bhutan: Distrikte & Städte – Einwohnerzahlen, Karten, Grafiken, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 20. Juli 2018.</ref> Einw. je km²
Thimphu Thimphu 1.792 138.736 77,4
Chukha Chukha 1.880 68.966 36,7
Samtse Samtse 1.256 62.590 49,8
Paro Paro 1.287 46.316 36,0
Sarpang Sarpang 1.655 46.004 27,8
Trashigang Trashigang 2.198 45.518 20,7
Wangdue Phodrang Wangdue 3.977 42.186 10,6
Mongar Mongar 1.940 37.150 19,2
Samdrup Jongkhar Samdrup Jongkhar 1.877 35.079 18,7
Punakha Punakha 1.110 28.740 25,9
Dagana Dagana 1.713 24.965 14,6
Pemagatshel Pemagatshel 1.022 23.632 23,1
Tsirang Damphu 638 22.376 35,1
Trongsa Trongsa 1.814 19.960 11,0
Bumthang Jakar 2.667 17.820 6,7
Zhemgang Zhemgang 2.416 17.763 7,4
Trashiyangtse Yangtse 1.447 17.300 12,0
Lhuentse Lhuentse 2.851 14.437 5,1
Haa Haa 1.905 13.655 7,2
Gasa Gasa 2.951 3.952 1,3

Wirtschaft

Datei:Bhutan landscape.jpg
Landwirtschaft in Bhutan
Datei:GDP per capita development in Bhutan.svg
Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf seit 1990

Alle wirtschaftlichen Interessen des Landes werden dem Umwelt- und Naturschutz untergeordnet, weswegen das Land über eine Naturbelassenheit verfügt, die heutzutage, relativ auf die Landesgröße gesehen, nahezu unvergleichlich auf der Welt ist. So sind z. B. immer noch zwei Drittel Bhutans bewaldet. Schon in der Schule wird den Kindern intensiv beigebracht, wie wichtig der Umwelt- und Naturschutz ist, und es wird viel praktisch, direkt draußen in der Natur, gelehrt.

Dagegen ist die Arbeitslosigkeit vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Städten relativ hoch und der Lebensstandard relativ niedrig.

Die volkswirtschaftliche Basis von Bhutan ist schmal. Über 60 % der Einwohner leben von der Landwirtschaft.<ref name="factbook">CIA: SOUTH ASIA :: BHUTAN. The World Factbook, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. August 2009; abgerufen am 17. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Landwirtschaft ist nicht produktiv und wird weitgehend durch Subsistenzniveau bestimmt. Reisüberschüsse werden nicht produziert, vielmehr ist die Regierung gezwungen, Reis zur Versorgung der Bevölkerung zu importieren. Mit dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum wird sich Bhutan vermutlich künftig mit Problemen der Nahrungsmittelversorgung konfrontiert sehen. In den letzten Jahren wuchs die Wirtschaftsleistung jedoch deutlich und der Lebensstandard verbesserte sich. Obwohl das wirtschaftliche Modell des Landes nicht wachstumsorientiert ist, wuchs das Bruttoinlandsprodukt gerechnet in US-Dollar (Kaufkraftparität) von 807 Mio. im Jahr 1990 auf 7721 Mio. im Jahr 2017.<ref>GDP, PPP (current international $) | Data. Abgerufen am 20. Juli 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dank dieses Wachstums gehört Bhutan inzwischen zu den Ländern mittleren Einkommens. 2017 lag das Wirtschaftswachstum bei 6,8 %, womit das Land zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften gehörte.<ref>GDP growth (annual %) | Data. Abgerufen am 20. Juli 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Bhutan Platz 82 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).<ref>At a Glance: Global Competitiveness Index 2017–2018 Rankings. In: Global Competitiveness Index 2017–2018. (weforum.org [abgerufen am 6. Dezember 2017]).</ref> Der Index für wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 108 höchste von 176 Ländern.<ref>Index of Economic Freedom: All Country Scores. The Heritage Foundation, abgerufen am 21. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Es existiert eine Wertpapierbörse in der Hauptstadt mit dem Namen Royal Securities Exchange of Bhutan.

