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Lara (Vorname)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Lara ist ein weiblicher Vorname.

Herkunft des Vornamens

In der römischen Mythologie ist Lara laut Ovid der Name einer Wassernymphe des Tibergebiets, die wegen ihrer lasterhaften Geschwätzigkeit ursprünglich „Lala“ (von griech. λάλα „die Geschwätzige, Gesprächige“) genannt und nach dem Verlust ihrer Zunge und Sprache zu der stummen Unterweltgottheit Tacita (Dea Muta) wurde, siehe Tacita (Mythologie).

Im Russischen und anderen slawischen Sprachen gilt Lara als eine Kurzform des Namens Larissa (Larisa, Larysa), der seinerseits aus dem Griechischen stammt und dort seit antiker Zeit als Ortsname mehrerer antiker Städte, insbesondere der Hauptstadt von Thessalien, dem heutigen Larisa, und der Burg Larisa von Argos, bekannt ist. In der Mythologie verband sich hiermit die Vorstellung von zwei verschiedenen Nymphen oder Heroinen des Namens Larissa, von denen die eine, argivische, laut Hellanikos die Mutter des Pelasgos war, während die andere, thessalische, als dessen Tochter galt<ref>Jennifer Larson: Greek nymphs: myhts, cult, lore, Oxford University Press, New York [u. a.] 2001, S. 165f.</ref>: siehe Larissa (Mythologie). Für die Herleitung von Lara aus dem Griechischen wird außer dem Ortsnamen auch griech. λᾱρός „köstlich, lieblich, angenehm“ und λάρος „Meervogel, Möwe“ in Betracht gezogen.<ref>Wilfried Seibicke, Vornamen, hrsg. von der Gesellschaft für Deutsche Sprache, 2., vollst. überarb. Aufl., Verlag für Standesamtswesen, Wiesbaden 1991, S. 208 zu „Larissa“</ref>

Neben der griechischen Herleitung von russisch Lara wurde auch die Erklärung als russische Kurzform des italienischen Vornamens Laura vorgeschlagen<ref>Rosa und Volker Kohlheim, Rosa Kohlheim, Duden – Das große Vornamenlexikon, Dudenverlag, Mannheim, 2007, Seite 258</ref>, der seinerseits auf den lateinischen Namen Laurentia (weibliche Form zu Laurentius „Mann aus Laurentum“) zurückgeht.

Verbreitung

In slawischen Ländern sind die Namen Lara und Larissa bzw. deren Äquivalente als Vornamen seit dem 19. Jahrhundert verbreitet, in der westlichen Welt wurden sie durch die Figur der Larissa/Lara Antipowa aus Boris Pasternaks Roman Doktor Schiwago (1957) bzw. dessen Verfilmung von 1965 populär.

In Deutschland war Lara von 1999 bis 2008 durchgehend unter den zehn beliebtesten weiblichen Vornamen, nachdem die Verbreitung des Namens ab 1991 stark zugenommen hatte.<ref name=":0" /> Durchschnittlich belegte der Name Rang 26 in den 1990ern<ref>Beliebteste Vornamen der 1990er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 21. Oktober 2025.</ref>, Rang 5 in den 2000ern<ref>Beliebteste Vornamen der 2000er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 21. Oktober 2025.</ref> und Rang 19 in den 2010er Jahren<ref>Beliebteste Vornamen der 2010er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 21. Oktober 2025.</ref>. Seit 2010 ist ein leichter Abwärtstrend erkennbar, Lara blieb aber unter den 50 beliebtesten weiblichen Vornamen dieser Zeit.<ref name=":0">Lara. In: Beliebte-Vornamen. Knud Bielefeld, abgerufen am 21. Oktober 2025.</ref> In Österreich wird der Name seit 1984 jährlich bei der Namenswahl berücksichtigt. Anfang der 1990er Jahre stieg seine Beliebtheit an. Seit 2002 befindet er sich in den Top-20.<ref>Vornamen der Geborenen. In: STATISTIK AUSTRIA. Bundesanstalt Statistik Österreich, abgerufen am 21. Oktober 2025.</ref> Von 1984 bis 2023 wurde er etwa 10.700 Mal gewählt. Der Name taucht in der Schweiz seit den 1960er Jahren jedes Jahr in den Vornamenscharts auf. Von 2001 bis 2017 lag er stets in den Top-10.<ref name=":1">Lara. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 21. Oktober 2025.</ref> Lara war der meistgewählte Vorname aller 2009 geborenen Mädchen.<ref>Die beliebtesten Vornamen in der Schweiz, Artikel der Berner Zeitung vom 9. August 2010</ref>

