Karl Pfirsch
Karl Heinrich Pfirsch (* 30. November 1877 in Schweinfurt; † 15. Juli 1967 in Brannenburg<ref>Sterberegister des Standesamtes Brannenburg Nr. 20/1967.</ref><ref>Geburtsdatum und -ort bei: Trials of War Criminals before the Nuremberg Military Tribunals. Volume IX: „The Krupp Case“. Washington 1950, S. 44. Todesjahr nach Uwe Kessler: Zur Geschichte des Managements bei Krupp. Von den Unternehmensanfängen bis zur Auflösung der Fried. Krupp AG (1811–1943). Stuttgart 1995, S. 177.</ref>) war ein deutscher Direktor bei Krupp, der im Krupp-Prozess angeklagt und freigesprochen wurde.
Leben
Pfirsch trat Mitte Juli 1902 sein Beschäftigungsverhältnis bei der Gussstahlfabrik der Friedrich Krupp A.G. an. Beim Kruppunternehmen machte er rasch Karriere: Im Oktober 1914 wurde er Handlungsbevollmächtigter, im Dezember 1917 wurde er Prokurist, im Februar 1920 Abteilungsdirektor und im November 1923 war er bereits stellvertretender Direktor.<ref name="Kessler177"> Uwe Kessler: Zur Geschichte des Managements bei Krupp. Von den Unternehmensanfängen bis zur Auflösung der Fried. Krupp AG (1811–1943). Stuttgart 1995, S. 177.</ref> Ab 1927 war er leitend in der Abteilung Kriegsmaterial des Kruppunternehmens tätig.
Zur Zeit des Nationalsozialismus trat er der NSDAP zum 1. Mai 1937 bei (Mitgliedsnummer 5.608.734)<ref>Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/15411366</ref> und wurde auch zum Wehrwirtschaftsführer ernannt.<ref name="GreenSeries44">Trials of War Criminals before the Nuremberg Military Tribunals. Volume IX: „The Krupp Case“. Washington 1950, S. 44.</ref> Während des Zweiten Weltkrieges wurde er im März 1941 bei Krupp schließlich stellvertretendes Mitglied des Vorstandes und für den Kriegsmaterialverkauf des Unternehmens zuständig.<ref>Uwe Kessler: Zur Geschichte des Managements bei Krupp. Von den Unternehmensanfängen bis zur Auflösung der Fried. Krupp AG (1811–1943). Stuttgart 1995, S. 179.</ref> Von April 1943 bis Mitte Dezember 1943 war er stellvertretendes Vorstandsmitglied und zuständig für die Hauptstelle Berlin des Unternehmens.<ref>Uwe Kessler: Zur Geschichte des Managements bei Krupp. Von den Unternehmensanfängen bis zur Auflösung der Fried. Krupp AG (1811–1943). Stuttgart 1995, S. 180.</ref> Nach der Lex Krupp war er ab Dezember 1943 stellvertretendes Direktoriumsmitglied.<ref>Uwe Kessler: Zur Geschichte des Managements bei Krupp. Von den Unternehmensanfängen bis zur Auflösung der Fried. Krupp AG (1811–1943). Stuttgart 1995, S. 221.</ref> Er gehörte dem Aufsichtsrat der Fried. Krupp Berthawerk A.G. in Markstädt bei Breslau an. Zudem war er im Beirat der AGK. Pfirsch war Träger des Kriegsverdienstkreuzes 2. Klasse und des Kommandeurkreuzes des Bulgarischen Verdienstordens.<ref name="GreenSeries44"/>
Nach Kriegsende wurde er im Juli 1945 in den Ruhestand verabschiedet.<ref name="Kessler177"/> Bald darauf wurden Pfirsch und weitere Mitglieder des Krupp-Direktoriums festgenommen und inhaftiert. Im Zuge der Nürnberger Prozesse wurde Pfirsch im Krupp-Prozess angeklagt, jedoch am 31. Juli 1948 in allen Anklagepunkten als einziger Angeklagter in diesem Verfahren freigesprochen.<ref> Tilo von Wilmowsky: Warum wurde Krupp verurteilt? Legende und Justizirrtum. Vorwerk, Stuttgart 1950, S. 35f.</ref>
Literatur
- Uwe Kessler: Zur Geschichte des Managements bei Krupp. Von den Unternehmensanfängen bis zur Auflösung der Fried. Krupp AG (1811–1943). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-515-06486-9.
- Lothar Gall (Hrsg.): Krupp im 20. Jahrhundert. Die Geschichte des Unternehmens vom Ersten Weltkrieg bis zur Gründung der Stiftung. Siedler, Berlin 2002, ISBN 3-88680-742-8
- Trials of War Criminals before the Nuremberg Military Tribunals. Volume IX: „The Krupp Case“. Washington 1950. (PDF, 67 MB)
Einzelnachweise
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| NAME | Pfirsch, Karl
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| ALTERNATIVNAMEN | Pfirsch, Karl Heinrich (vollständiger Name)
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| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Manager bei Krupp
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| GEBURTSDATUM | 30. November 1877
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| GEBURTSORT | Schweinfurt
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| STERBEDATUM | 15. Juli 1967
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| STERBEORT | Brannenburg
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