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Lager (Geologie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Lager werden plattenförmige Mineralvorkommen unterschiedlicher Größe bezeichnet.<ref name="Quelle 1" /> Ihre flächige Ausdehnung ist geringer als diejenige von Flözen, während sie in der Regel sehr mächtig sind.<ref name="Quelle 2" /> Deutsche Kalisalzlager haben teilweise eine Mächtigkeit von bis zu 500 Metern.<ref name="Quelle 6" /> Lager haben das gleiche Streichen und auch das gleiche Fallen wie die sie begrenzenden Gebirgsgesteine.<ref name="Quelle 3" /> Lager sind meistens im gleichen geologischen Zeitraum entstanden wie das sie umgebenden Nebengestein.<ref name="Quelle 5" />

Entstehung

Lager können sehr unterschiedlich entstanden sein.<ref name="Quelle 4" /> Die Entstehung von Lagern ähnelt der Entstehung von Flözen.<ref name="Quelle 8" /> Sie sind entweder durch Schichtung oder durch Hohlraumausfüllung entstanden.<ref name="Quelle 6" /> Geschichtete Lager können durch Auflagerung oder durch Einlagerung entstanden sein.<ref name="Quelle 7" /> Die Mineralmasse der jeweiligen Lager besteht nur selten aus dem reinen Mineral, sondern hat oftmals auch Einlagerungen von taubem Gestein.<ref name="Quelle 5" /> Das polymetallischen Lager des Rammelsberges (Altes und Neues Lager) beispielsweise ist submarin-exhalativen Ursprunges.<ref name="Quelle 8" /> Das Schwefelkieslager des Elbingeröder Komplexes (Drei Kronen & Ehrt) ist hydrothermalen Ursprunges.<ref name="Quelle 10" /> Salzlager sind aufgrund verschiedener Löslichkeiten durch Auskristallisieren entstanden.<ref name="Quelle 7" /> Es gibt auch sogenannte Trümmerlager die an einer anderen Stelle entstanden sind, sich dort dann gelöst und an einer anderen Stelle wieder abgelagert haben.<ref name="Quelle 8" /> Ähnlich wie bei Flözen können Lager durch spätere Gebirgsbewegungen aus ihrer ursprünglichen söhligen Lage aufgerichtet werden.<ref name="Quelle 4" /> Hierbei kann es sogar zu Überkippungen zweier Lagerteile kommen.<ref name="Quelle 6" />

Beispiele von Lagern

Beispiele von Lagern sind z. B. Erzlager.<ref name="Quelle 9" /> Ein bekanntes Kupfer- und Bleierzlager ist das Erzlager im Rammelsberg.<ref name="Quelle 6" /> Ein weiteres bekanntes deutsches Erzlager ist das Brauneisenlager von Salzgitter.<ref name="Quelle 2" /> Bekannte Schwefelkieslager sind das Schwefelkieslager des Elbingeröder Komplexes (Drei Kronen & Ehrt)<ref name="Quelle 10" /> und das Schwefelkieslager in Meggen im Sauerland.<ref name="Quelle 2" /> Ein weiteres bekanntes Schwefelkieslager ist das Lager bei Rio Tinto.<ref name="Quelle 8" /> Beispiele von Salzlagern sind die Kalilager in Hessen.<ref name="Quelle 2" /> Beispiele für Trümmerlager sind die Gold-, Silber- und Platinstreifen in Kalifornien sowie das Eisensteinlager bei Peine.<ref name="Quelle 8" />

Literatur

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Einzelnachweise

<references>

<ref name="Quelle 1">Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen. Verlag von Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871.</ref> <ref name="Quelle 2">Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.</ref> <ref name="Quelle 3">Moritz Ferdinand Gätzschmann: Sammlung bergmännischer Ausdrücke. Zusammengestellt und kurz erklärt. Zweite wesentlich vermehrte Auflage, mit Hinzufügung der Englischen und Französischen Synonyme und englisch-deutschem und französischem Wortregister durch Adolf Gurlt, Verlag Craz & Gerlach, Freiberg 1881.</ref> <ref name="Quelle 4">Carl Hartmann: Handwörterbuch der Mineralogie, Berg-, Hütten- und Salzwerkskunde. Nebst der französischen Dynonymie und einem französischen Register. Erste Abtheilung A bis K, gedruckt und verlegt bei Bernhard Friedrich Voigt, Ilmenau 1825, S. 452–454.</ref> <ref name="Quelle 5">Emil Stöhr: Katechismus der Bergbaukunde. Mit 48 Holzschnitten. Lehmann & Wentzel Buchhandlung für Technik und Kunst, Wien 1875, S. 11, 12.</ref> <ref name="Quelle 6">Fritz Heise, Fritz Herbst: Lehrbuch der Bergbaukunde mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergbaus. Erster Band, Fünfte verbesserte Auflage, mit 580 Abbildungen und einer farbigen Tafel, Verlag von Julius Springer, Berlin 1923, S. 37, 38.</ref> <ref name="Quelle 7">Gustav Köhler: Lehrbuch der Bergbaukunde. Sechste verbesserte Auflage. Mit 728 Textfiguren und 9 Lithographirten Tafeln, Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig 1903, S. 4–7.</ref> <ref name="Quelle 8">Gustav Köhler: Katechismus der Bergbaukunde. Zweite, vermehrete und verbesserte Auflage. Mit 224 in den Text gedruckten Abbildungen, Verlagsbuchhandlung F.F. Weber, Leipzig 1898, S. 4, 5.</ref> <ref name="Quelle 9">Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 12. überarbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2010, S. 37, ISBN 978-3-8274-1810-4, S. 94.</ref> <ref name="Quelle 10">Manfred Reichstein: Die fazielle Sonderentwicklung im Elbingeröder Komplex. Geologie, Heft 8, Berlin 1959, S. 13–46.</ref>

</references>

Siehe auch