Laubuseschbach
Laubuseschbach Gemeinde Weilmünster
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| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1452)&title=Laubuseschbach 50° 24′ N, 8° 20′ O
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| Höhe: | 295 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 7,73 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 1452 (30. Juni 2025)<ref name="DF">Einwohner und Alterstruktur. Entwicklung der Einwohnerzahl im Marktflecken Weilmünster. In: www.weilmuenster.de. Marktflecken Weilmünster, 30. Juni 2025, abgerufen am 8. März 2026.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 188 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1970 | |||||
| Postleitzahl: | 35789 | |||||
| Vorwahl: | 06475 | |||||
Laubuseschbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Weilmünster im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.
Geographie
Laubuseschbach liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus. Höchste Erhebungen bei Laubuseschbach sind der Alteberg mit 370 Metern über NN, der Hühnerküppel mit 369 Metern über NN und der Hasenberg mit 358 Metern über NN.
Durch den Ort fließt der Bleidenbach. Etwa 500 m südwestlich des Dorfes in Richtung Wolfenhausen, steht die Heideneiche auf der Passhöhe an der Kreisverkehr-Kreuzung.
Die Gemarkungsfläche beträgt 7,73 Quadratkilometer, davon sind 2,09 Quadratkilometer Wald.<ref name="Becker">Hermann Becker: Ascabahc 897 - 1997 Laubuseschbach - Die Gemarkung</ref>
Nachbarorte sind Wolfenhausen (südwestlich), Blessenbach (nordwestlich), Rohnstadt (nordöstlich) und Langenbach (östlich).
Nächste größere Städte sind Weilburg (16 km) im Nordwesten, Limburg (25 km) im Westen, Wetzlar (27 km) im Nordosten und Frankfurt am Main (50 km) im Südosten.
Geschichte
Ortsgeschichte
In erhaltenen Urkunden wurde Laubuseschbach unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="OS">Ortsteil Laubuseschbach. In: Webauftritt. Gemeinde Weilmünster, abgerufen im August 2018.</ref> Ascabach (897), Ascobach (912), Ascabah (1107), Essebach (1334), Esbach (1457), Essbach (1496), Eschpach (1513), Espach (1537), Eschbach (1802) und Laubuseschbach (1824).
Im Jahr 893 schenkte der Karolingerkönig Arnulf dem Kloster St. Maximin in Trier Teile seiner Besitzungen. Als vier Jahre später, im Jahre 897, sein Sohn Zwentibold diese Schenkung bestätigte, wurde in einer ausführlichen Aufstellung auch Ascapahc (Eschbach) genannt. Die Schenkungsurkunde wird heute im Nationalmuseum in Paris aufbewahrt.
Das Kloster St. Maximin setzt die Herren von Molsberg als Vögte in Eschbach ein. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gelang es ihnen, Eschbach ihrer Grundherrschaft einzuverleiben. Die Herren von Molsberg machten Anfang des 14. Jahrhunderts die Elkerhäuser Ritter zu Lehensträgern von Eschbach. Am 29. Oktober 1323 verkaufte Giso von Molsberg für 24 Mark alle seine Leute, die in den Herrenhof Eschbach gehörten, mit Ausnahme der Kringin, an Hiltwin, „pastorgin“ von Elkerhausen. Ab dem 4. Juli 1390 war der Erzbischof von Trier Lehnsherr für die Herrschaft Eschbach. Im Jahr 1421 wurden Hermann von Haiger, Heilwig von Schönborn und Bernhard von Mudersbach als Erben der Elkerhäuser Ritter mit Eschbach belehnt.
