Lagarfljót
Lagarfljót ist ein See und ein Fluss im Osten Islands bei Egilsstaðir in der Gemeinde Múlaþing.
See
Der See Lagarfljót oder auch Lögurinn hat eine Fläche von 53 km², er ist etwa 35 km lang, bis zu 2,5 km breit und bis zu 112 m tief. Der Fluss Jökulsá í Fljótsdal ist vom Süden der größte Zufluss. Etwa dort, wo die Kelduá in die Jökulsá mündet, ist auch der Abfluss aus dem Kárahnjúkar-Kraftwerk, das zusätzlich das Wasser aus der Jökulsá á Brú hierher leitet. Über 20 weitere Flüsse münden in den See.
Östlich des Sees befindet sich der größte Wald Islands, der Hallormsstaðaskógur, westlich die Wasserfälle Hengifoss und Litlanesfoss. Ähnlich dem schottischen Loch Ness wird auch hier von einem Seeungeheuer, dem Lagarfljótwurm, erzählt, der in den Tiefen des Sees hausen soll.<ref>Wie in vielen gleichgelagerten Fällen kursieren auch hierfür Videos mit schemenhaften Aufnahmen.</ref> Die Straße Upphéraðsvegur Vorlage:RSIGN umrundet fast den ganzen See. Im Sommer wurde ein Ausflugsboot Lagarfljótsormurinn betrieben, das nach dem Ungeheuer benannt ist. Seit mindestens Ende 2011 liegt dieses ungenutzt am Strand bei der Brücke zwischen Egilsstaðir und Fellabær.
Fluss
Der Fluss, der den See verlässt, trägt ebenfalls den Namen Lagarfljót. Bei Egilsstaðir führt eine 1958 errichtete, über 300 Meter lange Brücke der Ringstraße Vorlage:RSIGN über den Fluss. Sie war zu der Zeit längste Brücke in Island. Ihre Vorgängerin datierte aus dem Jahre 1905 und stellte für die damalige Zeit eine beachtliche technische Leistung dar.
Etwa 25 km nördlich überbrückt der Lagarfossvegur Vorlage:RSIGN den Fluss. Von dem Wasserfall waren nur noch Stromschnellen übrig. Die überwiegende Wassermenge wird im Lagarfoss-Kraftwerk genutzt wird. Seit Inbetriebnahme des Kárahnjúkar-Kraftwerks stieg die >Wassermenge stark an und der Wasserfall ist wieder deutlich sichtbar.
Nach weiteren 25 km fließen das Lagarfljót und die Jökulsá á Brú (auch Jökulsá á Dal) zusammen und münden in der Bucht Héraðsflói in die Grönlandsee.
Ökosystem
Das 2007 in Betrieb genommene Kárahnjúkar-Kraftwerk hat das Ökosystem des Lagarfljót schwer beeinträchtigt. Da geschiebereiches, trübes Wasser des Gletscherflusses Jökulsá á Brú seither in den Lagarfljót umgeleitet wird, kann das Licht größere Tiefen im früher klareren Gewässer nicht mehr erreichen, was die Photosynthese stört und damit auch die Nahrungsgrundlage für die Fische reduziert. 2011 hat das isländische Institut für Süsswasserfischerei berichtet, dass sich die Sichttiefe bei Egilsstaðir von 60 cm vor dem Bau des Kraftwerks auf 17 cm reduziert habe.<ref name="saving1">Vorlage:Cite web</ref> Im Lagarfljót seien nicht nur weniger, sondern auch viel kleinere Fische zu finden als früher.<ref name="saving1"/> Der isländische Schriftsteller und Umweltschützer Andri Snær Magnason, der 2006 in seinem Buch Draumalandið („Traumland“) vor den Folgen des Kraftwerkbaus gewarnt hatte, schrieb 2013, Lagarfljót sei „tot“.<ref>Vorlage:Cite web</ref>
Einzelnachweise und Anmerkungen
<references />
Siehe auch
Weblinks
- Informationen (englisch)
- Der Wasserfall Hengifoss