Katharina Stenbock
Katharina Stenbock (* 22. Juli 1535 auf Torpa, Västergötland; † 13. Dezember 1621 auf Schloss Strömsholm, Västmanland) war als dritte Gemahlin von Gustav I. Wasa von 1552 bis 1560 schwedische Königin. Ihr Gatte war 40 Jahre älter als sie; aus der Ehe gingen keine Kinder hervor. Politisch blieb Katharina Stenbock einflusslos. Nach dem Tod ihres Gatten verbracht sie ihr Leben als vermögende Witwe meist auf Schloss Strömsholm, vermittelte in politischen Konflikten und widmete sich der Armenfürsorge.
Leben
Herkunft und frühes Leben
Katharina Stenbock wurde als Tochter des Reichsrats Gustav Olofsson Stenbock (1504–1571) und seiner Frau Brita Eriksdotter Leijonhufvud (1514–1572) in Torpa, dem Stammsitz der Familie Stenbock, südlich des heutigen Ulricehamn geboren.<ref name=Falkdalen>Karin Tegenborg Falkdalen: Katarina Stenbock, in: Svenskt kvinnobiografiskt lexikon, 2018.</ref> Ein in Torpa befindliches Steinhaus, in dem Katharina Stenbock vermutlich aufwuchs, ist eine der wenigen erhaltenen Festungen in Västergötland.<ref name=Hulden>Lena Huldén: Kataina Stenbock, in: Biografiskt lexikon för Finland, Bd. 1, 2008.</ref> Ihre Familie gehörte zur sog. erweiterten Königsfamilie, einer kleinen Elite des Hochadels, die durch Heiraten zwischen Mitgliedern des Königshauses und den führenden schwedischen Adelsgeschlechtern entstand und über erheblichen politischen und wirtschaftlichen Einfluss verfügte. Für ihre Unterstützung der Krone erhielt sie Landschenkungen und hohe staatliche Ämter. Der Vater von Katharina Stenbock war einer der engsten Vertrauten des Königs Gustav I. Wasa und von 1540 bis 1560 königlicher Statthalter von Västergötland. Ihre Mutter wiederum war eine Schwester von Gustav Wasas zweiter Gemahlin Margareta Eriksdotter Leijonhufvud. Über die Jugend von Katharina Stenbock ist wenig bekannt.<ref name=Falkdalen/>
Königin
Laut einer dänischen Genealogie soll Katharina Stenbock vor ihrer Heirat mit dem 56-jährigen König Gustav I. Wasa (1496–1560) bereits als Jugendliche mit Gustav Johansson Tre Rosor, einem Sohn des Reichsrats Johan Turesson Tre Rosor und der Kristina Gyllenstierna, verlobt gewesen sein. Nach dem Tod seiner zweiten Frau Margareta Eriksdotter Leijonhufvud im August 1551 hielt Gustav Wasa jedenfalls Ausschau nach einer neuen Gemahlin und wählte dafür die Nichte Margaretas, die damals 16-jährige Katharina Stenbock. Als der König nach Torpa kam, um seiner 40 Jahre jüngeren Braut einen Heiratsantrag zu machen, soll diese vor Schock in den Garten geflüchtet sein. Wegen der engen Verwandtschaft zwischen der verstorbenen zweiten Gattin des Königs und Katharina Stenbock sprachen sich einige hochrangige Kleriker aus theologischen Gründen gegen die geplante Eheschließung aus. Insbesondere der Erzbischof von Uppsala, Laurentius Petri, war gegen diesen Entschluss des Königs.<ref name=Hulden/> Gustav Wasa setzte jedoch seine Ansicht, dass sich in der Bibel kein Verbot einer solchen Ehe finde, mit Hilfe des Reichsrats durch.<ref name=Svalenius>Ivan Svalenius: Katarina, in: Svenskt biografiskt lexikon, Bd. 20 (1973-75), S. 778.</ref> Sein Verhältnis zum Erzbischof blieb gespannt, obwohl sich Petri sonst immer vorsichtig gegenüber dem König verhalten hatte.<ref name=Hulden/>
Die Trauung von Gustav Wasa und Katharina Stenbock fand am 22. August 1552 in der Klosterkirche von Schloss Vadstena statt. Diese Zeremonie leitete der Bischof von Linköping, da Laurentius Petri seine Mitwirkung verweigert hatte. Doch zwei Tage später krönte der Erzbischof Katharina Stenbock zur Königin.<ref name=Svalenius/> Die Ehe, die kinderlos blieb, wird trotz des großen Altersunterschieds als sehr glücklich beschrieben. Als junge Frau trug Katharina Stenbock nun die Verantwortung für den königlichen Haushalt und die neun noch lebenden Kinder ihres Gatten aus seinen früheren Ehen, von denen einige bereits älter oder gleich alt wie sie waren. Oft vermittelte sie in Streitigkeiten zwischen dem König und seiner Tochter Cäcilie. Ferner gehörte zu ihren wichtigsten Aufgaben, gute Beziehungen zwischen der Königsdynastie Wasa und dem schwedischen Hochadel zu pflegen.<ref name=Falkdalen/> Häufig begleitete sie ihren Gemahl auf seinen Reisen durch das Reich und besuchte auch dessen östlichen Teile. Aufgrund des Kriegs gegen Russland (1554–1557) hielt der König die Lage für bedrohlich und brachte die Königin und seine Kinder daher im März 1556 ins Schloss Kastelholm auf der Inselgruppe Åland. Als Katharina Stenbock dort erkrankte, ließ der König seinen Leibarzt aus Stockholm herbeirufen, um seine Gattin durch ihn medizinisch betreuen zu lassen.<ref name=Hulden/> Aufopferungsvoll pflegte sie ihrerseits ihren kranken Gemahl während seiner letzten Lebenszeit. Nach achtjähriger Ehe starb Gustav Wasa am 29. September 1560 in Stockholm.<ref name=Falkdalen/>