Entwicklung

Bhutan weist ein deutliches regionales Entwicklungsgefälle auf. Während der Westen wirtschaftlich von Wasserkraftprojekten und mit Thimphu als Zentrum politischer Entscheidungen von der Verteilung der Entwicklungshilfegelder profitiert, sind Zentral- und Ostbhutan hingegen wirtschaftlich deutlich zurückgeblieben.

Statistisch betrachtet gilt Bhutan als eines der ärmeren Länder der Erde. Dennoch liegt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen seiner Bevölkerung deutlich höher als im Nachbarland Indien. Der frühere König Jigme Singye Wangchuck prägte in diesem Zusammenhang das Schlagwort vom „Bruttonationalglück“ seiner Bevölkerung, das er als wichtiges Ziel der Wirtschaftspolitik Bhutans formulierte. Bhutan hat zu diesem Zweck mit der Kommission für das Bruttonationalglück sogar eine eigene Staatskommission eingesetzt.<ref>Gross National Happiness Commission</ref> In diesem Zusammenhang plant und führt Bhutan seit 1961 Fünfjahrespläne durch, um die Entwicklung des Landes zu steuern. Die Ziele dieser Entwicklungspläne bisher waren z. B. Aufbau der Verkehrsinfrastruktur, Ausbau der Wasserkraft, Förderung der Industrie und Landwirtschaft, Reduktion der Armut. Neben diversen UN-Organisationen leistete Indien bisher regelmäßig finanzielle Beiträge zur Umsetzung der Entwicklungspläne.<ref>Länderinformation Bhutan. In: Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Mai 2016; abgerufen am 2. Mai 2016.</ref> Bhutan ist neben Ecuador eines der wenigen Länder, die in der Verfassung eine Orientierung am „Bruttonationalglück“ statt an Wirtschaftswachstum verankert haben. Darauf wird von Vertretern der Wachstumskritik und der wachstumskritischen Bewegung als Entwicklungsoption für industrialisierte Länder verwiesen.<ref>Anders Hayden: Bhutan: Blazing a Trail to a Postgrowth Future? Or Stepping on the Treadmill of Production? In: The Journal of Environment & Development. Band 24, Nr. 2, Juni 2015, S. 161–186, doi:10.1177/1070496515579199.</ref><ref>Julien-François Gerber, Rajeswari S. Raina: Post-Growth in the Global South? Some Reflections from India and Bhutan. In: Ecological Economics. Band 150, August 2018, S. 353–358, doi:10.1016/j.ecolecon.2018.02.020.</ref>

Am 31. Dezember 2022 wurde der Armutsanalysebericht 2022 veröffentlicht. Demnach lebten bis zu diesem Zeitpunkt 12,4 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, die offiziell mit einem Monatseinkommen von 6204 Ngultrum (etwa 68 Euro) angesetzt wird.<ref>kuenselonline: About 80,614 Bhutanese are poor – Bhutan Poverty Report, 2. Januar 2023.</ref> Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt 2023 bei rund 310 Euro. Die niedrigsten Einkommen sind immer noch in der Landwirtschaft und bei ungelernten Arbeitskräften zu finden.<ref>BDEX online: Gehälter in Bhutan, 1. April 2023.</ref>

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und anderer Kennzahlen<ref name="BIP IMF"/>
Jahr 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
BIP in Mrd. USD
(Kaufkraftparität)
5,0 7,3 7,9 8,5 8,9 9,5 9,9 9,9 11,1 12,1 12,9
BIP pro Kopf in USD
(Kaufkraftparität)
7.182 9.869 10.615 11.341 11.711 12.375 12.836 12.724 14.195 15.362 16.306
BIP-Wachstum
(real)
9,9 % 6,2 % 7,5 % 5,9 % 3,5 % 4,6 % −2,5 % −3,3 % 4,8 % 5,0 % 4,2 %
Inflation
(in Prozent)
4,8 % 6,7 % 3,3 % 4,3 % 3,6 % 2,8 % 3,0 % 8,2 % 5,9 % 4,5 % 4,3 %
Staatsverschuldung
(in Prozent des BIP)
56 % 90 % 103 % 104 % 103 % 101 % 116 % 124 % 120 % 117 % 110 %

Bodenschätze

An Bodenschätzen werden unter anderem folgende Vorkommen genannt: Beryll, Blei, Dolomit, Eisenerz, Gips, Glimmer, Graphit, Kalk, Kohle, Kupfer, Marmor, Pyrit, Schiefer, Wolfram, Tuff, Zinn und Zink. Die Erschließung erfolgt durch den The Geological Survey of Bhutan und die Mining Division Bhutan sowie überwiegend durch indische Fachleute.

