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Linksanteriorer Hemiblock

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Klassifikation nach ICD-10
I44.4 Linksanteriorer Faszikelblock
Linksanteriorer Hemiblock
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11

Datei:Left anterior fascicular block (2 of 2).png

Ein Linksanteriorer Hemiblock (Abk. LAH, LAHB) ist eine Störung der Erregungsleitung im Herzen. Er ist die häufigste Erregungsleitungsstörung auf Herzkammerebene und kann auch bei herzgesunden Menschen und Tieren auftreten.

Häufigkeit

In der Mehrheit der Fälle ist er aber durch eine koronare Herzkrankheit mit Beteiligung der vorderen absteigenden Herzkranzarterie (Ramus interventricularis anterior oder RIVA) verursacht. Ein LAH verursacht selbst keine Beschwerden. Die Diagnose wird anhand des Elektrokardiogramms (EKG) gestellt.<ref>Gerd Herold und Mitarbeiter: Innere Medizin, Köln 2011, S. 275f</ref>

Pathophysiologie

Beim linksanterioren Hemiblock ist der vordere Faszikel des linken Tawara-Schenkels blockiert. Durch die Blockierung der schnellen Erregungsleitung durch den Tawara-Schenkel wird die Vorderwand des Herzmuskels über die langsameren Verbindungen der gewöhnlichen Herzmuskelzellen erregt. Im zeitlichen Verlauf depolarisieren die Herzmuskelzellen in der Vorderwand später als beim Gesunden. Die elektrische Herzachse wird nach links gedreht.<ref name="EKGKurs">Uwe Gantschow: EKG-Kurs, Marburg 2001, S. 119–121</ref>

Diagnose

Im EKG zeigt sich ein überdrehter Linkstyp sowie S-Zacken bis V6. Der QRS-Komplex kann signifikant verbreitert sein (>120 ms).<ref name="EKGKurs" />

Siehe auch

  • Linksposteriorer Hemiblock: Erregungsleitungsstörung des Herzens, bei der der hintere Faszikel des linken Tawara-Schenkels blockiert ist
  • Linksschenkelblock: Erregungsleitungsstörung des Herzens, bei der beide Faszikel des linken Tawara-Schenkels blockiert sind

Einzelnachweise

<references />