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Karl Meister (Philologe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Karl Max Richard Meister (* 22. Oktober 1880 in Leipzig; † 13. September 1963 in Heidelberg) war ein deutscher Klassischer Philologe.

Leben

Karl Meister wurde als Sohn von Richard Meister (1848–1912) am 22. Oktober 1880 in Leipzig geboren. Seine sprachwissenschaftlichen Forschungen gingen auf seinen Vater zurück, der altgriechische Dialekte erforscht hatte. 1899 nahm Meister das Studium der klassischen Philologie, Indogermanistik und Archäologie auf und legte 1905 in diesen Fächern das Staatsexamen ab.

Im selben Jahr wurde er zum Dr. phil. durch seine Dissertation Der syntaktische Gebrauch des Genitivs in den kretischen Dialektinschriften promoviert. 1909 habilitierte er sich – zwischenzeitlich arbeitete er im Schuldienst – in Leipzig für Klassische Philologie und Indogermanische Sprachwissenschaft mit der Arbeit De itinerario Aetheriae abbatissae perperam nomini S. Silviae addicto.

Im selben Jahr wurde er in Berlin Extraordinarius. Der Akademisch-Philologische Verein Berlin im Naumburger Kartellverband ernannte ihn zum Ehrenmitglied.<ref>M. Göbel, A. Kiock, Richard Eckert (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Herren und Ehrenmitglieder des Naumburger Kartell-Verbandes Klassisch-Philologischer Vereine an deutschen Hochschulen, A. Favorke, Breslau 1913, S. 60.</ref> 1914 ging er als Ordinarius nach Königsberg, 1921 als Nachfolger von Otto Weinreich an die Universität Heidelberg, wo er bis 1949 arbeitete. Dort war er 1926/1927 Dekan der philosophischen Fakultät, 1930/1931 Rektor der Universität. Seit 1924 war er ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.<ref>Mitglieder der HAdW seit ihrer Gründung im Jahr 1909. Karl Meister. Heidelberger Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 21. Juni 2016.</ref> Meisters Interesse galt allen Abschnitten der lateinischen Literatur gleichermaßen. Bis heute richtungsweisend ist sein Beitrag Altes Vulgärlatein.

Ebenso beschäftigten ihn die Ethik und der Glauben der Römer. 1925–1933 war Meister Mitherausgeber der Zeitschrift Gnomon. Auch der Gräzistik war Meister nicht fremd, so gab er 1921 den Text Die homerische Kunstsprache heraus. In einigen Punkten überholt ist sie aber dennoch tonangebend und bis heute bedeutend.

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Das Grab von Karl Meister und seiner Ehefrau Margarete, geb. Boyens auf dem Friedhof Handschuhsheim in Heidelberg

Schriften (Auswahl)

  • Der syntaktische Gebrauch des Genitivs in den kretischen Dialekt-Inschriften. In: Indogermanische Forschungen 18, 1905/1906, S. 133–204, Digitalisat.
  • Altes Vulgärlatein. In: Indogermanische Forschungen 26, 1910, S. 69–98.
  • De itinerario Aetheriae abbatissae perperam nomini S. Silviae addicto. 1909, Sonderdruck aus: Rheinisches Museum für Philologie. N.F. 64,3, Digitalisat.
  • Die homerische Kunstsprache. 1921.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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Erster Lehrstuhl: Samuel Gottlieb Wald (1786–1806) | Carl Erfurdt (1810–1813) | Christian August Lobeck (1814–1857) | Ludwig Friedländer (1858–1892) | Ludwig Jeep (1893–1910)

Zweiter Lehrstuhl: Karl Lehrs (1845–1878) | Arthur Ludwich (1878–1912) | Ludwig Deubner (1912–1917) | Ludolf Malten (1919/1920–1922) | Johannes Mewaldt (1923–1927) | Richard Harder (1927–1930) | Paul Maas (1930–1934) | Walter F. Otto (1934–1945)

Dritter Lehrstuhl: Henri Jordan (1867–1886) | Alfred Schöne (1887–1892) | Johannes Schmidt (1892–1894) | August Brinkmann (1896/1900–1902) | Richard Heinze (1903–1906) | Richard Wünsch (1907–1913) | Otto Immisch (1913–1914) | Karl Meister (1916–1921) | Ernst Bickel (1921–1928) | Wolfgang Schadewaldt (1928–1929) | Harald Fuchs (1929–1932) | Willy Theiler (1932–1944) | Werner Hartke (1944–1945)

Extraordinariat: Ludwig Jeep (1886–1893) | August Brinkmann (1896–1900) | Hermann Schöne (1903–1906) | Ludwig Deubner (1906–1912) | Christian Jensen (1912–1913) | Hermann Mutschmann (1913–1918) | Ludolf Malten (1919–1920)

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Erster Lehrstuhl: Friedrich Creuzer (1800–1845) | Leonhard Spengel (1841–1847) | Hermann Köchly (1864–1876) | Curt Wachsmuth (1877–1886) | Erwin Rohde (1886–1898) | Otto Crusius (1898–1903) | Albrecht Dieterich (1903–1908) | Franz Boll (1908–1924) | Otto Regenbogen (1925–1935) | Hildebrecht Hommel (1937–1945) | Otto Regenbogen (1945–1959) | Franz Dirlmeier (1959–1970) | Herwig Görgemanns (1972–1997)

Zweiter Lehrstuhl: August Boeckh (1807–1811) | Heinrich Voß (1809–1822) | Johann Christian Felix Bähr (1823–1872) | Uvo Hölscher (1962–1970) | Albrecht Dihle (1974–1989) | Glenn W. Most (1991–2001) | Jonas Grethlein (seit 2008)

Dritter Lehrstuhl: Karl Ludwig Kayser (1863–1872) | Otto Ribbeck (1872–1877) | Fritz Schöll (1877–1918) | Otto Weinreich (1918–1921) | Karl Meister (1921–1949) | Viktor Pöschl (1950–1976) | Hubert Petersmann (1981–2001) | Gerrit Kloss (seit 2003)

Vierter Lehrstuhl: Michael von Albrecht (1964–1999) | Jürgen Paul Schwindt (seit 2000)

Lehrstuhl für Papyrologie: Dieter Hagedorn (1981–2001) | Andrea Jördens (seit 2004) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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