Litzelbach (Pfullendorf)
Der Weiler Litzelbach ist ein Wohnplatz Otterswangs, einer von sieben Ortschaften der Stadt Pfullendorf im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg, Deutschland.<ref name="Amtliche Beschreibung">Vgl. Pfullendorf f) Otterswang. In: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 834–841, hier S. 837f.</ref>
Geographie
Geographische Lage
Litzelbach liegt auf der Gemarkung Otterswang rund 1,5 Kilometer südlich davon auf der linken Seite des Kehlbachtals.<ref name="Genzmer">Otterswang. In: Walther Genzmer (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns. Band 2; Kreis Sigmaringen, W. Speemann, Stuttgart 1948. S. 273f.; hier: Weihwang, S. 274.</ref> Der von Westen kommende Burraubach mündet etwa 0,5 Kilometer nordöstlich von Litzelbach in den Kehlbach, östlich des Weilers befindet sich der Bethlehemer Graben.
Geschichte
Litzelbach fand erstmals 1216<ref name="Amtliche Beschreibung" /><ref name="Kuhn-Rehfus">Vgl. Litzelbach. In: Maren Kuhn-Rehfus: Das Zisterzienserinnenkloster Wald (= Germania Sacra, Neue Folge 30, Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Konstanz, Band 3). Walter de Gruyter, Berlin & New York 1992. ISBN 3-11-013449-7. S. 399f.</ref> (1208<ref name="Genzmer" /> als Lucilinbach<ref name="Amtliche Beschreibung" />, Lucilnbach<ref name="Amtliche Beschreibung" /> respektive Lützelbach<ref name="Genzmer" />) bei einer Güterschenkung Nennung.<ref name="Amtliche Beschreibung" /><ref name="Genzmer" /><ref name="Kuhn-Rehfus" /> Burkhard von Weckenstein schenkte vor 1216 den damaligen Lehenshof mit seinen Äckern, Wiesen und Waldungen dem von ihm gestifteten Zisterzienserinnenkloster Wald.<ref name="Amtliche Beschreibung" /><ref name="Genzmer" /><ref name="Kuhn-Rehfus" /> Der zu den ersten Schenkungsgütern des Klosters gehörende Einzelhof war Reichsgut oder staufisches Eigengut, stammte wohl aus dem Pfullendorfer Besitz, den Graf Rudolf von Pfullendorf zwischen 1168 und 1176 auf Friedrich Barbarossa übertragen hatte, und wurde schon vor 1216 vom Lehensträger Burkard von Weckenstein, einem kaiserlichen Ministerialen, dem Kloster geschenkt. Zunächst vielleicht eine Grangie; später immer wieder in klösterlichem Eigenbau bewirtschaftet.<ref name="Amtliche Beschreibung" /> Im Jahr 1216 bzw. 1220 und 1217 bestätigen Friedrich II., Sohn des Heinrich VII. und Papst Honorius III., dem Kloster den Besitz des Gutes.<ref name="Kuhn-Rehfus" /><ref>Maren Kuhn-Rehfus: Das Zisterzienserinnenkloster Wald (= Germania Sacra, Neue Folge 30, Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Konstanz, Band 3). Walter de Gruyter, Berlin & New York 1992. ISBN 3-11-013449-7. S. 348.</ref>
Die 1474 von Äbtissin Anna von Reischach erlassene Gerichtssatzung zeigt das Kloster Wald als Niedergerichts- und Ortsherrschaft über den Ort.<ref name="Amtliche Beschreibung" /> Das Dorf Otterswang bildete seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit Kappel, Litzelbach, Weihwang und Reischach den als Gemeinde bezeichneten Gerichts- und Verwaltungsbezirk Otterswang.<ref name="Otterswang">Otterswang (Altgemeinde/Teilort) auf den Seiten von www.leo-bw.de (landeskundliches Informationssystem für Baden-Württemberg)</ref> Die Hohe Obrigkeit lag bei der Grafschaft Sigmaringen.<ref name="Amtliche Beschreibung" /> Vor 1600 erlangte Wald die Lokalleibherrschaft.<ref name="Amtliche Beschreibung" />
Bei der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses wurde das Kloster 1806 aufgelöst und das Territorium fiel an das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen. Litzelbach gehörte bis 1850 zum hohenzollerischen (bis zur Aufhebung 1861 zum preußischen) Oberamt Wald. 1862 wurde es dem Oberamt bzw. seit 1925 zum Kreis Sigmaringen eingegliedert.
Litzelbach gehörte zur selbständigen Gemeinde Otterswang und wurde mit dieser zum 1. Juli 1972 zur Stadt Pfullendorf eingemeindet.
Ortsname
Der Ortsname leitet sich vom althochdeutschen Wort „liuzil“ (= klein) ab<ref name="Amtliche Beschreibung" />. Das ungebeugte Eigenschaftswort „Klein“ wurde mit dem Bestimmungsort „Bach“ zusammengeschrieben, also kleiner Bach, was sich wohl auf den Burraubach bezieht.
Einwohner
In Litzelbach leben 23 Einwohner (Stand: Juni 2015).<ref name="Geschichte, Zahlen und Fakten">Jürgen Witt (jüw): Von den Kelten zu den Preußen. In: Südkurier vom 1. Juni 2015</ref>
Religion
Kirchlich war Litzelbach früher Filial zur Pfarrei Pfullendorf, seit 1839 zur römisch-katholischen Pfarrei Wald.<ref name="Genzmer" /><ref name="Amtliche Beschreibung" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Das Wasserpumpwerk Litzelbach des Zweckverbandes Wasserversorgungsgruppe Wald fördert seit 1955 mittels zweier Brunnen Trinkwasser aus einem 500 Hektar großen Wasserschutzgebiet am Oberlauf des Kehlbachs und pumpt es in die Hochbehälter von Rothenlachen und auf dem Buschoren bei Aach-Linz und von dort in das 40 Kilometer lange Wasserleitungsnetz. Ziel ist, die Trinkwasserversorgung in den zehn Ortsteilen der Gemeinde Wald und in fünf Ortsteilen der Städte Pfullendorf und Meßkirch mit 4500 Einwohnern sicherzustellen, die pro Jahr 300 Millionen Liter Wasser verbrauchen.<ref>Falko Hahn (fah): Seit 50 Jahren Trinkwasser aus dem Hahn. In: Südkurier vom 25. September 2007</ref>
Weblinks
- Litzelbach (Wohnplatz) auf den Seiten von www.leo-bw.de (landeskundliches Informationssystem für Baden-Württemberg)
Einzelnachweise
<references />
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