Witwe
Katharina Stenbock scheint während ihrer Ehe mit Gustav Wasa ein gutes Verhältnis zu ihren Stiefkindern entwickelt zu haben. Gespannt war aber später ihre Beziehung zu ihrem Stiefsohn Karl IX. Gustav Wasa hatte nämlich seiner Gattin bezüglich ihres Wittums die Grafschaft Strömsholm samt Schloss Strömsholm in Västmanland als Hauptwohnsitz vermacht, und König Erik XIV. ließ ihr dafür eine offizielle Schenkungsurkunde ausstellen. Da die Katharina Stenbock zugesprochenen Güter innerhalb von Karls Herzogtum lagen, erhob dieser beim Erreichen der Volljährigkeit Ende der 1560er Jahre Anspruch auf diese Ländereien. Katharina war bereit, Karl ihre Besitztümer in Södermanland zu übertragen und erhielt im Gegenzug vom ab 1568 regierenden König Johann III. das Schloss Kastelholm samt dem zugehörigen Gebiet auf Åland. Die Königinwitwe beharrte aber auf dem Besitz von Schloss Strömsholm, wo sie seit dem Tod ihres Gatten ständig wohnte, und trug deswegen einen langen Streit mit Karl aus. Johann III. unterstützte den Anspruch der Königinwitwe, die schließlich 1582 durch einen Parlamentsbeschluss Strömsholm samt den zugehörigen Einnahmen zugesprochen erhielt.<ref name=Falkdalen/>
Am Hof von Katharina Stenbock in Strömsholm lebten viele ihrer jungen weiblichen Verwandten als Hofdamen. Die Königinwitwe suchte für sie geeignete Männer aus einflussreichen schwedischen Adelsfamilien und richtete auch oft die entsprechenden Hochzeiten aus.<ref name=Falkdalen/> Anfang der 1570er Jahre beabsichtigte Katharina Stenbock, den Herzog Franz II. von Sachsen-Lauenburg zu ehelichen, doch scheiterte dieses Vorhaben am Widerstand seines älteren Bruders Magnus, der mit Katharinas Stieftochter Sophia Wasa verheiratet war.<ref name=Svalenius/> Die Königinwitwe vermählte sich nicht mehr und war als erfolgreiche Verwalterin ihrer Güter vermögend. So konnte sie als wichtige Kreditgeberin für die Krone fungieren, die diese Finanzmittel für die vielen vom Königreich geführten Kriege dringend benötigte. Ferner versorgte Katharina Stenbock auch die schwedische Armee mit großen Lebensmittelvorräten.<ref name=Falkdalen/>
Aufgrund ihrer herausragenden Stellung im Königreich vermochte Katharina Stenbock wiederholt als Vermittlerin in politischen Konflikten aufzutreten. Sie engagierte sich etwa aktiv für die Versöhnung von König Erik XIV. und seinem Bruder Johann (III.), der zu diesem Zeitpunkt inhaftiert war. Ferner diente sie als Mediatorin, als einige Mitglieder des Reichsrats gegen Ende der Regierung Johanns III. in Ungnade fielen.<ref name=Falkdalen/>
1590 übertrug Johann III. Åland seinem jungen gleichnamigen Sohn, doch Katharina Stenbock bezog weiterhin die Einkünfte aus Åland und die Schenkung scheint nur auf dem Papier bestanden zu haben. Zum Ärger Johanns III. kamen aber Katharinas Vögte auf Åland nicht immer seinen Forderungen nach. Insbesondere Katharinas Vogt Magnus Eriksson scheint sich hierbei sehr widerspenstig verhalten zu haben.<ref name=Hulden/> In den 1590er Jahren wurde Katharina Stenbock in den Machtkampf zwischen dem neuen König Sigismund III. und Herzog Karl (nachmaligem König Karl IX.) verwickelt. Viele ihrer Verwandten unterstützten Sigismund und wurden nach dem Sieg Karls auf dessen Befehl verbannt, inhaftiert oder hingerichtet und ihre Güter beschlagnahmt. Die Königinwitwe nahm ihre Verwandten bei sich auf Schloss Strömsholm auf und setzte sich dafür ein, dass diese ihr Eigentum zurückerhielten. 1603 musste sie auf ihre Besitzungen auf Åland verzichten, erhielt dafür aber die Grafschaft Drottningholm. In ihren letzten Lebensjahren war sie gehunfähig und litt unter Gelenkschmerzen. Sie starb am 13. Dezember 1621 im Alter von 86 Jahren in Schloss Strömsholm und liegt heute im Dom zu Uppsala begraben. In einer auf sie gehaltenen Trauerrede wurde u. a. ihre Armenfürsorge und großzügige Förderung des Doms zu Västerås lobend hervorgehoben.<ref name=Falkdalen/>
Literatur
- Lena Huldén: Kataina Stenbock, in: Biografiskt lexikon för Finland, Bd. 1, 2008.
- Ivan Svalenius: Katarina, in: Svenskt biografiskt lexikon, Bd. 20 (1973–75), S. 778.
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Weblinks
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Anmerkungen
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- Familienmitglied des Hauses Wasa
- Schwede
- Königin (Schweden)
- Geboren 1535
- Gestorben 1621
- Frau