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Kloster Schliersee

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Datei:Schliersee 1880.jpg
Schliersee vom Kirchbichl aus, auf dem das erste Kloster gegründet wurde

Das Kloster Schliersee war ein ehemaliges Kollegiatstift in Schliersee in Bayern in der Diözese Freising.

Geschichte

Das später dem hl. Sixtus geweihte Kloster wurde um 770 gegründet und wird in einer Urkunde vom 21. Januar 779 als „Zelle am Slyrse“ erstmals schriftlich erwähnt. Nach der Gründungslegende wählten die Brüder Adalunc, Hiltipalt, Kerpalt, Antoni und Otakar – der weltlichen Geschäfte überdrüssig – den locus Schliersee, um dort eine cellula zu errichten. Die Weihe der dazugehörigen kleinen Kirche wurde vom Freisinger Bischof Arbeo vorgenommen. Da dessen Amtszeit 764 begann und auf der Synode von Dingolfing von 772 bereits ein Abt von Schliersee anwesend war, muss die Klostergründung zwischen diesen beiden Jahren liegen.<ref>Sixtus Lampl: Kirchen in Schliersee. Selbstverlag, Valley 1994.</ref>

Die Herkunft der Gründer, fünf adelige Brüder, ist nicht eindeutig gesichert und wird etwa mit den Ahnen der Wittelsbacher, den Falkensteinern oder den Waldeckern in Verbindung gebracht. Die Brüder kommendierten sich dem Schutz und der Herrschaft Arbeos; dieser setzte ihnen einen vir venerabilis namens Perhtcoz (Berchtold) aus dem Freisinger Klerus als magister vor. Die Brüder bildeten selbst den ersten Schlierseer Konvent, nach zwei Jahren wählten sie Perhtcoz zu ihrem Abt und ließen ihn von Bischof Arbeo nach der Benediktinerregel ordinieren. Dieses Prozedere wurde auch bei den nachfolgenden Äbten beibehalten. Die Gründungsgeschichte ließ man am 21. Januar 779 im Kloster aufzeichnen. Der nächste Abt war ein Warmunt, der bis zu seinem Lebensende um 818 auch in den Diensten der Freisinger Kirche stand.<ref>J. von Obernberg churfürstlichen Landesdirektions-Raths historische Abhandlung von dem uralten Benediktiner-Kloster und nachmaligen Chorstifte Schliers in Oberbayern; S. 28f</ref> Am 1. Mai 809 nahmen die Äbte Warmunt und Cundheri an einer Freisinger Synodalsynode teil, d. h. Schliersee war zu einem integralen Teil des Bistums Freising geworden.<ref>Joachim Jahn: Ducatus Baiuvariorum: Das bairische Herzogtum der Agilolfinger. S. 511f. (= Monographien zur Geschichte des Mittelalters). Hiersemann, Stuttgart 1991, ISBN 3-7772-9108-0.</ref> Als dritter Abt wird Sindiho (auch: Sindilo) von Bischof Hitto von Freising ernannt, der seinem Bruder Warmunt nachfolgte. Er nahm 820 an der Synode in Ehingen teil.<ref>J. von Obernberg churfürstlichen Landesdirektions-Raths historische Abhandlung von dem uralten Benediktiner-Kloster und nachmaligen Chorstifte Schliers in Oberbayern;S.30f</ref>

Datei:St. Sixtus Schliersee-2.jpg
Katholische Pfarrkirche St. Sixtus in Schliersee, wo das zweite Kloster stand

Das damalige Kloster befand sich noch nicht im heutigen Ort Schliersee, sondern auf dem Kirchbichl zwischen Westenhofen und Hausham. Nachdem das Kloster in den Ungarnstürmen des 10. Jahrhunderts vermutlich untergegangen war, gründete es Bischof Otto von Freising im Jahre 1141 neu und verlegte es an den Ort der heutigen Pfarrkirche St. Sixtus in Schliersee. Ursprünglich ein Benediktinerkloster, wurde Schliers zwischen 1260 und 1278 unter Bischof Konrad II. von Freising in ein Augustiner-Chorherrenstift umgewandelt. Es handelte sich um ein Kollegiatstift nach Aachener Regel mit zehn Kanonikern. Die Kanoniker wohnten auf kleinen Höfen, die um die Kirche lagen und mit denen sie ihren Lebensunterhalt sicherten. Die Herren von Hohenwaldeck wurden zu Vögten des Klosters bestimmt. 1346 brannte das Stift ab und wurde im folgenden Jahr wieder aufgebaut. Ab 1415 durften nur Freisinger Domherren zu Pröpsten ernannt werden. Nachdem 1483 die Herren von Hohenwaldeck im Mannesstamm ausstarben, wurden die Wittelbacher Vögte von Schliersee.

1492/93 wurde das Stift mit all seinen Besitzungen auf Veranlassung Herzog Albrechts IV. des Weisen gegen den Widerstand der Kanoniker an die Frauenkirche nach München verlegt. Die Umsiedlung war 1495 abgeschlossen; das Stift blieb dort bis 1803, als es durch die Säkularisation aufgehoben wurde.

Reihe der Äbte des Benediktinerklosters
  • Perhtcoz (Berchtold) ab 779 bis ?
  • Warmunt † 818
  • Sindiho (auch: Sindilo) 811 – ?

Reihe der Pröpste Pröpste des Benediktinerklosters:<ref>Michael Hartig: Die oberbayerischen Stifte. Band II: Die Prämonstratenserstifte, die Klöster Altomünster und Altenhohenau, die Collegiatstifte, der Deutsch- und der Malteserorden, die nachmittelalterlichen begüterten Orden und Stifte. Verlag vorm. G. J. Manz, München 1935, {{#if: {{#if: | {{#invoke:TemplUtl|faculty|{{{suffix}}}}} }}

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  • Ellenhard, 1075; Bischof von Freising
  • Eppo, 1089/1090
  • Rudolf, 1113

Pröpste des Kollegiatstiftes:

  • Heinrich I., 1166–1177
  • Ortwin von Humblen, 1181–1212
  • Tagino (auch: Taego, Tagen), 1212–1221/23; Bruder von Bischof Gerold von Waldeck
  • Friedrich I. von Manotalban, 1258–1279; ab 1279 Bischof von Freising
  • Otto von Tor (auch: vom Thor, von der Porten), 1280–1316
  • Friedrich II. Falkner (auch: Falkner), 1322(?), † 1325
  • Heinrich II. Schenk, 1326–1328
  • Hermann von Nannhofen (auch: Hermann Nännhofer), 1336–1352
  • Jakob von Nannhofen, 1352– † 1364
  • Conrad von Grunertshofen, 1365
  • Johann Gerold, 1371- † 1386
  • Hildebrand von Kammer (auch: Hiltbrand von Cammer), 1402, 1410
  • Johann Tuerndl (auch: Türnl, Tyrndl), 1417, 1418
  • Sylvester, 1428, 1430
  • Wiguleus von Rohrbach, 1453- † 15.06.1456
  • Leonhard Mauter (auch: Mautner von Katzenberg), 1459–1476/77
  • Peter Riedler, 1476/77–1486
  • Jakob Rudolf, 1495

Literatur

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  • Hubert Vogel: Schliersee, seine Grundherrschaft und seine Vogtei im Mittelalter. Laßleben, Kallmünz über Regensburg 1939.

Weblinks

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Einzelnachweise

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