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Lehengütingen

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Lehengütingen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(219)&title=Leheng%C3%BCtingen 49° 6′ N, 10° 18′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(219) 49° 6′ 22″ N, 10° 18′ 19″ O
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Höhe: 484 (464–487) m ü. NHN
Einwohner: 219 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/>
Eingemeindung: 1. Juli 1970
Postleitzahl: 91626
Vorwahl: 09857
Datei:Lehengütingen.jpg
Dorfansicht von Westen
Datei:Lehengütingen 9699.jpg
Evangelisch-Lutherische Kirche St. Wendelin

Lehengütingen ist ein Gemeindeteil des Marktes Schopfloch im mittelfränkischen Landkreis Ansbach in Bayern.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Lehengütingen hat eine Fläche von 3,732 km². Sie ist in 487 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7662,55 m² haben.<ref>Gemarkung Lehengütingen (092988). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 24. September 2024.</ref> In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Lehenbuch.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 4. Oktober 2024.</ref>

Geographie

Das Pfarrdorf liegt 0,5 km östlich von der Wörnitz und ist von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. 0,5 km nordöstlich befinden sich das Pfarrhölzchen und der Häcker- und Hackenweiher, 0,5 km südlich liegt das Froschholz. Die Bundesstraße 25 führt nach Schopfloch (1,8 km nördlich) bzw. nach Dinkelsbühl (4,1 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dickersbronn (1,1 km östlich) und nach Waldhäuslein (1,8 km westlich). Westlich des Ortes verläuft die Bahnstrecke Nördlingen–Dombühl.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 2. August 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

1488 wurde eine Kapelle errichtet, die dem heiligen Wendelin und Sixtus geweiht wurde. 1494 wurde für die Kapelle von der Bevölkerung eine ewige Messe gestiftet. Die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach übten das Kirchenpatronat aus und setzten in Lehengütingen 1524 den ersten evangelischen Pfarrer ein.<ref>G. Stieber: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach, S. 551.</ref>

Die Fraisch über Lehengütingen wurde sowohl vom ansbachischen Oberamt Feuchtwangen als auch vom oettingen-spielbergischen Oberamt Dürrwangen beansprucht. Die Reichsstadt Dinkelsbühl wollte sie auf ihre Anwesen geltend machen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Feuchtwangen. 1732 gab es 13 Anwesen. Außerdem gab es 1 Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus und 1 Hirtenhaus. Grundherren waren

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es weiterhin 13 Anwesen zuzüglich der kommunalen und kirchlichen Gebäude. Die grundherrliche Verteilung sah wie folgt aus:

  • Fürstentum Ansbach (Kastenamt Feuchtwangen: 1 Schmiede, 1 Häuslein; Klosterverwalteramt Auhausen: 1 Halbhof, 2 Lehengüter, 1 Lehengütlein)
  • Fürstentum Oettingen-Spielberg (Oberamt Dürrwangen: 1 Gütlein)
  • Reichsstadt Dinkelsbühl (Reichalmosenpflege: 1 Hofgut; Spital: 1 Hofgut; die dinkelsbühler Bürger Bühlmeyer und Rothmund: 1 Hofgut)
  • Freieigen (1 Taverne mit Back- und Braurecht).<ref name="N438">T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 438.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Lehengütingen. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 188 (Digitalisat). (= J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 310.) Hiernach gab es 13 Untertansfamilien, von denen 9 feuchtwangisch waren.</ref>

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.<ref name="N569">T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 569.</ref>

1806 kam Lehengütingen an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Lehengütingen dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt Schopfloch zugeordnet. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Lehengütingen. Zu dieser gehörten Dickersbronn, Flinsberg, Franzenmühle, Froschmühle, Gersbronn, Goschenhof, Hellenbach, Kemmleinsmühle, Köhlau, Lehenbuch, Lohe, Neuses und Pfaffenhof.<ref>T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 532.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden vier Ruralgemeinden gebildet:

Die Gemeinde Lehengütingen war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach).<ref name="N569"/> Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,754 km².<ref name="OV 1961"/> Am 1. Juli 1970 wurde diese nach Schopfloch eingemeindet.<ref> </ref><ref>Schopfloch > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 15. April 2025.</ref> Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Lehengütingen an den Landkreis Ansbach.<ref name="N569"/>

Baudenkmäler

  • evangelisch-lutherische Pfarrkirche, ehemalige Chorturmkirche des 15. Jahrhunderts mit angefügtem Langhaus im Stil der Neurenaissance von 1878/81; mit Ausstattung<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Schopfloch (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
  • Haus Nr. 3: Pfarrhaus, zweigeschossiger Walmdachbau mit Rundbogenportal und seitlichem eingeschossigem Remisenanbau, bezeichnet 1915<ref name="Denkmalliste"/>
  • Gasthaus zur Goldenen Krone; vermutlich noch 17. Jahrhundert. Zweigeschossig, mit steilem Satteldach, traufseitig vorkragendes Obergeschoss (drei zu vier Fenster) und Giebel verputztes Fachwerk<ref>A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Dinkelsbühl, S. 165. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.</ref>

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Bodendenkmal

  • Mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Pfarrkirche<ref name="Denkmalliste"/>

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Einwohnerentwicklung

Gemeinde Lehengütingen

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 173 202 198 170 195 185 184 181 189 190 192 184 174 187 197 208 188 184 168 237 217 197 182 172
Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 31 35 35 37 36 35 40 33 35
Quelle <ref name="OV 1818">Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 53 (Digitalisat). Für die Gemeinde Lehengütingen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Lehenbuch (S. 53).</ref> <ref name="OV 1846">Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 74 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 168, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV"/> <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1001, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>

Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 156 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1166, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1099 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1164 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1201 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1038 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 763 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 171 (Digitalisat).</ref>

Ort Lehengütingen

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 116 147 136 127 121 125 140 162 140 137 219
Häuser<ref name="Häuser"/> 22 25 27 25 30 25 26 53
Quelle <ref name="OV 1818"/> <ref name="OV 1846"/> <ref name="OV 1861"/> <ref name="OV 1875"/> <ref name="OV 1885"/> <ref name="OV 1900"/> <ref name="OV 1925"/> <ref name="OV 1950"/> <ref name="OV 1961"/> <ref name="OV 1970"/> <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 331 (Digitalisat).</ref>

Religion

Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Wendelin und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.<ref name="N438"/> Die Katholiken sind nach St. Georg (Dinkelsbühl) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>

Literatur

Weblinks

Fußnoten

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