Landwirtschaft

Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Produktion ist der Süden Bhutans. Die Flucht/Vertreibung von mehr als 100.000 Südbhutanern (1990–1991) führte dort zu Einbrüchen in der Reisproduktion. Mit der Neuansiedlung von Ngalongs aus Westbhutan soll dieses Problem behoben werden. Weiterverarbeitende Betriebe (Holzverarbeitung, Konserven) konzentrieren sich überwiegend in Südbhutan. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Landwirtschaft auf 100 % ökologische Anbauweise umzustellen.<ref name="theguardian">Bhutan set to plough lone furrow as world’s first wholly organic country. Abgerufen am 25. Januar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). The Guardian, Bericht vom 11. Februar 2013.</ref>

Tourismus

Der Fremdenverkehr ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes und bietet vor allem der jungen Bevölkerung Ausbildungs- und Arbeitsplätze in Hotellerie und Gastronomie.<ref>Himalaja: In Bhutan auf einem der schönsten Wanderwege von Asien – WELT. 19. Juni 2024, abgerufen am 19. Juni 2024.</ref> Gleichwohl ist es das Ziel von Regierung und König, einen Massen- oder Billigtourismus zu verhindern. Visapflicht sowie ökonomische und regulatorische Faktoren begrenzen die Anzahl der Touristen. So wird Reisen in Bhutan mit gebuchten Touren und in Begleitung eines lizenzierten Führers bevorzugt.<ref>Himalaja: In Bhutan auf einem der schönsten Wanderwege von Asien – WELT. 19. Juni 2024, abgerufen am 19. Juni 2024.</ref> Für jedes Arrangement ist ein Mindestpreis („Minimum Daily Package“) von derzeit 100 US-Dollar pro Nacht und Person vorgeschrieben.<ref name=":2" /> Zusätzlich wird eine „Einreisegebühr“ von 40 US-Dollar erhoben.<ref name=":2">Auswärtiges Amt: Bhutan: Reise- und Sicherheitshinweise. Abgerufen am 14. Juli 2025.</ref> Gleichwohl steigt die Zahl der Touristen jährlich. Laut Zahlen des „Department for Tourism“ besuchten 2005 rund 13.600, 2006, als das erste private Hotel in Bhutan, das „Zhiwa Ling“, eröffnet wurde,<ref>sueddeutsche.de: Alles in Buddha, 6. Dezember 2007.</ref> rund 17.400, 2007 rund 21.100 und bis Oktober 2008 etwa 21.700 Touristen das Land.<ref>kuenselonline: More tourists but less trekkers, 25. Januar 2008, abgerufen am 28. Oktober 2008.</ref> 2010 stieg die Zahl der Touristen auf 40.873, inklusive 12.410 Reisenden aus den Nachbarländern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bhutan sees record tourist arrival in year 2010, auf bhutantraveldesigners.com, 16. Februar 2011 (Memento vom 17. März 2012 im Internet Archive) abgerufen am 8. Juli 2011.</ref> Stand April 2017 besuchen pro Jahr etwa 150.000 Menschen das Land. Dies macht den Tourismus zur zweitwichtigsten Deviseneinnahmequelle.<ref name="faz-1494698123">Freddy Langer: Am Tag, als der Schnee kam. In: FAZ.net. 31. März 2017, abgerufen am 13. Oktober 2018.</ref>

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 703 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 640 Mio. US-Dollar gegenüber. Fast ein Viertel der Ausgaben werden vom indischen Staat bestritten.<ref name="CIA"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The World Factbook (Memento vom 5. August 2009 im Internet Archive)</ref>
Die Staatsverschuldung betrug 2016 30,5 % des BIP.<ref>index mundi</ref>

2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:<ref>Bhutan. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency, 8. Oktober 2024 (cia.gov [abgerufen am 14. Oktober 2024]).</ref>

Infrastruktur

Post

In Bhutan wurde das moderne Postwesen 1962 eingeführt. Bis dahin gab es ein rudimentäres Nachrichtensystem, bei dem Nachrichten und Pakete von Boten in die einzelnen Landesteile gebracht wurden.

