Khadija-Moschee (Berlin)
| Khadija-Moschee | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
Koordinaten: 52° 34′ 21″ N, 13° 25′ 50″ O
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| Ort | Berlin-Heinersdorf | |||||
| Grundsteinlegung | 2. Januar 2007 | |||||
| Eröffnung | 16. Oktober 2008 | |||||
| Richtung/Gruppierung | AMJ | |||||
| Imam | Rana Sheraz Ahmad | |||||
| Architektonische Informationen | ||||||
| Architekt | Alireza Pakdels | |||||
| Entwurf | Mubashra Ilyas | |||||
| Einzelangaben | ||||||
| Gebetsraum | 345 m² | |||||
| Grundstück | 4790 m² | |||||
| Kuppel | 1 | |||||
| Kuppeldurchmesser | 9 m | |||||
| Minarett | 1 | |||||
| Minaretthöhe | 12,90 m | |||||
| Baukosten | 1,7 Millionen Euro | |||||
| Website: khadija-moschee.de | ||||||
Die Khadija-Moschee oder Chadidscha-Moschee<ref>Vgl. etwa www.spd-blankenburg-heinersdorf.de.</ref> ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine von der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) in Berlin-Heinersdorf gebaute Moschee, die von der Frauenorganisation Lajna Imaillah finanziert wurde. Sie ist nach Chadīdscha bint Chuwailid benannt, der ersten Muslimin und ersten Ehefrau des islamischen Propheten Mohammed.
Die Moscheegemeinde war zuvor in Berlin-Reinickendorf ansässig. Der Imam war bis zum 31. Januar 2014 Abdul Basit Tariq, von der Ahmadiyya „Murrabi“ (etwa „Erzieher“) genannt, der bereits in Reinickendorf tätig war. Von Februar 2014 bis 2023 war Said Ahmed Arif Imam der Gemeinde.<ref>Heinersdorf: Ein Imam verlässt die Stadt. In: Berliner Zeitung, 16. Januar 2014.</ref> Seit 2023 sind Scharjil Khalid und Sheraz Rana als Imame in der Gemeinde tätig.<ref>Imam der Ahmadiyya-Gemeinde in Berlin: „Ich denke, rede und träume deutsch“. In: Berliner Zeitung. Abgerufen am 31. März 2026.</ref>
Vorgeschichte
Die Ahmadiyya-Gemeinde hatte bereits in den 1920er Jahren ihre erste Moschee in Europa in Berlin geplant.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bau einer Moschee in Berlin: Am Ende des Toleranzbereichs. ( vom 30. Oktober 2011 im Internet Archive) In: FAZ, 25. Juli 2007.</ref> Gemäß dem Wunsch des zweiten Oberhaupts der Gemeinde spendeten die Frauen der Gemeinde das Geld für den Bau. Der Grundstein für die Moschee konnte zwar am 6. August 1923 in der Riehlstraße/Ecke Dresselstraße gelegt werden,<ref>Berliner Lokal Anzeiger, 7. August 1923</ref> aufgrund der Währungskrise in Deutschland konnte das Bauvorhaben jedoch nicht vollendet werden. „Die Baukosten der Moschee in Berlin wurden mit den Spenden (Chanda) der Ahmadi-Frauen finanziert. Es wurden dafür 50.000 Rupien investiert, die die Ahmadi-Frauen innerhalb von drei Monaten gesammelt haben“, sagte Khalifat-ul Massih II. in der Chutba Dschuma am 2. Februar 1924.<ref>Die Geschichte der Khadija-Moschee. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2012.</ref>
Die verbliebenen Gelder wurden in den Bau der Fazl-Moschee in London investiert. Im Rahmen des 100-Moscheen-Plans wurde das alte Vorhaben wieder belebt und ein Moscheebau in Berlin geplant. Die Khadija-Moschee ist die erste Moschee im Osten Berlins, nachdem bereits mehrere Moscheen im Westen Berlins errichtet wurden und die älteste Moschee Deutschlands in Berlin-Wilmersdorf steht.
