Knickebein
Knickebein ist ein Cocktail aus Likör und einem rohen Eigelb oder aus Branntwein und Eierlikör.<ref name="Köster">Rudolf Köster: Eigennamen im deutschen Wortschatz: ein Lexikon. Seite 92f.</ref> Knickebein wird auch eine bestimmte Art von halbflüssiger Füllung von Pralinen genannt.<ref>Ota Mikolasek, Marianne Müller, Helmut Winter, Günter Rachfahl: Das große Lexikon der Hotellerie und Gastronomie. S. 315.</ref> Eine Knickebein-Füllung besteht je zur Hälfte aus eierlikörhaltiger und fruchtsaftliköriger Fondantcreme.<ref>Günter Klein: Textsammlung Lebensmittelrecht. 4700, 7.</ref>
Etymologie
Zur Erklärung des Begriffs Knickebein sind verschiedene Varianten bekannt. Zum einen soll sich der Name auf einen Jenaer Studenten beziehen, der Knickebein genannt wurde.<ref>Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Bd. 11. Leipzig, 1905. S. 171 [1]</ref> Eine andere Variante leitet sich aus der vermeintlichen Wirkung her: Nach Genuss des Getränks knicken die Beine weg. In einem Studentenlied wird der Gastwirt und Freiheitskämpfer Andreas Hofer mit dem Getränk in Verbindung gebracht.<ref name="Köster" /> Es handelt sich um die scherzhafte Umdichtung eines älteren Liedtextes über Andreas Hofer von Max von Schenkendorf<ref>Originaltext der parodierten ersten Strophe: "Als der Sandwirth von Passeier Inspruck hat mit Sturm genommen, Die Studenten, ihm zur Feier, Mit den Geigen Mittags kommen, Laufen alle aus der Lehre, Ihm ein Hochvivat zu bringen, Wollen ihm zu seiner Ehre Seine Heldenthaten singen.", siehe http://www.zeno.org/Literatur/M/Schenkendorf,+Max+von/Gedichte/Gedichte/Zweite+Abtheilung.+Vaterland/Andreas+Hofer</ref>, die Verbindung des Volkshelden mit Knickebein erscheint gewollt lächerlich.<ref>Allgemeines Deutsches Kommersbuch</ref>
<poem style="margin-left:2em;"> Als der Sandwirt von Passeier Innsbruck hat im Sturm genommen Ließ er sich ein Dutzend Eier Und ein Dutzend Schnäpse kommen Machte daraus eine Mischung Trank sie aus und knickte ein Und seit dem heißt diese Mischung In ganz Deutschland Knickebein </poem>
Literatur
- F. J. Beutel: Die modernen Getränke. S. 233. ISBN 3839112524
Einzelnachweise
<references />