Bekannt ist Laubuseschbach (Burg Eschbach) als Geburtsort von Johann Philipp von Schönborn, einem der bedeutendsten Mainzer Erzbischöfe. Damals hieß Laubuseschbach noch Eschbach. Als im Dreißigjährigen Krieg der nahe gelegene Ort Laubus völlig verwüstet wurde, zogen die Überlebenden nach Eschbach. Daher wurde der Ort 1824 in Laubus-Eschbach, später dann in Laubuseschbach, umbenannt.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1970 der bisherige Marktflecken Weilmünster im Oberlahnkreis mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Aulenhausen, Dietenhausen, Ernsthausen, Laimbach, Langenbach, Laubuseschbach, Lützendorf, Möttau, Rohnstadt und Wolfenhausen freiwillig zur neuen Großgemeinde Weilmünster.<ref>Zusammenschluss von Gemeinden zur Gemeinde „Weilmünster“, Oberlahnkreis vom 6. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 141, Punkt 170 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,3 MB]).</ref> Essershausen kam am 31. Dezember 1971 hinzu.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982"></ref> Für alle zwölf ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 51 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Weilmünster, abgerufen im März 2020.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Laubuseschbach angehört(e): <ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft (ab 1791 Fürstentum) zu Wied-Runkel, Amt oder Herrschaft Runkel
- ab 1806: Herzogtum Nassau,<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Standesherrschaft Wied-Runkel, Amt Runkel
- ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt Hadamar<ref group="Anm.">Abtrennung der Justiz (Justizamt Runkel) bis 1854.</ref>
- ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Weilburg
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis<ref group="Anm.">Endgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Runkel) und Verwaltung.</ref>
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Oberlahnkreis
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis
- ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Oberlahnkreis, Gemeinde Weilmünster
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg, Gemeinde Weilmünster
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Limburg-Weilburg, Gemeinde Weilmünster
Ehemaliger Bahnanschluss
Um die reichen Rohstoffvorkommen in der abgelegenen Region besser abtransportieren zu können, ging am 15. Mai 1892, im Anschluss an die bereits bestehende Weiltalbahn, die Bahnstrecke Weilmünster–Laubuseschbach in Betrieb. Eine geplante Weiterführung der Strecke durch das Laubustal über Wolfenhausen – Münster–Weyer an die Main-Lahn-Bahn fiel dem Ersten Weltkrieg und seinen Auswirkungen auf das dann einsetzende Grubensterben zum Opfer. Ab dem Winterfahrplan 1955 wurde der Personenverkehr nach Laubuseschbach eingestellt, der Güterverkehr folgte 1968. Die Strecke wurde stillgelegt und später abgebaut.
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Laubuseschbach 1542 Einwohner. Darunter waren 54 (3,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 282 Einwohner unter 18 Jahren, 612 zwischen 18 und 49, 315 zwischen 50 und 64 und 333 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 654 Haushalten. Davon waren 174 Singlehaushalte, 198 Paare ohne Kinder und 219 Paare mit Kindern, sowie 57 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 150 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 420 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Laubuseschbach: Einwohnerzahlen von 1825 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1825 | 581 | |||
| 1834 | 699 | |||
| 1840 | 804 | |||
| 1846 | 761 | |||
| 1852 | 770 | |||
| 1858 | 841 | |||
| 1864 | 895 | |||
| 1871 | 937 | |||
| 1875 | 1.000 | |||
| 1885 | 1.000 | |||
| 1895 | 953 | |||
| 1905 | 995 | |||
| 1910 | 954 | |||
| 1925 | 958 | |||
| 1939 | 971 | |||
| 1946 | 1.356 | |||
| 1950 | 1.324 | |||
| 1956 | 1.262 | |||
| 1961 | 1.279 | |||
| 1967 | 1.339 | |||
| 1970 | 1.370 | |||
| 1987 | 1.345 | |||
| 1993 | 1.525 | |||
| 1996 | 1.598 | |||
| 2001 | 1.683 | |||
| 2005 | 1.636 | |||
| 2010 | 1.555 | |||
| 2011 | 1.542 | |||
| 2015 | 1.458 | |||
| 2020 | 1.414 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: <ref name="lagis" /><ref name="OS" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1885: | 948 evangelische (= 94,80 %), zwei katholische (= 0,20 %), 50 jüdische (= 5,00 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 1090 evangelische (= 85,22 %), 182 katholische (= 14,23 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Laubuseschbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Laubuseschbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 52,86 %. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der SPD, zwei Mitglieder der CDU und ein Mitglied der Bürgerliste.<ref>Ortsbeiratswahl Laubuseschbach. In: Votemanager. Gemeinde Weilmünster, abgerufen im Oktober 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Manuel Kraus (CDU) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Laubuseschbach. In: Rathausinformationssystem. Gemeinde Weilmünster, abgerufen im Oktober 2023.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Für die denkmalgeschützten Kulturdenkmäler des Ortes siehe Liste der Kulturdenkmäler in Laubuseschbach.