Der Name Lara befindet sich in Belgien seit 1995 in den Top-100. Zwischen 2002 und 2007 lag er in den Top-30.<ref>Popularity in Belgium. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Frankreich wurde der Name Mitte der 1980er Jahre bekannt und stieg stetig in seiner Beliebtheit. Seit 2014 befindet er sich in den Top-200.<ref>Popularity in France. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Name ist in Italien seit 1999 durchgehend in den Top-100 anzutreffen.<ref>Popularity in Italy. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Name zählt in Spanien seit 2002 zu den Top-100. In den Niederlanden wird der Name seit Ende der 1960er Jahre jährlich vergeben. Seit der Jahrtausendwende liegt er stets in den Top-100 der Vornamenscharts.<ref name=":1" />

Seit 2010 gehört der Name in Bosnien und Herzegowina zu den 100 beliebtesten Mädchennamen.<ref>Popularity in Bosnia and Herzegovina. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Kroatien liegt der Name seit 2017 in den Top-20 der Hitlisten.<ref>Popularity in Croatia. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Slowenien befand sich der Name von 2000 bis 2019 in den Top-10. Seitdem geht seine Beliebtheit leicht zurück. Im Jahr 2012 belegte er die Spitzenposition.<ref>Popularity in Slovenia. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Name ist in Ungarn seit 2005 unter den 100 beliebtesten Mädchennamen. Er liegt seit 2019 in den Top-20.<ref>Popularity in Hungary. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Polen befindet sich der Name seit 2021 in den Top-100 der Hitlisten.<ref>Popularity in Poland. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In den nordischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden gilt der Name als mäßig beliebt.<ref>Lara. In: Nordicnames. Judith Ahrholdt, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In England und Wales gehört der Name seit 1996 zu den Top-200 und seit 2019 zu den Top-100.<ref>Popularity in England and Wales. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Name wurde in den USA plötzlich Mitte der 1960er Jahre populär. Seit Anfang der 1970er Jahre geht seine Beliebtheit aber wieder zurück. Im Jahr 2024 belegte er Rang 740.<ref>Popularity in the United States. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Australien befindet sich der Name seit 1999 in den Top-100. In den 2010er Jahren lag er in den Top-30.<ref>Popularity in Australia (NSW). In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Namenstag

Da die Namen Lara und Larissa keine ältere Tradition als christliche Taufnamen besaßen und auch seit dem 19. Jahrhundert bisher keine Personen mit diesen Namen heiliggesprochen wurden, gibt es weder in der römisch-katholischen noch in den orthodoxen Kirchen Heilige dieser Namen mit Festtagen für die Feier des Namenstages. Populäre Namenswörterbücher nennen als Namenstag zuweilen den 26. März<ref>Beate Varnhorn: Das große Lexikon der Vornamen, Wissen-Media-Verlag / Lexikoninstitut Bertelsmann, Gütersloh 2008, S. 314, vgl. S. 91</ref><ref name="nitsch">Cornelia Nitsch: Alte Vornamen neu entdeckt, Gräfe & Uzer, München 2006, S. 76</ref>, als Festtag einer angeblichen Heiligen Larissa auf der Krim im 4. Jahrhundert,<ref name="nitsch"/> oder verweisen auf Heilige mit entfernt ähnlich klingenden Namen.<ref>Thomas W. Sheehan: Dictionary of patron saints' names, Our Sunday Visitor, Huntington (Ind.) 2001, S. 169</ref>

Namensträgerinnen

  • Lara (* 1979), türkische Popmusikerin

Fiktive Personen

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

Wiktionary: Lara – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen