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Kirch-Göns

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Kirch-Göns
Stadt Butzbach
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1375)&title=Kirch-G%C3%B6ns 50° 28′ N, 8° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1375) 50° 28′ 15″ N, 8° 39′ 11″ O
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Höhe: 231 m ü. NHN
Fläche: 6,42 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 1375 (2022)<ref name="EW2022">Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen am 11. September 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 214 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 35510
Vorwahl: 06033
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Datei:Kirch-Goens.JPG
Luftbild von Kirch-Göns im Spätsommer 2005, aus Südwesten

Kirch-Göns liegt im hessischen Wetteraukreis und ist der nördlichste Stadtteil der Stadt Butzbach mit etwa 1400 Einwohnern. Der Nachbarort von Kirch-Göns ist Pohl-Göns.

Geschichte

Ortsgeschichte

Vermutlich 1015 schenkte Kaiser Heinrich II. dem Kloster Michelsberg zu Bamberg zahlreiche königliche Höfe, so auch einen Teil des Reichsgutes in Kirch-Göns. Das Bestehen eines Ortes mit dem Namen Kirchunnesse ist für die Zeit ab 1145/53 urkundlich belegt. 1541 wurde mit dem ersten evangelischen Pfarrer Ebert die Reformation eingeführt.

Kirch-Göns gehörte zu dem Teil des Amtes Hüttenberg, einem nassauisch-hessischen Kondominat, der bei der Teilung von 1703 an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt fiel. Hier gehörte es zum hessischen Amt Hüttenberg.<ref>L. Ewald: Beiträge zur Landeskunde. In: Grossherzogliche Centralstelle für die Landes-Statistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Grossherzogthums Hessen. Jonghaus, Darmstadt 1862, S. 54.</ref>

1803 fasste die Landgrafschaft ihre nördlich des Mains gelegenen Gebiete in dem Fürstentum Oberhessen (später: Provinz Oberhessen) zusammen, wo nun auch Kirch-Göns lag. 1806 wurde die Landgrafschaft von Napoleon zum Großherzogtum Hessen erhoben. Dieses führte 1821 eine Verwaltungsreform durch, in der das Amt Hüttenberg aufgelöst wurde. Übergeordnete Verwaltung war nun der Landratsbezirk Gießen,<ref name="bsb01" /> zuständiges Gericht das Landgericht Gießen.<ref name="bsb01" />

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Kirch-Göns:

„Kirchgöns (L. Bez. Giessen) evangel. Pfarrdorf; liegt an dem Günsbach, so wie an der von Giessen nach Frankfurt ziehenden Chaussee, 212 St. von Giessen entfernt, hat 86 Häuser und 482 Einwohner, die außer 16 Juden evangelisch sind, sodann 1 Kirche und 1 Rathhaus. – Der Name der Gönser Mark, so wie eines Dorfes Göns (Gunnissen, Gunnisheim) wird in sehr alten Nachrichten erwähnt. Im Jahr 1703 kam der Ort aus der Gemeinschaft mit Nassau-Weilburg, ausschließend an Hessen. Den 15. Juli 1815 brannten hier 51 Gebäude ab, wofür die Brandentschädigung 12,592 fl. 10 kr. betrug.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Kirch-Göns gehörte zum Gebiet des Gemeinen Rechts, das hier ohne die Überlagerung von Partikularrecht galt. Dieses behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen im 19. Jahrhundert, bis es zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst wurde.<ref>Arthur B. Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 100, Anm. 6 und S. 9, 11.</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Kirch-Göns, am 1. August 1972 kraft Landesgesetz mit weiteren Gemeinden, in die Stadt Butzbach eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg (GVBl. II 330-19) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 230, § 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für Kirch-Göns wurde wie für die übrigen Stadtteile ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 304 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Butzbach, abgerufen im April 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Kirch-Göns angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte

Seit Ende des 14. Jahrhunderts lag Kirch-Göns im Bezirk des Gerichts Hüttenberg.<ref name="lagis" /> In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch weiter durch die Ämter, hier das Amt Hüttenberg ausgeübt.