Vereine
Auf Ortsebene bestehen die Vereine Chor- und Musikgemeinschaft Frohsinn-Eintracht Laubuseschbach, die Evangelische Frauenhilfe Laubuseschbach, die Freiwillige Feuerwehr Laubuseschbach e. V. seit 1934 (einschl. Jugendfeuerwehr seit 16. Juni 1983 und Kinderfeuerwehr seit 21. August 2010), der Männergesangverein Harmonie Laubuseschbach, der Motorsportclub Laubuseschbach, der TuS Blau-Weiß 1900 Laubuseschbach, das Jugendzentrum Laubuseschbach, der Carneval Club Germania Laubuseschbach sowie die Kirmesburschen und -mädchen Laubuseschbach e. V.
Äbbelwoifest
In der Nähe des Altebergs veranstaltet die Chor- und Musikgemeinschaft Frohsinn-Eintracht Laubuseschbach seit dem Jahr 1998 am Feiertag des Festes Christi Himmelfahrt (Vatertag) das zur Tradition gewordene Äbbelwoifest (Apfelweinfest). Das im Wald gelegene Gelände zieht jedes Jahr mehrere tausend Besucher aus nah und fern an.<ref name="WTB">Weilburger Tageblatt vom 26. Mai 2017, Verfasser Dorothee Henche: Auf dem Alteberg geht die Post ab</ref><ref>cmg-le.de: „DAS BLASORCHESTER - 1966 - 2016: 50 Jahre Blasorchester“ Link: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />1966 - 2016: 50 Jahre Blasorchester ( vom 25. Februar 2018 im Internet Archive)</ref> Es begann erst als Familienfest, mit einem Karussell, und Familien mit Kindern waren die Besucher. In den darauffolgenden Jahren ist das Fest so gewachsen, dass es mittlerweile ein Anziehungspunkt für jüngeres Publikum geworden ist.<ref name="NNP">Nassauische Neue Presse vom 30. Mai 2014: Alteberg zieht mit dem Äbbelwoifest</ref>
Infrastruktur
Seit dem Jahr 1934 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Laubuseschbach (ab 16. Juni 1983 mit Jugendfeuerwehr und seit 21. August 2010 mit Kinderfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort.
Die evangelische Kindertagesstätte „Sonnenschein“ auf der Weisburg führt drei Kindergruppen. Die Evangelische Gemeindebücherei Laubuseschbach leiht seit dem Jahr 2001 im ehemaligen Rathaus Bücher an die Einwohner aus.
Es bestehen das Dorfgemeinschaftshaus in der Kirchgasse, die Vereinshalle des MGV „Harmonie“, das Dorfmuseum im ehemaligen Rathaus, zwei Sportplätze und das Moto-Cross-Gelände am Talberg, Kinderspielplätze sowie Rad- und Wanderwege.
Persönlichkeiten
- Johann Philipp von Schönborn (1605–1673), in Laubuseschbach geboren, Kurfürst und einer der bedeutendsten Erzbischöfe des Erzbistums Mainz, genannt der Deutsche Salomo
- Friedel Geratsch (* 1951), Gründer und Sänger der NDW-Band Geier Sturzflug
- Helmut Jung (* 1951), deutscher Architekt, Bauunternehmer und Politiker
Literatur
- Ascabahc 897–1997 Laubuseschbach, Vergangenheit und Gegenwart für die Zukunft erhalten, Akzidenz-Druckerei Merenberg.
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Ortsteil Laubuseschbach. In: Webauftritt. Gemeinde Weilmünster
- Laubuseschbach, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Website des Ortsvorstands über Laubuseschbach – 1119 Jahre (897 – 2016)
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Laubuseschbach, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 24 und 62, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
Aulenhausen | Dietenhausen | Ernsthausen | Essershausen | Laimbach | Langenbach | Laubuseschbach | Lützendorf | Möttau | Rohnstadt | Weilmünster mit Siedlung Audenschmiede | Wolfenhausen