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Kleefarn

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Kleefarn
Datei:Illustration Pilularia globulifera0.jpg

Kleefarn (Marsilea quadrifolia), in der unteren Bildhälfte; oben ist der Pillenfarn (Pilularia globulifera) dargestellt

Systematik
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Schwimmfarnartige (Salviniales)
Familie: Kleefarngewächse (Marsileaceae)
Gattung: Kleefarne (Marsilea)
Art: Kleefarn
Wissenschaftlicher Name
Marsilea quadrifolia
L.

Der Kleefarn (Marsilea quadrifolia), auch Vierblättriger Kleefarn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kleefarne (Marsilea) innerhalb der Familie der Kleefarngewächse (Marsileaceae).<ref name="HasslerOnline" />

Beschreibung

Der Kleefarn ist eine ausdauernde krautige Pflanze und die Wuchshöhen betragen 5 bis 20 Zentimeter. An den kriechenden, dünnen, behaarten Rhizomen entspringen an jedem Knoten Wurzeln und Blätter, wodurch die Pflanzen Rasen bilden. Die Blätter sind in einen langen Stiel sowie die Spreite gegliedert und ähneln einem vierfiedrigen Kleeblatt, bestehen jedoch aus zwei gegenständigen, dicht aneinander stehenden Blattpaaren. Die Fiederblättchen sind breit keilförmig, ganzrandig und in Knospenlage gefaltet. Die Blattadern sind fächerförmig und geschlossen.

Die Jugend-, Unterwasser-, Schwimm- und Landblätter sehen sehr ähnlich aus. Nur die Landblätter bilden bohnenförmige Sporenkapseln aus, die zu zweit bis viert am Grund des Blattstieles stehen. Sie stehen auf aufrechten, meist teilweise verwachsenen Stielen, die etwa dreimal so lang sind wie das Sporokarp.<ref name="Dostál1984" /> Das Sporokarp ist etwa 6 Millimeter lang und hat auf dem Rücken am Grund zwei fast gleich große stumpfe Zähne.<ref name="Dostál1984" /> Das Sporokarp enthält jederseits sieben bis neun horizontal übereinander gestellte Fächer mit Sori. Die Sori enthalten entweder Mikrosporangien oder Megasporangien.<ref name="Dostál1984" /> Die Sporen reifen im September und Oktober.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40, seltener 32 oder 100 bis 140.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Sporokarpien des Kleefarns werden nur an trocken gefallenen Standorten gebildet. Der Kleefarn ist gegen Wasserstandsänderungen sehr empfindlich. Steigt der Wasserspiegel, sterben die alten Blätter ab (wegen des Fehlens eines interkalaren Wachstums können sich die Blattstiele nicht strecken) und es werden neue Blätter gebildet.<ref name="FloraBW" />

Die Kleefarne sind die einzige Farngattung, bei der die Blätter Schlafbewegungen ausführen; tagsüber liegen die Fiederabschnitte der Blattspreite in einer Ebene, abends und nachts hängen sie herab.<ref name="FloraBW" />

Die Sporokarpien bleiben lange keimfähig. Gelangen sie in Wasser, so platzen sie. Prothallienbildung und Befruchtung vollziehen sich innerhalb einiger Stunden bis weniger Tage.<ref name="Dostál1984" />

Vorkommen und Gefährdung

Datei:Marsilea quadrifolia - European water clover.jpg
Landblätter
Datei:Marsilea quadrifolia kz1.jpg
Schwimmblätter

Der Kleefarn ist ein eurasisch-submediterran-subkontinentales Florenelement. Er kommt zerstreut in weiten Teilen Eurasiens vor, von Europa über das westliche Sibirien bis Kaschmir, Nordchina und Japan. Die Nordgrenze in Europa verläuft vom Loire-Gebiet über das Elsass, das Oberrheingebiet, Tschechien und Polen.<ref name="Käsermann1999" /> In Nordamerika ist er ein Neophyt.

In Deutschland gilt der Kleefarn als vom Aussterben bedroht<ref>Detailseite Rote Liste Zentrum: Marsilea quadrifolia L. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref>. Das letzte autochthone Vorkommen wurde in den 1960er-Jahren zerstört. In Baden-Württemberg gibt es eine möglicherweise spontane Neuansiedlung. An verschiedenen Stellen wurde der Kleefarn auch angesalbt. In Österreich kommt der Kleefarn nur noch in der Steiermark vor, in den anderen Bundesländern ist die Art ausgestorben oder verschollen.<ref name="EFÖLS" /> In der Schweiz gilt der Kleefarn als „von Aussterben bedroht“; es sind nur mehr wenige Fundorte bekannt.<ref name="InfoFlora" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w+ (nass aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Der Kleefarn wächst in lockeren Rasen bzw. in lockeren Herden im flachen (bis 40 Zentimeter tiefen) Wasser oder auf trockengefallenem Schlamm, an lichteren, mäßig nährstoffreichen, basenreichen, mäßig kalkreichen bis kalkarmen, basischen bis schwach sauren Stellen auf Lehm- oder Schluffböden, an offenen Stellen in Lehmgruben oder in Schweineweiden, im Uferbereich zeitweise trocken fallender Tümpel.<ref name="FloraBW" /> Im Wasser ist er vergesellschaftet mit Armleuchteralgen-Arten der Gattung Chara und mit dem Kleinen Nixenkraut (Najas minor); auf trockenem Schlamm lebt er zusammen mit der Nadel-Sumpfbinse (Eleocharis acicularis), dem Schlammling (Limosella aquatica) oder mit dem Braunen Zypergras (Cyperus fuscus).<ref name="FloraBW" /> Als wärmeliebende Pflanze steigt er nicht über die colline Höhenstufe.<ref name="EFÖLS" /> Er kommt in Pflanzengesellschaften des Verbands Eleocharition acicularis und wohl auch in denen des Nanocyperion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Auf europäischer Ebene wird der Kleefarn von der Europäischen Union in der FFH-Richtlinie, Anhang II und IV<ref name="FFH" /> geführt und somit zu den streng geschützten Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse gezählt, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.<ref name="Schmeil und Fitschen2019" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Marsilea quadrifolia erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 1099.<ref name="SpPl" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Marsilea quadrifolia L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="FloraBW"> </ref> <ref name="Käsermann1999"> Christoph Käsermann: Marsilea quadrifolia L. – Kleefarn – Marsileaceae. In: Christoph Käsermann, Daniel M. Moser (Hrsg.): Merkblätter Artenschutz – Blütenpflanzen und Farne (Stand Oktober 1999). Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern 1999, S. 196–197 (PDF-Datei). </ref> <ref name="EFÖLS"> </ref> <ref name="FFH"> Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) in der konsolidierten Fassung vom 1. Juli 2013Vorlage:Abrufdatum, Anhang II. In: ABl. L 206 vom 22. Juli 1992, S. 33 (Marsilea quadrifolia). </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 1099. (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D1099%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2019"> Michael Koltzenburg: Marsilea. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6. S. 153. </ref> <ref name="Dostál1984">Josef Dostál: Marsilea. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1984, ISBN 3-489-50020-2. S. 287–289. </ref> <ref name="HasslerOnline"> Michael Hassler: Taxon in Suchmaske eintragen bei World Ferns.Synonymic Checklist and Distribution of Ferns and Lycophytes of the World. Version 19.2 vom März 2024. </ref> </references>

Weblinks