Mit Bildung der Landgerichte im Großherzogtum Hessen war ab 1821 das Landgericht Gießen das Gericht erster Instanz. Die zweite Instanz war weiter das Hofgericht Gießen. In der erstinstanzlichen Rechtsprechung wechselte die Zuständigkeit:<ref name="lagis" />

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Kirch-Göns 1386 Einwohner. Darunter waren 36 (2,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 252 Einwohner unter 18 Jahren, 525 zwischen 18 und 49, 270 zwischen 50 und 64 und 336 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 531 Haushalten. Davon waren 153 Singlehaushalte, 165 Paare ohne Kinder und 173 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 120 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 339 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1806: 419 Einwohner, 84 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 482 Einwohner, 86 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 639 Einwohner, 106 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 616 Einwohner, 112 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Kirch-Göns: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022
Jahr  Einwohner
1791
  
400
1800
  
400
1806
  
419
1829
  
482
1834
  
513
1840
  
582
1846
  
604
1852
  
608
1858
  
581
1864
  
638
1871
  
613
1875
  
616
1885
  
639
1895
  
632
1905
  
665
1910
  
699
1925
  
786
1939
  
849
1946
  
1.360
1950
  
1.404
1956
  
1.330
1961
  
1.285
1967
  
1.368
1970
  
1.335
1980
  
?
1990
  
?
2008
  
1.418
2010
  
1.430
2011
  
1.386
2015
  
1.443
2022
  
1.375
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; nach 1970: Stadt Butzbach<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 466 evangelische (= 96,68 %), 16 jüdische (= 3,32 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 991 evangelische (= 77,12 %), 273 katholische (= 21,25 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Eine jüdische Gemeinde konnte sich nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr entwickeln. In Kirch-Göns erinnern noch der jüdische Friedhof sowie an der Hauptstraße 36 vier Stolpersteine an die ehemals jüdische Bevölkerung.

Politik

Datei:KG 20250322 164157.jpg
Feier 875 Jahre Ortsteil Kirch-Göns am 22. März 2025, Begrüßung durch den Butzbacher Ehrenbürgermeister Michael Merle, i. R.
Datei:KG 20250322 165158.jpg
Kirch Gönser Gospelchor “Let it shine” an der 875 Jahrfeier. Im Hintergrund das offizielle Wappen des Ortsteils Kirch-Göns.

Ortsvorsteher ist Stefan Euler von der CDU.<ref>Ortsbeiräte Stand Juni 2016</ref>

Datei:Ki-Gö 875-Jahre 20250831 152725.jpg
Jubiläumsfeier am 31. August 2025 im Festzelt neben der Mehrzweckhalle

Wappen

Das Wappen wurde am 8. September 1969 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über zwei gekreuzten goldenen Schwertern ein silberner Kirchturm mit goldener Tür und romanischem Doppelfenster, bekrönt von einem rechtsgewendeten Hahn über einem rhombisch gefassten Turmkreuz.“<ref>Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Kirch-Göns, Landkreis Friedberg vom 8. September 1969. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1969 Nr. 39, S. 1643, Punkt 1358 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,7 MB]).</ref>

Kulturdenkmäler

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Wirtschaft und Infrastruktur

Bekannt war der Ortsteil vor allem unter den in Deutschland stationierten US-amerikanischen Soldaten, da sich hier die große Ayers-Kaserne mit bis zu 6500 Soldaten befand, die 1997 geschlossen wurde. Im Jahre 2003 wurde das 104 Hektar große Gelände von einer international tätigen Spedition aus dem benachbarten Niederkleen übernommen. Das Gelände erhielt den Namen Magna Park und entwickelte sich zu einem Logistikpark mit Niederlassungen von u. a. UPS, Bosch und Lidl.

Verkehr:

In Kirch-Göns (Bahnhofsbezeichnung: Kirch Göns) halten Regionalbahnen der Main-Weser-Bahn (Frankfurt–Gießen–Kassel). Die Bundesstraße 3 führt als Ortsumgehung am Ort vorbei und geht beim vier Kilometer entfernten Lang-Göns nahtlos in die beginnende Bundesautobahn 485 über.

Infrastruktur: Kirch-Göns hat in den letzten Jahren wichtige Infrastruktur verloren (keine Metzgerei, keine Bäckerei), hingegen seit Mai 2021 ein neues Feuerwehrhaus erhalten. Zudem ist eine gut ausgestattete Mehrzweckhalle vorhanden, die neben Sportveranstaltungen auch für Konzerte benutzt wurde.

In Kirch-Göns gibt es die Gönser Grundschule sowie einen Kindergarten.

Literatur

  • Dieter Wolf: Dorfgeschichte im Überblick [Kirchgöns]. In: Dorfchronik-Ausschuss (Hrsg.): 850 Jahre Kirch-Göns. Butzbach-Kirch-Göns 2000, S. 8–66.
  • Vorlage:HessBib

Weblinks

Commons: Kirch-Göns – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Kirch-Göns, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 262 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="bsb01"> Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Inneren und der Justiz. (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1821 Nr. 33, S. 403 ff. (407–408) (Online bei der Bayerischen Staatsbibliothek). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 50 und 104, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> <ref name="DF">Einwohnerzahlen der einzelnen Stadtteile. In: Webauftritt. Stadt Butzbach, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 22. Mai 2018. (archivierte Zahlen)</ref> </references>

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