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Kreuzreim

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Der Kreuzreim oder auch Wechselreim ist in der Verslehre eine Reimform, bei der in einer (meist vierzeiligen) Strophe die ungeradzahligen Verse untereinander reimen und ebenso die geradzahligen. Beim Vierzeiler ergibt sich daher das Reimschema Vorlage:Reim, beim Sechszeiler Vorlage:Reim usw. Beispiel (Conrad Ferdinand Meyer Zwei Segel, 1882):

<poem style="margin-left:2em;font-style:italic;">Vorlage:Reim   Zwei Segel erhellend Vorlage:Reim   Die tiefblaue Bucht! Vorlage:Reim   Zwei Segel sich schwellend Vorlage:Reim   Zu ruhiger Flucht!

Vorlage:Reim   Wie eins in den Winden Vorlage:Reim   Sich wölbt und bewegt, Vorlage:Reim   Wird auch das Empfinden Vorlage:Reim   Des andern erregt.

Vorlage:Reim   Begehrt eins zu hasten, Vorlage:Reim   Das andre geht schnell, Vorlage:Reim   Verlangt eins zu rasten, Vorlage:Reim   Ruht auch sein Gesell.</poem>

Ein Beispiel für ein Gedicht mit vierfachem Kreuzreim (Vorlage:Reim) ist das lateinische Ave verum.

Wenn nur die geradzahligen Verse reimen (Vorlage:Reim), so wird das als halber Kreuzreim oder unterbrochener Reim bezeichnet. Diese Reimordnung erscheint öfters im Volkslied. Beispiel (Heinrich Heine Mein Herz, mein Herz ist traurig):

<poem style="margin-left:2em;font-style:italic;">Vorlage:Reim   Mein Herz, mein Herz ist traurig, Vorlage:Reim   Doch lustig leuchtet der Mai; Vorlage:Reim   Ich stehe, gelehnt an der Linde, Vorlage:Reim   Hoch auf der alten Bastei. </poem> Der Kreuzreim ist eine der häufigsten Reimordnungen neben dem Paarreim. Er findet sich in der vierzeiligen Volksliedstrophe, der Vagantenstrophe, der Hildebrandstrophe, der Romanzenstrophe und als Teil größerer Reimordnungen wie etwa der Lutherstrophe.

Literatur

  • Otto Knörrich: Lexikon lyrischer Formen (= Kröners Taschenausgabe. Band 479). 2., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-47902-8, S. 124.
  • Christian Wagenknecht: Deutsche Metrik. Eine historische Einführung. 5. Aufl. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-55731-6, S. 42.
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Kröner, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-520-84601-3, S. 861.