Leif Eriksson
{{#if: behandelt den isländischen Entdecker, zum schwedischen Fußballspieler siehe Leif Eriksson (Fußballspieler).
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Leif „der Glückliche“ Eriksson (altnordisch Leifr inn heppni Eiríksson; * um 975 im Haukadalur, Island; † um 1020 in Grönland) war ein Wikinger.<ref>Sverrir Jakobsson: Var Leifur Eiríksson ekki Grænlendingur sem átti rætur að rekja til Íslands og Noregs? Vísindavefurinn (14. September 2001). (Sverrir Jakobsson argumentiert anhand der Formulierungen in der Überlieferung in den Sagas, dass es problematisch ist, Personen wie Leif Eriksson als „norwegisch“, „isländisch“ oder „grönländisch“ zu bezeichnen.)</ref> Er war vermutlich der erste Europäer, der um das Jahr 1000 das amerikanische Festland betrat.
Leben
Leif Eriksson wurde als Sohn von Erik dem Roten, der nach der Verbannung seines Vaters aus Norwegen nach Island gekommen war, und dessen isländischer Frau Þjóðhildr geboren. Sein Vater ließ sich nach der Eheschließung in der Heimat seiner Frau nieder, so dass davon auszugehen ist, dass Leif auf dem Hof Eiríksstaðir im Haukadalur geboren wurde.<ref name="snl">Bjørn Bandlien: Leiv Eiriksson. Store norske leksikon.</ref> Sein Geburtsjahr wird auf etwa 970,<ref>Niels Lund: Leif den Lykkelige. Danmarks Nationalleksikon.</ref> 975<ref name="rga">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> oder das Ende der 970er Jahre<ref name="snl"/> datiert. Er war somit noch ein Kind, als sein Vater um 985 die Gesellschaft der Grænlendingar begründete, die sich im Süden Grönlands niederließen. Sein Vater begründete die Siedlung Brattahlíð, in der Leif aufwuchs.<ref name="snl"/>
Leifs Leben wird in mehreren altnordischen Sagas geschildert, vor allem in den beiden Vinland-Sagas, der Eiríks saga rauða und der Grænlendinga saga. Gemäß der Eiríks saga rauða fuhr Leif Eriksson in jungen Jahren nach Norwegen zu König Olav I. Tryggvason. Auf der Reise wurde sein Schiff zu den Hebriden abgetrieben, wo er sich in eine Frau namens Þórgunna verliebte. Sie wollte anschließend mit ihm nach Grönland reisen, was Leif ablehnte. Sie meinte jedoch, dass sie schwanger sei und einen Sohn gebären sollte, den sie nach Grönland schicken wolle, und auch sie selbst wollte später dorthin ziehen. Als Leif nach Norwegen kam, forderte der König ihn dazu auf, in Grönland das Christentum zu verbreiten.<ref name="esr" details="Kap. 5.">Eiríks saga rauða.</ref>
Auf der Rückreise nach Grönland wurde er erneut abgetrieben und sichtete ein bisher unbekanntes Land, das er betrat, bevor er nach Grönland zurückkehrte.<ref name="esr" details="Kap. 5."/> In der Grænlendinga saga wird die Reise Leifs nach Norwegen nicht erwähnt. Hier entdeckte Bjarni Herjólfsson diese Gebiete während der Reise nach Grönland, ging aber nicht an Land. Leif bat seinen Vater, mit ihm das von Bjarni gesichtete Land zu bereisen, was dieser erst ablehnte, dann doch einwilligte, bevor er jedoch vom Pferd fiel und sich verletzte, so dass er nicht mitkommen konnte. Leif und seine Mannschaft fuhren daraufhin nach Westen, wo sie erst ein gebirgiges Land auffanden, das sie Helluland nannten, dann ein waldreiches, das sie Markland nannten, und schließlich ein ebenes, das den Namen Vinland erhielt. Dort errichteten sie einige Gebäude. Anschließend machten sie sich mit Holz und Trauben beladen auf die Rückreise nach Grönland.<ref name="gs" details="Kap. 3.">Grænlendinga saga.