Energie

Große Bedeutung als Devisenbringer hat die Stromproduktion durch Wasserkraftwerke. Strom wird überwiegend nach Indien und Bangladesch exportiert. Das 1986 in Betrieb genommene Chukha-Kraftwerk (Leistung 336 MW)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chhukha Hydropower Plant (Memento vom 19. Dezember 2013 im Internet Archive) abgerufen auf www.drukgreen.bt am 18. Dezember 2013.</ref> trägt zu einem erheblichen Teil (2005: 40 Prozent) zur Finanzierung des Staatshaushaltes bei. Ein weiteres vollendetes Projekt im Distrikt Chukha ist das etwa 10 km Luftlinie in südöstlicher Richtung entfernt gelegene Kraftwerk Tala (Leistung 1.020 MW), mit dessen Bau im Oktober 1997 begonnen wurde. Die sechs Generatoren mit einer Leistung von jeweils 170 MW wurden zwischen Juli 2006 und März 2007 in Betrieb genommen. Beide Laufwasserkraftwerke liegen am Raidak (auch Wang Chhu oder Wong Chhu in Bhutan), einem rechten Nebenfluss des Brahmaputra. Nach Angaben der Weltbank hat Bhutan ein Wasserkraft-Potential von 30 Gigawatt, wovon für 16 Gigawatt konkrete Projekte bestehen.<ref>Weltbank ASTAE: Bhutan</ref>

In den nächsten zwei Jahren plant Bhutan, 300 Megawatt Solarenergie zu nutzen. Die Regierung plant landesweit an sieben Standorten die Errichtung von Solarparks. Den Hauptteil der Finanzierung übernimmt die Asiatische Entwicklungsbank (ADB).<ref>Nidup Gyeltschen: Bhutan ramps up its solar ambitions. In: The Third Pole. The Third Pole, 14. Juni 2022, abgerufen am 8. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Verkehr

Straßenverkehr

Es gibt nur wenige Straßen, und die sind nur für sehr wenig Verkehr ausgelegt. Das gesamte Straßennetz umfasste 2013 etwa 10.578 km, wovon 2.975 km asphaltiert sind, Schnellstraßen oder gar Autobahnen gibt es nicht.<ref name="factbook" /> Durch die gebirgige Landschaft gibt es auf vielen Straßen kaum gerade Strecken, deshalb dauert es sehr lange, aus den entlegenen Dörfern des Landes in die Hauptstadt zu gelangen, aus manchen mehrere Tage. Die Verbindungen zwischen den Dörfern werden im Rahmen des von Helvetas Swiss Intercooperation geförderten Suspension Bridge Programme (SBP) durch den Bau von Drahtseil-Hängebrücken verbessert. Zwischen 1978 und 2008 entstanden so insgesamt 452 Hängebrücken nach dem in Nepal verwendeten und für Bhutan weiterentwickelten Standarddesign.<ref>Katrin Rosenberg: Good Governance in Bridge Building. (PDF; 3,8 MB) In: Helvetas. August 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Juni 2015; abgerufen am 2. Mai 2016.</ref>

Im ganzen Land gilt Linksverkehr. Oft wird Thimphu als die einzige Hauptstadt der Welt ohne eine einzige Ampel bezeichnet, was allerdings auch auf Ngerulmud (auf Palau) zutrifft. An den Enden der Hauptstraße (Norzin Lam) durch Thimphu befinden sich zwei Kreisverkehre, an denen tagsüber Polizisten den Verkehr regeln. Fahrradfahren ist innerhalb von Paro und Thimphu nicht gestattet.

Luftverkehr

Der einzige internationale Flughafen ist der Flughafen Paro (IATA-Flughafencode: PBH), der im Paro-Tal liegt. Er wird von der nationalen Fluggesellschaft Drukair angeflogen. Die privaten Bhutan Airlines verbinden Paro mit Delhi, Kolkata und Gaya (Indien) sowie Kathmandu und Bangkok<ref>Our Destinations | Bhutan Airlines. Abgerufen am 14. Juli 2025.</ref>. Die Hauptstadt Thimphu verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz.

