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Lichtwer Pharma

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Die Lichtwer Pharma AG ist ein 1981 gegründetes Pharmaunternehmen mit Sitz in Berlin. Bekannte Produkte sind das Johanniskrautpräparat Jarsin und Kwai Knoblauchpräparate.

Gründung und Aufschwung

Datei:Grab Kuno Lichtwer.jpg
Grab Kuno Lichtwers

Das Unternehmen wurde 1981 von Kuno Lichtwer (1931–2016) gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden Hersteller pflanzlicher Arzneimittel in Deutschland. Der jährliche Umsatz stieg bis 1991 auf rund 100 Millionen DM (ca. 50 Millionen Euro). Die Zahl der Angestellten wuchs von zwei auf über 300. Neben ausgegründeten Tochtergesellschaften wurden die Arzneimittelhersteller Omega Pharma und Sertürner Arzneimittel (Gütersloh) zugekauft.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/extranet.medical-tribune.deLichtwer Pharma AG Berlin. Mit Knoblauch den Durchbruch geschafft (Seite dauerhaft nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2017. Suche im Internet Archive ) (PDF; 60 kB). Verlagsbeilage zur Medical Tribune 34 (2002)</ref> 1996 war das Unternehmen Marktführer im Bereich der Knoblauchprodukte und plante weitere Umsatzsteigerungen für die nächsten Jahre.<ref>Heiner Sieger: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Knofi-König (Memento vom 9. April 2016 im Internet Archive), Focus 15/1996, 6. April 1996</ref>

Einbruch und Umstrukturierung

1999 erzielte Lichtwer Pharma mit 353 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 180 Millionen Euro (353 Millionen DM), ohne dabei jedoch Gewinne zu verbuchen. Bei dieser schwierigen Marktlage investierte das Unternehmen in eine neue Produktionsanlage, um durch angekurbelten Auslandsabsatz zurück in die Gewinnzone zu gelangen.<ref>Lichtwer Pharma steckt 70 Mio. Mark in neue Produktionsanlage. Die Welt, 19. Juni 2000</ref> Parallel dazu gab Lichtwer Pharma 1998 bis 2000 den Exklusivvertrieb über Apotheken auf und führte die Produkte auch in Drogeriemärkten ein. Beim reinen Apothekenverkauf waren bis 1998 Umsatzeinbußen von über 30 % (vermutlich bedingt durch höhere Zuzahlungen) für die Knoblauchpräparate zu verzeichnen gewesen.<ref>Apotheken verlieren Verkaufsmonopol für die Knoblauchpille von Lichtwer: „Kwai“ gibt es künftig auch im Handel. In: Berliner Zeitung. 18. September 1998, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Februar 2013; abgerufen am 27. November 2025.</ref> In der Folge brach der Gesamtumsatz in gemischten Handel jedoch um über 50 % ein. Ab 2000 wurde eine umfassende Restrukturierung eingeleitet, die unter anderem mit einer Halbierung der Mitarbeiterzahl auf nur noch 164 einherging.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Restrukturierung der Lichtwer Pharma AG (Memento vom 4. Mai 2014 im Internet Archive). juve Magazin, 22. Oktober 2002</ref> Auch die Freiverkäuflichkeit der Produkte wurde wieder aufgehoben und Chargen aus Drogerien teils umfangreich zurückgekauft. Das Markenimage sollte durch Fachvertrieb über Ärzte und Apotheken wiederhergestellt werden.<ref>Thomas Bellartz: Lichtwer legte nach Rückzug kräftig zu. Pharmazeutische Zeitung, 42/2000</ref><ref> Bert Fröndhoff: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kwai ist Knoblauch aus China. Lichtwer bekämpft Wehwehchen (Memento vom 5. Mai 2014 im Internet Archive). Handelsblatt, 1. April 2003</ref> Bereits 1998 finanzierte Lichtwer eine Studie des Charité-Professors Holger Kiesewetter über die Effekte von Knoblauch bei Gefäßerkrankungen, der in der Folge wissenschaftliche Mängel in der Auswertung vorgeworfen wurden.<ref name="Spiegel">Markus Becker: Die merkwürdigen Mittelchen des Charité-Professors Kiesewetter. Spiegel, 26. März 2009</ref>

Im Jahr 2004 wurde das Unternehmen von der 3i Group PLC übernommen.<ref>3i übernimmt Lichtwer Pharma. Bionity, 2. März 2004.</ref>

Einzelnachweise

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