Komorno
Vorlage:Infobox Ort in Polen Komorno (Vorlage:PlS ebenso) ist ein Ort in der Landgemeinde Reinschdorf im Powiat Kędzierzyńsko-Kozielski der Woiwodschaft Opole (Oppeln) in Polen.
Geographie
Komorno liegt zentral in der Landgemeinde Reinschdorf.
Nachbarorte von Komorno sind Die nächsten Nachbarorte Komornos liegen alle in der Landgemeinde Reinschdorf und haben keine gemeinsamen Grenzen mit dem Ort.<ref>mapcarta.com, Entfernungsangaben der Nachbarorte (Abgerufen am 31. Juli 2012, englisch)</ref>
- Poborschau (zwei km nordöstlich)
- Reinschdorf (drei km südöstlich)
- Nesselwitz (drei km südwestlich)
- Wiegschütz (drei km südöstlich)
- Zmudzona (drei km östlich)
Geschichte
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Komorno am 16. März 1411. Erste aufkommende Namen für die Siedlung sind neben Komorno auch Komorrno,<ref name="Gmina" /> Comorno und Commerau.<ref name="odnowasi.eu" /> Komorno wurde in den Schlesischen (1740–1763) und Koalitionskriegen mehrmals Ort historischer Ereignisse.
So lagerten die Truppen des österreichischen kaiserlichen Heerführers Ernst Gideon Freiherr von Laudon während der Belagerung der preußischen Festung Cosel unter anderem in Komorno.<ref name="Infotafel">Informationstafel im Komornoer Park, Text "Aus der Geschichte von Komorno" von L.& M. Lempagt</ref>
Im Jahre 1817 kam es am 2. Januar bei Komorno zu einem Scharmützel zwischen preußischen und bayerischen Soldaten, welche Verbündete Napoleons waren. Die Bayern gewannen die als „Gefecht bei Komorno“ in die Geschichte eingegangene Schlacht.<ref name="Infotafel" />
Weiterhin überfiel eine Schwadron der Bayern Teile eines preußischen Bataillons, das auf der Straße zwischen Komorno und Poborschau auf dem Weg nach Cosel war. Der Überraschungsangriff glückte, sie brachten 143 Mann und zwei Kanonen in ihre Gewalt.
Das Komornoer Gutshaus, welches 1760 errichtet wurde, beherbergt 1807 von Ende Januar bis Anfang März den bayerischen Generalleutnant Bernhard Erasmus von Deroy, der die Belagerung der Festung Cosel befehligte.<ref name="Infotafel" /> Als am 9. Juli 1807 mit dem Tilsiter Friedensschluss die Belagerung aufgehoben wurde, zog als Nachfolger Deroys der Generalmajor Clemens von Raglovich in das Gutshaus.
Am 30. März desselben Jahres starb in Komorno Oberst Phillip von Bieringer, der damalige Kommandeur des königlich-bayerischen 5. Infanterie-Regiments Preysing.<ref name="Infotafel" />
Unter dem NS-Regime wurde Komorno 1936 in Altenwall umbenannt. Als 1945 die Rote Armee den Ort einnahm, wurde die Umbenennung revidiert.<ref name="Infotafel" />
Mit dem 11. Januar 2011 wurde Komorno auch der deutsche amtliche Name.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahlen von Komorno im Laufe der Jahre:<ref>Quellen der Einwohnerzahlen:
- 1831–2003: Aus der Geschichte von Komorno, siehe 5. Fußnote – 2009: odnowawsi.eu (polnisch) (Abgerufen am 31. Juli 2012)</ref>
|
|
|
|
|
Religion
Der Ort ist der römisch-katholischen Pfarrei Nesselwitz zugeordnet, welche eine Filialkirche in Komorno unterhält.<ref name="Kirche" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Geschichtsträchtigstes Bauwerk ist das Gutshaus im Norden des Dorfes, welches 1760 errichtet wurde. Das im klassizistischen Stil gehaltene Gebäude wurde 1945 stark beschädigt, wurde aber zwei Jahre später erneuert. Es steht heute unter Denkmalschutz und gehört dem Powiat Kędzierzyńsko-Kozielski.<ref>Denkmalschutz- und Informationsplakette des Komornoer Gutshauses (polnisch)</ref> Das Gutshaus samt Parkanlage wird momentan von einem Verein restauriert.<ref>https://komorno.pl/</ref>
Komorno verfügt seit 1987 über eine eigene Kirche. Das modern gehaltene Gotteshaus löste eine kleine Kapelle im Ortsinneren als Abhaltungsort der Messen ab, welche jedoch weiterhin existiert.<ref name="Kirche" />
Parks und Naturdenkmäler
Der einzige Park im Ort umgibt das Gutshaus und gehört dem Powiat. Der Landschaftspark ist 5,2 ha groß und wurde um 1800 angelegt. Er beherbergt Platanen, einen 30 Meter hohen Tulpenbaum, Rotbuchen, Espen, Kastanien und viele weitere Arten.<ref name="Gmina" />
Infrastruktur
Verkehr
Durch Komorno führt die Droga krajowa 45. Der nächstgelegene Bahnhof ist der von Nesselwitz, welcher vom Ort aus zu Fuß zu erreichen ist und vom Regional-Express der Przewozy Regionalne bedient wird.
Bildung
Komorno beheimatet ein Technikum, welches einen landwirtschaftlichen Schwerpunkt hat.<ref name="Technikum" />
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
- Adam Kotowski (1626–1693), Mundschenk des polnischen Königs Jan Sobieski
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Bernhard Erasmus von Deroy (1743–1812), bayerischer Generalleutnant, befehligte die Belagerung Kosels von Komorno aus
- Clemens von Raglovich (1766–1836), bayerischer Generalmajor, Nachfolger Deroys in Komorno
Weblinks
- Rittergut Komorno auf den Seiten der Johannes-Theodor-Thormaehlen Stiftung
Fußnoten
<references> <ref name="renskawies.pl">Vorlage:Internetquelle</ref> <ref name="odnowasi.eu"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="Kirche">Vorlage:Internetquelle</ref> <ref name="Gmina">Vorlage:Internetquelle</ref> <ref name="Technikum"> Vorlage:Internetquelle </ref> </references>