Bau
Die Grundsteinlegung erfolgte am 2. Januar 2007 in der Gegenwart des Kalifen Mirza Masroor Ahmad. Die Moschee auf dem 4790 m² großen Grundstück bietet auf zwei Stockwerken Platz für jeweils 250 Frauen und Männer. Der Entwurf der Moschee stammt ihrem eigenen Bekunden nach von der Architektin Mubashra Ilyas,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Drei Moscheen hat Ilyas während ihres Architektur-Studiums an der TU Darmstadt (TUD) für die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde entworfen: in Bremen, Offenbach und Berlin, Mainspitze am 29. Oktober 2007; 28-jährige ist Moschee-Architektin Mubashra Ilyas, Berliner Morgenpost vom 5. Januar 2007.</ref> die Bauausführung lag beim Architekturbüro Pakdel, das inzwischen die Urheberschaft an den Bauplänen für sich reklamiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pankows Moschee ist auf einer Lüge erbaut ( vom 24. Oktober 2008 im Internet Archive), Berliner Kurier, 21. Oktober 2008</ref>
Die Kuppel der Moschee ist 4,5 Meter hoch, bei 9 Metern Durchmesser, und das Minarett ist 13 Meter hoch.<ref>Zahlen & Fakten Die Ahmadiyya und ihre Berliner Moschee. In: Tagesspiegel. 14. Oktober 2008 (Online [abgerufen am 4. Dezember 2022]).</ref> Die Kosten für den Bau der Moschee und ein Nebengebäude mit zwei Wohnungen beliefen sich auf 1,7 Millionen Euro. Die Moschee hat auch einen öffentlich zugänglichen Kinderspielplatz.<ref>Der Imam von nebenan. In: Tagesspiegel. 18. Oktober 2009 (Online).</ref>
Eröffnung
Die Moschee wurde am 16. Oktober 2008 in Anwesenheit hochrangiger Gäste aus Politik und Gesellschaft eröffnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ahmadiyya-Gemeinde eröffnet erste Moschee im ehemaligen Ostdeutschland ( vom 20. Oktober 2008 im Internet Archive), Euronews am 17. Oktober 2008.</ref> Mirza Masroor Ahmad betonte die Loyalität seiner Gemeindemitglieder gegenüber Deutschland und äußerte den Wunsch an die örtlichen Moscheegegner: „Mögen sie die Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde als echte deutsche Mitbürger akzeptieren lernen.“ Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) begrüßte den Bau der Moschee als Ausdruck der Religionsfreiheit in Deutschland. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bescheinigte ihr, in einer Grußbotschaft, „für religiöse und kulturelle Toleranz in unserer Stadt“ zu stehen.<ref>Wowereit: Moschee steht für Toleranz. In: Tagesspiegel. 16. Oktober 2008 (Online).</ref> Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) äußerte zu dem Moscheeneubau „Mir ist es viel sympathischer, wenn man sieht, wie in einer Moschee Menschen wie Du und Ich beten. Das Motto müsste also sein, möglichst viele Hinterhofmoscheen abzuschaffen und durch offene Neubauten zu ersetzen. Wir brauchen mehr Moscheen.“<ref>Interview: Innensenator Körting will mehr Moscheen in Berlin. Welt Online, 15. Oktober 2008</ref>
Die örtliche Bürgerinitiative (IPAHB e. V.)<ref>„Kommen Sie doch mal zum Abendessen“. In: Tagesspiegel. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"tagesspiegel.de" ( vom 17. Oktober 2008 im Internet Archive)). – Am Donnerstag eröffnet die umstrittene Ahmadiyya-Gemeinde ihre Moschee in Pankow. Der Tagesspiegel bat den Imam und den Vorsitzenden der gegnerischen Bürgerinitiative zum Gespräch. Dabei gab es eine vorsichtige Annäherung – doch protestieren wollen die Moscheegegner weiterhin. 13. Oktober 2008</ref> rief zu einer Demonstration auf, der rund 150 Teilnehmer folgten. Auf der Kundgebung sprachen u. a. René Stadtkewitz, Hiltrud Schröter und Initiativ-Sprecher Joachim Swietlik. Bei einer Gegendemonstration fanden sich unter dem Motto „Ein Band für den Frieden“ 50 Teilnehmer zusammen,<ref>Erste neue Moschee Ostdeutschlands ist da. Welt Online, 16. Oktober 2008</ref> während die NPD ihre angekündigte Demonstration absagte.<ref>NPD sagt Aufmarsch gegen Moschee ab. In: Der Tagesspiegel, 14. Oktober 2008.</ref>