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Schienenverkehr

In Bhutan gibt es keine Eisenbahnen, ein Anschluss an das indische Eisenbahnnetz ist geplant.<ref name=":02">Rail connectivity to Bhutan? Indian Railways submits studies for 5 links. Financial Express, 10. Mai 2018;.</ref>

Kultur

Datei:Dance of the Lord of Death (Paro, Bhutan).jpg
Maskentanz des „Herrn des Todes“ in Paro

Der Buddhismus als Religion prägt wie nichts anderes die Kultur Bhutans. Die wichtigsten Feste Tsechu sind religiöse Feste mit ihren farbenprächtigen Tempeltänzen. Die traditionelle Architektur als besonders sichtbarer Ausdruck der Kultur Bhutans ist bestimmt von der Religion: alle Bauelemente, Proportionen, Farben etc. haben religiöse Bedeutung. Sie haben dafür zu sorgen, dass die guten Geister leichten Zutritt in die Gebäude haben, während die bösen Dämonen ferngehalten werden.<ref>probhutan.com: Über Bhutan: Religion, Kultur, Buddhismus, Mönche, Klöster, Tempel, Klosterburgen (Dzongs)</ref>

Musik

Datei:Luth dranyen (musée d'ethnographie, Neuchâtel, Suisse) (28873179047).jpg
Bhutanesische Laute dramnyen im Musée d’ethnographie de Neuchâtel

Bhutan grenzt im Süden zwar an Indien, durch die praktisch völlige Isolation bis ins 20. Jahrhundert gelangten Einflüsse aus der indischen Musik höchstens indirekt über die einzigen Reisewege von Tibet ins Land. Wie die von Tibet übernommenen Schulen des Buddhismus ist die traditionelle Musik stark von der tibetischen Musik beeinflusst. Generell werden Musikformen der weltlichen traditionellen Volksmusik von der religiösen Musik und von der modernen nicht-traditionellen Popularmusik unterschieden. Jeder traditionellen Musik wird ein Einfluss auf die göttliche Sphäre zugeschrieben.

Die Volkslieder lassen sich in zwei hauptsächliche traditionelle Genres einteilen. Die Boedra (boeda oder bod-sgra, „Lied aus Tibet“) stammen dem Namen nach aus Tibet, werden aber als eigene Tradition betrachtet. Sie bestehen aus kurzen melodischen Phrasen, die zu einem regelmäßigen Rhythmus wiederholt werden. Überwiegend werden sie in der Amtssprache Dzongkha, seltener in einer Chöki genannten alten Form des Tibetischen gesungen.

Das seit dem 17. Jahrhundert bekannte Genre Shungda (zhungdra, etwa „Hauptmelodie“) zeichnet sich durch eine längere Melodielinie und einen unregelmäßigen Rhythmus aus. Shungda entstanden in den Dzongs, die bis heute nicht nur Klöster, sondern auch zivile Verwaltungszentren sind, und breiteten sich in den Dörfern aus.

Daneben gibt es etliche weitere traditionelle Liedtypen, die rein vokal sind oder die mit Instrumentalbegleitung zu Tänzen gesungen werden. Inhaltlich und nach ihrer Verwendung werden acht Liedtypen unterschieden: 1) Lieder zur Huldigung der Lamas (lama choetoed ki lu), 2) religiöse Lieder (choe dang choed drel lu), 3) Lieder zur Huldigung des Königs (Gylapoi toed lu), 4) Lieder zur Huldigung des Landes (gyalkhab ki toed lu), 5) glückliche Lieder (ga lu), 6) Liebeslieder (dza lu), 7) sorgenvolle Lieder (thrul lu) und 8) Lieder der guten Wünsche (tashi moen lu).

