Kurzblatt-Enzian
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| Kurzblatt-Enzian | ||||||||||||
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| Datei:Breithorn Enzian 2005-06-11.jpg
Kurzblatt-Enzian (Gentiana brachyphylla). Im Hintergrund das Breithorn (Zermatt). | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Gentiana brachyphylla | ||||||||||||
| Vill. |
Der Kurzblatt-Enzian (Gentiana brachyphylla), auch Kurzblättriger Enzian geschrieben, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Enziane (Gentiana) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Kurzblatt-Enzian wächst als ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 3 bis 6, selten bis zu 15 Zentimetern erreicht.
Der Kurzblatt-Enzian besitzt grundständige und am Stängel gegenständig angeordnete Laubblätter, wobei die Grundblätter kaum größer als die Stängelblätter sind. Die einfachen, hell-bläulich-grünen Blattspreiten der Grundblätter sind rhombisch-elliptisch, in der Mitte am breitesten mit stumpfem bis spitzem oberem Ende und nur mit der Lupe erkennbaren papillösen Blattrand.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Blüten stehen einzeln meist 2 bis 10 (bis 15) Millimeter über dem obersten Stängelblattpaaren.
Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von 2 bis 15 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind zu einer Kelchröhre mit einem Durchmesser von meist etwa 3 (2,5 bis 4) Millimeter verwachsen und der Kelch ist an seinen Kanten 0 bis 0,3 Millimeter breit geflügelt. Die fünf hell- bis mittel-blauen Kronblätter sind röhrig verwachsen. Die fünf unterseits (meist halbseitig) etwas grünlichen Kronzipfel sind mindestens doppelt so lang wie breit.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.<ref name="Oberdorfer2001" />
Verwechslungsmöglichkeit
Der Kurzblatt-Enzian ist nahe mit dem Rundblättrigen Enzian (Gentiana orbicularis <templatestyles src="Person/styles.css" />Schur, Syn.: Gentiana brachyphylla subsp. favratii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rittener) Tutin) verwandt, hat aber Blüten mit Kelchen, die an den Kanten fast überhaupt nicht geflügelt sind. Beim Kurzblatt-Enzian sind die Kronzipfel eiförmig-lanzettlich und mindestens doppelt so lang wie breit. Seine Kelchröhre ist 2,5 bis 4 Millimeter breit, beim Rundblättrigen Enzian ist sie 4 bis 5 Millimeter breit.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />
Vorkommen
Der Kurzblatt-Enzian kommt in den Alpen, den Pyrenäen und in der Sierra Nevada vor. Der Kurzblatt-Enzian ist in Österreich mäßig häufig, kommt jedoch nur in den Bundesländern Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten und Steiermark vor. Diese Vorkommen beschränken sich fast ausschließlich auf die Zentralalpen. In Deutschland fehlt Gentiana brachyphylla subsp. brachyphylla.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />
Im Unterschied zum Rundblättrigen Enzian bevorzugt der Kurzblatt-Enzian Böden über Silikatgestein, das allerdings auch einen gewissen Kalkgehalt aufweisen darf. Der Kurzblatt-Enzian gedeiht in subalpinen bis subnivalen Höhenstufen in Höhenlagen von 1800 bis 4200 Metern<ref name="Hegi1966" /> und ist damit die am höchsten vorkommenden Enzianart in den Alpen. Sie ist eine Charakterart des Elynetum aus dem Elynion-Verband und kommt auch in Gesellschaften des Verbandes Caricion curvulae vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 1 (alpin und nival), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Gentiana brachyphylla erfolgte 1779 durch Dominique Villars in Prospectus de l’histoire des plantes de Dauphiné, Seite 23. Synonyme für Gentiana brachyphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />Vill. sind: Calathiana brachyphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) Holub, Gentiana sierrae <templatestyles src="Person/styles.css" />Briq., Gentiana verna subsp. brachyphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) P.Fourn.<ref name="Euro+Med" />
Manche Autoren stellen auch den Rundblättrigen Enzian (Gentiana orbicularis <templatestyles src="Person/styles.css" />Schur) als Unterart Gentiana brachyphylla subsp. favratii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rittener) Tutin zu Gentiana brachyphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />Vill.<ref name="Euro+Med" /> Das Epitheton favratii ehrt den Schweizer Botaniker Louis Favrat (1827–1893).<ref name="Hegi1966" />
Literatur
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- Thomas Gaskell Tutin: Gentiana. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.
Einzelnachweise
<references> <ref name="InfoFlora"> Vorlage:InfoFlora </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Gentianaceae. Datenblatt Gentiana brachyphylla In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1987, 2017–2019. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Jens G. Rohwer: Gentiana. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 99. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 637. </ref> </references>
Weblinks
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- Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt Gentiana brachyphylla mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.
- Datenblatt Kurzblatt-Enzian - Gentiana brachyphylla (G. brachyphylla subsp. brachyphylla) bei Botanik im Bild / Flora von Österreich, 2007.