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La Santé

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:La-Sante-Prison-MCB.jpg
Das Gefängnis La Santé in Paris von Süden

La Santé ist eines der bekanntesten Gefängnisse in Frankreich. Es hat den Status Maison d’arrêt und ist als solches für – ausschließlich männliche – Untersuchungshäftlinge und verurteilte Täter mit Strafen unter zwei Jahren bestimmt. Es liegt im 14. Arrondissement der Hauptstadt Paris. Benannt ist es nach der Straße, an der das Haupttor steht, der Rue de la Santé.<ref name="justizministerium">La Santé. Justizministerium (Frankreich), 15. Dezember 2006, abgerufen am 8. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von 2014 bis 2019 war das Gefängnis für umfangreiche Renovierungsarbeiten geschlossen.<ref name="lemonde20140804" /><ref name="justicegouvfr2019" />

Datei:Facade Nord de la prison de la Santé.jpg
Nordfassade des Gefängnisses La Santé, fotografiert vom Boulevard Arago.

Geschichte

Vorlage:Hinweisbaustein Das Gefängnis wurde von 1861 bis 1867 unter der Leitung des Architekten Émile Vaudremer erbaut.<ref></ref> Es wurde am 20. August 1867 eröffnet.<ref name="justizministerium" /> Es wurde in der Form eines Trapezes gebaut<ref></ref> und wird begrenzt durch folgende Straßen:

  • im Norden durch den Boulevard Arago,
  • im Osten durch die Rue de la Santé,
  • im Süden durch die Rue Jean-Dolent und
  • im Westen durch die Rue Messier.

Im frühen 20. Jahrhundert, nach dem Abriss des früheren Gefängnisses de la Grande Roquette, ist es das letzte Gefängnis innerhalb der Mauern von Paris<ref>Top 10 des prisons disparues de Paris, un top pour garder la Santé. 1. August 2016, abgerufen am 8. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, die damaligen Neuzugänge waren zum Tode Verurteilte. Folglich wurde bald beschlossen, die öffentlichen Hinrichtungen auf dem Boulevard Arago, direkt neben dem Gefängnis, durchzuführen. Am 5. August 1909 wurde der Vatermörder Henri Duchemin als erste Person direkt neben dem Gefängnis mit der Guillotine hingerichtet. Als 1939 öffentliche Hinrichtungen verboten wurden, zog die Guillotine in den Innenhof des Gefängnisses, dort wurden am 15. März 1940 die Vocoret-Brüder als erste hingerichtet.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Während des Zweiten Weltkrieges waren in dem Gefängnis sowohl einfache Kriminelle als auch Gegner der deutschen Besatzungsmacht inhaftiert. Die Fondation pour la Mémoire de la Déportation erwähnt, dass dieses Wehrmachtsgefängnis vom April 1940 bis zum August 1944 bestanden habe. Es habe regelmäßige Überstellung von hier in andere Internierungslager in der besetzten Zone gegeben, so zum Beispiel am 18. März 1941 die Überstellung von 17 Internierten in das Gefängnis von Fontevraud und im Februar 1944 die Überstellung von 99 Männern in die Haftanstalt Eysses.<ref>Prison La Santé</ref> Am 14. Juli 1944, dem republikanischen Nationalfeiertag und Jahrestag des Sturms auf die Bastille und kurz bevor die alliierten Truppen Paris erreichten, revoltierten die Gefangenen. Der Aufstand wurde mit großer Brutalität von der Milice française niedergeschlagen, wobei zahlreiche Häftlinge ums Leben kamen.

1970 wurde in der Santé ein Hochsicherheitstrakt eingerichtet.<ref name="justizministerium" /> Bis kurz vor Abschaffung der Todesstrafe in Frankreich im Jahr 1981 diente das Gefängnis als Hinrichtungsstätte. Die letzten Enthauptungen fanden am 28. November 1972 statt, betroffen waren die Mörder Roger Bontems und Claude Buffet.

Im Jahr 2000 veröffentlichte die Chefärztin des Gefängnisses, Véronique Vasseur, ein Buch, in dem sie die sehr schlechten Haftbedingungen – Schmutz, Krankheit usw. – anprangerte. Das Buch war ein Schock für die Öffentlichkeit und führte zu einer parlamentarischen Untersuchung.<ref>10 qm, 4 Betten, 1 Toilette Die Zeit, 17. Februar 2000.</ref>

Im Jahr 2014 wurde das Gefängnis zum Zweck einer grundlegenden Renovierung geschlossen. Der Großteil der Gefangenen wurde auf die zwei weiteren {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) des Großraums Paris in Fleury-Mérogis und Fresnes verteilt. Nach der Vollendung der Bauarbeiten sollte das Gefängnis 800 Plätze bieten.<ref name="lemonde20140804">Simon Piel: La mythique prison de la Santé vidée de ses détenus avant une large rénovation. In: Le Monde. 4. August 2014, abgerufen am 20. Januar 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Rahmen der 2019 abgeschlossenen Renovierungsarbeiten wurden unter anderem ein Teil des Gefängnisses (Quartier haut) abgerissen und neuerrichtet, der VIP-Bereich aufgelöst, Freigangbereiche begrünt, Anlagen zur Störung von Mobilfunknetzen installiert und Sportmöglichkeiten geschaffen.<ref name="justicegouvfr2019">Inauguration de la prison de la Santé après 4 ans de rénovation. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. November 2019; abgerufen am 20. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.justice.gouv.fr</ref>

Berühmte Gefangene

In der Kunst

  • Die Romanfigur Arsène Lupin wurde in La Santé inhaftiert.
  • Der Film Das Loch schildert einen Ausbruch aus dem Gefängnis.
  • Guillaume Apollinaire verarbeitet seinen Gefängnisaufenthalt in dem Gedichtzyklus À la Santé (in der Gedichtsammlung Alcools, 1913).

La bonne Santé

Gegenüber dem Gefängniseingang lag ein Café, genannt À la bonne Santé. Dort trafen sich die Angehörigen und ehemalige Gefangene. Diese Szene wurde in mehreren Filmen benutzt. Das Café wurde 1980 geschlossen. Die Häuserzeile mit dem Cafe wurde abgerissen<ref>Jacques Berthomeau: À La Bonne Santé : chronique d’un café-relais face au porche de la prison disparu près de chez moi. In: Le blog de JACQUES BERTHOMEAU, berthomeau.com. 30. März 2015, abgerufen am 24. April 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.

Literatur

  • Véronique Vasseur: Médecin-chef à la prison de la Santé. Éditions de la Seine, Paris 2000, ISBN 2-7382-1400-2.

Weblinks

Commons: La Santé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 48° 50′ 2″ N, 2° 20′ 23″ O

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