Die Gruppe der nicht-traditionellen populären Lieder ohne religiösen Bezug bilden die Ende der 1960er Jahre aufgekommenen Rigsar. Sie werden nicht der bhutanesischen Kultur zugerechnet und sind stark von englischen Popsongs und Hindi-Filmmusik beeinflusst. Die Rigsar entstanden in den Städten als Teil der Jugendkultur. Anders als bei den Volksliedern sind die Komponisten der Rigsar, die zu den Studenten und Lehrern der Colleges gehören, namentlich bekannt. Die meisten Rigsar sind Liebeslieder, die ein Liebender monologisch an sein Gegenüber richtet. Sprachlich und musikalisch sind sie weniger sorgfältig gestaltet als die Lieder der traditionellen Genres. Während die Gäste bei herkömmlichen Musikaufführungen zu festlichen Anlässen sich an den Gruppentänzen beteiligen, spielen die Rigsar-Ensembles im Rahmen eines Konzerts vor sitzenden Zuhörern. Im Studio aufgenommene Rigsar-Lieder werden durch Tonträger kommerziell verbreitet. Das erste moderne bhutanesische Lied, Zhendi Migo, ist die Kopie des indischen Titels Sayonara aus dem Hindi-Film Love in Tokyo von 1966.<ref>Sonam Kinga: The Attributes and Values of Folk and Popular Songs. Centre for Bhutan Studies, Januar 2001, S. 132–170, hier S. 132–136, 139, 143–145.</ref>

Bei den Volksliedern erzeugen die bundlose siebensaitige Halslaute dramnyen und eine Gesangsstimme eine heterophone Musizierform. Ein typisches Ensemble besteht aus bis zu vier Melodieinstrumenten: neben einer dramnyen eine zweisaitige Röhrenspießgeige chiwang, eine Kernspaltflöte lingm (lim oder gling-bu) aus Bambus mit sechs Grifflöchern und ein Hackbrett yangchen (yang-chin), das erst in den 1960er Jahren vom chinesischen yangqin abgeleitet wurde. Die Instrumente folgen meist unisono oder in der Oktave und mit melodischen Verzierungen der Gesangsstimme. Diese Ensembles bevorzugen wegen des leichteren Zusammenspiels das rhythmisch einfachere Genre Boedra.<ref>Sara Nuttal: Bhutan. 1. Non-ritual music. In: Grove Music Online. 2001.</ref>

Die religiöse Ritualmusik folgt dem Regelwerk der tibetischen Ritualpraxis und verwendet ein eigenes Instrumentarium ohne Saiteninstrumente. Auch die dramnyen wird nicht in der religiösen Musik gespielt, repräsentiert aber durch ihre Anwesenheit oder ihre Darstellung in Bildwerken in Klöstern die eine Verbindung zum Göttlichen schaffende Musik. Mönche spielen die Musikinstrumente in den Klöstern allgemein paarweise. Zu den rituellen Musikinstrumenten gehören die metallene Langtrompete dungchen (dung-chen), die Kegeloboe bjelling (rgya-gling), die Paarbecken rol-mo und die zweifellige Stieltrommel rnga. Musik gehört zu den täglichen Gebetsritualen und zum religiösen Jahresfest Tsechu (she-bcu), das zu Ehren des Guru Rinpoche abgehalten wird, der im 8. Jahrhundert den tibetischen Mahayana-Buddhismus in Bhutan einführte. Bei diesem mehrtägigen Fest werden Cham-Mysterien mit Musik und Maskentänzen aufgeführt.<ref>Sara Nuttal: Bhutan. 2. Ritual music. In: Grove Music Online. 2001.</ref>

Weitere Musikinstrumente sind die Bambusmaultrommel kunghta, das Büffelhorn aungli (dem nepalesischen neku entsprechend), die Gefäßrassel yangkali (Hülsenfrucht des Afrikanischen Traumkrauts, Entada rheedei) und die ebenfalls perkussiv verwendete zweisaitige Bambusröhrenzither tsai-ding dramnyen (der nepalesischen yalambar entsprechend).<ref>Musical Instruments of Bhutan. Music of Bhutan</ref>

Eine völlig andere traditionelle Musik pflegt die Minderheit der Nepali sprechenden Lhotshampa im Süden Bhutans. Ihre Musik und Tänze sind von hinduistischen Traditionen beeinflusst. Religiöse Lieder (Kirtan) begleiten die Lhotshampa auf dem aus Indien eingeführten Harmonium.<ref>Music of the Bhutan. LP. Folkways Recordings (FE 4038), 1978. J. S. Szuszkiewicz: Text Begleitheft, S. 1.</ref>