</ref> Die Reise nach Vinland wird normalerweise auf das Jahr 1000 datiert. In L’Anse aux Meadows auf Neufundland wurde eine skandinavische Siedlung ausgegraben, die die Berichte der Sagas bekräftigt, allerdings ist unwahrscheinlich, dass es sich um die von Leif gegründete Siedlung handelt, da so weit nördlich keine Trauben wachsen.<ref name="snl"/> Aus der Überlieferung, dass der Tag zur Wintersonnenwende mindestens sechs Stunden andauerte, ist lediglich zu schließen, dass die Siedlung südlich des 55. Breitengrads lag, aber genauer lässt sie sich nicht lokalisieren.<ref>Inge Skovgaard-Petersen: Leif den Lykkelige. Dansk Biografisk Leksikon.</ref>
In beiden Sagas wird berichtet, dass sie vor ihrer Ankunft in Grönland auf einige Schiffbrüchige stießen, wobei die Grænlendinga saga in diesem Punkt etwas ausführlicher ist. Der Anführer der Schiffbrüchigen hieß Þórir und war mit einer Isländerin namens Guðríðr Þorbjarnardóttir verheiratet. Wegen der Rettung der Schiffbrüchigen wurde Leif anschließend der Beiname „der Glückliche“ (im Sinne von „Glück habend“) gegeben. Kurz nach der Ankunft in Grönland starb Þórir an einer Epidemie. Guðríðr sollte später Leifs Bruder Þorsteinn heiraten.<ref name="gs" details="Kap. 4."/> Gemäß der Eiríks saga rauða verbreitete Leif nach seiner Rückkehr das Christentum in Grönland. Seine Mutter nahm den neuen Glauben schnell an und ließ eine Kirche bauen, während sein Vater sich weigerte, das Heidentum aufzugeben. Hier erhielt er seinen Beinamen auch angesichts seiner missionarischen Erfolge. In dieser Saga war Leifs Aufenthalt in Grönland kürzer, so dass sein Bruder Þorsteinn und sein Vater anschließend erfolglos versuchten, das neu entdeckte Land zu bereisen.<ref name="esr" details="Kap. 5."/> Der Grænlendinga saga zufolge war Erik jedoch zeitgleich mit Þórir gestorben.<ref name="gs" details="Kap. 4."/> Nach dem Tod von Þorsteinn bat der Isländer Þorfinnr karlsefni anschließend um die Hand von Guðríðr, womit der Grænlendinga saga zufolge Leif einverstanden war<ref name="gs" details="Kap. 7."/> – da der verstorbene Erik nicht mehr gefragt werden konnte, wie es die Eiríks saga rauða berichtet.<ref name="esr" details="Kap. 7."/>
Nach den Untaten seiner Schwester Freydís ächtete Leif sie und ihren Ehemann Þorvarðr Anfang der 1010er Jahre.<ref name="gs" details="Kap. 9."/> Über sein späteres Leben ist nichts mehr überliefert.<ref name="rga"/> Neben dem Sohn Þorgils, der aus der Verbindung mit Þórgunna stammte, hatte er noch den Sohn Þorkell, der in der Fóstbrœðra saga den Hof seines Vaters übernommen hat,<ref>Fóstbræðra saga, Kap. 20.</ref> womit dieser zu diesem Zeitpunkt offenbar verstorben war. Es wird davon ausgegangen, dass das in diesem Zusammenhang in der Saga genannte Ereignis im Jahr 1025 stattgefunden hat. Sein Tod wird üblicherweise etwa auf das Jahr 1020 datiert.<ref name="snl"/>
Die Kristni saga und die Ólafs saga Tryggvasonar in der Heimskringla erwähnt ebenfalls beiläufig Leifs Missionarstätigkeit, seine Entdeckung Vinlands und die Rettung der Schiffbrüchigen wie in der Eiríks saga rauða.<ref>Ólafs saga Tryggvasonar, Kap. 93, 104.</ref><ref>Kristni saga, Kap. 11.</ref> Auch in der Landnámabók,<ref>Landnámabók, Teil 2, Kap. 14, 22.</ref> in der Bárðar saga Snæfellsáss,<ref>Bárðar saga Snæfellsáss, Kap. 5.</ref> in der Þorsteins saga Geirnefjufóstra<ref>Þorsteins saga Geirnefjufóstra, Kap. 17.</ref> und im Þórarins þáttr Nefjólfssonar in der Flateyjarbók<ref>Þórarins þáttr Nefjólfssonar, Kap. 1.</ref> wird Leif namentlich erwähnt.
