Kostjantyniwka
Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Ort in der Ukraine Kostjantyniwka (
- WEITERLEITUNG Vorlage:ukS-Cyrl
Die ukrainische Sprache wird in kyrillischer Schrift geschrieben und so auch in der deutschsprachigen Wikipedia dargestellt.
Romanisierung, also lateinische Umschrift, kommt nur sehr selten vor, insbesondere kaum im Zusammenhang mit der Nutzung dieser Vorlage.
In den Artikeln soll deshalb die Form {{ukS}} für kyrillische Schrift benutzt werden und die Weiterleitung nicht aufgelöst werden.
Diese Weiterleitung ist grundsätzlich kein Gegenstand von SLA.; {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=ru|SCRIPTING=Cyrl|SERVICE=russisch}}) ist eine Stadt in der Oblast Donezk in der Ukraine mit aktuell noch etwa 8.000 Einwohnern (2025).
Die Ortschaft am Ufer des Krywyj Torez, eines Nebenflusses des Dons, war bis Juli 2020 das administrative Zentrum des gleichnamigen Rajons Kostjantyniwka und ein industrielles Zentrum im Donezbecken, in dem es vor allem metall- und glasverarbeitende sowie chemische Industrie gab. Das Oblastzentrum Donezk liegt in 68 Kilometer Entfernung.
Geschichte
Kostjantyniwka entstand 1870 aus einer kleinen Siedlung, die von dem Großgrundbesitzer Nomikossow gegründet und zu Ehren seines ältesten Sohnes Kostjantyn benannt wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort zu einer Industriesiedlung, die 1926 in den Rang einer Siedlung städtischen Typs erhoben wurde. 1932 erhielt Kostjantyniwka Stadtrechte.
Am 22. Juni 1941 begann die Wehrmacht den deutsch-sowjetischen Krieg. Sie besetzte Kostjantyniwka am 28. Oktober 1941. Am 6. September 1943 eroberte die Rote Armee die Stadt.
Bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2019 stimmte die Stadtbevölkerung überwiegend für den parteilosen, russlandfreundlich beschriebenen Jurij Bojko.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref name=":0">Vorlage:Internetquelle</ref>
Am 2. April 2023 kam es im Zuge des Russischen Überfalls auf die Ukraine zur Bombardierung der Stadt durch russische Streitkräfte, wobei sechs Zivilisten getötet und acht weitere verletzt wurden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Durch einen nach ukrainischen Angaben russischen Luftangriff sollen am 6. September 2023 auf einem Marktplatz 16 Menschen getötet und 33 verletzt worden sein.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Einem Bericht der New York Times zufolge deuten hingegen Zeugenaussagen und eine Analyse von Videoaufnahmen, Satellitenbildern, Waffenteilen und Beiträgen in sozialen Medien stark darauf hin, dass es sich um eine fehlgeleitete ukrainische Luftabwehrrakete handelte, die von einem Buk-Raketensystem abgefeuert wurde.<ref>Evidence Suggests Ukrainian Missile Caused Market Tragedy. In: New York Times, 18. September 2023.</ref><ref name="Stern_20230919">Vorlage:Internetquelle</ref> Die Ukraine wies den Bericht zurück und erklärte, es handele sich um eine russische S-300-Rakete; dies sei durch am Einschlagsort gefundene Raketentrümmer belegt. Ermittlungen seien eingeleitet worden.<ref>„Fördert Verschwörungstheorien“ – Ukraine weist „New York Times“-Bericht zurück. In: Die Welt. 19. September 2023.</ref>
Im Sommer 2025 begann die russische Armee bei ihrem langsamen Vormarsch im Donbas, die Stadt täglich mit FPV-Drohnen, Fliegerbomben und/oder Artillerie zu attackieren und von drei Seiten – aus südlicher Richtung von Torezk, aus östlicher Richtung von Tschassiw Jar und aus südwestlicher Richtung – zu umzingeln. Spätestens im Juli 2025 war die Wasserversorgung auf wenige Stunden pro Tag begrenzt.<ref name=":0" /> Im Februar 2026 sprengte Russland mit einer 3-t-Bombe einen Zufahrtsdamm.<ref>https://ukranews.com/en/news/1136847-occupants-blow-up-dam-in-osykove-with-three-ton-bomb-and-flood-road-to-kostiantynivka-deepstate</ref> Zivile Fahrzeuge konnten die mehrere tausend Zivilisten in der Stadt für rund 10 Tage nicht mehr versorgen.<ref>https://novayagazeta.eu/articles/2026/02/26/proryv-pod-konstantinovkoi</ref>
Stand April 2026 steht Kostjantyniwka im Mittelpunkt der Kampfhandlungen, Russische Infiltrations und Sabotage Gruppen sind in den Nord-Östlichen Außenbezirken aktiv während der Hauptteil der Stadt unter Ukrainischer Kontrolle steht.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Russische Drohnen kontrollieren die Zufahrtswege zur Stadt, Versorgung der Zivilisten sowie der zur Verteidigung eingesetzten Soldaten erfolgt größtenteils über unbemannte Bodendrohnen.