Medien

Bhutan hat erst 1999 das Fernsehen eingeführt<ref name="epd53894" /> und ist damit das letzte Land der Erde, in das dieses Medium Einzug gehalten hat. Das Fernsehen ist inhaltlich hauptsächlich der königlichen Familie sowie gesundheitlichen Themen gewidmet. Seit 2004 sind Mobiltelefone erlaubt. Ein 2007 installierter 10-kW-Kurzwellensender des Bhutan Broadcasting Service (BBS) steht in etwa 2660 m Höhe in Sangayang und sendet auf der Frequenz 6035 kHz im 49-m-Band. Über das Internet ist BBS mit einem Live-Stream-Audio-Angebot vertreten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 3. November 2015 im Internet Archive), Bhutan Broadcasting Service</ref>

Im Jahr 2022 nutzten 86,8 Prozent der Einwohner Bhutans das Internet.<ref>Individuals using the Internet (% of population). Weltbank, abgerufen am 21. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Küche Bhutans

Neben Gerste, Mais und Kartoffeln ist bhutanischer roter Reis eines der Grundnahrungsmittel. Nur diese Reissorte wächst auch in großen Höhen. Dazu gibt es eine große Auswahl an Gemüse und Obst. Schweinefleisch, Yakfleisch und manchmal auch Hühnerfleisch gehören zur bhutanischen Küche. Nationalgericht ist Ema Datshi (Käsechili, auch Ema Datsi), ein Eintopf, der in erster Linie aus milden grünen Chilischoten und Yak-Käse bereitet wird. Dazu serviert man roten Reis, der ursprünglich nur in dieser Region angebaut wurde.<ref>Essen und Trinken in Bhutan. Abgerufen am 18. Juli 2024.</ref> In der Hauptstadt Thimphu gibt es Restaurants, wo chinesische, indische, nepalesische und tibetische Gerichte angeboten werden.

Traditionelle Kleidung

Die Nationaltracht der Frauen – Kira – als auch der traditionelle Gho der Männer ist im Alltag präsent. So gilt der Gho als offizielle Amtstracht der Beamten.<ref>nzz.ch Eine Schweizer Erfolgsgeschichte im Himalaja vom 5. Januar 2017, abgerufen am 19. November 2019.</ref>

Sport

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Basketball

Der bhutanische Basketballverband (Bhutan Basketball Federation) trat 1983 der FIBA Asia bei, eine Zone des Weltbasketballverbandes FIBA, zu der 44 asiatische Staaten gehören. Die Basketballnationalmannschaft von Bhutan hatte bereits an vielen Turnieren teilgenommen und bestritt 2021 ihr erstes internationales Spiel beim 26. FIBA-Qualifikationsturnier für die Asienzone in Neu-Delhi. In der FIBA-World-Ranking-Liste 2023 steht Bhutan auf Platz 144.<ref>Fiba World Ranking Presented by Nike. Abgerufen am 16. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bogenschießen

Datei:Bhutan-Bogenschützen-Trongsa2017.jpg
Drei Bogenschützen beim Bogenschießen in Trongsa. Zwei halten Kompositbögen und einer einen Bambusbogen. An beiden Enden der 145 Meter langen Bahn ist eine Zielscheibe installiert.

Der Nationalsport Bhutans ist das Bogenschießen. Meist werden die Wettkämpfe zwischen den Auswahlen zweier Dörfer ausgetragen. Das Ziel ist dabei 145 m entfernt. Das Ziel besteht aus einer rechteckigen Holzplatte, etwa 35 × 110 cm groß. Geschossen wird in der traditionellen Technik mit Bögen aus Bambus. Inzwischen wechseln aber viele vor allem jüngere Schützen zum Compoundbogen.

Dabei handelt es sich traditionell um eine Männerdomäne; dennoch vertraten inzwischen mehrere Frauen Bhutan im Bogenschießen mit dem Olympischen Bogen bei den Olympischen Spielen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 25. Oktober 2011 im Internet Archive) Sports-Reference (englisch)</ref> Abgesehen vom Sportschießen ist das Bogenschießen die bislang einzige Disziplin, in der Bhutan während seiner olympischen Geschichte an den Spielen teilnahm. Es konnte noch nie eine Medaille gewonnen werden. Der bhutanische Bogenschütze Lam Dorji aus Samdrupjongkhar nimmt an den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris teil.<ref>Bhutanese archer and runner prepare for Paris Olympics. 30. November 2021, abgerufen am 18. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Fußball

In Bhutan gibt es nur eine Handvoll bespielbare Fußballplätze, darunter ein Stadion, das Nationalstadion Changlimithang mit 15.000 Plätzen.

Die Bhutan Football Federation ist Mitglied der FIFA; die Nationalmannschaft findet sich im unteren Bereich der FIFA-Weltrangliste wieder. Der Film The Other Final wirft anhand des Aufeinandertreffens der Nationalmannschaften von Bhutan und Montserrat parallel zum Weltmeisterschaftsfinale 2002 einen Blick auf die Kultur und den Fußball von Bhutan. Das Spiel zwischen beiden Mannschaften endete 4:0 für Bhutan.

Die nationale Fußballliga ist die Bhutan Premier League. Der Meister darf an den Qualifikationsspielen zum AFC Cup teilnehmen. Allerdings erreichte Stand 2022 dort noch nie ein Verein die Gruppenphase. Bhutan konnte sich für die AFC Asian Cup-Qualifikation 2027 qualifizieren.<ref>Bhutan secures spot in AFC Asian Cup Qualifiers 2027. 23. Oktober 2023, abgerufen am 18. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Judo

2007 wurde die Bhutan Judo Association gegründet, die auch Mitglied in der Judo Union of Asia ist. Am 9. Oktober 2021 wurde Bhutans erstes Dojo in der Pelkhil-Schule in Thimphu eröffnet.<ref>Bhutan's First Dojo by Nicolas Messner. Abgerufen am 17. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Special Olympics

Special Olympics Bhutan wurde 2009 gegründet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.

Literatur

  • Jagar Dorji (Hrsg.): Intangible Cultural Heritage of Bhutan. Research & Media Division, National Library & Archives of Bhutan, 2015, ISBN 978-99936-17-20-4.
  • Andreas von Heßberg: Reiseführer Bhutan. 2. Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-89794-450-3.
  • Karma Phuntsho: The History of Bhutan. Haus Publishing Ltd, 2013, ISBN 978-1-908323-58-3.
  • Ingeborg Niestroy, Armando García Schmidt, Andreas Esche: Bhutan: Ein Leitbild der Nachhaltigkeitspolitik. In: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Erfolgreiche Strategien für eine nachhaltige Zukunft (Reinhard Mohn Preis 2013). Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2013, ISBN 978-3-86793-490-9, S. 61–90 (bertelsmann-stiftung.de [PDF]).
  • Mark Turner, Sonam Chuki, Jit Tsehring: Democratization by decree: the case of Bhutan. In: Democratization. Jahrgang 18, Ausgabe 1, 2011, S. 184–210.

Weblinks

Portal: Bhutan – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bhutan
Commons: Bhutan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Bhutan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references responsive />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Mitgliedstaaten der
Vereinten Nationen:

Afghanistan | Ägypten<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Armenien | Aserbaidschan | Bahrain | Bangladesch | Bhutan | Brunei | China, Volksrepublik | Georgien | Indien | Indonesien<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Irak | Iran | Israel | Japan | Jemen<templatestyles src="FN/styles.css" /> 3 | Jordanien | Kambodscha | Kasachstan<templatestyles src="FN/styles.css" /> 4 | Katar | Kirgisistan | Kuwait | Laos | Libanon | Malaysia | Malediven | Mongolei | Myanmar | Nepal | Nordkorea | Oman | Osttimor | Pakistan | Philippinen | Russland<templatestyles src="FN/styles.css" /> 4 | Saudi-Arabien | Singapur | Sri Lanka | Südkorea | Syrien | Tadschikistan | Thailand | Türkei<templatestyles src="FN/styles.css" /> 4 | Turkmenistan | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate | Vietnam | Zypern

Abhängige Gebiete:

Akrotiri und Dekelia | Britisches Territorium im Indischen Ozean | Hongkong | Kokosinseln | Macau | Weihnachtsinsel

Umstrittene Gebiete:

Abchasien | China, Republik (Taiwan) | Nordzypern | Palästina | Südossetien

<templatestyles src="FN/styles.css" />
1 
Liegt größtenteils in Afrika.
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2 
Liegt zum Teil auch in Ozeanien.
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3 
Liegt zum Teil auch in Afrika.
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4 
Liegt zum Teil auch in Europa.
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