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Kladde

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Kladde

Eine Kladde (seit dem 17. Jahrhundert im Niederdeutschen belegt, eigentliche Bedeutung ‚Schmutz‘, ‚Schmiererei‘) oder Stratze<ref>Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref> (auch Strazza-Buch), von italienisch strazze (verkürzt aus stracciafoglio, von stracciare „zerreißen“),<ref>Werner Scheurer: Die Altäre der Offenburger Altarbauer Moroder. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. 2017/2018 (2021), Band 36/37, S. 147–182, hier: S. 149 f. (Quellen zur Erforschung der Kunstwerke der Gebrüder Moroder).</ref> ist ein vorläufiger Entwurf, ein Konzept und davon abgeleitet, vermutlich als Kurzform von „Kladde-Buch“,<ref>Kladde. In: Johann Georg Krünitz (Hrsg.): Oeconomische Encyclopädie, oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirtschaft, in alphabetischer Ordnung. Band 39. Pauli, Berlin 1787, S. 303 (mit weiteren Bezeichnungen: „Kladder-Buch“, „Schmutz-Buch, in einigen oberdeutschen Gegenden das Klätt-Buch, Kleck-Buch, Klitter-Buch, Sudel-Buch. Von dem im g.[emeinen] L.[eben] üblichen kleien, klittern, schlecht schreiben“).</ref> ein Schmier-, Skizzen-, Notiz- oder vorläufiges Geschäftsbuch (Vorbuch, für die erste kurze Niederschrift laufender Geschäftsvorgänge). Gleichbedeutend ist das französische Lehnwort Brouillon<ref>Siehe etwa Novalis’ „Materialien zur Enzyklopädistik“: Novalis: Das Allgemeine Brouillon 1798/99. In: Hans-Joachim Mähl, Richard Samuel (Hrsg.): Werke, Tagebücher und Briefe Friedrich von Hardenbergs. Band 2. Hanser, München / Wien 1978, S. 473–720.</ref> sowie das Pluralwort Adversaria.<ref>Adversaria. duden.de; abgerufen am 5. Februar 2019.</ref>

Kladden sind in der Regel fest gebunden und enthalten je nach Verwendungszweck entweder leere (blinde) Seiten oder solche, die mit Linien oder Tabellen für Eintragungen vorbereitet sind. Der Inhalt von Kladden zur Buchführung (auch Strazzen genannt) wird anschließend in Grund-, Haupt- oder Rechnungsbücher übertragen. Die heute als Chinakladde bekannten Notizbücher mit rot-schwarzem Einband wurden in den 1970er Jahren von Gunther Lambert auf dem deutschen Markt eingeführt. Eine Schießkladde bezeichnet beim Militär ein Heft oder Buch, in welches die ausgegebene und wieder zurückgegebene Munition eingetragen wird. In der Wissenschaft und Forschung werden Experimente und Ideen im Laborbuch festgehalten.

An norddeutschen Schulen wird die „Kladde“ vom „Reinschriftheft“ unterschieden. In Mittel- und Süddeutschland spricht man von Manuskript oder Konzept oder Notizbuch.

Berühmte Kladden sind die Sudelbücher von Georg Christoph Lichtenberg oder das Sudelbuch von Kurt Tucholsky. Sie wurden ähnlich einem Tagebuch geführt.

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

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