Rezeption
Denkmäler
1887 wurde in Boston das erste Denkmal zu Ehren von Leif Eriksson errichtet. Noch im selben Jahr wurde eine zweite Statue in Milwaukee aufgestellt. 1901 entstand ein Denkmal in Chicago. 1931 wurde eine Statue in Reykjavík errichtet, von der 1938 eine Kopie in Newport News aufgestellt wurde. 1949 entstand eine weitere Statue in St. Paul. 1956 wurde eine Kopie der Bostoner Statue in Duluth errichtet. Ein weiteres Denkmal entstand 1962 in Seattle (2007 versetzt), von dem 1997 eine Kopie in Trondheim, 2000 in Leifs Heimatort Qassiarsuk und 2013 in L’Anse aux Meadows aufgestellt, sowie in Büstenform 2001 in Cleveland und 2003 eine weitere Büste auf dieser Vorlage angefertigt wurde. 1993 wurde ein Denkmal in Minot errichtet. 2000 wurde eine kleine Statue in Leifs Geburtsort Eiríksstaðir in Island errichtet.<ref>A Timeline of Leif Erikson Statues. LEIF (Leif Erikson International Foundation).</ref> In Deutschland ist Leif Eriksson in Bremen auf einer von Bernhard Hoetgers Figurentafeln am Haus des Glockenspiels dargestellt.<ref>Peter van der Krogt: Leif Eriksson Monuments Pages. vanderkrogt.net.</ref>
Namensgebungen
Das 1987 errichtete Passagierterminal des Flughafens Keflavík wird als Flugstöð Leifs Eiríkssonar oder kurz Leifsstöð bezeichnet.
Der 9. Oktober wurde 1964 von US-Präsident Lyndon B. Johnson zum Leif-Eriksson-Tag ernannt. Am 9. Oktober 1825 war das Schiff Restaurationen mit den ersten norwegischen Einwanderern in Amerika angekommen.<ref name="snl"/>
Die Gemeinschaftsschule im Bildungszentrum Mettenhof in Kiel-Mettenhof trägt seit dem 1. Februar 2012 den Namen Leif-Eriksson-Gemeinschaftsschule.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Der Marskrater Ejriksson wurde 1967 nach Leif Eriksson benannt.<ref>Leif Eriksson im Gazetteer of Planetary Nomenclature der IAU (WGPSN) / USGS</ref>
Literatur und Film
Der Film Die Teufel der Nordsee aus dem Jahr 1928 basiert auf dem 1902 verfassten Roman The Thrall of Lief the Lucky von Ottilie A. Liljencrantz. Walter Illings Roman Drachenschiff vor Amerika von 1976 beschreibt die Entdeckung Vinlands in belletristischer Form. Die seit 2005 erscheinende Mangaserie Vinland Saga von Makoto Yukimura wurde von 2019 bis 2023 als Anime verfilmt. Von 2022 bis 2024 wurden 3 Staffeln der Historienserie Vikings: Valhalla durch Netflix veröffentlicht.
Musik
Die Lieder Wings of Eagles von Amon Amarth und Leif Erikson von Interpol handeln von Leif Eriksson.
Literatur
- Peter Archer: The Book of Viking Myths. From the Voyages of Leif Erikson to the Deeds of Odin, the Storied History and Folklore of the Vikings, Adams Media, New York 2017, ISBN 978-1-5072-0143-5.
- Nico Medina: Who was Leif Erikson, Penguin Workshop / Penguin Random House, New York 2018, ISBN 978-0-4484-8861-5.
- Lutz Mohr: Amerikaentdecker vor Kolumbus. In: Marinekalender der DDR 1990. Militärverlag der DDR, Berlin 1989, S. 178–184.
- Kirsten A. Seaver: Mit Kurs auf Thule. Die Entdeckungsreisen der Wikinger. Aus dem Englischen übersetzt von Karin Schuler. Theiss, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8062-2411-5.
- Rudolf Simek: Vinland! Wie die Wikinger Amerika entdeckten, C. H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-4066-9720-3.
- Kurt Welker: Der vergessene Kontinent. Die Entdeckungsfahrten der Normannen nach Grönland u. Nordamerika. Brockhaus, Leipzig 1970.
Weblinks
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Einzelnachweise
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