Liste der Sommerzeiten
Die Liste der Sommerzeiten beschreibt historische und aktuelle Sommerzeitenregelungen nach Jahr mit Schwerpunkt auf dem Europäischen Raum.
Die Sommerzeit ist die im Sommerhalbjahr meist um eine Stunde vorgestellte Uhrzeit einer Zeitzone. In Mitteleuropa spricht man von der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ; UTC+2). Der offizielle Ausdruck für die dortige Normalzeit bzw. Zonenzeit lautet Mitteleuropäische Zeit (MEZ; UTC+1). Die Mitteleuropäische Hochsommerzeit (MEHSZ; UT+3) – auch „doppelte Sommerzeit“ genannt – war eine Spezial-Zeitzone in den Jahren 1945 und 1947 in Deutschland. Sie entsprach der British Double Summer Time UT+2 als Sommerzeit der War Time UT+1 (WEZ/GMT+1).
Im Folgenden bezeichnet ME(H/S)Z auch die historischen Zeitangaben (Berliner Zeit, Wiener Zeit, u. a.); Bezug bis 1928 GMT, bis 1968 UT, ab 1968 UTC als Weltzeit.
Liste aller Staaten mit Sommerzeit
- Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums (außer Island)
- Staaten, in denen eine Sommerzeit im selben Zeitraum wie in der Europäischen Union gilt:
- Staaten, in denen eine Sommerzeit in einem anderen Zeitraum gilt:
- Ägypten, Australien (teilweise), Bahamas, Bermuda, Chile (teilweise), Israel, Kanada (teilweise), Kuba, Neuseeland, Palästinensische Autonomiegebiete, Paraguay, USA (teilweise)
Weltweite Angaben
Eine viel benutzte Quelle für (historische) Sommerzeit-Angaben ist The International Atlas von Thomas Shanks und Rique Pottenger<ref>Thomas Shanks, Rique Pottenger: The International Atlas: World Longitudes & Latitudes, Time Changes and Time Zones. ISBN 978-0-935127-88-1.</ref> sowie Edward Whitmans „World Time Differences“.<ref>Edward W. Whitman: World Time Differences. 1965.</ref> Das halbjährlich aktualisierte Standard Schedules Information Manual der IATA gibt über die aktuell gültigen Sommerzeiten Auskunft.
Die Internet Assigned Numbers Authority führt auf ihrer Webseite eine weltweit gültige, stets aktualisierte und von Computern lesbare Liste sämtlicher Zeitzonen und Sommerzeiten.<ref>Time Zone Database. In: Internet Assigned Numbers Authority. Abgerufen am 25. März 2018.</ref> Damit Zeitspannen auch über Sommerzeit-Änderungen (und Wechsel der Zeitzonen) hinweg korrekt berechnet werden, sind darin auch historische Sommerzeit-Regelungen angegeben. Ein Beispiel für einen solchen Eintrag ist Malta:
# Rule NAME FROM TO TYPE IN ON AT SAVE LETTER/S Rule Malta 1975 1979 - Apr Sun>=15 2:00 1:00 S Rule Malta 1975 1980 - Sep Sun>=15 2:00 0 -
Diese Zeilen besagen, dass von 1975 bis 1979 die Uhr um 2 Uhr morgens um eine Stunde vorgestellt wurde, und zwar am ersten Sonntag im April, der auf den 15. oder einen späteren Kalendertag fällt. Im September wurde die Uhr nach der gleichen Regel auf die normale Zeit zurückgestellt.
Einzelne Regelungen
Europäische Union
Seit 1980 propagiert die Europäische Union (vormals EWG/EG) eine gemeinsame Sommerzeitregelung, die auch in diversen anderen assoziierten Staaten übernommen wurde. Sie erstreckte sich anfangs vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im September, Zeitumstellung um 02:00 MEZ (01:00 UTC) ↔ 03:00 MESZ. 1996 wurde sie bis zum letzten Sonntag im Oktober ausgedehnt.
Siehe: Gemeinsame europäische Sommerzeit.
Deutschland
Sommerzeiten gab es in Deutschland von 1916 bis 1918, von 1940 bis 1949 (teilweise nur in bestimmten Landesteilen)<ref>Sommerzeiten und Hochsommerzeiten in Deutschland bis 1979. Physikalisch-Technische Bundesanstalt, 2. November 2003, abgerufen am 27. Oktober 2014.</ref> und ab 1980.<ref>Sommerzeiten in der Bundesrepublik Deutschland ab 1980. Physikalisch-Technische Bundesanstalt, 28. November 2006, abgerufen am 8. November 2008.</ref>
Siehe: Sommerzeit in Deutschland
Österreich
In Österreich<ref name="Mucke">Hermann Mucke: Astronomische Grundlagen der Sonnenuhren. In: Hermann Mucke (Hrsg.): Sonnenuhren. 19. Sternfreunde-Seminar, 1991. Planetarium der Stadt Wien und Österreichischer Astronomischer Verein, Wien 1991, 1.3.5. Sommerzeit in Österreich, S. 29–48 (Aufstellung bis 1991).</ref>
wurde 1916 die Sommerzeit eingeführt. Sie galt bis 1920 mit Ausnahme 1919, wobei Salzburg 1920 schon am 1. Mai zurückstellte.<ref name="Sbg-LGVBl-71-1920">LGVBl. für Salzburg 71/1920: Kundmachung der Landesregierung in Salzburg vom 29. April 1920, Zl. 1872/Präs., betreffend die Wiederauflassung der Sommerzeit im Lande Salzburg.
in: Landesgesetz- und Verordnungs⸗Blatt für das Land Salzburg. LXII. Stück, ausgegeben am 29. April 1920, S. 199 (Online bei alex.onb.ac.at)</ref>
Mit dem Anschluss Österreichs 1938 an das Deutsche Reich galten dessen Regelungen bis zum Einmarsch der Alliierten<ref name="Mucke" /> und der Rücknahme nationalsozialistischer Regelungen. Von 1946 bis 1948 beschloss Österreich dieselben Regelungen wie Westdeutschland exklusive der Hochsommerzeit.
1980 wurde die Sommerzeit wie in Deutschland wieder eingeführt, im Einführungsjahr nach der damaligen gesetzlichen Vorschrift 24:00 MEZ (01:00 UTC) → 01:00 MESZ; Rückstellung 24:00 MESZ (02:00 UTC) → 23:00 MEZ, mit den Datumssprüngen eine ähnlich unübersichtliche Regelung wie 1916. Seit dem EU-Beitritt 1995 wird in den Verordnungen direkt auf die EU-Regelungen verwiesen.
Siehe: Gesetzliche Zeit in Österreich
Schweiz
In der Schweiz<ref>Sommerzeiten in der Schweiz. Bundesamt für Metrologie, 9. November 2007, abgerufen am 6. April 2009.</ref> galt in den Jahren 1941 und 1942 die Sommerzeit von Anfang Mai bis Anfang Oktober. Seit 1981 gilt die gleiche Sommerzeitregelung wie in den Nachbarstaaten (Gemeinsame europäische Sommerzeit).
Siehe: Gesetzliche Zeit in der Schweiz
Niederlande
Zu den genauen Sommerzeiten siehe Gesetzliche Zeit in den Niederlanden.
Türkei
Zu den genauen Sommerzeiten siehe Gesetzliche Zeit in der Türkei.
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />