Kalypso (Mythologie)
Kalypso ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist eine nur in der Odyssee und in der von ihr abhängigen Erzähltradition auftretende Nymphe<ref>Z. B. Homer, Odyssee 1,14; 5,14; 5,57; Ovid, Amores 2,17,15; Hyginus, Fabulae 125.</ref> und Göttin<ref>Z. B. Homer, Odyssee 1,14; 5,85; 7,246–255; Hesiod, Theogonie 1017; Ovid, Epistulae ex Ponto 4,10,13.</ref> der griechischen Mythologie, die auf der sonst fast unbewohnten Insel<ref>Homer, Odyssee 5,199 werden einige Dienerinnen erwähnt.</ref> Ogygia<ref>Homer, Odyssee 1,85; Lukian, Wahre Geschichten 2,35.</ref> lebt. Sie ist eine Tochter des Titanen Atlas<ref>Homer, Odyssee 1,52.</ref> und der Pleione.<ref>Hyginus, Fabulae, Praefatio 16.</ref>
Möglicherweise dieselbe Kalypso wird als Okeanide, Tochter des Okeanos und der Tethys, aufgeführt.<ref>Hesiod, Theogonie 352–355.</ref> Auch bei der Nereide Kalypso, Tochter des Nereus<ref>Euripides, Kyklops 264.</ref> und der Doris, könnte es sich um dieselbe Gestalt handeln.<ref>Bibliotheke des Apollodor 1,2,6.</ref>
Mythos
Odyssee
Die Odyssee beginnt mit der von Athene angeregten Entscheidung der Olympischen Götter, dass der von Poseidon verfolgte Odysseus endlich von Kalypsos Insel Ogygia heimkehren soll. Im fünften Gesang desselben Epos beschreibt Homer, wie die „hehre“<ref>Homer, Odyssee 1,14.</ref> und „schöngelockte“<ref>Homer, Odyssee 5,30.</ref> Kalypso den schiffbrüchigen Odysseus liebt und sieben Jahre<ref>Homer, Odyssee 7,259. Oder auch zehn Jahre (Servius, Scholien zur Aeneis 3,678); sechs Jahre (Ovid, Epistulae ex Ponto 4,10,13); fünf Jahre (Bibliotheke des Apollodor, Epitome 7,24); ein Jahr (Hyginus, Fabulae 125).</ref> bei sich festhält. Kalypso verspricht dem Heros Unsterblichkeit und ewige Jugend, wenn er bei ihr bleibt. Er wünscht jedoch, nach Ithaka zu seiner Frau Penelope zurückzukehren. Schließlich befiehlt Zeus der Kalypso – übermittelt durch den Götterboten Hermes – Odysseus freizugeben. Ungern gehorchend, versorgt sie ihn mit Werkzeug, um ein Floß zu bauen, später auch mit Reisekost. Außerdem gibt sie ihm wertvolle Hinweise für die Fahrt und sendet ihm einen günstigen Westwind.<ref>Homer, Odyssee 5,230–277.</ref>
Nachkommen
Homer erwähnt für Kalypso keine Nachkommenschaft. Erst in nachhomerischen Überlieferungen werden Kalypso und Odysseus Söhne zugeschrieben. Es werden ein Auson<ref>Servius, Scholien zur Aeneis 3,171.</ref> und ein Latinos als Söhne mit Odysseus erwähnt.<ref>Bibliotheke des Apollodor, Epitome 7,24.</ref> Der letzte gilt allgemein jedoch als Sohn der Kirke. Nach anderer Quelle hat Kalypso Odysseus die beiden Söhne Nausithoos und Nausinoos geboren.<ref>Hesiod, Theogonie 1017 f.</ref>
Nach einer einzelnen Quelle endete Kalypsos Leben durch Suizid.<ref>Hyginus, Fabulae 243.</ref>
Rezeption
Kalypso als Namensgeberin
Nach Kalypso wurden benannt:
- der im Jahr 1858 entdeckte Asteroid (53) Kalypso
- der Saturn-Mond Calypso (Benennung 1983)
- das Calypsotief, die tiefste Stelle des Mittelmeeres
- die Orchideen-Gattung Calypso, siehe Norne (Orchideen)
- das Forschungsschiff Calypso von Jacques-Yves Cousteau
Gemälde (Auswahl)
Kalypso wurde von Malern als junge Frau von verführerischer Schönheit gesehen.
- Motiv: Kalypso
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Henri Lehmann (1869)
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Jan Styka (20. Jh.)
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George Hitchcock (ca. 1906)
Odysseus und Kalypso wurden nicht immer als Paar in inniger Zweisamkeit dargestellt. Hendrick van Balen fügte zahlreiche weitere Figuren hinzu. Arnold Böcklin stellte eine tragische Situation dar: Kalypso blickt nach hinten zu Odysseus, der von ihr entfernt steht und ihr den Rücken zukehrt.
- Motiv: Odysseus und Kalypso
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Hendrick van Balen (ca. 1616)
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Gerard de Lairesse (1680)
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Arnold Böcklin (1882)
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Max Beckmann (1943)
Die beiden nachfolgenden Gemälde von Gerard de Lairesse zeigen dasselbe Motiv: Der Götterbote Hermes fliegt herbei und befiehlt Kalypso, Odysseus freizugeben.
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Gerard de Lairesse (ca. 1670)
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Gerard de Lairesse (ca. 1676–1682)
Literatur
- Alfred Döblin schrieb einen Dialog mit dem Titel Gespräche mit Kalypso. Über die Musik (1910).
- In dem Roman Ulysses von James Joyce (1922) lautet der Titel des 4. Kapitels Kalypso. Dies verweist auf Molly Bloom die Frau des Protagonisten Leopold Bloom, die morgens verlassen wird. Am Abend, bei seiner Rückkehr, wird Molly dann Penelope sein.
- Michael Köhlmeier erzählt in seinem Roman Kalypso (1997) eine moderne Version der Begegnung zwischen Odysseus und Kalypso.
Film
- In der Filmreihe Pirates of the Caribbean, genauer im zweiten (2006) und dritten Teil (2007), tritt die Figur Tia Dalma als Hexe und Geliebte von Davy Jones auf. Am Ende des dritten Teils gibt sie sich als Kalypso zu erkennen.
- In Rick Riordans Fantasy-Buchreihe Percy Jackson und der darauf folgenden Reihe Helden des Olymp taucht Kalypso einige Male auf. Im letzten Buch der Helden-des-Olymps-Reihe von Leo Valdez wird sie von ihrer Insel befreit, die ihr bis dahin als Gefängnis gedient hatte. Sie kommt mit Leo zusammen.
- In der ersten Staffel der Science-Fiction-Serie Star Trek: Short Treks hat eine Folge den Titel Calypso (2018).
Literatur
- Hermann Güntert: Kalypso. Bedeutungsgeschichtliche Untersuchungen auf dem Gebiet der indogermanischen Sprachen. Niemeyer, Halle/Saale 1919.
- Otto Immisch: Kalypso. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 2,1, Leipzig 1894, Sp. 940–942 (Digitalisat).
- Hans Lamer: Kalypso 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band X,2, Stuttgart 1919, Sp. 1772–1799 (Digitalisat).
Weblinks
Einzelnachweise
<references />