Kreuzbund
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Der Kreuzbund ist eine Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für suchtkranke Menschen und Angehörige. Er ist Fachverband des Deutschen Caritasverbandes (DCV) und Mitgliedsverband der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS).
Der Kreuzbund leistet als größter deutscher Sucht-Selbsthilfeverband suchtkranken Menschen und Angehörigen Hilfe in seinen Gruppen. Die Gruppenmitglieder unterstützen sich durch das offene Gespräch gegenseitig, Wege in ein suchtmittelfreies Leben zu finden, und informieren über Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten. Angehörige haben die Möglichkeit, Informationen und Erfahrungen auszutauschen sowie Wege zu finden, gut mit den suchtbedingten persönlichen und familiären Belastungen umzugehen. Die Gruppen sind oft erste Anlaufstellen für suchtkranke Menschen und ihre Angehörigen. Ein Drittel der Gruppenbesucher*innen gelingt es, ohne vorherige ambulante oder stationäre Behandlung allein durch die Selbsthilfe den Weg in ein suchtmittelfreies Leben zu finden.
Jahrelange Erfahrungen und Statistiken zeigen, dass der Besuch einer Selbsthilfehilfegruppe zur Stabilisierung einer abstinenten Lebensweise wesentlich beiträgt. Beim regelmäßigen Besuch einer Sucht-Selbsthilfegruppe bleiben rund drei Viertel der suchtkranken Gruppenteilnehmenden dauerhaft abstinent. Der Kreuzbund ist damit ein wichtiger Bestandteil des Suchthilfe-Systems und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsförderung und zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen.
Struktur und Auftrag
Der Kreuzbund gliedert sich in rund 1.200 Gruppen, 27 Diözesanverbände, die den Bistümern der katholischen Kirche entsprechen, und den Bundesverband. Viele der ca. 9.000 Mitglieder haben ehrenamtliche Funktionen übernommen, sei es als Gruppenleitung, auf der Vorstandsebene oder als Beauftragte für einen bestimmten Arbeitsbereich oder ein Projekt. Die Ehrenamtlichen werden durch Weiterbildungsmaßnahmen und Seminare auf Bundes- und Diözesanebene unterstützt. Die Bundesgeschäftsstelle mit Sitz in Hamm ist für die inhaltlich konzeptionelle Fortbildung der Funktionstragenden zuständig, für die Öffentlichkeitsarbeit sowie für die Verwaltung und Organisation.
Der Kreuzbund klärt über Ursachen und Folgen des Suchtmittelmissbrauchs sowie über Möglichkeiten der Hilfe auf. In sozial- und gesundheitspolitischen Fragen versteht er sich als Interessenvertretung suchtmittelabhängiger Menschen. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für einen problembewussten Umgang mit legalen und illegalen Drogen zu sensibilisieren und suchtkranke Menschen zu entstigmatisieren.
Der Kreuzbund ist ein gemeinnütziger Verein. Er finanziert sich aus Eigenmitteln (Mitgliedsbeiträge, Spenden) und aus zweckgebundenen Drittmitteln öffentlicher und kirchlicher Stellen.
Kooperationspartner des Kreuzbundes sind v.a. die Wohlfahrtsverbände sowie Institutionen der Suchthilfe und des Gesundheitssystems, der Kirche, Politik und öffentlichen Verwaltung.
Geschichte
Seinen Ursprung hat der Kreuzbund in der katholische Kirche. Pfarrer Josef Neumann gründete den Kreuzbund 1896 in Aachen. Er hatte damals den weit verbreiteten Elendsalkoholismus wahrgenommen und wollte in der Tradition der Mäßigkeits- und Abstinenzbewegung ein lebendiges Gegengewicht setzen, dokumentiert durch die eigene alkoholabstinente Lebensweise. Bis in die 1960-er Jahre war der Kreuzbund aufgrund dieser Prägung eindeutig und ausschließlich ein Abstinenzverband. Die damaligen Mitglieder lebten abstinent, ohne selbst suchtkrank zu sein.
Erst mit der Anerkennung der Alkoholabhängigkeit als Krankheit durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundessozialgericht 1968 fanden suchtkranke Menschen den Weg in den Kreuzbund. Der Abstinenzverband entwickelte sich während der folgenden Jahre zur Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für suchtkranke Menschen und Angehörige.
Zeitschriften
- Weggefährte
Literatur
- Heinrich Weertz: Anno Neumann und die neuere katholische Anti-Alkohol-Bewegung; Heidhausen (Ruhr): Kreuzbündnis-Verlag, 1913
- Heinrich Czeloth, Carl von Vogelsang: Von Lourdes bis Neviges. 50 Jahre Kreuzbund Verband abstinenter Katholiken e. V.; Büren: Hoheneck, 1948
- 80 Jahre Kreuzbund. 1896–1976; Hamm: Kreuzbund, 1976
- 100 Jahre Kreuzbund. 1896–1996; Hamm: Kreuzbund, 1996 (Sonderausgabe der Verbandszeitschrift Weggefährte)
Weblinks
Einzelnachweise
<references />