Zum Inhalt springen

Kraftwerk Steyrdurchbruch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kraftwerk Steyrdurchbruch
Datei:Kraftwerk Steyrdurchbruch Ansicht 2.jpg
Lage
Koordinaten 47° 51′ 51″ N, 14° 11′ 51″ OKoordinaten: 47° 51′ 51″ N, 14° 11′ 51″ O
 {{#coordinates:47,864097|14,197598|primary
dim=1000 globe= name= region=AT-4 type=building
  }}
Land Österreich
OberosterreichDatei:Oberoesterreich Wappen.svg Oberösterreich
Ort Molln
Gewässer Steyr
f1
Kraftwerk

Betreiber Energie AG Oberösterreich
Bauzeit 1907–1908
Technik

Engpassleistung 4,035<ref name="broschuere" /> Megawatt
Durchschnittliche
Fallhöhe
13,6 m
Ausbaudurchfluss 38<ref name="broschuere" /> m³/s
Regelarbeitsvermögen 20<ref name="broschuere" /> Millionen kWh/Jahr
Turbinen 3 Francis-Turbinen<ref name="broschuere" />
1 Kaplan-Turbine<ref name="broschuere" />
Sonstiges

Das Kraftwerk Steyrdurchbruch (Gemeinde Molln) ist ein seit 1908 bestehendes Laufkraftwerk am Steyrfluss. Die Jugendstil-Architektur und die Kraftwerkstechnik vom Anfang des 20. Jahrhunderts sind weitgehend erhalten.

Geschichte und Technik

Datei:Luftbild Kraftwerk Steyrdurchbruch 1.jpg
Luftaufnahme mit Stausee und Unterwasser

Die Kirchdorfer Zementwerke Hofmann & Co (aus der die Kirchdorfer Gruppe entstand) ließen die Jugendstilanlage in der Steyrdurchbruch-Schlucht von April 1907 bis November 1908 errichten. Architekt war Mauriz Balzarek, ausführendes Unternehmen A. Buss & Co aus Graz, eine Tochterfirma des Schweizer Unternehmens Albert Buss & Cie. Mit zwei Maschinensätzen zu je 700 kW war das Kraftwerk damals eine der leistungsfähigsten Anlagen. 1922 lieferte es nicht nur Strom für das Kirchdorfer Zementwerk und umliegende Gemeinden, sondern sogar für die Linzer Straßenbahn. In den Jahren 1936 und 1937 verlandete der Stauraum zusehends, was einen Umbau der Wehranlage erforderlich machte. Seit 1972 ergänzt eine Kaplanturbine mit einer Leistung von 1,605 Megawatt in einer Kaverne neben dem alten Krafthaus die drei alten Francisturbinen mit insgesamt 2,430 Megawatt. Seit 1979/80 läuft das Kraftwerk im automatischen Betrieb.<ref name="BDA">Bundesdenkmalamt – Wasserkraftwerk Steyrdurchbruch aufgerufen am 9. November 2019.</ref> Es ist ein oberösterreichisches Industriedenkmal, 2008 erhielt die Energie AG für die Sanierung und Erhaltung den Denkmalpflegepreis des Landes Oberösterreich.<ref>LH Pühringer: Denkmalpreise 2008 vergeben. In: oberoesterreich.gv.at. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. Juli 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www.land-oberoesterreich.gv.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Die Schalttafel und die Generatoren mit sichtbar angebrachten Wicklungen stammen aus dem Jahr 1908 und die drei Francisturbinen aus den Jahren 1908 und 1925. Das Wasser gelangt durch einen Oberwasserkanal zu den Feinrechen und stürzt dann 13,6 Meter auf die Schaufelräder der Turbinen. Der Stausee im engen Flusstal ist rund 1,5 km lang. Da die Steyr zur Zeit der Erbauung noch zur Holztrift diente, ist die 13,6 Meter hohe und 43 Meter lange Wehranlage mit einer Triftrutsche ausgestattet. Diese ist für 6 bis 6,5 Meter langes Rundholz<ref>Willibald Girkinger, Wolfgang Heizmann: Die Steyr. Landschaft und Menschen am Fluss. Landesverlag, 1990, ISBN 3-85214-527-9, S. 141 (Die Trift auf der Steyr).</ref> ausgelegt. Das Kraftwerk wird von der Energie AG Oberösterreich betrieben und produziert jährlich 20 Millionen Kilowattstunden an elektrischer Energie. Es versorgt die Gemeinden Molln, Sierning, Kirchdorf und Klaus.<ref>Laufkraftwerk Steyrdurchbruch. In: energieag.at. Energie AG, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Dezember 2013; abgerufen am 20. Dezember 2018.</ref>

Historische Bilder

Architektur

Das Turbinenhaus ist ein zwei- bzw. dreigeschoßiger Bau mit turmartigem Eckbau und einem Walmdach mit glasierten Dachziegeln. Die Fassade wird durch Pilaster gegliedert, unterbrochen von einem über dem Erdgeschoß liegenden groß dimensionierten Gurtgesims, das Obergeschoß schließt ein wellenartig geschwungenes Traufgesims ab. Die Fenster im Erdgeschoß zwischen den Pilastern sind großflächig. Der erhöhte Eckturm trägt in großen Lettern die Aufschrift: „ELEKTRIZITÄTSWERK / STEYRDURCHBRUCH / HOFMANN & COMP“. Die Bogenbrücke über den Steyrfluss ist mit je zwei Jugendstil-Pylonen und einem durchbrochenen Geländer versehen. Die einzelnen Abschnitte der Schwergewichtsmauer der Wehranlage sind über filigrane Laufstege verbunden, diese nehmen an ihrer Unterseite die Bogenform auf und heben sich so von der Wehrmauer ab.<ref name="BDA" />

Galerie

Drehort

Die ORF-Sportredaktion drehte 2016 ein Interview mit Michael Hayböck vor der Kulisse des Kraftwerkes. Dieses Interview wurde in der Vorberichterstattung der Vierschanzentournee gesendet.<ref>Wolfgang Denk: Energiegeladene Kulisse für Hayböck-Interview. In: energieag.at. 10. November 2016, abgerufen am 22. Februar 2024.</ref> Die Kraftwerksanlage ist auch einer der Schauplätze des Landkrimis Der Tote im See.<ref>Wolfgang Denk: Kraftwerk als Filmkulisse für Landkrimi. In: energieag.at. 19. Juli 2017, abgerufen am 22. Februar 2024.</ref>

Literatur

  • Arbeitsordnung. Elektrizitätswerk Steyrdurchbruch, Hofmann & Komp. Portland-Zementwerk, Kirchdorf 1909.
  • Friedrich Achleitner, Ignaz Ömer, Norbert Rechberger: 100 Jahre Steyrdurchbruch 1908–2008. Das schönste Wasserkraftwerk Österreichs. Energie AG, 2008.

Weblinks

  • [%5B%5B:Vorlage:OoeGeschichte/URL%5D%5D/bibliografie/Kraftwerk%20Steyrdurchbruch Bibliografie zur oberösterreichischen Geschichte.] Suche nach 'Kraftwerk Steyrdurchbruch'. In: ooegeschichte.at. Virtuelles Museum Oberösterreich;

Einzelnachweise

<references> <ref name="broschuere">Wasserkraftwerk Steyrdurchbruch. (PDF-Broschüre) In: energieag.at. Energie AG Oberösterreich, Mai 2015, abgerufen am 20. Dezember 2018.</ref> </references>