Lützel-Wiebelsbach
Lützel-Wiebelsbach Gemeinde Lützelbach
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| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2826)&title=L%C3%BCtzel-Wiebelsbach 49° 47′ N, 9° 5′ O
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| Höhe: | 268 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6,43 km²<ref name=Gindex /> | |||||
| Einwohner: | 2826 (2. Mai 2024) HW<ref name="DF">Daten & Fakten. Gemeinde Lützelbach, abgerufen am 30. Juli 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 440 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. August 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 64750 | |||||
| Vorwahl: | 06165 | |||||
Lützel-Wiebelsbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Lützelbach im südhessischen Odenwaldkreis und ist Sitz der Gemeindeverwaltung.
Geographie
Lützel-Wiebelsbach liegt im nordöstlichen Odenwald, ca. 15 km nordöstlich von Erbach, an den namensgebenden Bachläufen des Lützelbachs und seinem rechten nördlichen Zufluss, dem Wiebelsbach. Die Ortskerne der beiden zusammengewachsenen Teilorte Wiebelsbach im Nordosten und Lützelbach im Südwesten liegen nur etwa 500 Meter voneinander entfernt. Auf dem Hügel dazwischen wurde im Jahre 1967 die Grundschule Lützelbach mit einem großen Sportgelände errichtet. Das geschlossenes Dorf befindet sich im Buntsandsteingebiet des Odenwaldes bei doppelseitiger Gehängelage.<ref name="lagis" /> Der Ortsteil Lützel-Wiebelsbach besteht aus der 642,9 Hektar umfassenden Gemarkung Lützel-Wiebelsbach.<ref name=Gindex>Gemarkung Lützel-Wiebelsbach. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref> In der Gemarkung liegt die folgenden aktuellen bzw. historischen Wohnplätze:
- Siedlung In der Hardt.<ref>In der Hardt, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 30. November 2010). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
- Siedlung Lützelbach.<ref>Lützelbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. April 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
- Siedlung Wiebelsbach.<ref>Wiebelsbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
An den Ortsteil Lützel-Wiebelsbach grenzen, vom Norden beginnend, im Uhrzeigersinn an die Orte Kerngemeinde Höchst, Rai-Breitenbach, das bayrische Obernburg am Main, Seckmauern, Haingrund, Breitenbrunn und Rimhorn. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3259 die von Rai-Breitenbach nach Seckmauern führt.
Geschichte
Ortsgeschichte
Im Südosten der Gemarkung liegt das Römerkastell Lützelbach (Numeruskastell), ein römischer Stützpunkt des Neckar-Odenwald-Limes.
Lützel-Wiebelsbach entstand mit der Einführung der Hessischen Gemeindeordnung im Jahre 1821 durch Zusammenschluss der eng benachbarten Orte Lützelbach und Wiebelsbach, die im Verlauf des 19. Jahrhunderts baulich zusammenwuchsen.
Die älteste erhalten gebliebene Erwähnung von Lützelbach weist in das Jahr 1160. In einer Aschaffenburger Urkunde wird ein Adeliger namens Wignand von Luzzelenbach erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt wird ein Reitz von Lützelbach als Vogt des Klosters Fulda genannt. Seine Stammburg stand auf dem heutigen Kirchberg in Lützel-Wiebelsbach (→ Burg Lützelbach). Später übernahmen sie die Vogtei Breuberg und wurden Herren über die Burg Breuberg. Der Ort Wiebelspach ist seit 1237 urkundlich bezeugt. Nach dem Aussterben der Reiz von Breuberg 1323 kam der Ort mit der Herrschaft Breuberg an verschiedene Teilbesitzer, bis die Herrschaft 1806 an das Großherzogtum Hessen fiel.
Nach Auflösung der alten Amtsstruktur 1822 fiel der Ort in den Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Höchst, nach der Reichsjustizreform von 1877 ab 1879 in den des Amtsgerichts Höchst im Odenwald.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Februar 1971 die Gemeinden Breitenbrunn und Lützel-Wiebelsbach zur erweiterten Gemeinde Lützel-Wiebelsbach<ref>Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Abs. 23 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,2 MB]).</ref> und zum 31. Dezember 1971 schloss sich die Gemeinde Rimhorn freiwillig der Gemeinde Lützel-Wiebelsbach an.<ref>Gemeindegebietsreform Hessen; Zusammenschlüsse und Eingliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84 ff., Punkt 94, Abs. 73 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref> In der Folge wurden durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Erbach die Gemeinden Steinbachtal und Lützel-Wiebelsbach mit Wirkung vom 1. August 1972 zur Gemeinde Lützelwiebelsbach zusammengeschlossen.<ref>Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Erbach (GVBl. II 330–16) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 224, § 2 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref> Ein Jahr später wiederum, am 1. Juli 1973, wurde die Gemeinde in Lützelbach umbenannt.<ref></ref> Für Lützel-Wiebelsbach wurde, wie für jeden Ortsteil der neugeschaffenen Gemeinde, ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 23 kB) § 7. In: Webauftritt. Gemeinde Lützelbach, abgerufen im Oktober 2020.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten, denen Lützel-Wiebelsbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- 1821: Zusammenschluss der beiden Dörfer Lützelbach und Wiebelsbach zur Gemeinde Lützel-Wiebelsbach.
- ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Breuberg
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1871: Deutsches Reich,<ref>Deutsche Reichsgründung</ref> Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,<ref group="Anm.">Infolge des Ersten Weltkriegs.</ref> Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Erbach<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach<ref group="Anm.">Am 1. Februar 1971 Anschluss von Breitenbrunn an die Gemeinde Lützel-Wiebelsbach.</ref>
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde Lützelwiebelsbach.<ref group="Anm.">Am 1. August 1972 Zusammenschluss der Gemeinden Lützel-Wiebelsbach (Lützelbach (Ortsteil) und Wiebelsbach mit Breitbrunn und Rimhorn) und Steinbachtal (Haingrund, Seckmauern) zur neuen Großgemeinde Lützelwiebelsbach</ref>
- Ab 1973: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde Lützelbach<ref group="Anm.">Am 1. August 1973 Umbenennung der Gemeinde zu Lützelbach.</ref>
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
- 1961: 965 evangelische (= 56,04 %), 741 katholische (= 43,03 %) Einwohner<ref name="lagis" />
| Ortsteil Lützel-Wiebelsbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 808 | |||
| 1840 | 923 | |||
| 1846 | 953 | |||
| 1852 | 982 | |||
| 1858 | 925 | |||
| 1864 | 959 | |||
| 1871 | 967 | |||
| 1875 | 1.025 | |||
| 1885 | 1.031 | |||
| 1895 | 1.000 | |||
| 1905 | 1.034 | |||
| 1910 | 1.042 | |||
| 1925 | 1.131 | |||
| 1939 | 1.214 | |||
| 1946 | 1.533 | |||
| 1950 | 1.527 | |||
| 1956 | 1.627 | |||
| 1961 | 1.722 | |||
| 1967 | 2.008 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 2.721 | |||
| 2015 | 2.782 | |||
| 2020 | 2.800 | |||
| 2024 | 2.826 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Lützelbach<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Lützel-Wiebelsbach 2721 Einwohner. Darunter waren 300 (11,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 516 Einwohner unter 18 Jahren, 1152 zwischen 18 und 49, 588 zwischen 50 und 64 und 468 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 1107 Haushalten. Davon waren 309 Singlehaushalte, 327 Paare ohne Kinder und 381 Paare mit Kindern, sowie 78 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 204 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 786 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Politik
Ortsbeirat
Für Lützel-Wiebelsbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Lützel-Wiebelsbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 46,9 %. Dabei wurden gewählt: ein Mitglied der SPD und zwei Mitglieder der Liste „Überparteiliche Wählergemeinschaft Lützelbach“ (ÜWG).<ref>Ortsbeiratswahl Ortsbezirk Lützel-Wiebelsbach. In: Votemanager. Gemeinde Lützelbach, abgerufen im Januar 2025.</ref> Der Ortsbeirat wurde im Sommer 2023 aufgelöst.<ref>Ortsbeirat Lützel-Wiebelsbach. In: Ratsinfosystem. Gemeinde Lützelbach, abgerufen im Januar 2025.</ref>
Wappen und Flagge
Wappen
Blasonierung: „In gespaltenem Schild rechts in Rot ein goldener blaubekrönter und -bezungter Löwe, links in Silber und Blau geschachtet.“<ref>Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Lützel-Wiebelsbach im Landkreis Erbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 17. Januar 1962. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1962 Nr. 5, S. 106, Punkt 110 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,7 MB]).</ref>
Das Wappen wurde der Gemeinde Lützel-Wiebelsbach im damaligen Landkreis Erbach am 17. Januar 1962 durch das Hessische Innenministerium genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.
Das Wappen geht zurück auf das der Herren Reiz von Lützelbach (später von Breuberg), deren Stammburg in Lützelbach, vermutlich in der Nähe der evangelischen Kirche stand.
Das Wappen wurde, wie auch die Flagge, nach der Gebietsreform 1973 von der neuen Gemeinde Lützelbach übernommen.
Flagge
Die Flagge wurde der Gemeinde am 20. März 1967 durch das Hessische Innenministerium genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Auf dem in Gold und Blau geständerten Flaggentuch im Kreuzpunkt aufgelegt das Gemeindewappen.“<ref>Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Lützel-Wiebelsbach im Landkreis Erbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 20. März 1967. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1967 Nr. 15, S. 429, Punkt 346 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,8 MB]).</ref>
Weblinks
- Webauftritt der Gemeinde Lützelbach
- Ortsteile. In: Internetauftritt. Gemeinde Lützelbach, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Oktober 2012; abgerufen am 3. September 2018.
- Lützelbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Wiebelsbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Lützelbach-Wiebelsbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 36 und 90, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref>
<ref name="RB1937">
Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]).
</ref>
<ref name="EW">Lützelbach in Zahlen. Hauptwohnungen in Lützel-Wiebelsbach 2015. Gemeinde Lützelbach, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im August 2024.
Lützelbach in Zahlen. Hauptwohnungen in Lützel-Wiebelsbach 2020. Gemeinde Lützelbach, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im August 2024.
</ref>
</references>