Am 17. Oktober 2008 hielt der Kalif in der Moschee die erste Freitagspredigt (Chutba) und sechs Wochen später lud die Gemeinde zum ersten „Tag der offenen Moschee“, zu dem ca. 500 Besucher kamen.<ref>Tag der offenen Moschee: Kommen, um zu streiten, Tagesspiegel am 30. November 2008.</ref> Am Montag, den 29. Juni 2009 wurde auf dem Grundstück der Moschee ein öffentlich zugänglicher Kinderspielplatz eröffnet.<ref>Versuchter Handschlag. Ahmadiyya-Gemeinde stellte sich das Leben in ihrer neuen Moschee in Heinersdorf einfacher vor. In: Neues Deutschland, 27. Juni 2009</ref>
Rezeption
Der Baugenehmigung für den Moscheebau in Berlin-Heinersdorf gingen seit März 2006 erhebliche Proteste eines Teils der örtlichen Bevölkerung voraus, welche weiter andauern.<ref>Interessengemeinschaft Pankower und Heinersdorfer Bürger (IPAHB); <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Moscheebau in Pankow: Chronologie der Ereignisse ( vom 22. Februar 2007 im Internet Archive)</ref> Die ortsansässige Bürgerinitiative IPAHB e. V. kritisierte u. a., dass im Umkreis des geplanten Moscheestandorts kein einziges Ahmadi-Mitglied wohnen würde. Die Baugenehmigung wurde im Dezember 2006 erteilt. Im Frühjahr 2007 brannte ein Kipplaster auf dem Moscheegrundstück. Im Juni 2007 zogen die Moscheegegner in einer Demonstration durch Pankow. Im Juli 2008 beschmierten Unbekannte die Kuppel der Moschee mit Naziparolen.<ref>Umstrittene Moschee öffnet am 16. Oktober. „Der Bau weist ungewöhnlich wenig Mängel auf …“. Welt Online, 7. Oktober 2008</ref>
Angesichts der Eskalation formierte sich im Herbst 2006 aber auch die Bürgerinitiative „Heinersdorf öffne Dich“<ref>Website der Bürgerinitiative „Heinersdorf öffne dich!“</ref><ref>Befürworter der Moschee werden aktiv. In: Berliner Zeitung, 14. November 2006</ref> mit dem Anliegen: „Wir nehmen die Ängste vor bevorstehenden Veränderungen ernst. Wir stehen für einen Dialog der unterschiedlichen Gruppen, um Ängste zu überwinden und zu einem respektvollen Miteinander beizutragen“.
Aus nachbarschaftlichem Interesse, aber auch, um ein Zeichen gegen das Misstrauen zu setzen, das der Ahmadiyya-Gemeinde von Teilen der Bevölkerung entgegengebracht wird, haben die Evangelische Kirchengemeinde Alt-Pankow, der Friedenskreis Pankow sowie der Kirchenkreis 2006 einen offenen Dialog begonnen und wiederholt die Khadija-Moschee besucht.<ref>Berlin: Friedenskreis vermittelt bei Moschee, Publik-Forum, 14. Juli 2006</ref> So lud beispielsweise Imam Tariq im September 2009 die Pfarrerin Ruth Misselwitz und Gemeindemitglieder zum Fastenbrechen am Ende des Ramadans ein.<ref>Stefan Otto: Die große Glaubensfrage. In: taz, 14. September 2009</ref>
Im Februar 2010 fand im Schauspielhaus Hannover die Uraufführung von Moschee DE, einer szenischen Rekonstruktion der Moscheebaugeschichte in Heinersdorf von Robert Thalheim und Kolja Mensing, statt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Moschee DE. Eine szenische Rekonstruktion. ( vom 18. November 2011 im Internet Archive), abgerufen am 31. März 2010</ref>
Literatur
- Robert Thalheim, Kolja Mensing: Moschee DE. Eine szenische Rekonstruktion. Uraufgeführt am Schauspiel Hannover, 27. Februar 2010
Weblinks
- Die Khadija-Moschee – ahmadiyya.de (PDF)
- Bauhausstil mit Minarett. Die junge Architektin Mubashra Ilyas hat die Khadija-Moschee in Berlin entworfen. Deutschlandradio, 9. Februar 2008
- Moscheebau in Pankow: Chronologie der Ereignisse. ARiC Berlin e. V.
- Vom Skandal zum Alltag – Die Ahmadiyya-Moschee in Pankow-Heinersdorf. In: Himmel&Erde (RBB), 9. Juni 2012, 18:02 Uhr
Einzelnachweise
<references />