Häufige Gleitbomben-Einsätze von Russischer Seite mittels FAB-3000 Bomben haben große Teile der Hochhaus Siedlungen am westlichen Stadtrand zerstört oder schwer beschädigt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Verwaltungsgliederung
Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Kostjantyniwka (Костянтинівська міська громада/Kostjantyniwska miska hromada). Zu dieser zählen auch die 18 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer sowie die Ansiedlungen Besimjane, Molotscharka, Nowodmytriwka, Stinky und Tscherwone,<ref>Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 710-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Донецької області"</ref> bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Kostjantyniwka (Костянтинівська міська рада/Kostjantyniwska miska rada) im Zentrum des Rajons Kostjantyniwka.
Am 17. Juli 2020 wurde der Ort ein Teil des Rajons Kramatorsk.<ref>Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"</ref>
Folgende Orte sind neben dem Hauptorte Kostjantyniwka Teil der Gemeinde:
| Name | ||
|---|---|---|
| ukrainisch transkribiert | ukrainisch | russisch |
| Besimjane | Безім'яне | Безымянное (Besymjanoje) |
| Bila Hora | Біла Гора | Белая Гора (Belaja Gora) |
| Bilokusmyniwka | Білокузьминівка | Белокузьминовка (Belokusminowka) |
| Dylijiwka | Диліївка | Дылеевка (Dylejewka) |
| Fedoriwka | Федорівка | Фёдоровка (Fjodorowka) |
| Ischewka | Іжевка | Ижевка |
| Iwanopillja | Іванопілля | Иванополье (Iwanopolje) |
| Klynowe | Клинове | Клиновое (Klinowoje) |
| Majske | Майське | Майское (Maiskoje) |
| Markowe | Маркове | Марково (Markowo) |
| Molotscharka | Молочарка | Молочарка |
| Mykolajiwka | Миколаївка | Николаевка (Nikolajewka) |
| Nelipiwka | Неліпівка | Нелеповка (Nelepowka) |
| Nowodmytriwka | Новодмитрівка | Новодмитровка (Nowodmitrowka) |
| Nowomarkowe | Новомаркове | Новомарково (Nowomarkowo) |
| Oleksandro-Schultyne | Олександро-Шультине | Александро-Шультино (Alexandro-Schultino) |
| Podilske | Подільське | Подольское (Podolskoje) |
| Popasne | Попасне | Попасное (Popasnoje) |
| Predtetschyne | Предтечине | Предтечино (Predtetschino) |
| Stinky | Стінки | Стенки (Stenki) |
| Stupotschky | Ступочки | Ступочки (Stupotschki) |
| Tscherwone | Червоне | Червоное (Tscherwonoje) |
| Wiroljubiwka | Віролюбівка | Веролюбовка (Weroljubowka) |
Bevölkerung
Die nachstehende Tabelle zeigt die Bevölkerungsentwicklung zwischen 1979 und 2021:<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
| 1979 | 1989 | 2001 | 2005 | 2016 | 2019 | 2021 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 112.020 | 107.562 | 95.111 | 88.833 | 73.839 | 70.841 | 68.792 | 25.000<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> | <8.000<ref name=":0" /> |
Im Jahre 2001 waren laut der damaligen Volkszählung 59,3 % der Bevölkerung ethnische Ukrainer und 37,7 % ethnische Russen:<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
| Ethnie | Zahl | Anteil in % |
davon sprechen … % als Muttersprache | |||
| die Sprache der eigenen Nationalität |
Ukrainisch | Russisch | andere | |||
| alle | 94.886 | 100 | x | x | x | x |
| Ukrainer | 56.226 | 59,3 | 34,5 | 34.5 | 65,5 | 0 |
| Russen | 35.762 | 37,7 | 98,7 | 1,2 | 98,7 | 0,1 |
| Armenier | 906 | 1,0 | 52,6 | 0,6 | 46,7 | 0,1 |
| Weißrussen | 485 | 0,5 | 10,1 | 3,1 | 86,6 | 0,2 |
| Aserbaidschaner | 248 | 0,3 | 50,8 | 0,4 | 48,4 | 0,4 |
| Juden | 186 | 0,2 | 2,2 | 4,3 | 93,5 | - |
Persönlichkeiten
- Nonna Mordjukowa (1925–2008), russische Filmschauspielerin
- Alexander Sergejewitsch Parfenjuk (1947–2017), Wissenschaftler und Hochschullehrer
- Oleksandra Kuschel (* 1953), Politikerin
- Witalij Sachartschenko (* 1963), Politiker
- Lilia Usik (* 1989), deutsche Politikerin
Weblinks
- Eintrag zum Ort in der Enzyklopädie der modernen Ukraine (ukrainisch)
- Seite über die Stadt (russisch)
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />